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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2017

Recht unterhaltsam, mit außergewöhnlichen Charakteren

Stell dir vor, dass ich dich liebe
1

Inhalt:

Der eine Mensch, der dein Leben verändert

Jack ist der Coolste, der Schönste, von allen geliebt und begehrt. Doch er hat ein Geheimnis: Er ist gesichtsblind. Auf Partys fällt es ihm schwer, seine ...

Inhalt:

Der eine Mensch, der dein Leben verändert

Jack ist der Coolste, der Schönste, von allen geliebt und begehrt. Doch er hat ein Geheimnis: Er ist gesichtsblind. Auf Partys fällt es ihm schwer, seine Freundin unter all den anderen Frauen zu erkennen. Für ihn sieht ein Gesicht wie das andere aus. Dass er schon mal einer vollkommen Fremden ein »Hey Baby« ins Ohr raunt, halten alle für Coolness. Doch Jacks ganzes Leben besteht aus Strategien und Lügen, um sein Problem zu vertuschen: Immer cool bleiben, auch wenn er mal die Falsche küsst. Jedes Fettnäpfchen eine Showbühne! Und dann kommt Libby, die in den Augen vieler so unperfekt ist, wie man nur sein kann. Denn Libby ist übergewichtig. Keine Strategie der Welt kann das vertuschen. Libby ist die Einzige, die erkennt, was hinter Jacks ewigem Lächeln steckt. Bei ihr kann Jack zum ersten Mal einfach er selbst sein.
Aber hat einer wie Jack den Mut, zu einer wie Libby zu stehen?


Eigene Meinung:

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Hauptcharaktere Jack und Libby, was meiner Meinung nach genau die richtige Wahl war. Denn beide machen etwas ganz außergewöhnliches durch und nur so kann man wirklich nachvollziehen, was in den Personen vor sich geht und warum sie so handeln, wie sie es tun. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut, man fliegt nur so durch das Buch, was auch daran liegt, dass die Kapitel echt kurz sind. Auch das Cover mit dem intensiven Pink finde ich nicht schlecht.

Jack und Libby haben beide ihre Päckchen zu tragen.
Jack ist der Coolste der ganzen Schule. Und wie es nun mal so die Art der supercoolen Leute sein muss, verhält er sich natürlich wie ein Arsch. Aber direkt zu Beginn des Buches erfährt man, dass das bei Jack reiner Selbstschutz ist, denn er hat eine neurologische Störung, von der niemand weiß. Er ist gesichtsblind, was ihn daran hindert, die Gesichter bekannter Menschen, sogar seiner Eltern, wiederzuerkennen.
Es wird deutlich, was für eine Last er trägt, denn im Grunde hat er ein gutes Herz und will es allen nur recht machen. Er will überhaupt kein Arsch sein, verstellt sich jedoch, um nicht das Opfer zu sein. Und obwohl seine Krankheit für mich keine Rechtfertigung für sein Verhalten ist, war er mir doch irgendwie auch sympathisch, da man genau merkt, wie unzufrieden er mit sich selbst ist und wie schwer es ihm fällt, sich so zu verhalten.

Libby ist stark übergewichtig. Daran gibt es nichts zu beschönigen und das weiß sie auch. Damit wird sie natürlich auch direkt zur Zielscheibe ihrer Mitschüler. Zu Beginn des Buches wirkt Libby deswegen auch noch recht unsicher und reduziert sich oft auf ihr Gewicht. Mit der Zeit wird sie aber selbstsicherer und lernt nicht nur, sich nicht unterkriegen zu lassen, sondern auch, dass sie mehr ist als nur der „fetteste Teenager Amerikas“.
Obwohl es Szenen gibt, in denen ich Libbys Verhalten gar nicht verstehen konnte, war sie mir doch von Anfang an sympathisch.

Die Story beginnt mit einem Brief von Jack an Libby, in dem er ihr erklärt, warum er sich wie ein Arsch verhält und ihr von seiner Gesichtsblindheit erzählt. Obwohl dieser Schritt für die Story wesentlich ist, ist er für mich kaum nachvollziehbar, da Jack doch mit allen Mitteln versucht, seine Krankheit zu verstecken. Dann einfach einem wildfremden Mädchen davon zu berichten erscheint mir doch arg riskant.

Ansonsten war die Story aber weitestgehend nachvollziehbar und auch unterhaltsam.

Neben dem Thema Mobbing, geht es in dem Buch vor allem auch darum, man selbst zu sein und sich so zu akzeptieren, wie man ist.
Insgesamt hätte ich mir jedoch mehr Tiefgang gewünscht, gerade weil so wichtige Themen angesprochen werden. Auch die beiden Protagonisten hätten durch ihre außergewöhnlichen Schicksale bestimmt noch mehr hergeben können.

Besonders gut gefiel mir an dem Buch jedoch, dass sich die Liebesgeschichte, die ja bereits durch den Titel angekündigt wird, nicht zu schnell entwickelt, wie das leider häufig der Fall ist. Beide sind am Anfang noch etwas zurückhaltend, Jack sogar noch etwas mehr als Libby, und müssen erst einmal Vertrauen zueinander aufbauen, bis sie sich tatsächlich eingestehen können, mehr füreinander zu empfinden.


