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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2021

Eine schöne Geschichte mit viel Witz und Grusel und einem Hauch von Romantik

Die Nebel von Skye
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Enya und ihre Familie werden von ihrer Großtante zu einem Kurzurlaub auf das Dunvegan Castle in Schottland auf der Insel Skye eingeladen. Enya sieht darin ihre Chance, ein Filmprojekt zu verwirklichen, ...

Enya und ihre Familie werden von ihrer Großtante zu einem Kurzurlaub auf das Dunvegan Castle in Schottland auf der Insel Skye eingeladen. Enya sieht darin ihre Chance, ein Filmprojekt zu verwirklichen, dass ihr zu einem Stipendium verhelfen soll, um Regie studieren zu können. Es heißt die frühere Bewohnerin des Schlosses spuke noch immer in den Gemächern herum. Und tatsächlich geschehen allerhand unerklärliche Dinge. Wird das Schloss tatsächlich heimgesucht? Befindet sich Enya in Gefahr?

Das Buch beginnt Zuhause bei Enyas Familie, wo wir erstmal einen groben Überblick der Lebenssituation der Familie bekommen. Sobald die Verhältnisse geklärt sind, geht die Reise nach Schottland los. Beim Schloss angekommen, verliebt man sich sofort in die Insel. Das Setting ist wirklich schön und durch die detailreichen Beschreibungen der Autorin, fühlte ich mich in die malerische winterliche Atmosphäre Schottlands hineinversetzt. Mit ihrem Schreibstil konnte die Autorin mich sofort für sich einnehmen. So gelöst und locker mit einem angenehmen Humor, dass ich mich beim Lesen richtig wohlgefühlt habe.

Enya ist ein ziemlich voreingenommenes junges Mädchen, das sich anhand des Aussehens einer Person ein vorschnelles (und teilweise vorurteilsbehaftetes) Bild macht. Zu Beginn fand ich sie nicht so sympathisch, weil mich ihrer Äußerungen und Gedanken zu den Menschen in ihrem Umfeld geärgert haben. Das zieht sich das ganze Buch über durch, trotzdem war sie mir – mit Ausnahme dieser nervigen Eigenschaft – sympathisch. Sie ist klug, witzig, neugierig und weiß, was sie will. Sie bei ihren abenteuerlichen Begegnungen zu begleiten, sich mit ihr zu gruseln und zu versuchen, die Puzzleteile zusammenzufügen, hat Spaß gemacht. Was ist Realität und was ist Täuschung? Tatsächlich ist die Geschichte aber recht geradlinig und hält nicht allzu viele Überraschungen bereit. Das war schade, ich hätte mir vor allem für die Auflösung einen kleinen Page-Turner gewünscht, aber die Geschichte war trotzdem schön zu lesen.

Auch hat es Spaß gemacht, die vielen Nebenfiguren kennenzulernen. Die Figuren waren alle einzigartig und hatten einen bestimmten Wiedererkennungswert. Tiefe und Farbe bekam aber nur Enya, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Für tierische Wegbegleiter kann ich mich in Büchern sowieso immer erwärmen, aber Herman, die Fledermaus, hat es mir besonders angetan :D So ein süßes und tollpatschiges Ding <3

Die Lovestory war nett, aber hat nicht wirklich viel zur Story beigetragen. Würde man sie einfach weglassen, wäre es gar nicht aufgefallen. Trotzdem war es süß, wie Enya und Jona sich langsam näherkommen.

„Die Nebel von Skye“ ist eher ein Buch für jüngere Jugendliche, konnte mich aber auch sehr gut unterhalten. Kleinere Mängel, wie das Fehlen von überraschenden Wendungen oder des einen oder anderen Stolpersteins, schmälerten das Lesevergnügen kaum. Das Ende war nicht so spektakulär, wie ich es mir gewünscht hatte, aber dennoch zufriedenstellend. Ich habe mich beim Lesen sehr wohlgefühlt und empfehle die Geschichte gerne weiter.

