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Veröffentlicht am 12.08.2019

Guter Psychothriller mit viel Wahnsinn und Okkult

Das Dorf
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Ich wusste es, Leute aus Dörfern sind allesamt seltsam! Zu blöd, dass ich selbst in einem lebe...
Wenigstens kann ich sagen, dass hier keine okkulten Messen abgehalten werden, bei denen die Opfer grausame ...

Ich wusste es, Leute aus Dörfern sind allesamt seltsam! Zu blöd, dass ich selbst in einem lebe...
Wenigstens kann ich sagen, dass hier keine okkulten Messen abgehalten werden, bei denen die Opfer grausame Qualen durchleben (hoffe ich zumindest), wie es im Psychothriller “Das Dorf” von Arno Strobel der Fall ist. Das Buch wurde 2015 unter dem Fischer-Taschenbuch Verlag veröffentlicht und ist darum bestrebt den Leser schon ab Seite 1 ein ungutes Gefühl zu geben.

Im Mittelpunkt des Romans steht der Journalist Bastian Thanner, der in seiner Kindheit zum Vollwaisen wurde, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Eines Vormittags bekommt er einen Anruf von einer unterdrückten Nummer. Schnell stellt er fest, dass am anderen Ende des Apparats seine Ex-Freundin Anna ist, die bitterlich um Hilfe schreit. Der einzige Hinweis auf ihren Aufenthalt, den sie hinterlässt, ist das Dorf Frundow. Bastian reagiert sofort und macht sich mit seinen besten Freund Safi auf zum besagten Ort. Dort erwartet ihn, aber so einiges, was er sich niemals hätte vorstellen können. Zerstochene Reifen und das Verschwinden von Safi sind bloß der Anfang eines unheimlichen Teufelskreises...

Die Story kam ziemlich schnell in Fahrt, da man von Beginn an mit mysteriösen Charakteren und Vorfällen konfrontiert wurde und somit die Spannung stark nach oben stieg. Zwischendurch bekommt man es immer wieder mit sogenannten “Entwürfen” zu tun, die Aufzeichnungen über das Leben im Dorf enthalten und enorm zur unheimlichen Atmosphäre beisteuern. Außerdem ist es äußerst interessant mit anzusehen wie Bastian dem Wahnsinn immer näher rückt und man als Leser selbst immer wieder mit der Frage beschäftigt ist, ob etwas der Realität oder Einbildung entspricht. Gegen Ende hatte ich zwar das Gefühl, dass die ganze Geschichte voraussehbarer wird, allerdings wäre Arno Strobel nicht Arno Strobel, wenn er dieses Problem nicht lösen könnte. Also macht euch auf was gefasst!

Bei den Charakteren ist mir Safi augenblicklich ans Herz gewachsen! Er hat nämlich einen Zahlentick und eine damit verbundene Zwangsstörung, die ihn unverkennbar machen und gerade zu Beginn des Thrillers mich ermuntert hat weiterzulesen. Bastian war mir um ehrlich zu sein ein wenig oberflächlich und sogar unsympathisch. Ich hatte ein paar Mal das Verlangen ihn ins Gesicht zu boxen, wenn er sich undankbar gegenüber Mia (die Frau, die ihn bei sich wohnen lässt) verhielt oder allgemein unüberlegte Aktionen startete. Aber heyyy.... er ist schließlich auch in einem Dorf gefangen, wo jeder ein bisschen am Rad dreht. Auf der anderen Seite, fand ich seine charakterliche Entwicklung interessant dargestellt, die zum Schluss wieder Mitleid bei mir, ihm gegenüber erzeugte.

Über den Schreibstil lässt sich nicht meckern. Flüssig, stimmig und zum Charakter von Bastian angepasst. Ganz besonders hat mir der metaphorische Stil gefallen, der besonders dann verstärkt aufkam als Bastian immer weniger in die Realität vertraute und sich allmähich dem Wahnsinn hingab.

