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Veröffentlicht am 05.09.2025

Anwältin trifft auf Modewelt - rasanter Thriller

High Heels - Heisse Mode
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Es ist bereits der zweite Fall für die junge Anwältin Tara, jedoch sehr gut lesbar, ohne Band 1 zu kennen.

Wirtschaftsanwältin trifft auf Modewelt. Tara ist fasziniert von dem Label Finny Mode, welches ...

Es ist bereits der zweite Fall für die junge Anwältin Tara, jedoch sehr gut lesbar, ohne Band 1 zu kennen.

Wirtschaftsanwältin trifft auf Modewelt. Tara ist fasziniert von dem Label Finny Mode, welches vermehrt auf Umweltbewusstsein setzt und sich bewusst von der Fast Fashion Industrie abhebt. Am liebsten würde sie selbst dort arbeiten. Als bei einer Modenschau der Inhaber zusammenbricht und darauf entführt wird, wird sie unverhofft schneller in das Unternehmen geholt als gedacht. Doch die Welt der Mode ist geprägt von eigenen Charakteren, Intrigen und vor allem auch durch Profit. Und so wird sie hineingezogen in einen Strudel, der sie selbst an ihrer privaten Beziehungen zweifeln lässt.

Eine teils rasante Story, bei der man am Ball bleiben muss, um alle Fakten und Verbindungen aufzusaugen. Das Thema Fast Fashion wird hier in einem spannenden Kontext kritisch dargestellt und trifft damit absolut einen aktuellen Nerv. Authentisch und faktenreich wird die Modewelt als schillernde Kulisse aufgegriffen, um hinter der glitzernden Fassade dunkle Machenschaften aufzudecken. Kein Thriller mit Gänsehautmomenten, vielmehr ein Wirtschaftsthriller, der einen in eine Welt, in der es um Macht und Geld geht, mitnimmt.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Klasse Krimi

Ahrensblut
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In der Kleinstadt Ahrensburg nahe Hamburg springt ein Mann von der Brücke vor den Zug. Doch schnell ist klar, dass es sich hierbei um einen Mord an einem Journalisten handelte. Doch wer könnte hier dahinterstecken? ...

In der Kleinstadt Ahrensburg nahe Hamburg springt ein Mann von der Brücke vor den Zug. Doch schnell ist klar, dass es sich hierbei um einen Mord an einem Journalisten handelte. Doch wer könnte hier dahinterstecken? Liegt es an der kritischen Berichterstattung um ein geplantes Bauprojekt? Gegen das geplante Projekt Reitbahn 29 gibt es vielseitigen Widerstand, auch von Jugendgruppen. Und so ergeben sich viele Ansätze, in die das Team von Kommissar Paschke ermitteln.

„Ahrensblut“ ist ein gelungener Krimi, der mich direkt nach Ahrensburg geholt hat. Die Geschichte ist perfekt eingebettet in die Kulisse der Stadt, sei es das Jugendhaus „Bruno“ oder andere Details. Diese sind so selbstverständlich Teil der Story, dass beim Lesen schnell Bilder entstehen. Die Handlung ist spannend und nimmt aktuelle Themen, wie Umweltschutz und Jugendarbeit, gekonnt auf und lässt sie Teil der Geschichte werden. Die Personen sind sympathisch und vielschichtig und selbst Leo (wer das ist, lest am besten selbst), entspricht nur oberflächlich dem typischen Klischee, verbirgt aber tief in sich etwas ganz anderes. Dieser Krimi hat mich wirklich begeistert und ich hoffe, dass weitere Teile folgen. Für Krimi-Fans eine große Empfehlung.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Unerwartetes Lesevergnügen

erzähl ich morgen
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Hedwig lernt zufällig den deutlich jüngeren Avi kennen. Sie Professorin, er in der Berliner Musikszene unterwegs. Seine lockere Art löst etwas in Hedwig aus, sie gehen spontan Abendessen. Doch am nächsten ...

Hedwig lernt zufällig den deutlich jüngeren Avi kennen. Sie Professorin, er in der Berliner Musikszene unterwegs. Seine lockere Art löst etwas in Hedwig aus, sie gehen spontan Abendessen. Doch am nächsten Tag taucht Avi in der Uni auf und lässt sich nicht abwimmeln. Und so lässt sich Hedwig auf einen Abend in den Berliner Nachtclubs ein. Lange hält sie es nicht aus, bevor sich beide eine ruhigere Ecke zum Reden suchen. Aus lockeren Gesprächen wird ein Flirt und trotz Zweifeln aus dem Flirt eine Nacht und daraus ein spontaner Trip ans Meer. 2 wundervolle, leichte und spontane Tage verbringen beide miteinander bis Hedwig von ihrem realen Leben eingeholt wird.

Das Buch besteht aus kurzen Kapiteln, die teilweise nur aus Chatverläufen zwischen Avi und seinem Bruder bestehen. Sprachlich entsprechend jung, die Dialoge mit Hedwig sind anders, tief, flirtend und philosophisch angehaucht. Gleichzeitig kommen auch Gesellschaftliche Themen zur Sprache (Antisemitismus, Wendezeit usw). Sehr interessantes und intensives Lesevergnügen. Ich habe es sehr gern gelesen und es arbeitet auch im Nachgang noch. Sicher ein Buch, aus dem jeder etwas anderes mitnimmt.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Viele Farben, tiefe Gefühle und tolle Geschichte

Was du siehst
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Schauplatz ist ein kleines Dorf an der Grenze zu Westdeutschland. 1967 findet Ruth hier bei ihrem Onkel ein Zuhause. Ruth ist hochschwanger. Der Vater des Kindes ist über Nacht verschwunden, vermutlich ...

Schauplatz ist ein kleines Dorf an der Grenze zu Westdeutschland. 1967 findet Ruth hier bei ihrem Onkel ein Zuhause. Ruth ist hochschwanger. Der Vater des Kindes ist über Nacht verschwunden, vermutlich seinem Vater in den Westen gefolgt. Ruths Vater schmeißt Ruth aus dem Haus und so kommt Ruths Tochter Jule in dem kleinen Dorf auf die Welt.
Nur kurze Zeit später erblickt auch Andi im gleichen Dorf das Licht der Welt. Die beiden wachsen zusammen auf, sind unzertrennlich und schmieden Zukunftspläne. Doch dann erfährt Jule mehr über ihre Herkunft und begibt sich auf eine lange Reise. Für Andi gibt es keine andere Frau. Doch Jule kann nicht eher Ruhe finden, als bis sie ihr Ziel erreicht hat.

Mit der Geschichte wurde ich zum Teil zurück in die Wendezeit katapultiert. Es war wunderschön zu lesen und mit einer gewissen Leichtigkeit geschrieben, aus der trotzdem eine weise und vertrauensvolle Lebensweisheit rührte. So, als musste es genauso passieren und gäbe gar keinen Zweifel an dem Geschehen. Zwischendurch habe ich mit den Charakteren gehadert. Andi, der jahrelang sein eigenes Leben zurücksteckt, um auf Jule zu warten. Vergeblich? Ich hätte ihn gern manchmal geschüttelt. Und zeitgleich finde ich es bemerkenswert, wie tief die Gefühle sein müssen. Und Jule, schon immer ein kleiner wilder Freigeist, die den treuen Andi einfach warten lässt, statt gemeinsam mit ihm loszuziehen. Und doch gleichzeitig auch verständlich. Der Erzählstil ist sehr angenehm, ein wenig wie ein Geschichtenerzähler oder gar ein Märchenerzähler für Erwachsene. Eine wesentliche Rolle spielt „Ich sehe was, Was Du nicht siehst“ - und darauf folgen tolle Farben und Geschichten. Welche Rolle? Lest es selbst. Der Kreis schließt sich wunderbar mit klaren Bildern. Mich hat das Buch berührt und gegen Ende musste ich mir ein paar Tränchen verdrücken.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Ein lesenswerter schwesterlicher Schlagabtausch

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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Das Buch hat alles erfüllt, was mich anspricht: Cover, Titel und Story:
Flora hat mit dem Tod ihrer Eltern noch nicht ganz abgeschlossen. In das Elternhaus mag sie nicht zurück aus Angst, von Erinnerungen ...

Das Buch hat alles erfüllt, was mich anspricht: Cover, Titel und Story:
Flora hat mit dem Tod ihrer Eltern noch nicht ganz abgeschlossen. In das Elternhaus mag sie nicht zurück aus Angst, von Erinnerungen eingeholt zu werden. Und ihre „blöde Schwester“ Millie glänzt durch Abwesenheit. Zumindest anfangs, denn dann steht sie plötzlich in der Tür. Und gemeinsam setzen sichtbare Erinnerungen wieder zusammen Indonesien begeben sich auf eine Reise, ihre Eltern zu finden.

Ein Schlagabtausch an Dialogen, der absolut lesenswert ist. Eine erzählende Schwester mit einer Menge Wut im Bauch und eine Schwester, die ihre Probleme durch Verdrängung meistert. Die Reise der Schwestern zu lesen, fand ich klasse und doch hat mir etwas gefehlt. So toll die Dialoge waren, so treffend die Zitate, hatte ich Mitte des Buches das Gefühl, es geht nicht voran. Mir hat ein wenig die Tiefe gefehlt, das Auseinandersetzen mit der scheinbar problematischen Vergangenheit. Stattdessen hatte ich das Gefühl, einem 60 jährigen Trotzkopf zuzusehen. Dennoch beschäftigt mich das Buch im Nachgang und lässt mich mit der Frage zurück, wie man selbst als Erwachsener mit der Enttäuschung über die eigenen Eltern umgeht. Wie lange „darf“ man enttäuscht sein und motzig und wann ist es an der Zeit loszulassen und Fehler zu akzeptieren? In Summe lesenswert, mit kleinen Schwächen hinsichtlich Längen und Tiefe.

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