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Veröffentlicht am 04.07.2020

Bomben in Fuseta

Schwarzer August
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„Schwarzer August“ ist das vierte Buch aus der „Lost in Fuseta“ Reihe. Nach dem ersten Teil war ich total begeistert. Der zweite Teil hat mich leider ernüchtert, weshalb ich den dritten Teil habe ausfallen ...

„Schwarzer August“ ist das vierte Buch aus der „Lost in Fuseta“ Reihe. Nach dem ersten Teil war ich total begeistert. Der zweite Teil hat mich leider ernüchtert, weshalb ich den dritten Teil habe ausfallen lassen. Jetzt habe ich das vierte Buch zur Verfügung gestellt bekommen und dachte, ich gebe der Reihe noch eine Chance.

Man muss die ersten Teile nicht gelesen haben, um diesen Teil zu verstehen, der Krimi-Teil ist in sich geschlossen. Die Protagonisten werden vorgestellt und es gibt ein paar Details, damit man ein paar Besonderheiten versteht. Dennoch haben die Charaktere logischerweise eine Vorgeschichte und es ist von Vorteil, diese zu kennen.

Die Hauptperson ist Leander Lost, der Austauschkommissar aus Deutschland, der inzwischen ein wirklicher und wichtiger Teil des Teams in Fuseta geworden ist und trotz oder gerade seiner Besonderheit, er ist ein Asperger, auch eine feste Freundin hat.

Zum Inhalt will ich gar nicht so viel sagen. Wie im Klappentext steht, explodiert zuerst eine Autobombe, aber das ist nur der Anfang einer Serie von Anschlägen auf verschiedene Ziele. Zur Lösung des Falles sind wieder Losts besondere analytischen Fähigkeiten und sein grandioses Gedächtnis gefragt. Aber auch die anderen Kommissare und Kommissarinnen tragen durch ihre besonderen Fähigkeiten, wie ein gutes Netzwerk oder Intuition und Empathie, ihren Teil zur Lösung des Falls bei.

Es ist schön zu lesen, wie Leander Lost sich eingefügt hat, wie seine KollegInnen sich mit ihm und seinen Eigenarten angefreundet haben und sich sogar darauf verlassen. Seine Beziehung zu Soraia hat sich sehr gut weiter entwickelt seit dem ersten Buch. Und Leander lernt immer noch dazu. Er möchte gern wie ein neurotypischer Mensch erscheinen und nicht so auffallen, was aber schwierig ist, da er zum Beispiel nicht lügen kann und Untertöne in Konversation nicht versteht, sondern Sätze immer wörtlich nimmt.

Der Schreibstil war wieder sehr gut. Das Buch liest sich flüssig und ich konnte es kaum beiseite legen, hatte es wirklich schnell durch. Geärgert haben mich die doch erstaunlich häufigen Rechtschreibfehler. Da ist beim Korrekturlesen doch einiges durch gegangen. Das war nicht so schön.

Super sind wieder die Beschreibungen der Gegend, die immer angenehm in den Text eingefügt sind, ein angenehmes Bild der Landschaft und Umgebung zeichnen, ohne den Blick von der Handlung zu nehmen.

Was mich ein wenig an der Reihe stört, ist, dass Leander Lost in Deutschland so völlig ausgegrenzt wurde, in Portugal aber innerhalb kürzester Zeit absolut akzeptiert wird, dass er innerhalb kürzester Zeit so viele Dinge lernt, um sich neurotypischer zu verhalten.

Dennoch hat mich der vierte Fall wieder etwas mit der Reihe versöhnt und ich werde mir wahrscheinlich doch bei Gelegenheit noch den dritten Fall organisieren und wahrscheinlich in der Zukunft auch weitere Fälle lesen. Leander Lost und seine KollegInnen sind wirklich sehr sympathisch und die weitere Entwicklung ist definitiv interessant. Auch die Lösung der Fälle durch die verschiedenen Fähigkeiten der unterschiedlichen ErmittlerInnen, ist sehr spannend.

