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Veröffentlicht am 29.04.2026

Ein schwer zu lesendes, aber geniales Werk

Austerlitz
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„Austerliz“ von W. G. Sebald, steht schon lange auf meiner Leseliste. Jetzt beschloss ich, das Buch endlich mal zu lesen. Nun stehe ich jedoch vor einer schwierigen Aufgabe. Wie soll ich dieses seltsame ...

„Austerliz“ von W. G. Sebald, steht schon lange auf meiner Leseliste. Jetzt beschloss ich, das Buch endlich mal zu lesen. Nun stehe ich jedoch vor einer schwierigen Aufgabe. Wie soll ich dieses seltsame Buch bewerten?
Ich tat mich lange schwer überhaupt in die Geschichte rein zu finden und neigte schon zum Abbruch. Aber ich habe durchgehalten, das ganze Buch über.

Begeistert haben mich dann aber doch die dichten, eigentümlichen Schilderungen, die wirklich feine Sprache Sebalds.

Sprachlich brillant. W.G.Sebald war ein Sprachkünstler.

So etwas habe ich noch nicht oft gelesen.

Leider gerät dadurch der Inhalt der Erzählung doch etwas zur Nebensache.

Doch so genial die Sprache, genauso zäh war es leider mitunter auch. Besonders, dass das gesamte Buch ohne Absätze oder Kapitel geschrieben wurde, hat mir das Lesen sehr schwer gemacht.

Erst zum Ende greift die Dramaturgie, und ich bekam endlich mehr Informationen über Jacques Austerlitz, der eine tief melancholische, von Heimatlosigkeit und der Suche nach seiner verlorenen Identität geprägte Lebensgeschichte durchlebt.


Ein anspruchsvolles Werk, keine leichte Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Starke Idee mit Schwächen

REM
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REM von Sebastian Fitzek und Annika Strauss
Ein klasse Start der Story, Page Turning scheint unvermeidlich. Doch irgendwann wird das anfängliche Tempo immer wieder von mehr und mehr aneinander gereihten ...

REM von Sebastian Fitzek und Annika Strauss
Ein klasse Start der Story, Page Turning scheint unvermeidlich. Doch irgendwann wird das anfängliche Tempo immer wieder von mehr und mehr aneinander gereihten Horror Effekten ohne fühlbare Spannungskurve ausgebremst. Sie kommen zu schnell und wirken dadurch relativ schnell nicht mehr. Die Spannungserwartung flaut ab. Was also kann da noch kommen?

Als ich schon fast soweit war, keine nennenswerte Steigerung mehr zu erwarten - was soll da noch kommen? Der Horror ist ja ohnehin schon am Limit – kam die Wendung. Ich war von einem Moment auf den anderen in eine faszinierende Mixtur aus Science Fiction, zeitaktuelle Fantasy und Philosophie-Thriller gerauscht. Dafür braucht es vielleicht sogar eine neue Genre-Bezeichnung und vor allem, da war er wieder, der Page Turner. Meine auf die Probe gestellte Geduld hat sich tatsächlich gelohnt.

Ich vergesse einfach mal die für mich eher langatmige Horrorstorry in der Mitte und vergebe für den Roman des Anfangs und den des Endes vier Sterne.
 

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein Krimi im Reiche-Leute-Milieu

The Woman in Suite 11
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Und der Titel dieser Überschrift drückt auch einen meiner Kritikpunkte aus. Von solcherart Krimis oder Thrillern – diesen hab ich nicht als Thriller empfunden - gibt es schon so viele.

Das ist nicht ...

Und der Titel dieser Überschrift drückt auch einen meiner Kritikpunkte aus. Von solcherart Krimis oder Thrillern – diesen hab ich nicht als Thriller empfunden - gibt es schon so viele.

Das ist nicht nur klischeeverdächtig, sondern es befördert auch immer wieder die Nähe zu Klischees, die für mein Empfinden in den Interaktionen der Protagonisten ebenso durchschimmerten, wie in manchen Wendungen der Handlungen.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch mit Spannung gelesen, was vor allem der bildhaften Sprache der Autorin geschuldet ist. Für mich ist es gleichsam kein Buch für zweimaliges Lesen.

Von meiner Seite drei Sterne für die Story und knappe fünf für die Sprache, somit vier Sterne.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Eine niedliche, unterhaltsame Geschichte für zwischendurch

Agency for Scandal
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Das Cover ist wunderschön und hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und ich dachte: o.k. ein historischer Cosy Crime mit Mädelspower, vielleicht gefällt mir die Geschichte ja.

Aber leider, wirklich ...

Das Cover ist wunderschön und hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und ich dachte: o.k. ein historischer Cosy Crime mit Mädelspower, vielleicht gefällt mir die Geschichte ja.

Aber leider, wirklich begeistert hat mich das Buch dann doch nicht. Zu wenig Crime, zu viel Lovestory. Ich bin wohl doch schon etwas zu alt für dieses Genre.

Doch trotz der Kritik, schön geschrieben, ein locker leichtes Jugendbuch für nette Lesestunden.

Die weiteren Bände werde ich aber wahrscheinlich nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Rasant und verstörend - Spannung pur!

Tödliche Freundinnen
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Ein feuriges Cover, dass schon allein eine Geschichte erzählt. Und bereits das macht aufregend neugierig

Dies ist die außergewöhnliche Geschichte zweier ebenso außergewöhnlicher junger Frauen, und ich ...

Ein feuriges Cover, dass schon allein eine Geschichte erzählt. Und bereits das macht aufregend neugierig

Dies ist die außergewöhnliche Geschichte zweier ebenso außergewöhnlicher junger Frauen, und ich habe sie erlebt, als sähe ich einen Film der Coen-Brüder mit all den dafür typischen unterschwelligen Absurditäten und lakonisch verstecktem Humor. Zugleich kam ich mir vor, wie in einem in die Gegenwart verlegten Western.

Die kaum zum Durchatmen Raum lassende Geschichte der beiden Frauen, die eine frühe, jedoch durch kriminelle Situationsumstände verhinderte Liebe miteinander verbindet, wird mit temporeicher Distanz erzählt und kommt genau durch die damit erzeugte Spannung auf eine fast ungeduldige Weise nah.

Die sehr direkte und teilweise recht raue Sprache der Autorin treibt die ohnehin spannende Handlung des Romans nahezu atemlos voran mit einem Tempo, das maßgeblich vom ständigen Perspektivenwechsel und dem spontanen hin und her Springen zwischen Handlungs- und Erzählebene bestimmt wird. Dieser eher ungewöhnliche literarische Kunstgriff, der am Anfang eher beliebig daher zu kommen scheint und für den/die Leser/in zunächst vielleicht noch herausfordernd und gewöhnungsbedürftig ist, entwickelt im Laufe der Handlung einen regelrechten Sog, dem sich zu entziehend es zunehmend schwerer fällt. Ein derartiger Page Turner Effekt ist mir bisher noch nicht begegnet.

Spannend bis zuletzt ist dieses außergewöhnliche Buch für mich unbedingt eine klare Leseempfehlung.

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