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Veröffentlicht am 01.05.2020

Schnelles Gänsehaut-Feeling für Zwischendurch

Ich sehe was, was du nicht siehst
4

„Ich sehe was, was du nicht siehst“
von Mel Vallis de Vries

In diesem Buch geht es um Emma, ein junges Mädchen, dass nach einer Weihnachtsfeier spurlos verschwindet. Alle sind ratlos und nur langsam tauchen ...

„Ich sehe was, was du nicht siehst“
von Mel Vallis de Vries

In diesem Buch geht es um Emma, ein junges Mädchen, dass nach einer Weihnachtsfeier spurlos verschwindet. Alle sind ratlos und nur langsam tauchen ein paar wenige Indizien zum Verschwinden des Teenagers auf. Immer wieder wird in der Zeitung über den Fall berichtet und alle sind entsetzt. Auch Emmas „Freundinnen“ Lilly, Bo, Anouk und Mabel können dieses Erlebnis nur schwer verarbeiten und jedes Mädchen entwickelt so ihr eigene Art damit umzugehen.
Ein lang ersehnter Campingausflug, der eigentlich zu fünft stattfinden sollte, findet nun, ein halbes Jahr später, doch nur zu viert statt und sollte für die vier jungen Damen eine große Herausforderung werden. Von Emma gibt es bis dahin noch keine weitere Spur und so geht es zu viert los. Jede der Mädchen geht auf ihre ganz und gar eigene, versteckte Art mit dem Verschwinden von Emma um und verbirgt so das eine oder andere Geheimnis nach außen hin. Am Urlaubsort angekommen beginnt für alle ein spannendes, zum Teil mysteriöses Abenteuer mit allem was dazugehört. Jungs, Gewitter, unheimliche Schatten und natürlich auch der eine oder andere Zickenkrieg. Doch was wirklich alles dahintersteckt erklärt sich erst nach vielen geheimnisvollen Leseseiten – kein Ausweg erscheint einem so überraschend wie das Ende. Doch hierzu nicht zu viel verraten.

„Ich sehe was, was du nicht siehst“ war mein erstes Buch von Mel Vallis de Vries und ich muss schon sagen, ich war mal kurz wieder Teenager und konnte mich gut in ihre Geschichte hineinversetzen. Viele Parallelen zu meiner eigenen Jugendzeit fand ich in den Personen wieder und auch die eine oder andere Szene spielte sich wieder live in meinem Kopfkino ab. Dafür jetzt schon mal danke für ein paar „Jugendstunden“, die ich gefühlsmäßig zurückbekommen habe! Mel Vallis de Vries trifft genau den einfachen, jugendlichen Schreibstil der für diese Gruppe von (empfohlenen) Lesern, meiner Meinung nach, angebracht ist. Nicht zu viel auf einmal, alles gut überschaubar und die Spannung immer wieder aufs neue ankratzen – was will man mehr?

Wie eben erwähnt ist der Schreibstil des Buches eher einfach gehalten und das Buch daher auch sehr gut und schnell zu lesen. Die Spannung wird immer wieder neu angeregt und man schafft es fast nicht das Buch aus der Hand zu legen – man will wissen wie es weiter geht. Ebenfalls interessant fand ich die ganzen Emotionen die beim Lesen entstanden sind, das eine Mädchen mochte ich von Anfang an, die andere ging mir tierisch auf die Nerven, Anouk bleibt bis zum Schluss ein Rätsel für mich und zu allerletzt hat mir Nummer 4 auf eine bestimmte Art und Weise einfach nur leid getan. Und dann ist da noch Emma, unser Opfer – ja – da bin ich neugierig was ihr als Leser so gefühlsmäßig mitbringt. Auch hier enthalte ich mich der Meinung, weil ich finde, das würde euer Leseerlebnis etwas „entschönen“.

Also ich ziehe folgendes Resümee – eine spannende, leicht und gut zu lesende Geschichte mit interessanten Charakteren und tollem „Teenie-Feeling“ für alle - absolut empfehlenswert für jene, die auf ein bisschen Gänsehaut stehen und Spannung bis zum Schluss aushalten können.
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ - und ab und zu steckt mehr dahinter als man glaubt zu wissen!

  • Cover
  • Geschichte
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 08.08.2020

Gegensätze ziehen (beneiden) sich an!

Ich will dein Leben
1

Zwei verschiedene Welten in Cornwall, Sommer 1986.
Die erste Welt, sie gehört der 16 jährigen Tamsyn Tresize. Sie, ihre alleinerziehende Mutter Angie, ihr Bruder Jago und der kranke Großvater leben in ...

Zwei verschiedene Welten in Cornwall, Sommer 1986.
Die erste Welt, sie gehört der 16 jährigen Tamsyn Tresize. Sie, ihre alleinerziehende Mutter Angie, ihr Bruder Jago und der kranke Großvater leben in armen Verhältnissen. Die Mutter arbeitet hart, der Bruder arbeitslos, das Geld immer knapp – aber irgendwie scheint es doch eine Familie zu sein die zusammenhält?

Die zweite Welt gehört zu Edith Davenport, ein Punk-Girl zweier reicher Eltern aus London, Max und Eleanor, die ein Ferienhaus in der Nähe von Tamsyn besitzen. Modernes Haus mit allem was das Herz begehrt. Aussicht, Kunst, Pool... nur eines kann man dort nicht finden – eine harmonische Familie. Ja, der Schein trügt!

