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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Klischeehafter Blick in die Vergangenheit

Mirabellentage
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Nach dem Tod des Pfarrers muss seine Haushälterin Anna, die Beerdigung organisieren, seinen letzten Wunsch erfüllen und sich auch noch um den jungen, neuen Pfarrer kümmern. Dabei blickt sie immer wieder ...


Nach dem Tod des Pfarrers muss seine Haushälterin Anna, die Beerdigung organisieren, seinen letzten Wunsch erfüllen und sich auch noch um den jungen, neuen Pfarrer kümmern. Dabei blickt sie immer wieder auf Ereignisse in ihrem Leben zurück und erinnert sich an viele glückliche, oft auch sehr skurrile Begebenheiten.

Mirabellentage ist der zweite Roman von Martina Bogdahn. Er erzählt aus Annas Sicht die Geschehnisse in einem kleinen bayerischen Dorf und ist geprägt von Klischees, Vorurteilen und den Ansichten des letzten Jahrhunderts. Die Gegenwartshandlung wird immer wieder von episodischen Rückblicken in Annas Vergangenheit unterbrochen. Was am Anfang noch ganz interessant war, wurde mir dann aber viel zu viel. So hatte ich das Gefühl, der Roman besteht hauptsächlich aus der Beschreibung von Vergangenheitsszenen und die Gegenwartserzählung kommt nicht wirklich voran. Das macht den Erzählung oft langatmig und zäh.

Die Geschichte wirft einen fast schon satirischen Blick auf die Typen und Traditionen in einem kleinen bayerischen Dorf, wobei einigen Szenen für mich die Grenze des Witzigen überschritten haben und schon eher befremdlich wirkten. Auch die Vorurteile und Klischees wirkten für mich übertrieben und dem Jahr 2010, in dem die Gegenwartshandlung spielt, nicht angemessen.

Die Protagonistin Anna war mir anfangs noch sehr sympathisch. Hilfsbereit und anpackend hat sie sich um alles und jeden im Dorf gekümmert und war für den Pfarrer weit mehr als nur eine einfache Haushälterin. Im Laufe des Roman empfand ich sie aber als immer übergriffiger, bestimmender und habe mich sehr über ihr Verhalten gegenüber dem neuen Pfarrer (ihrem Chef) gewundert.

Fazit:
Mirabellentage ist ein satirischer Blick in die Vergangenheit auf dem bayerischen Land, gespickt mit Klischees und Vorurteilen, der mich leider nicht wirklich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Verwirrende Zeitreise mit unsympathischen Charakteren

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Nach 25 Ehejahren hat sich bei Jules und Adam der Alltag eingeschlichen und sie leben nur noch nebeneinander her, interessieren sich nicht mehr füreinander und streiten viel. Mit Hilfe eines alten Kassettenrekorders ...



Nach 25 Ehejahren hat sich bei Jules und Adam der Alltag eingeschlichen und sie leben nur noch nebeneinander her, interessieren sich nicht mehr füreinander und streiten viel. Mit Hilfe eines alten Kassettenrekorders und selbst aufgenommenen Bändern gelingt es ihnen zu den Anfängen ihrer Beziehung zurückzukehren und wichtige Momente und Entscheidungen nochmal zu erleben. Langsam fangen sie an, Dinge in der Vergangenheit zu verändern, in der Hoffnung auf eine bessere Gegenwart.

You and Me - Die zweite erste Liebe wird abwechselnd aus Jules und Adams Sicht erzählt. Dadurch werden die Gedanken und Gefühle der Beiden sehr deutlich. Ein wichtiger Bestandteil des Buches sind die Titel alter Songs, die Jules und Adam mögen, die auf einer Spotify Playlist angehört werden können. Der QR Code hierzu befindet sich auf den ersten Seiten. Pech für alle, die nicht bei Spotify sind und sich in der Geschichte mit einer scheinbar endlosen Aneinanderreihung von Songtiteln begnügen müssen.