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Veröffentlicht am 12.01.2021

Interessante Idee mit wenig überzeugenden Charakteren und langatmiger Handlung. Trotzdem unterhaltsam und lesenswert, wenn man durchhält...

Das Institut
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Luke ist ein hochintelligenter 12-jähriger Junge, der nichts mehr lernen kann auf der Begabten-Schule, auf der er sich befindet. Deswegen möchte er jetzt auf zwei renommierten Colleges studieren. Das ist ...

Luke ist ein hochintelligenter 12-jähriger Junge, der nichts mehr lernen kann auf der Begabten-Schule, auf der er sich befindet. Deswegen möchte er jetzt auf zwei renommierten Colleges studieren. Das ist aber nicht das einzige Besondere an ihm. Er besitzt auch noch latente telekinetische Kräfte, die er zwar nicht kontrollieren kann, aber ab und zu bewegt sich mal ein Mülleimer, was ihn immer irritiert. Bevor er seine Zukunftspläne in die Tat umsetzen kann, wird er entführt und seine Eltern ermordet. Er landet mit einigen anderen Kindern im Institut. Dort werden an ihnen eine Reihe an Experimenten durchgeführt, um ihre Fähigkeiten zu testen, sie zu erweitern und sie für die Menschen, die dort arbeiten, nutzbar zu machen. Die Kinder, die vom Institut „rekrutiert“ werden, durchleben dort die schlimmsten Qualen und überleben nicht länger als ein paar Monate. Die Zeit ist also stark begrenzt. Sie wollen fliehen, aber was können ein paar Kinder schon gegen diese Übermacht an erwachsenen Verbrechern ausrichten…

Ich hab die ganze Zeit über keinen Schimmer gehabt, was überhaupt los ist. Der Einstieg ins Buch war so verwirrend: Wieso krieg ich die Geschichte von einem Ex-Cop erzählt, der sich jetzt in irgendeiner unbedeutenden Kleinstadt als Nachtklopfer bewirbt? Und was zum Teufel ist überhaupt ein Nachtklopfer :D und dann kriegen wir in einem neuen Abschnitt das Leben eines 12-jährigen global überbegabten Jungen erzählt, der von heute auf morgen in ein Institut verschleppt wird. Was ist nur los in diesem Buch :D

Das Buch wird von einer ständigen Grundspannung begleitet, einer gewissen Neugier und einer ständigen Alarmbereitschaft, dass irgendwas noch viel schlimmeres passieren wird. Es passiert auch ständig was, aber es ist halt irgendwie die ganze Zeit dasselbe. Nach 350 Seiten wird es dann endlich so aufregend, dass ich quasi durch die Seiten gehetzt bin. Oh Gott, ich war so in Panik :D Vor und nach dieser Passage plätschert die Geschichte aber einfach nur so vor sich hin. Ich hab mich durchgebissen, weil ich dachte, es würde sich lohnen. Ich dachte, King wird mich mit einem Mind-Blow-Effekt für diese zähe Geschichte entschädigen. Und, meeeiin Gott... kann der Mann sich nicht kürzer fassen... 🙄

Es war furchtbar mitzuerleben, wie im Institut mit den Kindern umgegangen wird. Als wären sie den Dreck unter ihren Fingernägeln nicht wert. Es waren doch Kinder :(

"Kein Bedauern. Null Empathie. Nichts. Ihm wurde klar, dass er für sie kein Kind war. Sie hatte in ihrem Kopf eine entscheidende Trennung vorgenommen. Er war eine Testperson" S. 232

Leider konnte ich zu den Figuren keine Connection aufbauen. Vor allem zum kleinen Luke fand ich keinen Zugang. Ich glaube aber, auch der Autor konnte sich nicht in das Kind einfühlen und eindenken. Es ist sowieso schwierig, aus einer kindlichen Perspektive zu erzählen und ich glaube, je länger die eigene Kindheit zurückliegt, desto schwieriger ist es, sich in einen - in dem Fall 12-Jährigen - hineinzuversetzen. King ist es jedenfalls in diesem Buch nicht so ganz gelungen, einen authentischen Protagonisten zu kreieren.