Eines wird einem beim Lesen hier sofort klar – es sieht so aus als könne man im Leben nur das Eine oder das Andere haben und das, was man hat, scheint einem nie das Bessere zu sein, man will immer genau das Gegenteil.

Tamsyn, oder Tam wie sie genannt wird, hat eine besondere Beziehung zu diesem Haus auf den Klippen. Hier verbrachte sie die eine oder andere verbotene Zeit mir ihrem geliebten, verstorbenen Vater und lernte das Leben der Reichen näher kennen und auch zu beneiden. Auch nach seinem Tod schleicht sie sich mit dem Schlüssel der Davenports, ihre Mutter ist dort als Putzfrau angestellt, gelegentlich ins Haus und geniest die Fantasie einer reichen Tochter oder Geliebten. Wie zu erwarten, geht diese Geheimnistuerei nicht lange gut und sie wird von der Tochter der Londoner Familie Edith – genannt Edie – erwischt und auf besondere Weise entsteht eine eigenartige Freundschaft zwischen den beiden Mädchen die man bis zum Ende nicht zu durchschauen vermag.

Edie, die es in St. Just / Cornwall furchtbar langweilig findet, hat in Tamsyn eine willkommene Abwechslung gefunden und schon hat Tam die Möglichkeit an diesem besonderen Leben, dass sie fast täglich von den Klippen aus bis ins kleinste Detail beobachtet hat, teilzunehmen. Immer mehr taucht sie in das Leben der Davenports ein und wird schon bald ein paar tiefsinnigere Details des Familienlebens erleben – hier jedoch nicht zu viel verraten – es soll ja noch spannend bleiben.
Auch Jago wird sich schon bald im Haus auf den Klippen aufhalten und der lieben Edie mit seinem guten Aussehen ein bisschen den Kopf verdrehen. Er wird zum Arbeiten engagiert und kommt so Tamsyn in die Quere - eigentlich wollte sie dieses Haus für sich alleine.

In der folgenden Geschichte erleben Edie, Tam und ab und zu auch Jago die verschiedensten Sachen und immer wieder passiert es, dass Tamsyn in die Vergangenheit abdriftet. Immer wieder scheint sie in „irren“ teils psychopathischen Gedanken zu versinken, die einem beim Lesen kurz die Luft anhalten lassen. Man kann es gar nicht glauben, dass dieses unschuldig, ab und zu kindisch wirkende Mädchen, zu solchen Gedanken fähig ist. Doch auch Edie – unser Punk aus London, die keine Regeln kennen zu scheint, besticht durch die eine oder andere abnorme Eigenart, die ich natürlich nicht näher beschreiben möchte. Die Eltern der beiden Mädchen enthüllen ein Geheimnis nach dem anderen, die Einzige die hier mit dem wahren Leben ganz offen zu kämpfen scheint, ist Angie, Tamsyns Mutter, die mit dem ganzen Wandel ihrer Tochter nicht all zu glücklich ist. Sie arbeitet hart, kämpft mit allen Möglichkeiten um ihre kleine Familie, versucht ihr Privatleben außen vor zu halten und will ihre Tochter vor all dem beschützen, was sie ahnt – ob es ihr gelingen wird?

Was schlussendlich zum plötzlichen Aufwachen aus der Traumwelt von Tam führte war natürlich zu erwarten, wie konnte sie nur so leichtgläubig sein, sich so täuschen lassen. Was war echt, was war nur ein Spiel? Alles gerät außer Kontrolle – bis...

Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich von Amanda Jennings, der Autorin des Romans, mit meinen Gefühlen für die Charaktere, auf die falsche Fährte gelockt wurde – hierfür schon vorab herzliche Gratulation – musste danach immer wieder schmunzeln, wie leicht man sich doch auf psychischer Ebene manipulieren lässt. So findet man immer wieder Stellen im Buch die einem wieder und wieder umdenken lassen müssen – Spannungsaufbau hoch drei! Was mir ein bisschen gefehlte hat, dass diese Spannung einen Höhepunkt erreicht, der „Wow-Effekt“ der mich zum Schaudern bringt.
Positiv an diesem Roman von Amanda Jennigs sind die kurzen, sehr überschaubaren Kapitel und ein schneller, gut leserlicher Schreibstil. Es ist einem so möglich dieses Buch schnell oder auch langsam zu lesen, je nach dem wie man Zeit und Lust hat. Man findet immer wieder schnell zurück in die Geschichte und taucht sofort wieder in die Fantasien und Realitäten ein.
Was für mich einen kleinen Minuspunkt darstellt, sind die etwas wenig ausgereiften Charaktere, ich hätte gerne noch die eine oder andere Hintergrundinformation für MEINE perfekte Vorstellung der Personen gehabt. Wunschdenken!
Cover und Thema des Buches „Ich will dein Leben“ haben mich ehrlich gesagt im Vorhinein ein bisschen in die Irre geführt, ich hatte mir mehr „Gruseliges“ und mehr „Schauder“ erwartet - im Nachhinein muss ich jedoch gestehen, dass es passend dazu ein sehr real erzählter Roman und eben kein „Thriller“ war – also auch hierfür eine positive Bewertung.

Fazit meines Leseerlebnisses – ein Buch für Zwischendurch, für alle die etwas Spannung aushalten und nichts auf Fantasy halten. Realität und ein bisschen Psycho pur – gut gemacht Amanda Jennings!

  • Cover
  • Handlung
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere