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Veröffentlicht am 06.06.2021

Eine Geschichte, die Ihresgleichen sucht...

Schicksal
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Eine komplexe und sehr intensiv erzählte Familiengeschichte von der Verstaatlichung Israels bis in die heutige Zeit.



Inhalt:

In “Schicksal“ geht es um die 90-jährige Rachel, die mit 15 Jahren ihr Elternhaus ...

Eine komplexe und sehr intensiv erzählte Familiengeschichte von der Verstaatlichung Israels bis in die heutige Zeit.



Inhalt:

In “Schicksal“ geht es um die 90-jährige Rachel, die mit 15 Jahren ihr Elternhaus verließ, um sich dem radikal-zionistischen Widerstand Lechi anzuschließen, sowie um die ca. 50-jährige Atara, eine zum zweiten Mal verheiratete Architektin, die die Geschichte ihres verstorbenen Vaters, der erste Mann Rachels, rekonstruieren möchte. Aus diesem Grund sucht Atara Rachel auf.



Hörbuch:

Das Hörbuch wurde von Maria Schrader und Eva Meckbach eingesprochen. Ich kannte die beiden Sprecherinnen bislang nicht, fand beide Stimmen aber angenehm.



Meinung:

Ich werde mir auch das Buch (Piper Verlag) kaufen, weil ich es sicherlich zusätzlich lesen werde. Ich fand den Roman wirklich sehr gut, obwohl die Geschichte manchmal sehr qualvoll erzählt wurde. Denn:

Wer an der Entstehungsgeschichte Israels interessiert ist, kommt hier auf seine Kosten. Es wird über den Lechi geschrieben, der damals Anschläge auf die Briten verübte- während des britischen Mandats auf palästinänsischem Gebiet. Und insbesondere durch Ataras Sohn Eden (Elitesoldat) wird die aktuelle politisch militärische Situation samt möglicher Auswirkungen auf die Psyche thematisiert. Auch der Glaube der Unorthodoxen wird benannt, da einer der beiden Söhne Ataras unorthodox geworden ist.

Shalev schreibt staatskritisch, reflektiert und sehr intensiv. Und allem vorangestellt ist die Familiengeschichte: Eine, die durch eine sadistische und gewalttätige Vergangenheit geprägt ist. Glücklicherweise gibt es neben allen Konflikten auch schön beschriebene Kulissen.



Fazit:

Ich kann sowohl das Buch als auch das Hörbuch wärmstens empfehlen, insbesondere denjenigen, die an der Geschichte Israels interessiert sind.



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Mein besonderer Dank gilt dem Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs als Rezensionsexemplar.

Das Buch wurde von Anne Birkenhauer übersetzt und am 31.05.21 vom OSTERWOLDaudio Verlag (Hörbuch Hamburg) unter der ISBN 9783869524801 als Audio CD veröffentlicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2021

Eine Sammlung ungewöhnlicher Kurzgeschichten

Die einsame Bodybuilderin
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Asiatische Literatur brilliert insbesondere mit grotesken Geschichten, die zumeist unterschwellig gesellschaftskritisch ausgerichtet sind. Diese Sammlung an Kurzgeschichten, geschrieben von der Autorin ...

Asiatische Literatur brilliert insbesondere mit grotesken Geschichten, die zumeist unterschwellig gesellschaftskritisch ausgerichtet sind. Diese Sammlung an Kurzgeschichten, geschrieben von der Autorin Yukiko Motoya, erfüllen ebenfalls diese Erwartung ans Groteske und Surreale.

Eingeleitet wird das Buch mit der titelgebenden Kurzgeschichte „Die einsame Bodybuilderin“, die mir als unerwartet landläufig erschien und dessen Ende und Botschaft ich sehr schön fand. Aber schon mit der zweiten Kurzgeschichte wurde mir aufgezeigt, wohin mich dieses Buch führen könnte: In eine surreale Welt, voller ungewöhnlicher und grotesker Geschichten, wie sie vielleicht auch nur aus asiatischer Feder stammen könnten.

-> Apropos asiatische Feder: Die Autorin hat in ihrer über 20-jährigen Karriere verschiedene Preise für ihre Werke erhalten. (Diese Sammlung wurde von der Japanologin Ursula Gräfe ins Deutsche übersetzt.)

Fazit:

Ich habe mich auf das Buch gut einlassen können, was nicht zuletzt auch an der klaren Sprache lag. Ich habe mich durch die verschiedenen Welten tragen lassen und Unerwartetes „erlebt“. Durch die Vielfalt an Geschichten wurde stets gewährleistet, dass ich nicht wusste, wohin die Reise geht. Außerdem hat es Spaß gemacht, über den Inhalt zu sinnieren, ihn zu interpretieren und Gleichnisse in Bezug auf (Sub-) Kulturen und Gesellschaften zu erkennen.

Es ist vielleicht kein Buch, das man unbedingt lesen muss, aber wer sich auf diese spezielle Form von Literatur einlassen kann oder sogar nach ihr sucht, wird mit dieser Sammlung an Kurzgeschichten definitiv nicht enttäuscht werden.



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Mein besonderer Dank gilt dem aufbau digital Verlag (Imprint Blumenbar), der mir ein Rezensionsexemplar als eBook zur Verfügung gestellt hat.

Veröffentlicht wurde dieses Buch als fester Einband (mit 240 Seiten) unter der ISBN 9783351050757 sowie als eBook unter der EAN 9783841225559.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 01.06.2021

Ein gesellschaftskritischer Roman, der ein bisschen skurril ist, aber definitiv prägnant!

Die Ladenhüterin
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Es geht um Keiko, Mitte 30, die versucht, in der „normalen“ Welt als „normale“ Frau zurechtzukommen. Allerdings ist diese „normale“ Welt für sie schwierig zu verstehen, da sie eine Form von Autismus hat ...

Es geht um Keiko, Mitte 30, die versucht, in der „normalen“ Welt als „normale“ Frau zurechtzukommen. Allerdings ist diese „normale“ Welt für sie schwierig zu verstehen, da sie eine Form von Autismus hat (dies ist zwar nicht wortwörtlich aufgeführt, meiner Ansicht nach ist eine ASS aber eindeutig).
Keiko ist schlau und passt sich, soweit es ihr möglich ist und logisch genug erscheint, an die Gesellschaft an. Hier hilft ihr ihre Anstellung als Aushilfe in einem Konbini, da es klare Regelungen gibt, wie man sich zu verhalten und was man wann zu tun hat.

Der Roman ist aus Keikos Perspektive geschrieben, was der Autorin hervorragend gelungen ist. Es ist daher (krankheitsbedingt) nicht emotional geschrieben worden, dafür aber logisch und sprachpragmatisch, was ich als sehr authentisch empfand. So konnte ich mich relativ schnell auf Keiko einlassen und habe sie schnell wertgeschätzt.

Skurril wird die Geschichte durch den Mann, der im Laufe der Geschichte in ungewöhnlicher Weise in ihr Leben tritt.

Es ist ein 145-seitiger Roman, aber derartig prägnant, dass ich ihn nur mit 5 Sternen bewerten kann. Hat mir sehr gut gefallen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 01.06.2021

Ein für Lonley Planet typischer Bildband

Lonely Planet Bildband Weltreise
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Kompakt und wunderschön gestaltet:
Dieses Buch habe ich mir selbst geschenkt, um mein Fernweh in COVID-19-Zeiten zu mildern. Und was ist passiert? Es war absehbar, ich habe selbstverständlich größeres ...

Kompakt und wunderschön gestaltet:
Dieses Buch habe ich mir selbst geschenkt, um mein Fernweh in COVID-19-Zeiten zu mildern. Und was ist passiert? Es war absehbar, ich habe selbstverständlich größeres Fernweh bekommen und kann nicht aufhören, darin zu stöbern und zu lesen... doppelt, dreifach! Es ist ein wunderbares Buch, um sich einen Überblick der Länder zu verschaffen, die man noch bereisen möchte und in Erinnerung der Länder zu schwelgen, die man bereits bereist hat.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 31.05.2021

Anders als erwartet, dennoch gut

Der Himmel über den Menschen
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Klappentext:

Das Universum mit seinen Milliarden Sternen fasziniert den Menschen seit Urzeiten. Der Astrophysiker Steven Thaillor entdeckt ein mysteriöses Objekt, das sich aus der Tiefe des Weltalls in ...

Klappentext:

Das Universum mit seinen Milliarden Sternen fasziniert den Menschen seit Urzeiten. Der Astrophysiker Steven Thaillor entdeckt ein mysteriöses Objekt, das sich aus der Tiefe des Weltalls in Richtung Erde bewegt. Eine neue Technik, mit der man sich in computersimulierte Wirklichkeiten begeben kann, macht es ihm vielleicht möglich, das Phänomen im Weltall und dessen Absicht zu erforschen. Durch seine immer häufigeren virtuellen Reisen gerät er jedoch in den Zwiespalt zwischen realer und virtueller Welt. Kann er ein eventuell drohendes Schicksal abwenden?

Schreibstil:

Der Erzählweise stehe ich leicht zwiespältig gegenüber. Die Gespräche haben insgesamt eine (be-)lehrende und/oder informative Funktion- einzig für den Leser. Daher wirken die Charaktere eher farblos und untereinander distanziert, als dass die Dialoge bereichernd für die Figuren wären. Insbesondere die Dialoge der Eheleute und Wissenschaftler Kate und Steven wirken dadurch nicht immer authentisch und tiefgründig genug.

Der Autor hat viel Wert auf Freundlichkeit und Positivität gelegt. Diese Einstellung begrüße ich und hat mir sehr gut gefallen, zugegebenermaßen wurde es manchesmal aber etwas zu zuvorkommend.

Ansonsten lässt sich der Roman flüssig lesen, speziell in den letzten beiden Dritteln nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Positiv zu bewerten ist, dass der Autor verschiedene Blickwinkel wie bspw. Astrophysik, IT, Religion, Philosophie und militärische Verteidigung einbezogen hat.

Fazit:

Trotz meiner Kritik regt der Roman zum Nachdenken an und weist interessante Ansätze auf.

Empfehlung:

Dieses Buch ist eher nichts für LeserInnen, die sich im Bereich komplexer Science-Fiction / Hard-Science-Fiction bewegen. Empfehlenswert ist es allerdings für Einsteiger. Und genau für diese Zielgruppe kann ich ruhigen Gewissens vier Sterne vergeben.

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