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Veröffentlicht am 26.06.2021

Familientreffen mit Lucifer

Celestial City - Akademie der Engel
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Neues Jahr, neues Glück für Brielle und ihre beste Freundin Shea an der Akademie der Engel. Die Zeremonie für Brielles Bruder steht kurz bevor, zudem hat sie sich in den Kopf gesetzt, ihre Mutter aus dem ...

Neues Jahr, neues Glück für Brielle und ihre beste Freundin Shea an der Akademie der Engel. Die Zeremonie für Brielles Bruder steht kurz bevor, zudem hat sie sich in den Kopf gesetzt, ihre Mutter aus dem Dämonenvertrag auszulösen - hierfür bietet sich schon bald überraschend eine passende, wenn auch gefährliche Gelegenheit. Aber was soll schon groß schiefgehen mit einer sprücheklopfenden Seraphimklinge als Sidekick? Okay, Tattoo-Spender Lucifer könnte unerwartet vorbeikommen…
Der zweite Band der Jugendfantasy-Reihe schließt nahtlos an den ersten an. Die toughen Freundinnen Shea und Bri lassen nichts auf sich kommen und setzen sich mutig für ihre Familie ein, ebenso ist Brielles Lover Lincoln hier und da eine ziemliche Hilfe, über dessen Vergangenheit man ein wenig mehr erfährt. Das Worldbuilding ist natürlich weiterhin klischeehaft schwarzweiß gezeichnet, was mich an der Reihe stellenweise ziemlich stört, jedoch auf eine gewisse Weise manchmal notwendig für die Handlung ist. Am spannendsten sind die Auftritte mit Lucifer, welcher noch für einen ziemlichen Cliffhanger sorgt. Und auch Klinge Sera gewinnt als Brielles Sidekick immer mehr an Bedeutung und ist ebensowenig auf ihren nur von Brielle hörbaren Mund gefallen wie das Dreamteam Shea und Bri.
Eine erneut spannend-humorvolle Fortsetzung der Fantasy-Reihe, bei welcher man in Kauf nehmen muss, dass sie stellenweise ein wenig klischeehaft und oberflächlich gestaltet ist. Dafür bekommt man toughe Mädels, eine sprücheklopfende Klinge, eine etwas durchgeknallte Story und - endlich - Lucifer zu Gesicht.

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Veröffentlicht am 26.06.2021

Wem gehört die nächste Welt?

Das ferne Licht der Sterne
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In nicht allzu ferner Zukunft: Die Erde hält längst Kurs auf ihren Untergang, Naturkatastrophen machen ein Überleben auf dem überbevölkerten Planeten auf lange Sicht unmöglich. Das Terraforming auf dem ...

In nicht allzu ferner Zukunft: Die Erde hält längst Kurs auf ihren Untergang, Naturkatastrophen machen ein Überleben auf dem überbevölkerten Planeten auf lange Sicht unmöglich. Das Terraforming auf dem Mars geht nur langsam voran und könnte längst nicht alle Menschen retten. Hoffnung bietet ein kürzlich entdeckter Planet in der Goldilocks-Zone, welcher mit neuester Technik erreicht und bewohnbar gemacht werden könnte: Cavendish.
Maßgeblich an der Entwicklung der benötigten Technologien beteiligt war und ist die brilliante Wissenschaftlerin Valerie Black, die unbedingt auf der ersten Mission zum neuentdeckten Planeten dabei sein will. Die Not der Bevölkerung ließ jedoch viele wieder zu veralteten Werten zurückkehren - einflussreiche weiße Männer in teuren Anzügen übernehmen immer mehr die Macht, drängen die Frauen zurück und berauben sie schleichend der Möglichkeiten ihrer Selbstbestimmung. Valerie Black sieht daher keine andere Wahl, sie stiehlt das Raumschiff zusammen mit vier weiteren Wissenschatflerinnen - vor den Augen des selbstgefälligen amerikanischen Präsidenten.
Ein aussergewöhnlicher Roman. Neben den zu erwartenden Science Fiction Elementen, welche teilweise auf Weiterentwicklungen aktueller Technologien, teilweise auf theoretischen Überlegungen späterer Möglichkeiten beruhen, beschäftigt sich der Roman mit ethischen Fragen ebenso wie mit Gesellschaftskritik. Neben dem Verschließen der Augen vor der Wahrheit werden Diskrimierung und Homophobie ebenso zur Sprache gebracht wie die Arroganz des amerikanischen Präsidenten, sich zum Präsidenten der gesamten Menschheit aufzuspielen. Als Kritik möchte ich hierbei erwähnen, dass leider primär die politischen Verhältnisse der USA als Maßstab im Roman dargestellt werden, die anderen Staaten verbleiben eher unter „ferner liefen“.
Erzählt wird das Ganze aus der Sicht von Biologin Naomi Lovelace, die als Adoptivtochter von Valerie Black mit an Bord des Raumschiffes geht. Rückblenden ergänzen die Gegenwart an passender Stelle. Bei einer rein femininen Besatzung liegt der Fokus ein wenig anders als bei einer männlichen Crew. Die Probleme im Weltraum wären allerdings dieselben, welchen sich die Wissenschaftlerinnen kompetent stellen. Generell wirkt alles sehr überzeugend und realistisch. Spannend wird es, als nach und nach ethische Überlegungen an Bord immer stärker in den Fokus rücken, wie es mit der Menschheit und der Besiedlung Cavendishs ablaufen soll. Die Grenzen, wie weit jemand gehen würde, liegen bei jedem anders. Auch hier meine Kritik, dass mir einiges zu sehr in Fanatismus abdriftete.
Ein solides SF-Lese-Erlebnis, welches Erlebnisse im Weltraum ebenso bietet wie ethische und gesellschaftskritische Themen.