Die Zeitreisethematik wird zwar erklärt, war aber für mich sehr verwirrend und nicht nachvollziehbar.

Die Charaktere Jules und Adam waren mir die ganzen 400 Seiten lang unglaublich unsympathisch. Jules und Adam wirken unreif und kindisch, nicht wie Erwachsene in den 50ern. Jules will alles kontrollieren, kann nicht akzeptieren, dass ihre 24jährige Tochter ihren eigenen Weg geht und ist mit ihrem Leben völlig unzufrieden. Noch schlimmer fand ich allerdings Adam. Er wirkt wie ein spätpubertärer Computerfreak, der meint mit genug Sex ist eine Beziehung schon in Ordnung.
Beide scheinen hauptsächlich einem Leben mit Partys, Alkohol, Drogen und viel Sex in ihrer Jugend nachzutrauern.

Fazit:
Diese Buch konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Wenn ich es nicht in einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich es sicher spätestens nach hundert Seiten abgebrochen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Spannend bis zur letzten Seite

Missing Page - Tödliche Worte
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Als Toni und fünf weitere Teenager sich in einem alten Herrenhaus in den schottischen Highlands zu einem Schreibworkshop bei einem berühmten Autor einfinden, ahnen sie nicht, dass sich dieses Seminar bald ...

Als Toni und fünf weitere Teenager sich in einem alten Herrenhaus in den schottischen Highlands zu einem Schreibworkshop bei einem berühmten Autor einfinden, ahnen sie nicht, dass sich dieses Seminar bald ganz anders entwickeln wird als erwartet. Rätselhafte und unheimliche Dinge geschehen im Herrenhaus und für Schlafwandlerin Toni wird es immer schwieriger, zwischen Realität und Traum zu unterscheiden. Durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten, fängt Toni an, an sich, den Angestellten und den anderen Teilnehmern zu zweifeln.

Missing Page ist ein unglaublich spannender Roman, der durch viele Geheimnisse, Rätsel und unerwartete Wendungen bis zum Ende spannend bleibt. Bis weit über die Mitte des Romans hinaus hatte ich überhaupt keine Idee, wer welches Spiel spielt und habe Alle und Jeden verdächtigt. Die Auflösung am Ende war für mich überraschend aber absolut nachvollziehbar.

Toni ist eine wirklich tolle Protagonistin. Sie ist sympathisch und gradlinig aber aufgrund ihres Schlafwandelns auch voller Selbstzweifel und Unsicherheit. Trotzdem lässt sie sich nicht entmutigen und findet am Ende nicht nur die Lösung des Rätsels, sondern auch zu sich selbst.

Katie Kento gelingt es, jede ihrer Figuren sehr realistisch und vielschichtig darzustellen. Auch wenn die Atmosphäre im Roman unheimlich, düster und spannungsgeladen ist, fand ich sie nie unangenehm und immer sehr passend zur Geschichte.

Fazit:
Missing Page ist ein spannender Krimi mit vielen Rätseln, Wendungen und einem überraschenden Ende.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Wieviel kann eine Freundschaft verzeihen

Der Sommer, der uns blieb
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Britta, Pia und Martin waren als Jugendliche unzertrennliche Freunde. Nach dem Abitur wird ihre Freundschaft durch Egoismus und Verrat zerstört und jeder geht seinen eigenen Weg. Nach 20 Jahren treffen ...


Britta, Pia und Martin waren als Jugendliche unzertrennliche Freunde. Nach dem Abitur wird ihre Freundschaft durch Egoismus und Verrat zerstört und jeder geht seinen eigenen Weg. Nach 20 Jahren treffen die Drei nun in ihrem Heimatort wieder aufeinander und es bleibt wenig Zeit, die damaligen Geschehnisse zu erklären und zu verzeihen.

