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Veröffentlicht am 14.10.2020

Vergraben im Moor

Das Grab im Moor
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DCI Karen Pirie von der Historic Cases Unit muss sich durchbeißen: gegenüber einer missgünstigen Chefin, einem intriganten Kollegen und ungelösten Cold Cases sowieso. Privat hat sie einen großen Verlust ...

DCI Karen Pirie von der Historic Cases Unit muss sich durchbeißen: gegenüber einer missgünstigen Chefin, einem intriganten Kollegen und ungelösten Cold Cases sowieso. Privat hat sie einen großen Verlust erlitten, aber gute Freunde unterstützen sie nach Kräften.
Was auf sie zukommt: eine bestens erhaltene Moorleiche, die nicht, wie die eigentlich gesuchten Motorräder 1945, vergraben wurde, sondern viel später. Dann hört Detective Pirie unerwünschterweise die Mordabsicht einer erzürnten Ehefrau und ein sympathisch scheinender Highlander bringt ihre Gefühle durcheinander.
Genug Stoff für einen spannenden Krimi von Val MCDermid, ihren 32. übrigens. Karen ist sehr sympathisch, ehrgeizig und direkt, das macht sie nahbar. Auch ihr Kollege Minzdrops, zunächst nicht die hellste Kerze auf der Torte, ist ein angenehmer Charakter. Im Gegensatz zu Chefin Markie, Hundekuchen genannt. Akribische Ermittlungsarbeit, oft unbeliebt und langwierig, soll zu Ergebnissen führen. Interessant, wie und welche Spuren dazu aufgegriffen werden. Allerdings könnten sich hochrangige Personen auf den Fuß getreten fühlen. Ob das DCI Pirie stoppen kann?
Ein gut zu lesender Krimi, ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co., aus dem Englischen übersetzt von Ute Brammertz.

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Veröffentlicht am 12.10.2020

Gespenster am Werk?

Das Haus
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Einmal im Monat lädt Leonardo Zimmermann alle 14 Einwohner des alten Mietshauses zum Aperitif auf seine Dachterrasse ein.
Nur Enis nimmt die Einladung nie an, die anderen schon und zwar sehr gern.
Enis ...

Einmal im Monat lädt Leonardo Zimmermann alle 14 Einwohner des alten Mietshauses zum Aperitif auf seine Dachterrasse ein.
Nur Enis nimmt die Einladung nie an, die anderen schon und zwar sehr gern.
Enis stürzt von der Dachterasse. Selbstmord? Mord? Nach einem zweiten Todesfall ändert sich die Atmosphäre. Die Bewohner bekommen Angst, belauern sich gegenseitig. Sogar mit Hörrohr bewaffnet, aus der Besenkammer heraus wird spioniert. Es folgen weitere Todesfälle.
Autorin Nadja befasst sich mit paranormalen Aktivitäten, denkt, ihr Haus könnte zu den Orten mit regelmäßigen Geistererscheinungen gehören, sie beschreibt Visionen von mehreren Personen, legt Prinzipien des Okkultismus dar, Forschungen über das Gedächtnis von Orten, den Bösen Blick, phantasiert abstruse Theorien zusammen.
Überzeugt mich überhaupt nicht.
Natürlich möchte man wissen, was passiert ist. Gibt es eine logische Erklärung oder sind doch übernatürliche Ereignisse schuld?
Olivia Monti hat ein unheimliches Haus mit zunächst unerklärlichen Mordfällen beschrieben, eine vergiftetet Atmosphäre der Angst beschworen. Obwohl ich mit den Bewohnern nicht warm werden konnte, kam Spannung auf. Allerdings langweilten die Ausführungen zum Paranormalen.
Ein etwas anderer Kriminalroman, verlegt von neobooks.com.

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Veröffentlicht am 11.10.2020

Dystopische Romanze

Blue Sky Black. Ohne Dunkelheit keine Sterne
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Mila steht nach einem gewaltigen Erdbeben ziemlich allein da, bis ihr Großvater ihr ein bescheidenes, aber sicheres Häuschen bietet. Kein Strom, kein Internet, zugeteilte Lebensmittelrationen, Selbstversorgung ...

