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Veröffentlicht am 04.12.2022

Schönes Debüt mit ein wenig Luft nach oben

Novemberschokolade
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Inhalt:
Lea Winter steht kurz davor, ihre Chocolaterie aufgrund ihrer Schulden zu verlieren. Die Lieferanten liefern die für das Weihnachtsgeschäft dringenst benötigten Rohstoffe nicht mehr, der Restaurantbesitzer ...

Inhalt:
Lea Winter steht kurz davor, ihre Chocolaterie aufgrund ihrer Schulden zu verlieren. Die Lieferanten liefern die für das Weihnachtsgeschäft dringenst benötigten Rohstoffe nicht mehr, der Restaurantbesitzer von nebenan hat es auf ihre Geschäftsräume abgesehen und zu aller Verwirrung entdeckt sie auch noch ihre lange verschollene Mutter in einem Zeitungsartikel. Zum Glück inspiriert sie der gutaussehende Alessandro zur Teilnahme an einem Wettbewerb, dessen Preisgeld einen grossen Teil ihrer Probleme lösen könnte.

Meine Meinung:
Im Juni 2021 habe ich "Die Glücksschneiderin" von Ulrike Sosnitza im Rahmen einer Blogtour gemeinsam mit Angelika und Kathi vom Blog Lesendes Ferdervieh und mit Nina von Book-addicted gelesen und habe nicht nur die sympathische Autorin sondern auch ihren Schreibstil ins Herz geschlossen. Ihre weiteren Bücher habe ich mir deshalb vorgemerkt und nun endlich "Novemberschokolade" gelesen.
Mit Lea Winter steht eine vom Leben ziemlich gebeutelte Frau im Zentrum, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihren Weg geht. Ihre beiden Mitarbeiterinnen Stella und Herlind sind sehr gute Freundinnen von ihr und versuchen tatkräftig, den bevorstehenden Konkurs abzuwenden.
Sofort habe ich mich im Schreibstil und in der warmen Chocolaterie wohlgefühlt und mich sehr gerne auf Lea Winters Geschichte eingelassen. Diese enthült einige tragische Wendungen in der Vergangenheit und ich kann mir vorstellen, dass - dem zuckersüss wirkenden Cover zum Trotz - eine Triggerwarnung (ganz unten in dieser Rezension) nicht verkehrt gewesen wäre. Schon im Roman "Die Glücksschneiderin" habe ich nämlich bemerkt, dass Sosnitza sich oft auch Themen annimmt, die aufwühlen können. Das schätze ich sehr an ihr und es verleiht ihren Geschichten Tiefe, allerdings hätte es vielleicht am Anfang kurz angemerkt werden können.

Schreibstil und Aufbau:
Sosnitza schafft es, innige Freundschaft, die Suche nach den eigenen Wurzeln, ein wenig Romantik und ganz viel Wissen rund um die Herstellung köstlichster Pralinen und Desserts in diesem Buch zu vereinen. Ihre Worte beschreiben detailliert, lassen beim Lesen der Zubereitungsarten süsser Verführungen das Wasser im Munde zusammenlaufen und den Atem stocken, als Lea tief in die Geheimnisse ihrer Vergangenheit eintaucht. Einzig die Ausarbeitung der Figuren hätte noch ein wenig mehr von den Details und der Liebe erhalten können, welche die Naschwerke definitiv bekommen haben.
Ein grosser Unterhaltsungswert, ein wenig Witz und Spannung sorgen aber trotz der ein wenig naiven Protagonistin durchgehend dafür, dass diese Geschichte ans Herz geht und dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bücher der Autorin.

Meine Empfehlung:
Bittersüss, herzerwärmend, aufrüttelnd und packend erzählt Sosnitza die Geschichte von Lea Winter, die sich vom Leben im Stich gelassen fühlt und lernt, neuen Ideen und Menschen eine Chance zu geben. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mir schöne Lesestunden beschert. Ich empfehle es euch sehr gerne weiter.


Ganz unten folgt eine Triggerwarnung.
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TW: Suizid, Suizidversuch, Alkoholmissbrauch, Drogenmissbrauch

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Veröffentlicht am 04.12.2022

Ein spannender Lesesnack

Mord im Herbst
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Inhalt:
Ein Haus am Meer mit viel Garten könnte das neue Zuhause von Kurt Wallander werden. Ein Leichenfund in ebendiesem Garten lässt den Traum aber erst mal platzen und stellt den Ermittler vor einige ...

Inhalt:
Ein Haus am Meer mit viel Garten könnte das neue Zuhause von Kurt Wallander werden. Ein Leichenfund in ebendiesem Garten lässt den Traum aber erst mal platzen und stellt den Ermittler vor einige Rätsel. Ausgerechnet im anbrechenden Winter und mit einigen anderen offenen Fällen auf dem Schreibtisch muss Wallander tief in der Vergangenheit graben und scheinbar ins Nichts laufende Ermittlungen anstellen.