Fazit

Storytechnisch hat der Roman viel zu bieten und schafft es auch in Sachen Atmosphäre zu überzeugen, allerdings hat man auf charakterlicher Seite das Gefühl, dass irgendetwas fühlt, was den Lesespaß aber nur gering beeinflusst. Alle Psychothriller-Fans, die auf eine nicht zu enden wollende Höllenfahrt Lust haben und dazu auf das Klischee gruselige Dorfbewohner stehen, sollten diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben!

LG Sophie

Veröffentlicht am 07.08.2019

Zukunftssatire, der es an Witz und Charme nicht mangelt!

QualityLand
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Herzlichen Glückwunsch! Sie sind nun im Besitz eines pinken Delfinvibrators! Ob sie diesen brauchen oder nicht, spielt keine Rolle.
In solch einem ähnlichen Szenario hat sich unser Protagonist Peter ...

Herzlichen Glückwunsch! Sie sind nun im Besitz eines pinken Delfinvibrators! Ob sie diesen brauchen oder nicht, spielt keine Rolle.
In solch einem ähnlichen Szenario hat sich unser Protagonist Peter Arbeitsloser, in dem Buch Qualityland von Marc-Uwe Kling, befunden. Dieser Science-Fiction Roman wurde vom Ullstein-Verlag im Jahre 2017 veröffentlicht und beweist erneut, nach der Känguru-Triologie, das Satire Talent von Kling!

Bevor ich mit der eigentlichen Bewertung beginne, ein paar Infos vorweg. In Qualityland ist die Technologie extrem weit fortgeschritten, alles ist von Algorithmen optimiert worden, sodass dem Individuum so gut wie alle schwierigen Entscheidungen abgenommen werden. Z.B. gibt es Institutionen wie TheShop, die genau wissen, was du in diesem Moment willst und schicken dir per Drohne, den Gegenstand deiner Begierde. Klingt noch nicht verlockend genug? Neben TheShop ist auch noch Qualitypartner nennenswert. Bei Qualitypartner musst du dich bloß registrieren und schon wird aus allen deinen gesammelten Daten der perfekte Partner für dich ausgewählt. Jetzt musst du nur noch auf OK klicken und schon wird die Anfrage auf ein erstes Date abgeschickt. Und da Algorithmen unfehlbar sind, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit deinen Partner fürs Leben gefunden haben. Und wenn nicht, kannst du ihn ja immer noch umtauschen. Außerdem gibt es so etwas wie “Social Scoring”, dabei sammeln Einwohner Punkte durch alle möglichen Dinge, wie Sportlichkeit, Partnerwahl, Beruf etc., dabei kann man wie in einem Computerspiel Level aufsteigen und je höher das eigene Level ist, desto mehr Ansehen und Sonderrechte hat man. Nun da ihr mit Infos getankt seid, bereit um in die Welt von Qualityland einzutauchen?

Im Roman gibt es mehrere Handlungsstränge, die sich an bestimmten Punkten schneiden, allerdings meistens für sich autonom erzählen. Im Fokus steht aber deutlich die Geschichte von Peter Arbeitsloser, welcher als Maschinenverschrotter arbeitet und eine Vorliebe dafür hat Maschinen mit menschlichen Problemen zu retten und unter seine Fittiche zu nehmen. Dazu zählen z.B. Drohnen mit Flugangst oder maschinelle Autoren mit Schreibblockade. Weiterhin gibt es noch den Storypfad von John of US, ein Android, welcher zur Präsidentschaftswahl antritt und einen schwierigen Wahlkampf vor sich hat, bei dem wir ihn begleiten dürfen. Und dann sollte noch Martyn nicht unerwähnt bleiben, der ein Mitglied der Partei Qualitätsallianz ist und in gewisser Weise uns das Leben aus der Sicht eines Bürgers der Oberschicht näherbringt.

Glaubt mir, sobald man erstmal anfängt Qualityland zu erkunden, kann man nicht mehr aufhören! Mit am besten gefiel mir die politische Satire, die besonders beim Wahlkampf von John of Us bemerkbar war. Die Anspielung auf den ein oder anderen Politiker war gut untergebracht. Allerdings darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass Themen wie Populismus, Datenschutz, Digitalisierung und damit einhergehende menschenähnliche Maschinen perfekt umgesetzt und in das Satirekonzept eingebaut wurden. Der ein oder andere Schenkelklopfer ist garantiert!