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Veröffentlicht am 26.06.2021

Rupert zeigt erneut, was er (nicht) kann

Rupert undercover - Ostfriesische Jagd
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Ruperts Undercover-Einsatz als Drogenboss Frederico Müller-Gonzales geht in die zweite Runde: Einer von seinen Gegnern hat ein Kopfgeld auf den erfolgreichen Kriminellen ausgesetzt. Zudem muss Rupert sich ...

Ruperts Undercover-Einsatz als Drogenboss Frederico Müller-Gonzales geht in die zweite Runde: Einer von seinen Gegnern hat ein Kopfgeld auf den erfolgreichen Kriminellen ausgesetzt. Zudem muss Rupert sich als Vorstandsmitglied der Kompensan-Bank behaupten, obwohl er von finanziellen Dingen keinerlei Ahnung hat. Als das Leben von Rupert alias Frederico und seinen Lieben in tödlicher Gefahr schwebt, bekommt Rupert Hilfe von unerwarteter Seite…
Der zweite Band um Rupert und seinen Sondereinsatz baut auf dem ersten Teil auf und bietet wieder jede Menge Humor und Spannung. Auf hervorragende Art manövriert der Autor den Polizisten nicht nur in auswegslos scheinende Situationen hinein - sondern auch wieder heraus. Und dabei ist es jedesmal faszinierend, wie Rupert mit Improvisationstalent und einer gesunden Portion Glück seine Rolle als Drogenboss meistert. Neben Spannung und Humor sind es zudem die vielen Details, gekonnt in der Story verteilt, welche den Roman wieder zu einem besonderen Genuss machen. Und durch Ruperts ausgefallenen Charakter weiß man vorher nie, wie sich die Story wohl weiterentwickeln könnte. Weitere Figuren wie Ann Kathrin Klaasen und Partner Weller bleiben diesmal dezent im Hintergrund, um Rupert nicht die Show im eigenen Roman zu stehlen.
Ein hervorragender und unterhaltsamer Krimi, voller Humor und Überraschungen und mit einer Spannung, die sich im Laufe des Romans aufbaut, um sich zum Schluss hin in einen wahren Pageturner zu wandeln.

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Veröffentlicht am 26.06.2021

Rupert zeigt erneut, was er (nicht) kann

Rupert undercover. Ostfriesische Jagd
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Ruperts Undercover-Einsatz als Drogenboss Frederico Müller-Gonzales geht in die zweite Runde: Einer von seinen Gegnern hat ein Kopfgeld auf den erfolgreichen Kriminellen ausgesetzt. Zudem muss Rupert sich ...

