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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2026

Nicht leise

Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod
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Alba hat noch 71 Tage. Sagt ihr eine Steckdose, die aber eigentlich der Tod ist. Ein originelles Gespräch folgt. Skepsis auf einer Seite, Forderungen auf der anderen. Um länger als die vom Tod aus der ...

Alba hat noch 71 Tage. Sagt ihr eine Steckdose, die aber eigentlich der Tod ist. Ein originelles Gespräch folgt. Skepsis auf einer Seite, Forderungen auf der anderen. Um länger als die vom Tod aus der Dose veranschlagten zwei Monate zu leben, soll Alba fünf Aufgaben erfüllen. Die Erste: ein Date. Es folgen vier weitere, relativ vorhersehbare.
Ob Alba wirklich die Aufgaben bewältigt, sowohl ihr Kindheitstrauma als auch ihre Sozialphobie ablegen kann?
Marie-Kristin Hofmann ermutigt, den eigenen Weg zu gehen, sich selbst zu finden. Für Heldin Alba ist das eine große Herausforderung. Der tolle Yogalehrer ist eine hilfreiche Idealgestalt, ebenso die Freundin.
Wer zu Chakren, besonderen Steinen und Tarotkartendeutungen eine Beziehung hat; glaubt, dass der Tod zu Menschen in vielerlei Gestalt spricht und Menschen sich grundlegend ändern können, wird das Buch lieben.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Befindlichkeiten

Galleria Umberto
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1944 in Neapel. Bomben hatten die wunderschöne Glaskuppel der großen Einkaufsgalerie zerstört. Die Menschen kommen trotzdem hierher. Sie wollen einaufen, handeln, essen,Ablenkung finden. Ihre Gedanken ...

1944 in Neapel. Bomben hatten die wunderschöne Glaskuppel der großen Einkaufsgalerie zerstört. Die Menschen kommen trotzdem hierher. Sie wollen einaufen, handeln, essen,Ablenkung finden. Ihre Gedanken werden geschildert, ausführlich und ungeschönt. Sehr verschiedene Schicksale werden offenbart, egal ob abgestumpfter Kämpfer, verwundeter Soldat, desillusionierte Hilfsschwester oder idealistische Samariterin. Einsam und vom Krieg gezeichnet sind sie mehr oder weniger allein. Das ist aber keine Entschuldigung für das abschätzige Verhalten gegenüber den Einwohnern oder die abwertende Einstellung Frauen gegenüber. Alkohol ist oft ein willkommener Tröster.
Spaziergänge in Marokko werden eingefügt, Begegnungen in Unterkünften der Alliierten in besetzten Gebieten finden sich.
John Horne Burns liefert zahlreiche kleinteilige Schilderungen der Befindlichkeiten seiner Figuren. Sehr, sehr detailreiche. Das kann er. Dafür wurde er 1947 sehr gefeiert.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Go, Joanna, go!

Hope Joanna
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Schönen Dank auch für den Ohrwurm. Werde ich den ganzen Tag nicht los! Aber das Buch selbst: Vergesst Jason Statham und Tom Cruise, jetzt kommt Joana. Witzig, clever, rigoros und einfach …. Super! Sie ...