Da Humor über das ganze Buch hinweg gegeben ist, hatte ich auch stets großen Lesespaß und jedes Kapitel schaffte es mir das ein oder andere Lachen zu entlocken. Besonders die “schwarzen Seiten” haben es mir angetan. Denn in diesen werden von einer Meinungsmacherin Nachrichten, Buchempfehlungen und andere Dinge gepostet und dazugehörige Kommentare werden gezeigt, wodurch man gleich noch mehr Einblick in die Köpfe der Bevölkerung bekommt. Ein genialer Einfall!

Von den Charakteren hat, wie schon angedeutet, John of Us bei mir den größten Eindruck hinterlassen. Der Android konnte mich durch seine menschliche und sehr ehrliche Art überzeugen. Peter und Martyn waren eher von banalem Charakter, allerdings hätte den beiden Figuren ein kritischer Verstand auch nicht gestanden, da ansonsten die Glaubwürdigkeit und das Konzept der Story gelitten hätten. Ansonsten mochte ich noch sehr die Maschinen mit menschenähnlichen Problemen, die bei Peter Obhut fanden, sehr gut gemacht. Diese haben der Geschichte noch einmal einen gewissen Kick gegeben und haben deutlich zum Humor beigetragen. Zum Beispiel regt sich eine Maschine darüber auf, dass der letzte Terminator Film voll blöd sei, da andauernd die Menschen gewinnen. Ihrer Meinung nach sei das total unrealistisch.

Zum Schreibstil lässt sich sagen, dass dieser sehr gut gewählt und auf jeden Charakter abgestimmt war. So hatte jede Figur seine eigene Ausdrucksweise, was auf mich ziemlich realitätsnah gewirkt hat.

Fazit

Bei Qualityland handelt es sich um eine sehr, sehr witzige Zukunftssatire die auf mehreren Ebenen darum bemüht ist den Leser zum Nachdenken anzuregen. Wer Politik interessiert und auf der Suche nach etwas Neuem ist macht mit diesem Buch nichts falsch. Außerdem lege ich dieses Buch auch jeden ans Herz, der schon an Filmen wie “Idiocracy” Freude fand und immer offen für verrückte und alternative Zukunftsideen ist. Ich hoffe das Marc-Uwe Kling seinem Stil treu bleibt und uns weiterhin mit toller Satire beglückt!

“Ist es überhaupt eine Diktatur, wenn keiner merkt, dass es eine Diktatur ist? Wenn sich keiner seiner Freiheit beraubt fühlt?”
~Qualityland Seite 210

LG Sophie

Veröffentlicht am 07.08.2019

Haben wir Bedeutung?

Nichts
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“Blau. Blauer. Am blausten.”, diese Art von Steigerungskunst, lässt sich in dem Buch “Nichts-Was im Leben wichtig ist” von Jane Teller oftmals lesen. Allerdings steckt in diesem Buch mehr drin als der ...

“Blau. Blauer. Am blausten.”, diese Art von Steigerungskunst, lässt sich in dem Buch “Nichts-Was im Leben wichtig ist” von Jane Teller oftmals lesen. Allerdings steckt in diesem Buch mehr drin als der Leser zunächst vermuten mag. Tatsächlich wurde das Buch nach Veröffentlichung im Jahr 2000 an dänischen Schulen verboten, da es für großes Aufsehen sorgte. In Deutschland wurde es erst im Jahr 2010 vom Verlag dtv publiziert und stieß sofort auf gespaltene Meinungen. Trotz Startschwierigkeiten ist das Buch mittlerweile in 25 Sprachen übersetzt und unteranderem für den Jugendnobelpreis nominiert worden.

