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Veröffentlicht am 07.04.2025

Verschachtelte Fantasy ohne Sogwirkung

Nachtlügen
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In ihrem Fantasy-Drama präsentiert uns die Autorin eine originelle Erklärung, warum Nachtalbe uns Albträume bescheren: Sie benötigen die dabei entstehende Albtraum-Essenz zum Überleben. So auch Isra, die ...

In ihrem Fantasy-Drama präsentiert uns die Autorin eine originelle Erklärung, warum Nachtalbe uns Albträume bescheren: Sie benötigen die dabei entstehende Albtraum-Essenz zum Überleben. So auch Isra, die als Mensch getarnt in einem Varieté recht übellaunig ihrem Job nachgeht, nur um anschließend nachts unliebsamen Gästen einen Albtraum zu bescheren.
Das Varieté ist hierbei als Hintergrundstory beliebig austauschbar, wer auf spannende Szenen darin hofft: Sie hätte genausogut in einem Kino oder in der Eisdiele arbeiten können. Interessanter sind ihre nächtlichen Einsätze, wie sie in Träume abtaucht, was sie darin erlebt und wie sie auf ihren ersten Klarträumer stößt, einen Menschen, der in seinem Traum bei vollem Bewusstsein ist und seinen Traum gezielt steuern kann. Für Isra, die bisweilen unter Halluzinationen und einem unkontrollierbare Monster leidet, ein interessanter Aspekt.
Zudem gibt es zwei gegensätzliche Parteien unter den Nachtalben: Isras Großmutter ist eine berühmte Traumforscherin, die nach einem Ersatz für das lästige Herumsitzen auf Träumern sucht, nur um deren Essenz abzuernten. Und es gibt eine Art Rebellen, die glauben, mit Menschen in einvernehmlicher Symbiose leben zu können. Und mittendrin Isra, einst als Nachwuchsforscherin unter den Nachtalben gefeiert, bis ihr unterstellt wurde, jemanden mit ihrem erdachten Albtraum zu Tode geängstigt zu haben.
Die Idee des Romans ist durchaus reizvoll und eine willkommene Abwechslung. Stilistisch machten die vielen, teils verwirrende Zeitsprünge und Halluzinationen das Buch zu einer anstregenden Herausforderung, welche mir den Spaß am Buch raubte. Auch konnte sich bei mir kein richtiges Spannungsgefühl aufbauen, weil ich zu oft aus irgendwelchen Handlungssträngen gerissen und woanders wieder reingeworfen wurde. Die stete Distanz zu Isra erschwerte es mir zusätzlich, Zugang zum Buch oder zu Isra zu finden.
Kurz: Interessante Idee, die Umsetzung jedoch mir zu verschachtelt, surreal und distanziert gehalten.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Als der Weltraum über die Erde kam

Lyneham
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Irgendwann in einer fiktiven Zukunft der Menschheit: Der Planet Erde ist unbewohnbar geworden, die letzten Verbliebenden werden im Stase-Schlaf zu einem entfernten Mond geflogen: Perm. Auch der 12-jährige ...

