Klischeehafter Blick in die Vergangenheit
Mirabellentage
Nach dem Tod des Pfarrers muss seine Haushälterin Anna, die Beerdigung organisieren, seinen letzten Wunsch erfüllen und sich auch noch um den jungen, neuen Pfarrer kümmern. Dabei blickt sie immer wieder ...
Nach dem Tod des Pfarrers muss seine Haushälterin Anna, die Beerdigung organisieren, seinen letzten Wunsch erfüllen und sich auch noch um den jungen, neuen Pfarrer kümmern. Dabei blickt sie immer wieder auf Ereignisse in ihrem Leben zurück und erinnert sich an viele glückliche, oft auch sehr skurrile Begebenheiten.
Mirabellentage ist der zweite Roman von Martina Bogdahn. Er erzählt aus Annas Sicht die Geschehnisse in einem kleinen bayerischen Dorf und ist geprägt von Klischees, Vorurteilen und den Ansichten des letzten Jahrhunderts. Die Gegenwartshandlung wird immer wieder von episodischen Rückblicken in Annas Vergangenheit unterbrochen. Was am Anfang noch ganz interessant war, wurde mir dann aber viel zu viel. So hatte ich das Gefühl, der Roman besteht hauptsächlich aus der Beschreibung von Vergangenheitsszenen und die Gegenwartserzählung kommt nicht wirklich voran. Das macht den Erzählung oft langatmig und zäh.
Die Geschichte wirft einen fast schon satirischen Blick auf die Typen und Traditionen in einem kleinen bayerischen Dorf, wobei einigen Szenen für mich die Grenze des Witzigen überschritten haben und schon eher befremdlich wirkten. Auch die Vorurteile und Klischees wirkten für mich übertrieben und dem Jahr 2010, in dem die Gegenwartshandlung spielt, nicht angemessen.
Die Protagonistin Anna war mir anfangs noch sehr sympathisch. Hilfsbereit und anpackend hat sie sich um alles und jeden im Dorf gekümmert und war für den Pfarrer weit mehr als nur eine einfache Haushälterin. Im Laufe des Roman empfand ich sie aber als immer übergriffiger, bestimmender und habe mich sehr über ihr Verhalten gegenüber dem neuen Pfarrer (ihrem Chef) gewundert.
Fazit:
Mirabellentage ist ein satirischer Blick in die Vergangenheit auf dem bayerischen Land, gespickt mit Klischees und Vorurteilen, der mich leider nicht wirklich überzeugen konnte.