Wer Spaß an ein wenig verschrobenen ErmittlerInnen hat und die portugisische Lebensart mag, dürfte sich an dieser Reihe erfreuen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2020

Leider enttäuschende Mischung aus Roman und Beziehungsratgeber

The Modern Break-Up
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Das Buch fängt wirklich gut an und etwa so, wie ich es mir vom Klappentext versprochen hatte. Es ist gibt Einblicke in die gescheiterten Beziehungen und die Gedankenwelt der Frauen und Männer, die im Buch ...

Das Buch fängt wirklich gut an und etwa so, wie ich es mir vom Klappentext versprochen hatte. Es ist gibt Einblicke in die gescheiterten Beziehungen und die Gedankenwelt der Frauen und Männer, die im Buch eine Rolle spielen. Sie treffen sich in einer Bar und es gibt Missverständnisse, Unsicherheiten, Vorgeschichten und was eben alles so rein spielt, wenn man jemanden kennen lernt.

Und dann hat das Buch leider unglaubliche Längen, endlose Monologe, die der Autor durch Handynotizen versucht, aufzulockern, die aber irgendwie auch nur wirr und ohne Zusammenhang scheinen und kaum zum Fortgang der Geschichte beitragen.

Irgendwann kommt die Handlung mal wieder zurück auf das, was im Klappentext steht und dann wird es wieder etwas interessanter, aber dann hat es wieder Längen – und irgendwie finde ich, hört die Geschichte auf, eh sie so richtig angefangen hat.

Ich muss zugeben, es gibt wirklich interessante Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten – und ich muss dem Autor zugute halten, dass ich mich in einigen Gedanken der Frauen wieder erkannt habe. Dafür, dass der Roman von einem Mann geschrieben wurde, hat er die Gedanken der Frauen wirklich gut beschrieben und nachvollziehbar gemacht.

Aber für einen Roman hat das Ganze deutlich zu wenig Handlung und wofür der Pro- und der Epilog da waren, ist mir auch schleierhaft. Und die letzten Sätze machen das ganze noch schräger.

Fazit:
Ich konnte mich zwar streckenweise gut in die Protagonisten hinein versetzen und das Buch gibt tatsächlich ein paar spannende Einsichten, ist aber weder die Offenbarung, die ich vom Klappentext erwartet hatte, noch ein angenehm zu lesender Roman. Der Schreibstil ist gut, daher war ich relativ schnell mit Lesen fertig, aber ein guter Roman war es in meinen Augen leider trotzdem nicht. Von mir leider keine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Alleinstehender kurzweiliger und unterhaltsamer Krimi

Mord mit Brief und Siegel
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Mord mit Brief und Siegel war für mich das erste Buch aus der Reihe um Leah & Louis, aber das macht gar nichts. Auch wenn man erst im dritten Teil einsteigt, hat man keine Probleme, ins Geschehen rein ...

Mord mit Brief und Siegel war für mich das erste Buch aus der Reihe um Leah & Louis, aber das macht gar nichts. Auch wenn man erst im dritten Teil einsteigt, hat man keine Probleme, ins Geschehen rein zu kommen und die Protagonisten und ihren Hintergrund kennen zu lernen. Der Krimi Mord mit Brief und Siegel steht für sich alleine und ist in sich abgeschlossen, auch wenn die Protagonisten natürlich eine Vorgeschichte haben und in diesem Teil etwas passiert, das ganz sicher im nächsten Teil seine Fortführung findet.