Zu lesen, wie die Freundschaft sich zwischen den Kindern entwickelt und ihr Zusammenhalt sie stärkt, hat trotzdem Spaß gemacht. Die Kinder waren allesamt sympathisch und ich habe mit ihnen auf eine Flucht gehofft.

Ich war ungefähr 750 Seiten lang verwirrt, neugierig und ehrlich gesagt auch etwas genervt von dem vielen Nichts, das passierte. Das Finale war dann gleichermaßen episch wie tragisch, endet aber mit einer enttäuschend langweiligen Auflösung, die ich so oder so ähnlich erwartet hatte (obwohl ich eigentlich dachte, ich liege falsch, weil ich auf ein spektakuläreres Ende gehofft hatte…).

Die Geschichte war trotz allem interessant und ich habe sie auch gerne gelesen. 300 Seiten weniger hätten dem Buch sicher nicht geschadet. Der Zweck des Instituts hat sich mir letzten Endes nicht erschlossen. Eigentlich braucht’s das Institut gar nicht, es gibt wirklich bessere Möglichkeiten, dessen Ziele zu erreichen. Ich denke, es besteht einfach fort, wegen dem Größenwahn der Menschen… Wie auch immer. Es kam eine interessante Story dabei raus, die ich trotz meiner Kritikpunkte recht unterhaltsam fand.

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Veröffentlicht am 11.01.2021

Ich hab die Charaktere gehasst

Wie das Feuer zwischen uns
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Bisher konnte mich jedes Buch von Brittainy C. Cherry begeistern. Dieses leider nicht. Der Schreibstil war wie immer wunderschön, die Autorin kann so gut mit Worten umgehen. Gefühlvoll und humorvoll, da ...

Bisher konnte mich jedes Buch von Brittainy C. Cherry begeistern. Dieses leider nicht. Der Schreibstil war wie immer wunderschön, die Autorin kann so gut mit Worten umgehen. Gefühlvoll und humorvoll, da konnte sie mich total abholen. Die Lovestory hat mich aber nicht gekriegt.

Alyssa und Logan werden zufällig sehr unwahrscheinliche Freunde. Sie ist eine Vorzeigeschülerin, schön und beliebt, kommt aus „gutem Hause“. Logans Mutter konsumiert Drogen und sein Vater ist Drogendealer und ihr und ihm gegenüber gewalttätig. Sie haben nicht viel Geld und sind von diesem Mann abhängig. Auch Logan nimmt Drogen, um seiner schlimmen Realität zu entfliehen.

Sie sind unterschiedlich und haben doch so viel gemeinsam. Denn auch Alyssa hat eine problematische Familie. Die beiden holen sich regelmäßig aus ihren Tiefs und sind füreinander da. Dass sie sich ineinander verlieben, das war klar und es hat perfekt gepasst. Sie sind ein tolles Paar, bis alles den Bach runtergeht.