Schönen Dank auch für den Ohrwurm. Werde ich den ganzen Tag nicht los! Aber das Buch selbst: Vergesst Jason Statham und Tom Cruise, jetzt kommt Joana. Witzig, clever, rigoros und einfach …. Super! Sie setzt sich für Recht und Ordnung ein - das ist ihr Job. Aber wie sie das tut - genial. Ihre Taekwondoausbildung kommt ihr dabei zugute. Braucht sie auch bei der Jagd nach Wunderelixieren und anderen Schätzen, deretwegen gemordet wird. Ihre Kollegen sind ebenfalls toll. Manchmal fallen sie auf Leichen, manchmal haben sie geniale Einfälle - nicht. Loyal sind sie immer.
Joanas Job bietet viel Abwechslung. Ihre Klientel ist vielschichtig, mitunter muss sie sich als Batgirl beweisen.
Im aktuellen Fall trifft sie auf Verkäufer, Kunden und Lieferanten abstruser Gegenstände. Die werden stark überzeichnet, das macht Spaß zu lesen.
Horst Evers ( spricht das Hörbuch selber, sehr angenehme Stimme mit norddeutschem Anklang) hat einen spannenden und witzigen Krimi mit irrwitzigem Twists geschrieben. Nicht zu unterdrückende Lachflashs begleiten die Lesezeit anfänglich. Zum Ende hin sackt das Buch allerdings etwas ab. Bemühte Berührungspunkte zu politischen Gegebenheiten, Verschwörungstheorien, „Stimmen“ und unrealistisches Fairplay stören dann doch etwas.
Hat mich dennoch gut unterhalten, empfehle ich gern weiter.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Das Jahr danach

Weird Girls
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Drei junge Frauen, eigentlich keine Girls mehr, weil: alle um die dreißig; leben zusammen in einem baufälligen Haus. Vor einem Jahr ist eine von ihnen bei einem Unfall verstorben.
Die Erinnerungen an ...

Drei junge Frauen, eigentlich keine Girls mehr, weil: alle um die dreißig; leben zusammen in einem baufälligen Haus. Vor einem Jahr ist eine von ihnen bei einem Unfall verstorben.
Die Erinnerungen an sie finden sich in jedem Bereich ihres Lebens.
Die Lebensumstände von Róise, Harley und Maggie sind recht unterschiedlich, dennoch halten sie irgendwie zusammen. Sie lassen nichts anbrennen, sind rücksichtslos direkt, ziemlich schlampig, freizügig, planlos.
Gráinne O'Hare zeichnet ihre Ladies gut vorstellbar und frech, etwas verloren und unreif und teilweise ziemlich daneben. Alkohol und Drogen gehören zum Alltag. Im Lauf des Buches werden sie mir immer unsympathischer. Ob sie ihre Leben wohl auf die Reihe bekommen? Diese Erzählung beschert ein trübes Bild von jungen Frauen in Irland, das hoffentlich nicht repräsentativ für Irlands Thirtysomethings ist.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Gelungene Graphic Novel

Licht ins Dunkel
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Ein trickreicher und spannender Rätsel- Gruselkrimi von Steffen Gumpert regt Lesemuffel an, dieses Buch zur Hand zu nehmen. Zeichnungen in verschiedenen Blau- und Rottönen sind detailreich, comicartig ...

Ein trickreicher und spannender Rätsel- Gruselkrimi von Steffen Gumpert regt Lesemuffel an, dieses Buch zur Hand zu nehmen. Zeichnungen in verschiedenen Blau- und Rottönen sind detailreich, comicartig und „cool“.
Die von einem Wolpertinger erzählte Geschichte um den etwas verpeilten und nicht unbedingt ordentlichen Rupert spricht die Kids an. Der Junge wird gemobbt, sieht Gespenster und vermisst den verschwundenen Vater. Dann findet sich eine Spur …..Ob Rupert wirklich Licht ins Dunkel der Familiengeschichte bringen kann?
Die Texte sind kurz, die Bilder zahlreich, aber das Beste: es gibt viele Rätsel mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Sehr trickreich! Auf der folgenden Seite finden sich glücklicherweise die Lösungen, kleine Schummelnachguckereien hindern am verzweifelten Aufgeben, wenn es echt schwierig wird. Manchmal hilft um-die-Ecke- denken, manchmal wiederholtes Hinschauen, manchmal ein nochmaliges Lesen. Besonders die Suchbilder haben uns Spaß gemacht, die Figuren fanden wir sympathisch, die Story mit überraschenden Wendungen gelungen.
Kein Buch mal nur so zum Blättern, man muss schon überlegen, kombinieren oder … raten.
Ein Familienbuch für jüngere ( ab 8) und ältere Leser, das Spaß macht.

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