500 Seiten atemlose Spannung
Das Antiquariat am alten Friedhof
Felix und drei weitere junge Männer aus reichem Elternhaus gründen 1930 in Leipzig den Club Casaubon. Ihre Liebe zur Literatur vereint sie und aus Langeweile beginnen sie, wertvolle Bücher zu stehlen. ...
Felix und drei weitere junge Männer aus reichem Elternhaus gründen 1930 in Leipzig den Club Casaubon. Ihre Liebe zur Literatur vereint sie und aus Langeweile beginnen sie, wertvolle Bücher zu stehlen. Was als Abenteuer begann, wird bitterer Ernst als sie ein geheimnisvolles Buch stehlen und so in die Machenschaften okkulter Logen und skrupelloser Fanatiker hineingezogen werden.
Fünfzehn Jahre später kehrt Felix im Auftrag der Amerikaner nach Leipzig zurück. Als Bibliothekar soll er hier einen Spezialauftrag ausführen, der ihn tief in seine Vergangenheit zurückbringt. Schnell wird ihm klar, dass die Geschehnisse von damals noch nicht vorbei sind und ihn bis heute verfolgen.
Das Antiquariat am alten Friedhof ist das vierte Buch von Kai Meyer, welches im Grafischen Viertel von Leipzig spielt. Für mich ist es das erste Buch des Autors. Es ist in sich abgeschlossen, macht aber Lust, auch die anderen Bücher aus dem Grafischen Viertel zu lesen.
Kai Meyer präsentiert hier einen Roman, der mich 500 Seiten lang in atemlose Spannung versetzt hat. Sie ist ständig präsent, mal als unterschwelliges Unwohlsein und dann wieder als explosives Feuerwerk.
Der Roman spielt abwechselnd 1930 und 1945, wodurch die Ereignisse und Handlungen der Personen gut verknüpft werden und den Leser immer mehr verstehen lassen, worum es hier eigentlich geht. Trotzdem werden erst gegen Ende des Buches alle Zusammenhänge aufgedeckt.
Sehr anschaulich sind die Beschreibungen des zerstörten Leipzigs 1945 und die Lebensumstände der Menschen damals. Auch werfen sie einen interessanten Blick auf die Interessen und Machenschaften der Besatzer.
Fazit:
Das Antiquariat am alten Friedhof ist ein spannender Roman, der einen interessanten Einblick in das Leipzig nach Kriegsende gewährt.