Und damit kurz zur Handlung.
Leah und Louis sind ehemalige Polizisten (warum ehemalig, wird in diesem Teil nicht geklärt) und arbeiten jetzt in einer Dektektei. Sie sind nicht nur beruflich Partner, sondern waren auch einmal verheiratet und sind sich auch jetzt noch privat sehr verbunden.
Ein Mädchen aus einem vorhergehenden Fall taucht wieder auf und hat für Louis eine Überraschung parat, mit der er nicht gerechnet hat. Damit hat Louis erst einmal alle Hände voll zu tun.
Und Leah wird kurzfristig von ihrer Nonna auf ein Krimiwochenende eingeladen, welches sie bei einem Internet-Krimi-Spiel gewonnen hat.
So weit so gut. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn der Hausherr und Veranstalter hat einen Störsender angebracht, kein Festnetztelefon und das Tor des Anwesens ist verschlossen und gesichert. Es gibt keinen Ausweg. Und dann gibt es einen erneuten Mord, nicht nur den, den die Teilnehmer aufklären sollten: Also muss es einer der Anwesenden gewesen sein. Agatha Christie lässt grüßen.
Derweil wird in Heidelberg ein Mann tot aufgefunden, der irgendwie mit diesem Krimiwochenende zusammenzuhängen scheint. Doch wie findet man Menschen in der heutigen Zeit, wenn Handyortung nicht möglich ist? Das Heidelberger Schloss, dass als Treffpunkt angegeben war, war nur der Ausgangsort, nicht aber der Veranstaltungsort.

Ich habe das Buch wirklich schnell durchgelesen. Es ist gut geschrieben und lässt sich sehr flüssig lesen. Man braucht kein Vorwissen, um den dritten Teil zu lesen, aber es wird schon neugierig auf die Vorgeschichte – und natürlich auch darauf gemacht, wie es weiter gehen wird.

Das Buch ist in der Er-Perspektive geschrieben und gibt daher Einblicke in verschiedene Handlungsstränge, verschiedene Orte und verschiedene Personen. Das ist toll, denn so erfährt man auch ein paar Kleinigkeiten aus der Sicht des Mörders und wie und warum die Leiche in Heidelberg gefunden wurde. Das macht das Buch sehr interessant.

Während des Lesens bekommt man immer wieder kleine Informationshäppchen, die einen auf die richtige Spur bringen, aber auch ein wenig in die Irre führen können. Trotz eines Verdachtes wurde ich am Ende doch von der Lösung überrascht. Der Fall / die Fälle sind spannend und die Art der Auflösung des Falles erinnerte auch stark an Agatha Christie, was in meinen Augen aber kein Manko ist.

Alles in Allem ein angenehmer, leicht zu lesender und kurzweiliger Krimi, der auch Lust auf mehr macht. Auf der anderen Seite muss ich aber leider auch sagen, dass ich damit irgendwie viel zu schnell fertig war, als dass er mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2020

Stark angefangen - leider auch stark nachgelassen

Prinzessinnenjungs
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Ich kenne Nils Pickert durch pinkstinks und habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass er ein Buch zu den Themen Prinzessinnenjungs, Geschlechterfalle, rosa und hellblau veröffentlicht hat.
Voller ...

Ich kenne Nils Pickert durch pinkstinks und habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass er ein Buch zu den Themen Prinzessinnenjungs, Geschlechterfalle, rosa und hellblau veröffentlicht hat.
Voller Vorfreude habe ich mich in die Lektüre gestürzt und war anfangs auch sehr begeistert. Zwar gibt es viele Dinge, über die ich mir selbst schon so meine Gedanken gemacht habe, die ich selbst schon umsetze oder hinterfrage, aber er hat als Mann, Sohn und Vater natürlich noch einen ganz anderen Einblick als ich als Frau, Tochter und Mutter. So gab es tatsächlich zu Anfang noch einige Dinge, die mir bewusster geworden sind, über die ich wirklich noch nie in der Tiefe nachgedacht hatte und einige Aha-Effekte.
Leider verliert er, meiner Meinung nach, immer Mal wieder den Faden und so sind auch meine Gedanken, gerade im Mittelteil immer mal wieder abgeschweift und ich hatte Schwierigkeiten, seinen Ausführungen zu folgen.
In den letzten Kapiteln wurde das dann wieder etwas besser, ich konnte deutlich besser folgen und es kamen auch wieder ein paar Aha-Momente.
Leider fehlten mir am Ende tatsächlich die ganz konkreten Handlungsempfehlungen, die ich mir von diesem Buch versprochen hatte. Natürlich ist mir klar, dass es kein Patentrezept geben kann, aber wie genau verhalte ich mich denn jetzt besser, als ich das bisher getan habe? Wie gehe ich jetzt genau mit meinem (oder anderen) Prinzessinnenjungen um, wenn sie im Kindergarten, in der Schule oder wo auch immer gehänselt oder gemobbt werden? Wie wirke ich dagegen? Wie stärke ich sein Selbstbewusstsein so weit, dass er sich selbst dagegen auflehnen kann? An dieser Stelle fehlte mir einfach deutlich der Tiefgang. Außerdem hatte ich das Gefühl, das Buch richtet sich in erster Linie an Väter - und gibt den Müttern so gut wie nichts auf den Weg.