Meine Meinung:
"Vor dem Frost" habe ich ja erst gerade beendet und erst beim Tippen der Rezension habe ich bemerkt, dass "Feind im Schatten" zwar bereits im Regal steht, dass "Mord im Herbst" aber vom Handlungszeitraum her noch vor diesem definitiv letzten Band der Wallander-Reihe anzusiedeln ist. Deshalb habe ich kurzentschlossen zugegriffen und das schmale Bändchen innerhalb einer einzigen Zugfahrt am 1.12. ausgelesen.
Für alle Wallander-Fans scheint die Geschichte auf den ersten Blick vielleicht ein wenig kurz, umfassen die anderen Fälle um den leicht kauzigen und desillusionierten Kommissar sonst doch stets um die 500 Seiten. Aber: Henning Mankell ist so ein grandioser Erzähler, dass er auch auf sehr viel weniger Seiten eine spannende, stimmungsvolle und überhaupt nicht zu kurz gefasste Erzählung zu konstruieren vermag.
Einmal mehr überzeugt Mankell mit packenden, atmosphärischen Beschreibungen. Die Kälte und der nahende Winter sind beim Lesen stets spürbar. Auch die Stimmung auf dem Präsidium und zwischen Linda und Kurt Wallander lassen sich zwischen den Zeilen erahnen und sorgen für zusätzlichen Tiefgang.
Sicher sind der Fall, die Nebenfiguren und die Ermittlungsarbeit nicht ganz so vielschichtig aufgebaut, wie in den anderen Bänden der Reihe, trotzdem hat mir nichts gefehlt und ich habe diese kurze Erzählung sehr genossen.
Besonders gut gefallen hat mir das sehr persönliche Nachwort von Henning Mankell sowie die vom Verlag zusammengestellte Übersicht über alle Bände der Reihe inklusive deren Erscheinungsjahr und Handlungszeitpunkt.

Meine Empfehlung:
Der Band ist nicht nur für alle Fans der Reihe ein willkommener Lesesnack, sondern kann auch unabhängig von den restlichen Bänden gelesen werden, um sich ein Bild des Schreibstils zu machen. Von mir gibt es eine sehr herzliche Empfehlung für das Buch und ich freue mich schon auf mein letztes Abenteuer mit Kurt Wallander.

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Veröffentlicht am 30.11.2022

Ein wenig gar lang, insgesamt aber sehr empfehlenswert

Wolfsmond
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Inhalt:
Immer näher rückt das Ka-Tet um Roland dem dunklen Turm. Unterwegs begegnen sie einem Dorf, das ihre Hilfe benötigt. Die Schicksale eines Priesters, eines Roboters und zahlreicher Zwillinge scheinen ...

Inhalt:
Immer näher rückt das Ka-Tet um Roland dem dunklen Turm. Unterwegs begegnen sie einem Dorf, das ihre Hilfe benötigt. Die Schicksale eines Priesters, eines Roboters und zahlreicher Zwillinge scheinen plötzlich miteinander verknüpft und es fällt Roland schwer, herauszufinden, wem er vertrauen kann. Ausserdem wird Susannah mehr und mehr von Mia verreinnahmt und die Vampirgeschichten von Callahan haben es definitiv in sich...

Meine Meinung:
Phhuuuuuhhh....ich habe fast ein halbes Jahr an diesem Buch gelesen. Die Idee wäre gewesen, es im Rahmen des dicke-Bücher-Camps zu beenden. Dann hat mich das Camp aber so unter Druck gesetzt, dass ich erst mal pausieren musste und dann hat "Wolfsmond" sich mehr und mehr in die Länge gezogen und ich war mir nicht sicher, ob ich es überhaupt jemals beenden würde. Längen sind mir in der Reihe schon einige begegnet. Längen, die mich aber nicht gestört haben, was aussergewöhnlich ist. Aber beim Lesen von "Wolfsmond" hatte ich immer wieder das Gefühl, auf der Stelle zu treten.
Dabei ist das Buch eigentlich so interessant. Vampire und Untote hatten wir bisher in der Reihe noch nicht und die zahlreichen augenzwinkernden Parallelen (fast schon Referenzen) zu Filmen und Bücher der Gegenwart haben mir sehr gut gefallen. Ausserdem merkt man dem Buch den Zeitsprung zum vorherigen Band doch sehr an. Stephen King ist definitiv im 21. Jahrhundert angekommen und Themen wie Homosexualität aber auch Abtreibung werden auf zeitgemässe Weise in die Geschichte eingeflochten, was der Geschichte insgesamt wirklicht gut tut. Und trotzdem hätte ich mir ein wenig mehr Handlung auf den fast tausend Seiten gewünscht und hoffe sehr auf die letzten beiden Bände der Reihe.