Fazit:

Trotz weniger Ungereimtheiten ein unterhaltsames Buch mit außergewöhnlichen Protagonisten, über die ich gerne mehr erfahren hätte. Leider fehlt es mir aber auch etwas an Tiefgang, obwohl nicht nur die Themen, sondern auch die Charaktere mehr hergegeben hätten, daher bekommt es von mir 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.08.2017

Eine Liebeserklärung an Bücher und die Sprache

Die unsichtbare Bibliothek
2

Inhalt:

ALLES BEGINNT MIT EINEM BUCH ... Die unsichtbare Bibliothek - ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, ...

Inhalt:

ALLES BEGINNT MIT EINEM BUCH ... Die unsichtbare Bibliothek - ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, nachdem Bibliothekare im Außendienst sie beschafft haben. Irene Winters ist eine von ihnen. Ihr aktueller Auftrag führt sie in ein viktorianisches London, wo eine seltene Version der Grimm’schen Märchen aufgetaucht ist. Doch was als einfacher Einsatz beginnt, wird nur allzu schnell ein tödliches Abenteuer, denn Irene ist nicht die Einzige, die hinter dem Buch her ist. Und die anderen Interessenten gehen über Leichen, um zu bekommen, was sie wollen ...

Eigene Meinung:

Als ich durch die Buchhandlung schlenderte, sprang mir zunächst der Titel ins Auge – „Die unsichtbare Bibliothek“ klang sehr vielversprechend. Auch das Cover gefiel mir auf Anhieb außerordentlich gut, obwohl es doch relativ schlicht ist. Es erinnert mich an ein altes, bereits vergilbtes Buch. Wie sich später herausstellte, passt das Cover auch gut zur Geschichte. Schlussendlich hat mich jedoch der Klappentext überzeugt, da es eine sehr spannende Geschichte über Bücher und die Jagd auf sie zu werden versprach.

Der Schreibstil von Cogman gefällt mir richtig gut. Man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen ohne ins Stolpern zu geraten. Zudem versteht es die Autorin, die Szenen und Charaktere sehr bildlich darzustellen, weshalb es mir leicht fiel, mir alles vorzustellen. Erzählt wird aus der dritten Person, trotzdem konnte man die Handlungen der Protagonistin gut nachvollziehen, da häufig auch ihre Gedanken beschrieben wurden.

Die Charaktere fand ich für die Geschichte sehr passend. Irene ist eine intelligente und selbstbewusste Person, die auch in Krisensituationen beherrscht bleibt und ihre aufkommenden Gefühle den anderen Personen gegenüber selten preisgibt. Das ist einer der Gründe, warum sie ihren Job so gut macht. Trotzdem wirkt sie nie unnahbar oder kalt, was man vielleicht erwarten könnte. Denn obwohl sie äußerlich so beherrscht ist, wird auch schön beschrieben, wie sie manchmal mit sich hadert. Sie ist also keinesfalls perfekt, was den Charakter nur umso realistischer und sympathischer macht.
Kai ist Irenes neuer Lehrling und auf seinem ersten Außeneinsatz. Im Gegensatz zu Irene ist er jedoch eher impulsiv und gefühlsbetont. Mit der Zeit lernt er allerdings, dass es sich lohnt, nicht aus dem Affekt heraus, sondern wohlüberlegt zu handeln. Zusammen harmonieren Irene und Kai einfach ganz wunderbar miteinander.

Die Story hat mir richtig gut gefallen. Sie beginnt mitten in einem Auftrag und man wird nur mit den nötigsten Informationen über die genauen Umstände versorgt. Dieses Prinzip mag ich persönlich sehr, da es gleich zu Beginn für Spannung sorgt, ohne dass lange Erklärungen diese Spannung zunichte machen. Man muss sich einfach darauf einlassen. Dadurch erfährt man eben auch direkt, was für Gefahren Irenes Job mit sich bringt und was für Fähigkeiten sie hat. Auch im Laufe der Zeit wird das Buch nie langweilig. Die Autorin versteht es sehr gut, die Spannung nach und nach immer weiter aufzubauen, bis sie am Ende des Buches ihren Höhepunkt erreicht. Trotzdem schafft es die Autorin, die nötigen Erläuterungen durch die Unterhaltungen zwischen Irene und ihrem Lehrling Kai flüssig in den Text einzubauen.
Die eher untypische Mischung aus Fantasy und Steampunk hat mir ebenfalls gut gefallen. So spielen nicht nur Magie, Drachen und Elfen eine wichtige Rolle, sondern eben auch Technik und Maschinen.

Lieblingszitat:

„Alles, was sie wollte – immer nur gewollt hatte – das war, ein gutes Buch zu lesen.“ (S. 24)

Fazit:

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an Bücher und die Sprache, gewürzt mit einer guten Portion Spannung und ein paar überraschenden Wendungen. Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert und war richtig gefesselt von der Story. Ein wirklich guter Auftakt für eine vielversprechende Reihe. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Bücher.
Wohlverdiente 5 Sterne.