Normalerweise kann ich mich gut in die Figuren der Autorin einfühlen, sie immer irgendwo noch verstehen und noch so absurde Handlungen nachvollziehen und verzeihen. Aber dieses Mal nicht. Logan ist ein Mistkerl. Alles bezieht er auf sich, egal wer ein Problem hatte, ihm ging es schlechter. Er machte fremde Probleme zu seinen. Er handelte fast ausschließlich egozentrisch und egoistisch. Am schlimmsten war es, wenn er seine Entscheidungen als selbstlos darstellte. Logan hatte ein schlimmes Leben und musste viel ertragen. Bei den Szenen seiner Kindheit dachte ich immer, warum unternimmt das Jugendamt nichts?! Das erklärt zwar sein späteres Verhalten, es ist aber noch lange keine Entschuldigung... Die Autorin hat sich alle Mühe gegeben, mir als Leserin Verständnis für Logan einzutrichtern. Aber es hat nicht geklappt. Ich mochte ihn nicht. Er tat mir Leid, aber sehr weit reichte mein Mitgefühl nicht.
Und Alyssa ist so... aargghh! Ich hätte sie am liebsten geschüttelt und sie angeschrien, dass sie aufhören soll, diesem Penner nachzulaufen. Hast du keine Selbstachtung, liebe Alissa? Sie blieb fest entschlossen, auch noch Jahre später, alles auszuhalten, alles zu entschuldigen und ihn in Schutz zu nehmen. Er meint es ja alles nicht so, er ist eben verletzt und hatte eine schlimme Kindheit… ähm... ja und?! Alyssa idealisiert ihn, sie ist besessen von ihm. Sie lässt sich wie Dreck behandeln und das wird von der Autorin als heroisch oder stark dargestellt. Eine toxische Beziehung sollte man nicht beschönigen...

Es wurde sowohl aus Alyssas als auch aus Logans Perspektive erzählt. Wir kriegen die ganze Zeit Einblicke in Logans komplexe Gefühlswelt. Das war spannend und interessant! Aber was ist mit Alyssas Emotionen? Sie hat auch Traumatisches erlebt, sie hat so viel durchmachen müssen. Logan behandelt sie so schlecht und trotzdem drehen sich ihre Gedanken nur um ihn. Er beherrscht ihre Gedanken. Wenn er da ist, geht es nur darum, dass sie sich so angezogen von ihm fühlt und wenn er weg ist, nur darum, wie sehr sie ihn vermisst. Das war so eindimensional. Das bin ich von der Autorin nicht gewohnt.

Dieses Mal habe ich nicht mitgefiebert, dass die Protas wieder zusammenkommen. Ich hab für Alyssa gehofft, dass sie jemand Besseren findet.

Der erste Teil des Buches hat mir gut gefallen, aber es wurde richtig schlecht. Ich bewerte das mal als Ausrutscher. Das nächste Buch von B. C. Cherry werde ich wieder lieben!

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Veröffentlicht am 08.01.2021

Aufregend, spirituell, humorvoll und vor allem toll ausgearbeitete Charaktere. Macht Lust auf mehr!

Avatar - Der Herr der Elemente: Der Schatten von Kyoshi
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Die Welt kennt nun den wahren Avatar, doch ihr Ruf ist beschädigt. Sich mit Kriminellen einzulassen und die vielen Toten, die ihren Weg pflastern, tragen nicht unbedingt zum eigentlich glänzenden Bild ...

Die Welt kennt nun den wahren Avatar, doch ihr Ruf ist beschädigt. Sich mit Kriminellen einzulassen und die vielen Toten, die ihren Weg pflastern, tragen nicht unbedingt zum eigentlich glänzenden Bild eines Avatars bei. Sie hat Schwierigkeiten, sich in die Rolle des Avatar einzufinden, die mit so vielen Anforderungen und Erwartungen einhergeht, dass die Last sie zu erdrücken droht. Sie sieht sich selbst als nicht würdig und zweifelt daran, je ein guter Avatar sein zu können. Sie schämt sich, hält sich eher versteckt und meidet die Öffentlichkeit. Doch als der Feuerlord sie persönlich einlädt, sein Gast zu sein, kann sie nicht ablehnen. Der Feuerlord braucht ihre Hilfe und sie wird schneller in die politischen Differenzen innerhalb der Feuernation hineingezogen, als sie gucken kann…

Kyoshi fehlt es ein bisschen an Diplomatie und an Geschick für schwierige Gespräche. Außerdem fehlen ihr Kenntnisse über die Gepflogenheiten der anderen Nationen. Beim Besuch in der Feuernation gab es dementsprechend einige Fettnäpfchen und nur wenige, in die sie nicht mit Anlauf reinsprang :D Eine Katastrophe! Ich habe mich gleichzeitig sehr amüsiert und mich stellvertretend für Kyoshi total unwohl gefühlt ^^

Feuerlord Zoryu ist mal ein erfrischend lässiges Oberhaupt der Feuernation. Das ist man ja garnicht gewohnt. Ich mochte ihn total gerne. Er ist so schön auf dem Boden geblieben und hält sich selbst nicht so sehr an die Gepflogenheiten seiner Nation.

