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Veröffentlicht am 14.11.2024

Die letzte Hoffnung in einem verzweifelten Kampf

Skyhunter – A Silent Fall
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Skyhunter von Marie Lu entführt den Leser in eine dystopische Welt, in der auf den Ruinen einer alten Zivilisation ein unerbittlicher Krieg um die letzte unabhängige Nation ausgefochten wird.
Das World ...

Skyhunter von Marie Lu entführt den Leser in eine dystopische Welt, in der auf den Ruinen einer alten Zivilisation ein unerbittlicher Krieg um die letzte unabhängige Nation ausgefochten wird.
Das World Building gelingt hierbei ziemlich gut, die Landschaften werden anschaulich beschrieben, die Gesellschaft hat ihre eigenen Machtdynamiken, Hierarchien und Organisationen, die verschiedenen Nationen weisen unterschiedliche Kulturen vor und werden auf einer Weltkarte anschaulich verortet.
Besonders interessant fand ich die Mischung aus eher simplen Waffen und deren Fortschritten wie Doppelschwertern und auf der anderen Seite hochmoderner Wissenschaft und Technik.

Der Rahmen der Geschichte hat mich sehr an Attack on Titan erinnert: Eine kleine Nation schützt sich vor den Angriffen eines feindlichen Landes - diese verwandeln Menschen in gefährliche Monster als Waffe. Zum Schutz vor den Monstern gibt es hohe Mauern und Elitekrieger, auch der Schwachpunkt der Monster ist bei beiden Geschichten am Hals. Einerseits fand ich die Parallelen als AoT-Fan cool, andererseits war es mir teilweise doch schon fast zu ähnlich.

Gut geschrieben fand ich vor allem die Kampfszenen, diese konnte ich mir richtig gut bildlich vorstellen, wie bei einem Actionfilm im Kopf habe ich mitgefiebert.
Dabei blieb auch immer die Sorge um die Charaktere, einige Freunde von Talin lernt man schnell gut kennen und lieben.
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Zauberhafte Neuerzählung einer chinesischen Legende

A Song to Drown Rivers
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Märchen und Legenden sind oft ganz schön schwarz-weiß: Es gibt die glorreichen Helden und Retter und auf der anderen Seite die Feinde, die Bösen und Gegenspieler der Helden. Doch sind auch diese in Wirklichkeit ...

Märchen und Legenden sind oft ganz schön schwarz-weiß: Es gibt die glorreichen Helden und Retter und auf der anderen Seite die Feinde, die Bösen und Gegenspieler der Helden. Doch sind auch diese in Wirklichkeit nicht einfach auch nur Menschen, besonders die historischen Persönlichkeiten?
A Song to Drown Rivers versteht es gekonnt, die Protagonisten einer 1500 Jahre alten Legende zum Leben zu erwecken und ihnen eine Seele zu verleihen.
Xishi als wunderschöne Heldin, die das feindliche Königreich von innen heraus zerstören soll. Ihr Lehrmeister Fanli, der sie zur perfekten Waffe schmiedet. Fuchai, der König, den sie zerstören wollen.
Sie alle entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter und zeigen ihre pure Menschlichkeit, was schön und erfrischend zu lesen war.

Ebenso gelungen war die Darstellung des antiken Chinas. Die Beschreibungen wechseln hier zwischen poetisch-traumhaft und erschreckend-realistisch, sodass ich mir sowohl den Palastluxus als auch das karge Dorfleben zur damaligen Zeit gut vorstellen konnte. Apropos Darstellung, das Buch selbst ist wunderschön gestaltet mit hochwertigem Farbschnitt und sogar goldener Prägung unter dem Schutzumschlag.
Das Erzähltempo fand ich passend, ich hatte weder das Gefühl, dass etwas zu schnell ging, noch dass sich unnötig lange in einem Abschnitt aufgehalten wird.
Zwar überwiegen die ernsten und teilweise auch tragischen Szenen in der Geschichte, jedoch gibt es auch einige liebenswerte Nebencharaktere, die ein wenig Humor hineinbringen.