Ruperts Undercover-Einsatz als Drogenboss Frederico Müller-Gonzales geht in die zweite Runde: Einer von seinen Gegnern hat ein Kopfgeld auf den erfolgreichen Kriminellen ausgesetzt. Zudem muss Rupert sich als Vorstandsmitglied der Kompensan-Bank behaupten, obwohl er von finanziellen Dingen keinerlei Ahnung hat. Als das Leben von Rupert alias Frederico und seinen Lieben in tödlicher Gefahr schwebt, bekommt Rupert Hilfe von unerwarteter Seite…
Der zweite Band um Rupert und seinen Sondereinsatz baut auf dem ersten Teil auf und bietet wieder jede Menge Humor und Spannung. Auf hervorragende Art manövriert der Autor den Polizisten nicht nur in auswegslos scheinende Situationen hinein - sondern auch wieder heraus. Und dabei ist es jedesmal faszinierend, wie Rupert mit Improvisationstalent und einer gesunden Portion Glück seine Rolle als Drogenboss meistert. Neben Spannung und Humor sind es zudem die vielen Details, gekonnt in der Story verteilt, welche den Roman wieder zu einem besonderen Genuss machen. Und durch Ruperts ausgefallenen Charakter weiß man vorher nie, wie sich die Story wohl weiterentwickeln könnte. Weitere Figuren wie Ann Kathrin Klaasen und Partner Weller bleiben diesmal dezent im Hintergrund, um Rupert nicht die Show im eigenen Roman zu stehlen.
Ein hervorragender und unterhaltsamer Krimi, voller Humor und Überraschungen und mit einer Spannung, die sich im Laufe des Romans aufbaut, um sich zum Schluss hin in einen wahren Pageturner zu wandeln.
Das Hörbuch wird als Autorenlesung von Klaus-Peter Wolf selbst gelesen, der in nordisch-ruhiger Art in einem angenehmen Tempo liest und durch geschickte Betonung den Charakteren Leben einhaucht. Äusserst angenehm zum Zuhören. Und am Schluss des Hörbuches wird man mit einem rockigen Rupert-Song belohnt (letzter Track auf CD 5).

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Veröffentlicht am 26.06.2021

Unerwartet langweilig

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Tatsächlich kann auch ein Roman von T. C. Boyle ein absoluter Fehlgriff sein. An einer überzogenen Erwartungshaltung kann es nicht liegen, da ich bzgl. des Verlaufs zunächst wenig Erwartungen hatte. Vielmehr ...

Tatsächlich kann auch ein Roman von T. C. Boyle ein absoluter Fehlgriff sein. An einer überzogenen Erwartungshaltung kann es nicht liegen, da ich bzgl. des Verlaufs zunächst wenig Erwartungen hatte. Vielmehr sind es der Aubau des Buches selbst, der Stil sowie die Charaktere, die mich ziemlich enttäuschten. Auch wenn es um den Schimpansen Sam geht, dem Prof. Schermerhorn die Zeichensprache versucht beizubringen, sind die meisten Szenen nicht mit Sam, sondern über Sam: Es wird über ihn geredet, gefachsimpelt, spekuliert, interpretiert und sein Leben verplant. Prof Schermerhorn hat bei seinem Projekt in erster Linie seine Karriere im Sinn, die Studentin Aimee redet sich in ihrer naiven Weltsicht ein, sich für das Wohl des Schimpansen einzusetzen - und der Besitzer von Sam denkt nur an seinen Profit. Das ist übrigens auch derjenige, der Sam zurückfordert - Sam wird nicht von irgendeiner Universität beschlagnahmt, sondern einfach von seinem Besitzer zurückgeholt. Zwar hat Sam selbst auch einige Kapitel, geschrieben aus seiner Sicht, aber die sind recht einfach gehalten und kaum emotionaler, als wenn ein Mensch die Szenen beschrieben hätte.
Platziert hat der Autor das Geschehen in die Zeit Ende der 1970er bis Anfang der 1980er. Anstrengend war seine Entscheidung, viele Szenen, besonders zum Ende hin, aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, und zwar nicht parallel, sondern man macht einen Zeitsprung zurück und erlebt das Ganze nochmal - und wenn man Pech hat nochmal. Überhaupt muss man sich auf einige nicht weiter definierte Zeitsprünge gefasst machen, wodurch man beim Lesen schnell das Zeitgefühl verliert. Wär im Buch nicht angemerkt, dass die Handlung sich innerhalb von 3,5 Jahren abspielt - ich hätte es nicht benennen können.
Ebenso anstregend waren die Charaktere: Der Professor, der erwartet, dass Frauen ihre Ziele für seine Karriere zurückstecken und bei dem ich mir nicht sicher war, ob er wirklich einen Charakter in Sam sah oder doch nur ein Objekt. Aimee in ihrer naiven und weltfremden Art, die sich für Sam hätte einsetzen können, bei der jedoch allein durch ihren Charakter bereits zu Beginn sicher ist, dass ihre Bemühungen zum Scheitern verurteilt sein werden. Und Sam, der mal als niedliches Haustier betrachtet wird, bis er aus Mangel als Möglichkeiten (oder fehlender Selbstbeherrschung?) zu Gewalt neigt und dann plötzlich nur noch das wilde Tier ist, bei Gefahr zum Abschuss freigegeben. Chance vertan, wirklich etwas zu bewegen. Von allen, sowohl von den Charakteren als auch vom Autor selbst.

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