Der Sommer der uns blieb ist ein Roman, der aus drei Perspektiven erzählt wird. Abwechselnd kommen Martin, Britta und Pia zu Wort und enthüllen so nach und nach was vor 20 Jahren wirklich geschehen ist. Die Kapitel und die Sätze sind sehr kurz und sprachlich einfach gehalten. Manchmal kam es mir eher vor wie eine Fotoshow, in der Szenen kurz aufblitzen und dann schnell von der nächsten abgelöst werden. Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit, um die Ereignisse zu beschreiben. Besonders gut gefallen haben mir die Rückblenden in die 90er Jahre weil mich Dinge wie Bravo, Nogger, Walkman usw. auch an meine Jugendzeit erinnert haben.
Die Gegenwart spielt zum Anfang der Coronazeit, worauf auch immer wieder Bezug genommen wird. Das hätte es jetzt für mich nicht gebraucht, da es aus meiner Sicht für die Geschichte nicht wichtig ist und keinen Mehrwert bringt. So hat es mich eher gestört und von der eigentlichen Thematik abgelenkt.

Leider konnten mich die Charaktere nicht wirklich überzeugen. Sie wirkten oberflächlich und es fehlte mir eine glaubwürdige Entwicklung. Oft überraschten sie mit neuen Einstellungen oder veränderten Ansichten. So blieben sie mir fremd und ich kam mir eher wir ein Beobachter vor, statt richtig in die Geschichte einzutauchen.

Das Ende kam mir dann auch etwas zu schnell und es blieben einige Dinge ungeklärt.

Fazit:
Ein Roman mit interessanten Rückblenden, der mich aber leider nicht wirklich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Ein romantischer Ausflug nach St. Ives

Summer Tides
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In Cornwall erhofft sich Scarlett einen Neuanfang. Sie hat die Nase voll von ihrer unverbindlichen Beziehung und ihren wechselnden Gelegenheitsjobs. In St. Ives möchte sie endlich ankommen und sich ein ...



In Cornwall erhofft sich Scarlett einen Neuanfang. Sie hat die Nase voll von ihrer unverbindlichen Beziehung und ihren wechselnden Gelegenheitsjobs. In St. Ives möchte sie endlich ankommen und sich ein beständiges Leben aufbauen. Als sie Jonah trifft, spürt sie sofort die Anziehung zwischen Ihnen. Doch Jonah kämpft mit seinen eigenen Dämonen und träumt davon, die Welt zu bereisen.

Summer Tides ist der erste Band einer Serie, von der noch weitere drei Bände zu erwarten sind. Der Roman wird abwechselnd aus Scarletts und Jonahs Sicht erzählt. Was mich zunächst etwas irritiert hat, war die Erzählung in der Gegenwartsform. Dadurch fiel es mir anfangs auch etwas schwerer, in die Geschichte einzutauchen. Nach einigen Kapitel hatte ich mich aber daran gewöhnt und konnte dem Roman gut folgen.

Scarlett wirkte auf mich anfangs sehr naiv, abhängig und unselbständig. Sie war eine liebenswerte Chaotin, die mehr oder weniger durchs Leben stolpert. Zum Glück hat sie eine erstaunliche Entwicklung gemacht und wurde mir immer sympathischer.
Jonah dagegen mochte ich von Anfang an.
Ich habe mir nur oft gewünscht, dass die Zwei nicht immer alles problematisieren und sich einfach eine Chance geben. Manche Gedanken wirkten für mich dann etwas an den Haaren herbeigezogen, sind aber wohl den Erfahrungen der Vergangenheit geschuldet.

Insgesamt hat es viel Spaß gemacht, den Roman zu lesen und ich habe immer wieder herzhaft über die manchmal sehr verschrobenen und sehr eigenen Charaktere lachen können. Besonders gut gefallen haben mir die Beschreibungen von St. Ives und dem Leben dort. Da kommen sofort Urlaubsgefühle auf.

Fazit:
Summer Tides ist ein wunderbarer Sommerroman, der Lust auf Urlaub und einen Besuch in Cornwall macht.

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