Insgesamt eine spannende und berührend erzählte Neufassung einer alten Legende mit einer wichtigen Botschaft, die auch über tausend Jahre später noch aktuell ist: Nur die Mächtigen profitieren von Kriegen, für die normale Bevölkerung bleibt nur Leid.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Das Leben der Samen

Als wir im Schnee Blumen pflückten
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Als wir im Schnee Blumen pflückten war anders als ich erwartet habe, aber dennoch auf eine ganz eigene Art und Weise berührend und interessant.
Während Máriddja und Biera als altes samisches Ehepaar am ...

Als wir im Schnee Blumen pflückten war anders als ich erwartet habe, aber dennoch auf eine ganz eigene Art und Weise berührend und interessant.
Während Máriddja und Biera als altes samisches Ehepaar am Ende ihres Lebens stehen, beginnen Kaj und Mimmi gerade erst ihr gemeinsames Leben in ihrem neuen Haus. Beiden Paaren folgt das Buch und berichtet aus ihrem Alltag und ihrer Vergangenheit.

Kurze Kapitel sorgen hierbei für einen guten Lesefluss, der jedoch auch einfache Pausen ermöglicht. Statt einer durchgängig spannenden Handlung erhält man hier viel mehr kurze Lebensausschnitte und Kuriositäten. Hier hatte ich durch den Klappentext eher eine Art abenteuerliche Suche erwartet, jedoch fand ich auch diesen hier verwendeten Stil schnell angenehm zu lesen.
Der Nachteil war jedoch, dass so auch nicht groß Spannung aufkommt, daher würde ich den Roman eher für gemütliche Lesestunden empfehlen.

Hierbei erfährt man viel über die Kultur, Lebensweisen und Traditionen der Samen, allerdings ohne Erklärungen im Text. Das Leben wird hier beschrieben, als wenn dies die selbstverständliche Normalität wäre. Dies hat bei mir öfters dazu geführt, dass ich Textstellen nicht gut verstanden habe und mich gefragt habe, was gerade genau passiert ist. Ein Glossar mit den ganzen Begriffen hätte ich sinnvoll gefunden, dies war leider nicht vorhanden. Generell fand ich es aber schön, so in dieses fremde Leben eintauchen zu können.

Auch die Charaktere waren mir sympathisch, sie alle hatten ihre witzigen Eigenarten, die immer wieder zu lustigen Situationen geführt haben. Besonders Máriddja mit ihrer Liebe zu Ziegen hat sich damit schnell in mein Herz gestohlen - nicht zu vergessen ihre einzigartigen Gespräche mit der "Telefonistin" Sire!
Dabei bleiben die ruhigen, ernsten und traurigeren Momente jedoch auch nicht auf der Strecke. Insgesamt ein gelungener Mix, der jedoch zwischendurch auch kleine Längen aufweist und schwierig zu verstehende Beschreibungen verwendet.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Geocaching mit Götterkämpfen und Pommes

Magical Fries – Der Geschmack des Lebens
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Magical Fries war mein erster Roman des Food Universe und nach all den super Bewertungen des Vorgänger war ich umso gespannter - und wurde absolut nicht enttäuscht.
Zusammen mit Crew, Lennon und Chae begibt ...