Irgendwann in einer fiktiven Zukunft der Menschheit: Der Planet Erde ist unbewohnbar geworden, die letzten Verbliebenden werden im Stase-Schlaf zu einem entfernten Mond geflogen: Perm. Auch der 12-jährige Henry fliegt mit seinem Vater sowie seinen Geschwistern dorthin, die Landung steht kurz bevor. Nicht mit dabei: Seine Mutter Mildred Meadows, eine Wissenschaftlerin, die mit weiteren Fachkräften das Terraforming des Mondes vorbereiten soll. Bei der Ankunft erwartet Henry jedoch nicht die versprochene Welt, sondern eine lebensbedrohliche Atmosphäre mit einer zunächst unsichtbaren Bedrohung. Was ist geschehen? Und warum?
Generell lese ich Science Fiction sehr gern, hier hat mich die Andeutung neugierig gemacht, dass die Mutter vor deutlich früherer Zeit als ihre Familie bereits auf dem Mond gelandet sein soll. Und dennoch herrscht dort eine derart lebensfeindliche Atmosphäre? Meine Neugier war geweckt.
Den Beginn des Romans empfand ich in doppelter Hinsicht als holprig: Henrys Raumschiff legt auf Perm eine Bruchlandung hin und der Junge wird mit einer Welt konfrontiert, in welcher nicht nur die Umgebung, sondern auch schnell die Mitreisenden zu Feinden werden können. Das zum Einen, holprig für Henry. Dann empfand ich es als unlogisch, dass das System des Raumschiffs die Reisenden kurz vor Ankunft im Schiff herumspazieren lässt, nur um viel zu spät die Leute in ihre Stasekammern zurück zu ordern, damit sie bei der Landung nicht die Konsistenz von Apfelmus annehmen? Und die anschließende Beschreibung des unwirtlichen Mondes aus Sicht eines naiven Zwölfjährigen war, nunja, eine Herausforderung. Danach wurde es zum Glück besser und die Unterbringung der Menschen in den abgeschotetten Biom-Systemen blieb Dank Henrys Perspektive frei von zu vielen technischen Details. Neben den sozialen Herausforderungen in den Biom-Systemen wird mit der Zeit eine zweite Zeitlinie immer interessanter: die der Mutter. Mildred Meadows ist mit einer Gruppe von Wissenschaftlern für den Konzern Rayser mit einem schnelleren Raumschiff später losgeflogen, um VOR ihrer Familie auf Perm zu landen und durch Geo-Engineering die Atmopshäre für den Menschen lebenstauglich zu gestalten. Ihre Beschreibung dieser Welt ist dank ihres Backgrounds deutlich detaillierter, zudem stellt sie diverse Untersuchungen an und zieht ihre eigenen Schlüsse, welche nicht immer im Interesse ihres Arbeitgebers liegen. Wobei die brilliante Forscherin als Charakter stellenweise ebenso polarisierend sein kann wie ihr egozentrischer Vorgesetzter.
Kurz gesagt: In beiden Zeitlinien kristallisieren sich nach und nach Probleme heraus, welche zum Schluss miteinander verknüpft werden.
Den anfangs holprigen Start und die zunächst etwas schwierige Vorstellung der Gegebenheiten machen die Ideen rund um die Welt Perms sowie die Auflösung des Ganzen wieder wett. Dennoch waren mir einige Charaktere zu schwarzweiß gezeichnet, so dass ich dem Buch 4,5 von 5 Sternen gebe.
Das Buch kommt als hochwertige Klappenbroschur daher, ist nicht nur optisch sehr ansprechend (in den Klappen befinden sich zwei Karten des Mondes Perm), sondern auch von der Verarbeitung überzeugend: Mein Exemplar sieht nach dem Lesen aus wie neu, trotz des 500-seitigen Umfangs. Ein Glossar am Ende des Romans erklärt zudem in kurzen Worten die wichtigsten Begriffe.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Das Glück kommt auf Katzenpfoten

Die Magnolienkatzen
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Die Magnolienkatzen ist eines dieser Asian Healing bzw. Wohlfühlbücher mit dem Fokus auf den glücklichen Momenten des Lebens, mögen sie noch so klein scheinen. Oftmals mit Katze, manchmal mit Essen oder ...

Die Magnolienkatzen ist eines dieser Asian Healing bzw. Wohlfühlbücher mit dem Fokus auf den glücklichen Momenten des Lebens, mögen sie noch so klein scheinen. Oftmals mit Katze, manchmal mit Essen oder Büchern, einige behandeln das Thema Tod. Hier erzählt eine Schriftstellerin, wie sie dank einer Katzenfamilie aus ihrem perspektivlosen Leben herausfindet. Und alles beginnt damit, dass sie am Schrein um Glück bittet.

„Ich war über fünfzig und hatte mein Leben trotzdem nicht einmal ansatzweise im Griff.“ (Zitat)

Die fiktive Autorin lebt gemeinsam mit ihrer Mutter im Haus ihrer Kindheit in Yokohama. Eine für beide nicht immer einfache Konstellation. Am Tag nach dem Besuch des Schreins entdeckt ihre Mutter im Garten einen Wurf Katzenjunge. Das Tierheim verweigert die Annahme, sie selbst haben keinerlei Bezug zu Katzen. Dennoch beginnen die Frauen nach und nach, sich um die Kleinen und deren Mutter zu kümmern.