Ein Siebtklässler sitzt in einem Pflaumenbaum und weigert sich zur Schule zu gehen oder sonst irgendetwas zu machen, seine Begründung ist: ”Nichts im Leben hat eine Bedeutung.”. Punkt. Das wars. Oder doch nicht? Wer hätte gedacht, dass Pierre Anthon durch einen so simplen Satz, ein Rachespiel mit so extremen Ausmaßen anzetteln würde? Pierres Mitschüler wollen versuchen ihn zu beweisen, dass es immer etwas gibt, was im Leben von Bedeutung ist. Dazu sammeln sie von jedem Schüler aus der Klasse das Objekt, an dem die Person am meisten hängt. Ein “Berg aus Bedeutung” entwickelt sich. Wer nun denkt, dass sich die Geschichte doch ganz niedlich anhöre, der wird spätestens an dem Punkt merken, als ein Mädchen dazu aufgefordert wird die Leiche ihres toten Bruders zu “opfern”, dass es sich um mehr, als nur ein kleines Spiel handelt. Da nahezu in jedem Kapitel der Berg um einen Gegenstand erweitert wird, gelingt es der Autorin den Spannungsbogen von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten. Hinzu kommt, dass der Schreibstil sehr leicht ist und somit einen schnellen Lesefluss ermöglicht. Allerdings sollte erwähnt sein, dass das Buch aus der Sicht der zwölfjährigen Agnes geschrieben ist und somit viele Formulierungen ziemlich kindlich wirken, was den einen oder anderen Leser möglicherweise stören könnte. Gleichzeitig ist es interessant mitzulesen, wie die Mitschüler immer mehr mit der Frage belastet werden “Wer sind wir?”, “Was hat wirklich Bedeutung” und “Wann ist man jemand?”. Um diese Fragen dreht sich das gesamte Buch und es wird immer wieder darauf zurückgekommen, auf eine klare Antwort wartet der Leser aber vergeblich. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr dreht sich auch der eigene Kopf um diese Fragen. Es fällt auf, dass sich mit der Zeit ein gewisser Hass gegenüber Pierre Anthon entwickelt, dazu fällt mir ein passendes Zitat von Hermann Hesse ein: “Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bilde etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.”. Ich bin der Meinung, dass dies auch auf Pierres Klassenkameraden zutrifft. Sie wissen, dass an dem was er sagt, etwas dran ist, wollen es sich aber nicht eingestehen und als Folge versuchen sie verzweifelt ihm das Gegenteil zu beweisen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch in vielen Aspekten überzeugt und die Charaktere dem Leser noch für längere Zeit in Erinnerung bleiben werden. Wer Spaß an philosophischen Themen hat und Bücher mag in denen Menschen versuchen ihren eigenen Wert zu finden, wie es z.B. in Hermanns Hesse “Demian” der Fall ist, der wird sicherlich mit diesem Buch nichts bereuen.
Zum Schluss noch einen kleinen Denkanstoß:

“Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert."
– Hermann Hesse, Demian

LG Sophie

Veröffentlicht am 03.08.2019

Wiedererwählt und wieder verschlungen

Abendsonne. Die Wiedererwählte der Jahreszeiten (Buch 2)
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“Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. Den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Der Frühling, bringt Blumen, der Sommer den Klee. Der Herbst bringt die Trauben, der Winter den Schnee.”

“Könnte ...

“Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. Den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Der Frühling, bringt Blumen, der Sommer den Klee. Der Herbst bringt die Trauben, der Winter den Schnee.”



“Könnte ich etwas Apfelsaft bekommen?”, wenn man mit diesen Worten einen Typen für sich gewinnt, muss ich mir diesen Eisbrecher auf jeden Fall für mein nächstes Date merken. Zumindest hinterlässt so unsere Protagonistin Dhalia, die neue Auserwählte, einen denkwürdigen Eindruck bei den vier Jahreszeiten. Mit “Abendsonne”, was übrigens der Nachname von Dhalia ist, startet Jennifer Wolf in den zweiten Teil der Jahreszeitengeschichte und ermöglicht uns einen neuen Einblick in das Leben der vier Halbgötter. Das Buch erschien 2015 in Deutschland unter dem Carlsen Verlag und präsentiert sowohl neue als auch bereits bekannte Charaktere, allerdings liegt der Fokus dieses Mal nicht auf dem Winter, Nevis, sondern auf seinen älteren Bruder Jesien, der Herbst. Neben unseren Halbgöttern bekommen wir aber auch weitere Einblicke, die uns bisher fremd waren, wie z.B. in das Ordensleben als Hüterin und das Leben auf dem Land als normaler Bürger in Hemera. Doch wie setzt sich die Geschichte nun genau fort? Lohnt es sich den zweiten Band in die Hände zu nehmen? Gaaanz einfach... Lest weiter und ihr werdet es erfahren...