Mila steht nach einem gewaltigen Erdbeben ziemlich allein da, bis ihr Großvater ihr ein bescheidenes, aber sicheres Häuschen bietet. Kein Strom, kein Internet, zugeteilte Lebensmittelrationen, Selbstversorgung bestimmen den neuen Alltag. Es gibt zwar geschützte staatliche Safetowns mit viel Komfort, jedoch nur für geeignete junge Menschen. Kurz nach dem Tod des Großvaters hilft sie dem verwundeten Logan Moore, der ein Geheimnis hütet. Als er fliehen muss, möchte sie ihn unbedingt begleiten. Eigentlich ist er nämlich der Supermann, in den man sich verlieben muss und der für seine Liebe alles tut.
Logan hat ein großes Ziel: die Regierung stürzen und die weitere Manipulation der Überlebenden verhindern. Hilfe wird ihm von der cleveren und mit Hackerfähigkeiten ausgestatteten Doris, einer ehemaligen Regierungssoldatin und einem toughen Freund zuteil.
Eine Liebesgeschichte in einer düsteren Zukunft, schnell und leicht zu lesen. Eine schöne Grundidee, nicht immer logisch, nicht immer glaubhaft, aber dennoch lesenswert für bedingungslose Romantiker.
Geschrieben von Johanna Danninger, verlegt und mit einem wunderschönen Cover umhüllt von der Carlsen Verlag GmbH.

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Veröffentlicht am 10.10.2020

Was man ertragen kann

Als die Sehnsucht uns Flügel verlieh
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1945 kommen Kathi und ihre Schwester Franzi in Moskau an. Nikolaj hatte ihr viel versprochen, in ihn verliebt war sie auch. Umso größer der Schock, als ihr überall Hass entgegenschlägt, sie von ihrer Schwester ...

1945 kommen Kathi und ihre Schwester Franzi in Moskau an. Nikolaj hatte ihr viel versprochen, in ihn verliebt war sie auch. Umso größer der Schock, als ihr überall Hass entgegenschlägt, sie von ihrer Schwester getrennt wird und Nikolaj sich nicht um sie kümmert.
Vor dem Hintergrund härtester politischer Machtkämpfe, schmutziger Intrigen, Denunziationen und Schikanen kämpft Kathi um Anerkennung, Schutz für ihre kranke Schwester und um ihre Liebe.
Sie ahnt nicht, dass ihre Mutter alles daran setzt, ihren Vater aus sowjetischer Gefangenschaft zu befreien und selbst in Gefahr gerät.
Die von manchen wiedergewünschte Zarenherrschaft wird genauso einbezogen wie der Machtkampf der Politiker untereinander, das Wettrüsten zwischen den einzelnen Staaten und der Wunsch der großen Mächte, überall die Vormachtstellung zu haben, egal ob beim Bau der Atombombe oder in der Raketentechnik.
Unglaublich, welche Hintergründe und Abartigkeiten Hanni Münzer beschreibt. Über allem steht Kathis gute Seele, ihre Ehrlichkeit, ihre Liebe zu Nikolaj. Manchmal etwas schwülstig und mit mythischen Erklärungen, oft mit knallharten Fakten gespickt, liest sich dieser Roman interessant. Es gibt sehr sympathische Charaktere, aber auch viele hinterhältige und boshafte Personen. Einige davon haben reale historische Vorbilder. Spannend, erschütternd, mitnehmend.
Herausgegeben von Pendo, Piper Verlag.

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Veröffentlicht am 08.10.2020

Nachts im Nobelhotel

Das Handtuch können Sie mitnehmen, aber der Fernseher bleibt hier!
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Stil, Zuvorkommenheit, Kreativität - das sind die Voraussetzungen für die Tätigkeit eines Nachtportiers in gehobenen Hotels. Und: DISKRETION! Nun, letztere lässt Chris Hartmann in seinem Buch so herrlich ...

Stil, Zuvorkommenheit, Kreativität - das sind die Voraussetzungen für die Tätigkeit eines Nachtportiers in gehobenen Hotels. Und: DISKRETION! Nun, letztere lässt Chris Hartmann in seinem Buch so herrlich vermissen. Langweilig ist sein Dienst ganz und gar nicht. Von Handtuchklauern hat man schon gehört, auch von ausufernden Parties. Brände kommen vor, nachlässiges Personal findet sich überall. Aber auch rachsüchtige Oligarchen, die Schlägertypen ordern wollen? Unbekleidete Amtspersonen? Ein Sauerkrautvirus?
Wo trifft man auf vermeintliche Hochstapler, die sich als ganz Anderes entpuppen oder muss Hochzeitstorten umarmen?
All das wird im Plauderton verraten, amüsant geschildert. Wie der Autor die jeweiligen Situationen handelt, ist interessant, nötigt Respekt ab. Von wegen, die Arbeit ist langweilig und besteht aus Kaffee trinken ( zumal man den nicht verträgt) und Wachbleib - Problemen.
Gut zu lesen, ein Einblick in eine unterhaltsame Szenerie aus dem Hause Droemer Knaur.

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