Magical Fries war mein erster Roman des Food Universe und nach all den super Bewertungen des Vorgänger war ich umso gespannter - und wurde absolut nicht enttäuscht.
Zusammen mit Crew, Lennon und Chae begibt man sich auf eine wahnwitzige Jagd rund um die Welt, mit starken Gegenspielern und unerwarteten Herausforderungen, alles nur für Pommesgewürze - mit dem Bonus, eine verstorbene Person wiederbeleben zu können.
Besonders toll fand ich, dass das Buch sich Zeit nimmt: Gefühle werden nicht übergangen, sondern sich damit beschäftigt, Beziehungen werden in Ruhe aufgebaut, es bleibt Zeit für ruhigere Abschnitte. Dabei geht die Spannung aber keineswegs verloren, vielmehr fühlt man die Ruhe vor dem Sturm. Wenn dieser Sturm dann eintrifft, gibt es Action pur, toll beschriebene Kampfszenen, bei denen man super mitfiebern kann.
Auch das Miträtseln kommt nicht zu kurz, immer wieder bekommt man kleine Hinweise geliefert, um die Geheimnisse nach und nach aufzudecken. Dazu gibts auch noch eine Prise moralischer Fragen, die zum Nachdenken anregen.
Da der Roman in sich abgeschlossen ist, hatte auch ich als Neuling keinerlei Probleme, mich gut in dieser Welt zurechtzufinden. Wenn man die anderen Bände gelesen hat, werden einem jedoch manche Nebencharaktere noch bekannt vorkommen und sich eventuell ja auch Wiedersehensfreude einstellen. Die Charaktere generell waren auch ein Highlight für mich, sie haben alle sehr authentisch gewirkt, mit ihren ganz eigenen Sorgen, Problemen, Eigenschaften und Stärken. Besonders in der Gruppe war die Dynamik unschlagbar, ein tolles Team mit viel Witz, aber auch bei der sich entwickelnden Liebesgeschichte hat die Chemie gestimmt.
Romantik, Humor, Emotionen, Abenteuer, Freundschaft, Magie - das perfekte Rezept für ein tolles Buch!

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Wikinger, Magie und Schicksalsbande

Sisters in Blood - Der Schwur
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Ein historischer Roman, mit ein wenig Magie, starken weiblichen Hauptcharakteren und dazu noch eine Prise Romance - die Idee war super und das Buch hat mich auch direkt gefesselt. Zu Beginn musste ich ...

Ein historischer Roman, mit ein wenig Magie, starken weiblichen Hauptcharakteren und dazu noch eine Prise Romance - die Idee war super und das Buch hat mich auch direkt gefesselt. Zu Beginn musste ich mich kurz an die mir bisher recht unbekannte Wikingerzeit gewöhnen, aber dafür war der Einblick in damalige Traditionen, Lebensumstände und Götterbilder sehr interessant.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der Freundinnen Gunnhild und Oddny, die beide das gleiche Ziel verfolgen: Oddnys entführte Schwester Signy retten. Hierdurch bekommt man einen noch besseren Blick auf die Handlung und lernt viele Nebencharaktere von einer anderen Seite kennen. Besonders diese Nebencharaktere und ihre Dynamik untereinander mochte ich sehr, jede(r) hatte seine ganz eigenen Charakterzüge und Vergangenheiten und es hat sich angefühlt wie eine witzige, freche Freundesgruppe.
Schade war jedoch, dass man Signys Sicht nicht erfahren hat, dies hätte das Ganze nochmal besser abgerundet.

Zur Handlung selbst: Während der Anfang ziemlich faszinierend ist und schnell Spannung aufbaut, zieht sich der Mittelteil ein wenig. Zwar lernt man dort alle Charaktere noch besser kennen, jedoch passiert gleichzeitig auch nicht viel, was im Kontrast zum Anfangstempo steht. Das Ende hingegen ging mir dann wesentlich zu schnell. Der Schreibstil war durchweg angenehm zu lesen, jedoch fand ich ein paar wenige Dialoge und Ausdrücke nicht so sehr passend zur damaligen Zeit, das hat etwas zu modern gewirkt. Auch die Verwendung von LGBTQ+ Themen unter der Prämisse, dass es dies insgeheim schon immer gegeben hat, war zwar grundsätzlich eine gute Idee und Botschaft, jedoch fand ich die Umsetzung hier nicht so ganz gelungen und den Umgang damit teilweise für die damalige Zeit zu verständnisvoll.
Generell wurden einige Konflikte für meinen Geschmack zu schnell und einfach gelöst - klar kann man hier mit der Macht des Schicksals argumentieren, aber für mich war es nicht so ganz überzeugend.
Davon abgesehen hat mich das Buch jedoch gut unterhalten, besonders das Geplänkel der Freunde war sehr amüsant zu lesen und ich fande es sehr interessant, einen Einblick in die damalige Zeit zu erhalten.

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