Fazit:
Für Menschen, die sich zum ersten Mal mit diesem Thema beschäftigen sicher ein interessantes Buch, da es zum Nachdenken anregt. Für Menschen, wie mich, die sich schon länger mit dem Thema auseinander setzen, leider nicht viel Neues.

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Veröffentlicht am 20.04.2020

Die „normalen“ Verwandten der Elfen

Lilly und die Zwölfen, 1, Elfen verboten
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Lilly ist nicht gertenschlank und wird dafür häufig gehänselt. Auch ihre Mutter meckert ständig an ihrem Essverhalten – aber das Erdbeereis bei ihrem Opa schmeckt einfach zu gut! Und das sieht nicht nur ...

Lilly ist nicht gertenschlank und wird dafür häufig gehänselt. Auch ihre Mutter meckert ständig an ihrem Essverhalten – aber das Erdbeereis bei ihrem Opa schmeckt einfach zu gut! Und das sieht nicht nur Lilly so. Zum Glück, denn sonst hätte Lilly wohl nie die Zwölfen kennen gelernt. Diese sind die wohlgenährten lustigen partyfreudigen Verwandten der Elfen. Und sie wollen Lilly nicht nur helfen, sich gegen die gertenschlanke Tochter des Nachbarn zu wehren, sondern auch, das Ausflugslokal ihres Opas zu retten. Wie das geht, lest ihr aber lieber selbst.

Das Buch „Lilly und die Zwölfen – Elfen verboten“ ist der erste Teil einer neuen Kinderbuchreihe. Die Protagonistin ist 9 Jahre alt, daher schätze ich, dass das Buch auch etwa für dieses Lesealter empfohlen ist. Schriftgröße, Kapitellänge und Illustrationen passen dafür auch ungefähr, würde ich sagen. Ich habe das Buch mit meiner Tochter, 6, und meinem Sohn, 9, gelesen und beide waren sehr begeistert – es ist also definitiv nicht nur ein Buch für Mädchen. Für meine 6jährige waren die Kapitel mitunter etwas lang, aber sie konnte der Geschichte trotzdem sehr gut folgen.

Die Bilder sind sehr süß gezeichnet und runden die Geschichte wunderbar ab. Besonders gefällt mir, dass auf der Innenseite des Umschlags bereits die wichtigsten Personen abgebildet sind, so hat man gleich eine Vorstellung von den Figuren, mit denen man im Laufe des Buches zu tun bekommt. Die Namen sind großartig gewählt und passen, wie ich finde, sehr gut zu den Personen.

Die Geschichte ist niedlich und kindgerecht und vermittelt überhaupt nicht, wie ich zunächst erwartet hatte, mit der Holzhammermethode, dass auch pummelige Mädchen sich wohl fühlen und Freunde finden können. Dennoch ist sie eine Liebeserklärung an die Lebensfreude, die in Singen, Tanzen, Partys – aber auch in gutem Essen ihren Ausdruck findet.

Alles in Allem ein sehr schönes Kinderbuch, das mir und meinen Kindern viel Freude bereitet hat. Nach Ende der Lektüre haben wir uns direkt den zweiten Teil gekauft und auch schon den dritten Teil, der demnächst erscheinen wird, vorbestellt. Für die schulfreie Zeit während der Corona-Krise eine willkommene Abwechslung. Absolute Leseempfehlung.

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