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Veröffentlicht am 03.08.2019

Wiedererwählt und wieder verschlungen

Abendsonne. Die Wiedererwählte der Jahreszeiten (Buch 2)
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“Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. Den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Der Frühling, bringt Blumen, der Sommer den Klee. Der Herbst bringt die Trauben, der Winter den Schnee.”

“Könnte ...

“Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. Den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Der Frühling, bringt Blumen, der Sommer den Klee. Der Herbst bringt die Trauben, der Winter den Schnee.”



“Könnte ich etwas Apfelsaft bekommen?”, wenn man mit diesen Worten einen Typen für sich gewinnt, muss ich mir diesen Eisbrecher auf jeden Fall für mein nächstes Date merken. Zumindest hinterlässt so unsere Protagonistin Dhalia, die neue Auserwählte, einen denkwürdigen Eindruck bei den vier Jahreszeiten. Mit “Abendsonne”, was übrigens der Nachname von Dhalia ist, startet Jennifer Wolf in den zweiten Teil der Jahreszeitengeschichte und ermöglicht uns einen neuen Einblick in das Leben der vier Halbgötter. Das Buch erschien 2015 in Deutschland unter dem Carlsen Verlag und präsentiert sowohl neue als auch bereits bekannte Charaktere, allerdings liegt der Fokus dieses Mal nicht auf dem Winter, Nevis, sondern auf seinen älteren Bruder Jesien, der Herbst. Neben unseren Halbgöttern bekommen wir aber auch weitere Einblicke, die uns bisher fremd waren, wie z.B. in das Ordensleben als Hüterin und das Leben auf dem Land als normaler Bürger in Hemera. Doch wie setzt sich die Geschichte nun genau fort? Lohnt es sich den zweiten Band in die Hände zu nehmen? Gaaanz einfach... Lest weiter und ihr werdet es erfahren...

Wie bereits erwähnt, steht dieses Mal Jesien, welcher auch schon in “Morgentau” eine große Rolle gespielt hat, im Mittelpunkt. Doch erstmal werfen wir einen Blick auf die Vorgeschichte. Dhalia wird von der Göttin Gaia als neue Auserwählte auserkoren und hat die einmalige Chance die Jahreszeiten Aviv, Sol, Jesien und Nevis kennenzulernen. Der Twist an der Sache ist, dass Dhalia keine Hüterin ist, sondern ein gewöhnliches Mädchen aus Hemera, weshalb sie eigentlich gar nicht hätte gewählt werden können. Unser Hauptcharakter ist vom sturen Charakter und will ihr Schicksal, für den Rest ihres Lebens von ihrer Familie getrennt zu sein, nicht hinnehmen und unternimmt die ein oder andere Aktion, um den Zorn der Göttin auf sich zu ziehen. Leider ohne Erfolg. Wohl oder Übel muss sie nun doch ins Reich Gaias mitkommen, wo die nächsten Komplikationen nicht lange auf sich warten lassen. Besonders in Hinblick auf ihre Gefühle zu Jesien, da von ihm eine ganz besondere Aura ausgeht. Wieso, weshalb, warum, wird sich im Laufe des Buches klären. Spannung und ein Hauch Ungewissheit wird in diesem Buch Groß geschrieben, da der Leser durch immer wieder neu auftauchende Konflikte und Missverständnisse motiviert wird, weiter zu lesen. Mit Dhalia haben wir einen selbstbewussten, gutmütigen und unabhängigen Charakter geschenkt bekommen, welcher nicht so leicht aufgibt und stets darum bemüht ist seinen Idealen treu zu bleiben und zu sich selbst zu halten. Hinzu kommt, dass sie nahezu perfekt mit Jesien harmoniert, welcher in diesem Teil dem Leser bisher unbekannte Seiten zeigt, z.B. wie einsam sein Leben wirklich ist und wie sehr er immer noch unter seiner verlorenen Liebe zu Melinda leidet. Was mir besonders gefallen hat war, dass man während dem Lesen zahlreiche Stimmungen unterlegen ist und stets mit den Figuren mitfiebert. Ich muss ehrlich zu geben, dass dieses Buch das erste war, welches mich seit langem wieder zum Weinen brachte. Außerdem werden die Themen von Selbstbestimmung und die Wichtigkeit von Familie und Liebe sehr gut durch die Charaktere verkörpert und dem Leser nahe gebracht. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass die Perspektiven beim Schreiben regelmäßig gewechselt werden und so ein Einblick in die Gedankenwelt jeder Figur ermöglicht wird. Alles in Allem besitzt Jennifer Wolf einen stimmigen Schreibstil, welcher sich schnell und einfach lesen lässt und sich durch eine sehr bildhafte Sprache auszeichnet. Also Perfekt für einen Jugendroman im Romance/Fantasy Bereich! Einer der wenigen Kritikpunkte meinerseits ist, dass die anderen Jahreszeiten in diesem Band ein wenig zu kurz kommen und, dass Gaia ein wenig zu wechselhaft ist und ihre Entscheidungen gegen Ende hin, für mich, zu spontan waren.

Fazit

Für all diejenigen, die bereits den ersten Teil verschlungen haben ist “Abendsonne” ein Must-Read! Spannend, witzig, niedlich, traurig, überraschend… das sind alles Adjektive die diesen Roman ausmachen und jeder, der auf ein wenig Herzschmerz und mitreißende Liebesgeschichten steht, sollte auf jeden Fall mal reinschauen!

“Du bist genauso launisch wie ich”, stelle ich fest.
“Das ist eigentlich gar nicht meine Art... Du verwirrst mich.”
“Du mich auch.”


LG Sophie