Wie bereits erwähnt, steht dieses Mal Jesien, welcher auch schon in “Morgentau” eine große Rolle gespielt hat, im Mittelpunkt. Doch erstmal werfen wir einen Blick auf die Vorgeschichte. Dhalia wird von der Göttin Gaia als neue Auserwählte auserkoren und hat die einmalige Chance die Jahreszeiten Aviv, Sol, Jesien und Nevis kennenzulernen. Der Twist an der Sache ist, dass Dhalia keine Hüterin ist, sondern ein gewöhnliches Mädchen aus Hemera, weshalb sie eigentlich gar nicht hätte gewählt werden können. Unser Hauptcharakter ist vom sturen Charakter und will ihr Schicksal, für den Rest ihres Lebens von ihrer Familie getrennt zu sein, nicht hinnehmen und unternimmt die ein oder andere Aktion, um den Zorn der Göttin auf sich zu ziehen. Leider ohne Erfolg. Wohl oder Übel muss sie nun doch ins Reich Gaias mitkommen, wo die nächsten Komplikationen nicht lange auf sich warten lassen. Besonders in Hinblick auf ihre Gefühle zu Jesien, da von ihm eine ganz besondere Aura ausgeht. Wieso, weshalb, warum, wird sich im Laufe des Buches klären. Spannung und ein Hauch Ungewissheit wird in diesem Buch Groß geschrieben, da der Leser durch immer wieder neu auftauchende Konflikte und Missverständnisse motiviert wird, weiter zu lesen. Mit Dhalia haben wir einen selbstbewussten, gutmütigen und unabhängigen Charakter geschenkt bekommen, welcher nicht so leicht aufgibt und stets darum bemüht ist seinen Idealen treu zu bleiben und zu sich selbst zu halten. Hinzu kommt, dass sie nahezu perfekt mit Jesien harmoniert, welcher in diesem Teil dem Leser bisher unbekannte Seiten zeigt, z.B. wie einsam sein Leben wirklich ist und wie sehr er immer noch unter seiner verlorenen Liebe zu Melinda leidet. Was mir besonders gefallen hat war, dass man während dem Lesen zahlreiche Stimmungen unterlegen ist und stets mit den Figuren mitfiebert. Ich muss ehrlich zu geben, dass dieses Buch das erste war, welches mich seit langem wieder zum Weinen brachte. Außerdem werden die Themen von Selbstbestimmung und die Wichtigkeit von Familie und Liebe sehr gut durch die Charaktere verkörpert und dem Leser nahe gebracht. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass die Perspektiven beim Schreiben regelmäßig gewechselt werden und so ein Einblick in die Gedankenwelt jeder Figur ermöglicht wird. Alles in Allem besitzt Jennifer Wolf einen stimmigen Schreibstil, welcher sich schnell und einfach lesen lässt und sich durch eine sehr bildhafte Sprache auszeichnet. Also Perfekt für einen Jugendroman im Romance/Fantasy Bereich! Einer der wenigen Kritikpunkte meinerseits ist, dass die anderen Jahreszeiten in diesem Band ein wenig zu kurz kommen und, dass Gaia ein wenig zu wechselhaft ist und ihre Entscheidungen gegen Ende hin, für mich, zu spontan waren.

Fazit

Für all diejenigen, die bereits den ersten Teil verschlungen haben ist “Abendsonne” ein Must-Read! Spannend, witzig, niedlich, traurig, überraschend… das sind alles Adjektive die diesen Roman ausmachen und jeder, der auf ein wenig Herzschmerz und mitreißende Liebesgeschichten steht, sollte auf jeden Fall mal reinschauen!

“Du bist genauso launisch wie ich”, stelle ich fest.
“Das ist eigentlich gar nicht meine Art... Du verwirrst mich.”
“Du mich auch.”


LG Sophie