Meine Empfehlung:
Klar, es gibt trotzdem eine Empfehlung von mir. Diese Reihe - und somit auch diesen Band - sollte man schon gelesen haben, wenn man auf intelligente, genresprengende Literatur mit Anspruch und einem überragenden Plot steht. Ein wenig Sitzfleisch braucht man beim Lesen aber definitiv

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Veröffentlicht am 29.11.2022

Toller Schreibstil, ein wenig gewollte Auswahl

Weihnachten ohne Parfüm
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Inhalt:
Diese Sammlung enthält fünfzehn Erzählungen rund um das Weihnachtsfest. Haustiere, Affären und die lieben Verwandten tauchen in den Geschichten auf und nicht selten werden Freundschaften und Familienbande ...

Inhalt:
Diese Sammlung enthält fünfzehn Erzählungen rund um das Weihnachtsfest. Haustiere, Affären und die lieben Verwandten tauchen in den Geschichten auf und nicht selten werden Freundschaften und Familienbande sowie die eigenen Grenzen der Belastbarkeit dabei auf Herz und Nieren getestet.

Meine Meinung:
Diese fünfzehn sehr unterschiedlichen Geschichten haben mich teilweise sehr, sehr gut unterhalten (vor allem "Weihnachten ohne Mr. Addams" und "Drei Flinten, ein Hase") aber manchmal auch ein wenig gelangweilt. Die Themen wirken fast ein wenig gewollt zusammengestellt, wenn auch die Figuren und die zwischenmenschlichen Beziehungen fantastisch skizziert werden und dies oft auf nur ganz wenigen Seiten. Für Unterhaltung ist aber definitiv gesorgt, wenn der Freund der Tochter die Schwiegerfamilie in Spe ausgerechnet über die Weihnachtstage besucht, wenn eine Freundin plötzlich ausufernde Briefe zu schreiben beginnt, der Ehemann und der Geliebte um eine Frau buhlen oder die Mutter beschliesst, diesmal Weihnachten auch wirklich zu geniessen.
Die Autorin war mir noch kein Begriff, ihre aussergewöhnlich gute Beobachtungsgabe und die wunderbar skurrilen Figuren machen aber Lust auf mehr und ich werde mir ihr weiteres Werk auf jeden Fall einmal ansehen.

Fazit:
Weil die Geschichten mich nicht alle überzeugen konnten, bleibt das Buch nicht im Regal, wer aber auf der Suche nach einigen sehr unterschiedlichen weihnachtlichen Anekdoten und einem herausragenden Erzählstil ist, ist mit diesem Buch definitiv sehr gut beraten.

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Veröffentlicht am 24.11.2022

Leicht zäher Mittelteil aber insgesamt klug und spannend aufgebaut

Seegrund
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Inhalt:
Als der bekannte Geschichtenerzähler Salim plötzlich verstummt, prophezeit ihm eine Fee, dass nur sieben unerwartete Geschenke dafür sorgen können, dass er seine Stimme wieder findet. Sieben seiner ...

Inhalt:
Als der bekannte Geschichtenerzähler Salim plötzlich verstummt, prophezeit ihm eine Fee, dass nur sieben unerwartete Geschenke dafür sorgen können, dass er seine Stimme wieder findet. Sieben seiner Freunde versuchen alles und beginnen schliesslich, ihm Nacht um Nacht eine andere Geschichte zu erzählen.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir ein guter Freund geliehen und nachdem es jetzt jahrelang auf meinem SuB liegen musste, habe ich es im November endlich gelesen. Die Figuren und die Idee mit den sieben Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Die detaillierten Beschreibungen haben mich ins belebte Damaskus reisen lassen und ich war immer wieder begeistert von der Aktualität der Handlung und der äusserst politkritischen Sprache.
Leider hat mich diese Geschiche, welche sehr viele lange und kürzere Erzählungen und Erzählstränge beinhaltet, nicht ganz für sich einnehmen können und es fällt mir sehr schwer, dies in Worte zu fassen, weshalb meine Rezension auch so lange auf sich warten liess.
Irgendwie war ich nicht so richtig in der Geschichte drin und kann das handwerkliche Geschick des Autors und die schönen Beschreibungen und Stimmungen zwar erkennen, konnte dann aber doch nicht so richtig in die Geschichte eintauchen. Wahrscheinlich sind dieses Buch und ich einfach nicht füreinander gemacht.

Meine Empfehlung:
Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung für dieses kreative, intelligent und bildgewaltig erzählte Buch. Es wird sicher einige von euch verzaubern, auch wenn ihm das mit mir nicht ganz gelungen ist.

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