Profilbild von Sanne

Sanne

Lesejury Star
offline

Sanne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sanne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2020

Und der Weihnachtsstern blinkt unverdrossen

Schadensfall Weihnachten
0

Elisabeth Horn hat eine sehr leichte romantische Weihnachtsgeschichte geschrieben. Gabriel und Tim arbeiten bei einer Versicherung, sind ganz normale Typen, sportlich oder Teddybär mit Bart und mehr als ...

Elisabeth Horn hat eine sehr leichte romantische Weihnachtsgeschichte geschrieben. Gabriel und Tim arbeiten bei einer Versicherung, sind ganz normale Typen, sportlich oder Teddybär mit Bart und mehr als bereit, sich zu verlieben. Leider ist Tims heimlich Verehrte mit dem attraktiven Maurice zusammen, Gabriels angeschmachtete Nachbarin wird wohl keinen Mann mit Hummeltaille mögen. Die wiederum denkt, dass sie mit ihrer Brille nicht ansehnlich genug ist.
Im Büro nervt ein schleimiger Machomann, dann gibt es noch eine aufdringliche Tante, ein Schornstein spielt auch eine besondere Rolle. Schüchternheit verhindert ein schnelles Happyend. Leider fehlt Spannung, Maurice Geschenk z. B. hätte kriminelles Potenzial gehabt, auch ein oder mehrere originelle Versicherungsfälle ( wenn zwei Protagonisten schon Schadenssachbearbeiter sind) hätten der Story gut getan.
Schnelle Gute-Laune-Lektüre, passend an trüben Vorweihnachtstagen, herausgegeben von Piper Digital und mit einem schönen Cover verziert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2020

Eiskalt und skrupellos

Nur Heringe haben eine Seele
0

Rudolf Pleil brüstet sich gern damit, Frauen getötet zu haben, nennt sich „bester Totmacher Deutschlands“. Wegen eines anderen Mordes verhaftet, prahlt er damit, Morde, die bisher nicht aufgeklärt wurden, ...

Rudolf Pleil brüstet sich gern damit, Frauen getötet zu haben, nennt sich „bester Totmacher Deutschlands“. Wegen eines anderen Mordes verhaftet, prahlt er damit, Morde, die bisher nicht aufgeklärt wurden, begangen zu haben. Die angeberischen Geständnisse dieses Serienmörders erschüttern den Leser. Was für ein eiskaltes Monster spricht da, ohne Unrechtsbewusstsein, brutal, eitel.
Historische Gegebenheiten der 40-er und 50-er Jahre beleuchten die Verhältnisse dieser Zeit in Deutschland, die Gegebenheiten des mit Grenzen durchzogenen Landes und die wirtschaftliche Situation.
Pleil wuchs unter schwierigen Verhältnissen auf, gewiss, hat nur einen Fünfklassenabschluss, ist Epileptiker, Säufer, das alles erfährt man ungeschönt. Verständnis weckt das aber nicht, das Urteil „Lebenslänglich“ ist mehr als gerechtfertigt.
Pleil berichtet also ausführlich, hat ein sehr genaues Detailgedächtnis, beschreibt seine Taten in aller Abscheulichkeit und hält sich für einen schlauen Ehrenmann. Frauen sind für ihn überflüssige Biester, nur dazu da, seine Bedürfnisse und abartigen sexuellen Gelüste zu befriedigen. Psychiater und Kommissare, die ihn oft befragen, stellen fest, dass Pleil moralische Werte zwar kennt, sie allerdings für ihn nicht gelten. Er ist sehr eitel und für Lob empfänglich, stolz, schlagfertig, vielfach verschlagen und hat eine ausgesprochen lebendige Fantasie.
Dieser Historische True Crime Bericht von Fred Sellin schildert Rudolf Pleils spektakuläre Mordserie der Nachkriegszeit, ein Tatsachenbericht, ein Psychogramm eines gestörten Serienmörders. Unglaubliches und erschütterndes Material.
Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2020

Liebe ist nicht planbar

Aller guten Dinge sind zwei
0

Klingt bekannt: Dan, der langjährige Freund von Laurie, behauptet, er müsse sich selbst finden und zieht aus. Gelogen, denn er hat schon länger eine Andere. Laurie kann es nicht fassen, leidet fürchterlich. ...