„Auf einmal waren sie niedliche Kätzchen mit Kulleraugen.“ (Zitat)

Gespickt mit einigen Rückblicken beschreibt die Erzählerin, wie nach und nach immer mehr Verwandte und Bekannte sie besuchen kommen, ihnen Tipps geben und sie unbewusst von der Verzückung gegenüber den Katzen angesteckt werden. Der gesamte Fokus der Frauen wird verschoben auf die kleine Rasselbande, früherer Unmut tritt zugunsten positiver Gefühle und Sichtweisen Pfote für Pfote in den Hintergrund.
Der Schreibstil ist einfühlsam, an den richtigen Stellen mit Details versehen und das Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Rückblenden funktioniert perfekt. Tatsächlich muss man kein Katzenfan sein, um dieses Buch zu lieben; die fiktive Autorin und ihre Mutter waren bis dahin reine Hundemenschen, welche Katzen nichts abgewinnen konnten. Optisch ist das Buch wunderschön und harmonisch gestaltet, der Blütenzweig des Covers wiederholt sich zu Beginn eines jeden Kapitels und es gibt einige Katzenzeichnungen im Buch zu entdecken.
Von mir erhält das Buch 5 von 5 Katzenpfoten und eine klare Lese-Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Amüsante, freche Lovestory

Golden-Heights-Reihe, Band 1 - Unlock My Heart
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Bei Saskia Louis liebe ich immer den frechen Schlagabtausch zwischen den Charakteren, bevor sie selbst merken, dass es längst zwischen ihnen knistert. Hier wurde ich nicht enttäuscht. Lexie war mir auch ...

Bei Saskia Louis liebe ich immer den frechen Schlagabtausch zwischen den Charakteren, bevor sie selbst merken, dass es längst zwischen ihnen knistert. Hier wurde ich nicht enttäuscht. Lexie war mir auch sofort sympathisch, wie sie die Arroganz der reichen Studenten, alles bequem mit Geld regeln zu können, für sich nutzt, um sich selbst ein Studium finanzieren zu können. Als ausgerechnet der Oberschnösel der Schnösel-Uni sie zwingen will, ihr verboten gutes Talent für den verboten gutaussehenden Logan einzusetzen, ja, da hätte meine Begeisterung sich an ihrer Stelle ebenfalls stark in Grenzen gehalten. Aber natürlich hat Logan ebenso seine Geheimnisse, von denen Lexie noch nichts weiß, wie auch Logan nichts über Lexies Geheimnisse weiß. Langer Rede kurzer Sinn: Ich hab mich aufs Köstlichste amüsiert, gekichert, gelacht, mitgefiebert und, hey, ich liebe dieses Buch! Auch wenn die Handlung jetzt keinen irsinnig komplexen Tiefgang bietet und manches vielleicht etwas glatt abläuft. Dafür wird es nicht langweilig und es gibt keine unnötigen Längen. Knisternd, lustig, spannend und unverkitscht. Lest es, dann wisst ihr, was ich meine.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Agenteneinsatz und Zeitreise-Abenteuer

Das Erbe der Macht: Ein Hauch von Anbeginn
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Die Serie geht hart auf das Finale zu und der Kampf gegen Merlin und die Wesen des Anbeginns wirkt immer bedrohlicher. Mit dieser Folge kommen jedoch endlich erste Ideen auf, wie die Feinde besiegt werden ...

Die Serie geht hart auf das Finale zu und der Kampf gegen Merlin und die Wesen des Anbeginns wirkt immer bedrohlicher. Mit dieser Folge kommen jedoch endlich erste Ideen auf, wie die Feinde besiegt werden können. Zugleich kristallisiert sich so langsam heraus, wer was von langer Hand geplant hat.
Hauptsächlich gibt es in diesem Band zwei Handlungsstränge, zwischen denen wie gewohnt hin und her gesprungen wird, so dass man stets beide Abenteuer im Auge behalten kann. Die eine Gruppe versucht, einen Weg zu finden, um unbemerkt nach Iria Kon zu gelangen. Dort bereitet Merlin sich auf weitere Schritte vor und ist umgeben von seinen Anhängern, die jeden Eindringling ohne zu zögern eliminieren würden. Kein leichter Einsatz für Max, Titik und seine Freunde.
Ein zweites Team unternimmt mit H. G. Wells Zeitmaschine eine Zeitreise. Schließlich gab es eine Zeit in der Vergangenheit, in welcher immens viel Wissen zusammengetragen wurde. Hier treffen sie auf magische Wissensträger und erhoffen sich etwas Bestimmtes zu finden, um Merlins Glücks-Pakt irgendwie aushebeln zu können. Hierbei bringt Cleopatra einigen Schwung in die Handlung, gewollt oder ungewollt.
Ich bin begeistert, dass auch jetzt noch immer wieder neue Ideen und Wendungen hinzukommen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Und immer wieder hab ich zwischendurch so einen Aha-Effekt, wenn Bezug auf frühere Geschehnisse genommen wird. Ein was-bisher-geschah zu Beginn hilft, leichter in die Handlung reinzufinden.

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