Als sie und Rangi sich endlich wieder in die Arme schließen konnten, ging es wieder bergauf. Kyoshi braucht Rangi. Und ich übrigens auch :D so eine tolle Figur! Ihre Loyalität zum Avatar ist in keinster Weise von ihrer Liebe zu Kyoshi getrübt. Sie kann diese zwei Dinge klar voneinander trennen, was zu vielen amüsanten und verwirrenden Situationen geführt hat. Sie und Jinpa sind Kyoshis Stimmen der Vernunft. Sie geben ihr Stabilität und Halt. Jinpa ist ein Luftbändiger, der sich dem Avatar als Unterstützung angeschlossen hat und irgendwie für alles mögliche zuständig ist. Für Korrespondenzen, Nachrichten und Neuigkeiten, aber auch für Kyoshis Seelenheil. Er ist besonnen und strahlt eine für Luftnomaden typische Ruhe und Gelassenheit aus.

Die Besuche in der Geisterwelt fand ich schon immer spannend und inspirierend. Geister spielen in dieser Welt eine wichtige Rolle. Von ihnen gehen sowohl Schutz als auch Gefahr aus. Man erzürnt sie besser nicht, das kann übel enden. Die dünne Verbindung zwischen den Welten und die seltenen Übertritte fand ich in diesem Buch sehr gelungen und spannend. Mir gefällt der hohe spirituelle Anteil der Geschichte.

Leider habe ich die TV-Serie ein paar Mal zu oft gesehen, weswegen mir einige Unstimmigkeiten aufgefallen sind. Am meisten enttäuscht war ich allerdings vom Fehlen des Gesichter stehlenden Geists, den Kuruk hasste und bekämpfte. Stattdessen ist nur von Großvater Glühwurm die Rede, von dem ich bisher nichts gehört hatte… Das war so essenziell, dass es mich wirklich gestört hat.

Kyoshi muss lernen, ihre Wut hintenanzustellen und das Gleichgewicht der Welt in den Blick nehmen. Sie muss sich von Jianzhus Methoden distanzieren und ihren eigenen Weg finden, ohne Gewalt oder zumindest mit deutlich weniger Gewalt ^^ Die Suche nach ihrem Platz in der Welt ist noch nicht vorbei, aber sie hat schon einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das Finale des Buches ist aufregend und wegweisend und ich hoffe, dass diese Reihe irgendwann doch nochmal fortgesetzt wird. Vielleicht dürfen wir ja dann einen anderen Avatar begleiten. Die Geschichte von Roku ist eine, die ich dringend auch noch erfahren will.

Die Galerie am Ende des Buches (wie auch schon am Ende des ersten Teils) ist auch dieses Mal ein kleines Highlight. Kyoshi, Rangi und Yun sind stilistisch beeindruckend gezeichnet und man hat zuletzt noch ein klareres Bild von den Figuren. Hat mir gut gefallen!

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Veröffentlicht am 07.01.2021

Wie „Ziemlich beste Freunde“ nur in romantisch :D

The Light in Us
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Das Buch erzählt die schicksalshafte Begegnung von Charlotte und Noah. Charlotte hat Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten. Mit zwei nicht sehr gut bezahlten Jobs versucht sie, die hohe Miete und ...

Das Buch erzählt die schicksalshafte Begegnung von Charlotte und Noah. Charlotte hat Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten. Mit zwei nicht sehr gut bezahlten Jobs versucht sie, die hohe Miete und ihren Lebensunterhalt zu stemmen. Sie führt einen inneren Kampf, denn mit dem plötzlichen Tod ihres Bruders, starb auch ihr Gefühl für die Musik und damit ein Lebenstraum. Durch einen Zufall kommt sie zu einem interessanten Jobangebot. Sie soll die persönliche Assistentin von Noah werden, der vor kurzem nach einem schlimmen Unfall erblindet ist und sich schwertut, einen Umgang damit zu finden. Er stößt alle, die ihn lieben, von sich weg und lebt zurückgezogen, ohne irgendwelche Kontakte. Die letzten fünf Assistenten hat er direkt gefeuert oder sie haben selbst schnell gekündigt. Charlotte nimmt den Job an, fest entschlossen, Noah das zu geben, was er dringend nötig hat: „Jemanden, der bleibt“.

Ich bin gut in die Geschichte gestartet. Sie beginnt sehr dramatisch mit Noahs Unfall und wechselt dann zu einem Kapitel aus Charlottes Perspektive. Diese beiden wechseln sich in den Erzählperspektiven ab, wobei Charlotte mehr Kapitel bekommt als Noah. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, sehr einfühlsam und wertschätzend der Thematik der Blindheit gegenüber. Die Gedanken und Dialoge empfand ich als sehr authentisch. Ich konnte mitfühlen, mithoffen und in die Geschichte und Gedankenwelt von Charlotte und Noah eintauchen.

Charlotte ist klug, freundlich, ehrlich und großzügig. Sie ist nicht perfekt, auch sie ist innerlich zerbrochen, aber für Noah ist sie die genau richtige Person im absolut richtigen Moment. Sie ist die treibende Kraft in dieser Liebesgeschichte.

Noahs Verlust seiner Sehkraft nimmt ihm das, von dem er geglaubt hat, dass es ihn ausmacht. Ihm wird ständig gesagt, was für ein Glück das ist, dass er noch am Leben ist, dass er nichts weiter davongetragen hat, als „nur“ den Verlust seiner Sehkraft. Er will das nicht hören, denn er hat das Gefühl, einfach alles verloren zu haben. Das macht ihn verbittert und depressiv. Er kann sein altes Leben nicht loslassen, lässt sich nicht auf ein Leben ohne Sehkraft ein und kommt deswegen in diesem neuen Leben nicht zurecht. Charlotte kann ihn verstehen und auf diese Weise zu ihm durchdringen. Dass er verstanden wird, hat ihm so gut getan…

Zusammen geben sie einander Halt und suchen einen Weg aus der Dunkelheit.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich in einem angenehmen Tempo. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, sie mussten sich erstmal kennenlernen. Gemeinsam lernen beide, sich anzupassen und bekommen einen anderen Blick auf das Leben. Ich mochte die Art und Weise, wie die zwei Geschichten zu einer zusammengeflochten wurden, natürlich nicht ohne Hindernisse und Stolpersteine. Zwei gebrochene Seelen können sich nicht einfach aufeinander einlassen… es hat viel Zeit und Arbeit gekostet, bis die beiden einen Schritt aufeinander zumachen konnten. Und mit jedem Schritt vorwärts gingen auch immer wieder Rückschritte miteinher… Es war manchmal wirklich anstrengend mit den beiden :D

„The Light in Us“ ist eine erfrischend erzählte Geschichte. Das Besondere ist die Auseinandersetzung mit einer „frisch erworbenen“ Beeinträchtigung. Das hatte ich bisher so noch nicht gelesen. Ich habe die Liebesgeschichte, die langsame Annäherung der beiden aneinander und ihre gemeinsame Arbeit an ihren Problemen sehr genossen. Die Geschichte ist nicht gänzlich neu, aber mit neuen interessanten Elementen. Es gab einen Punkt, eine „Wendung“, die ich merkwürdig und unnötig fand, aber sonst wäre die Geschichte wohl zu glatt gelaufen. Insgesamt aber wieder ein sehr schönes Buch von Emma Scott.

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