Klingt bekannt: Dan, der langjährige Freund von Laurie, behauptet, er müsse sich selbst finden und zieht aus. Gelogen, denn er hat schon länger eine Andere. Laurie kann es nicht fassen, leidet fürchterlich. Wie gut, dass der Bürocasanova ihre Hilfe braucht. Der Plan: durch eine feste Freundin wirkt er seriös, sichert seine Karriere, sie kann Rache an Dan, der in derselben Anwaltskanzlei arbeitet, nehmen. Wird er eifersüchtig genug, um zurück zu Laurie zu kommen? Das soll klappen?
Mhairi McFarlane hat es wieder bewiesen: sie kann Unterhaltung, an vielen Stellen mit echtem britischen Humor! Sympathische Charaktere, Figuren, die aus dem unmittelbaren Umkreis stammen könnten, lebendige und schlagfertige Dialoge plus schonungslose Enthüllung einer machogeprägten Kanzleihierarchie machen den Roman locker-leicht. Man kann Lauries Gefühlsachterbahn gut nachvollziehen, große Überraschungen gibt es nicht, das Ende kommt nicht unerwartet.
Schöner fluffiger Liebesroman, aus dem Englischen übersetzt von Maria Hochsieder, verlegt von Droemer Knaur.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2020

Nichts ist, wie es scheint

Den letzten Gang serviert der Tod
0

Die Truppe um Kriminalhauptkommissar Jennerwein gibt zum 13. Mal wieder ihr Bestes, leicht getrübt von haarsträubenden Fehlern. Aber wenn im Gourmettempel gleich mehrere Tote aufgefunden werden, kann man ...

Die Truppe um Kriminalhauptkommissar Jennerwein gibt zum 13. Mal wieder ihr Bestes, leicht getrübt von haarsträubenden Fehlern. Aber wenn im Gourmettempel gleich mehrere Tote aufgefunden werden, kann man schon mal etwas falsch deuten. Eine große Rolle in diesem Alpenkrimi spielen Pilze, teils mit total irrsinnigen Namen. Sie existieren aber tatsächlich. Und werden von Pilzmaler ( was für ein sehr spezieller Beruf!) Siegfried Schlatt mit Liebe und Leidenschaft gemalt und als halluzinogene Substanz genossen. Schöne Einlassungen vom Portal „Schmackofatz“ beschreiben, was Gäste im „Hubschmidt“ gut bzw. weniger ansprechend fanden. Kleine Anekdötchen aus der Kochgeschichte fügen sich nahtlos und interessant ein.
Aber: Wer hat denn nun die Morde begangen? Viele Spuren müssen ausgewertet werden, skurrile Ermittlungsmethoden, wahnwitzige Verfolgungsjagden ( mit Fahrrad, Flugzeug u.ä.) und vor allem: abgedrehte Dialoge machen diesen Maurer-Krimi zu einem unterhaltsamen und super zu lesenden Genuss.
Verlegt von Scherz, S. Fischer Verlag GmbH.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2020

Hexen, Ghule, Abenteuer

Millenia Magika – Der Schleier von Arken
0

Dorthin will man als Jugendlicher ganz gewiss nicht: kein Internet, alles altmodisch: laaangweilig! Adrian aber will nur weg von seinem alten Zuhause, alle dort sehen ihn nur als Freak, sein Stiefvater ...

Dorthin will man als Jugendlicher ganz gewiss nicht: kein Internet, alles altmodisch: laaangweilig! Adrian aber will nur weg von seinem alten Zuhause, alle dort sehen ihn nur als Freak, sein Stiefvater schikaniert ihn. Also ab nach Arken, zur Tante. Dort aber erlebt er Ungeheuerliches: Hexen, Ghule, verfeindete Gruppen, Entführungen. Seine neuen Freunde haben auch einige merkwürdige Geheimnisse, unglaubliche Abenteuer stehen bevor.
Zapf alias Frank Holzapfel hat eine spannende Geschichte erdacht, in der er für Leser ab 10 Jahren Bekanntes aus dem Alltag mit phantastischen Wesen und Geschehnissen vermischt. Anderssein wird genauso thematisiert wie Umweltprobleme, Freundschaft und Hilfsbereitschaft, das Einstehen für Andere spielt eine große Rolle. Auch Fehler dürfen gemacht werden, Gier und Neid werden verurteilt. Auf eine Fortsetzung wird gehofft.
Super zu lesen, mit anschaulichen, modernen Zeichnungen bereichert, wird der Schleier von Arken im Schneiderbuch der HarperCollins Germany GmbH gelüftet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere