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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Eine Liebe, die nicht sein durfte

Die Frau im weißen Kimono
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In Anlehnung an Ereignisse im Leben ihres Vaters hat Ana Johns dieses Buch geschrieben.
Obwohl die 17-jährige Naoko Nakamura dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters versprochen ist, verliebt sie ...

In Anlehnung an Ereignisse im Leben ihres Vaters hat Ana Johns dieses Buch geschrieben.
Obwohl die 17-jährige Naoko Nakamura dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters versprochen ist, verliebt sie sich im Jahr 1957 in einen jungen amerikanischen Marinesoldaten. Es ist eine Verbindung, die weder von den Japanern, noch von den Amerikanern toleriert wird. Die Liebe zwischen den beiden jungen Menschen bleibt nicht ohne Folgen, und Naoko wird von ihrer Familie verstoßen. Ganz allein auf sich gestellt, muss sie nun eine schwere Entscheidung treffen.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Begleitet der Leser in den 1950er Jahren in Japan Naoko, schwenkt die Handlung regelmäßig nach Amerika in die Gegenwart. Hier erhält Tori Kavac von ihrem sterbenden Vater einen Brief mit der Bitte, ihn zu lesen. Schockiert über den Inhalt beschließt Tori, sich auf die Spuren der Vergangenheit zu begeben.
Es ist eine fesselnde und hochdramatische Geschichte, die reich an Wendungen ist, jedoch an keiner Stelle unglaubwürdig oder gar kitschig. Es ist eine Geschichte, wie sie in den 1950er Jahren vielen Frauen passiert ist. Und die anschließend die Konsequenzen zu tragen hatten.
Der Leser bekommt Einblick in die Kultur und in alte japanische Traditionen, die das Leben der Familien prägten und es vielleicht auch heute noch in einigen Gegenden tun.
Es ist ein beeindruckender und penibel recherchierter Roman, durch den die Autorin mit einem bildhaften und flüssigen Schreibstil führt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Der leidvolle Weg zurück ins Leben

Das Spiel zwischen Licht und Schatten
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Nachdem britische Soldaten die 23-jährige amerikanische Geheimagentin Margret Nelson aus einem Gestapogefängnis befreit haben, wird sie vom Geheimdienst befragt. Doch der körperlich und seelisch schwer ...

Nachdem britische Soldaten die 23-jährige amerikanische Geheimagentin Margret Nelson aus einem Gestapogefängnis befreit haben, wird sie vom Geheimdienst befragt. Doch der körperlich und seelisch schwer verletzten Frau wird nicht geglaubt. Denn wie ist es möglich, dass sie trotz stetiger Folter der Nazis keine Informationen an sie weitergegeben hat?
Maggie hat die Gefangenschaft nur durch ihren tiefen Glauben an Gott überstanden. Doch das Verhalten der Geheimdienste führte dazu, dass sie diesen nun Glauben verloren hat. Sie fühlt sich von aller Welt alleingelassen. Konzentrationsprobleme und körperliche Schmerzen, Folgen ihrer Inhaftierung, führen dazu, dass sie in eine Tablettenabhängigkeit gerät. Kann sie den Weg zurück ins Leben wieder finden?
Tabea Rompf hat die fiktive Geschichte um Margret Nelson glaubhaft und realistisch erzählt. Maggies langer, leidvoller Weg zurück ins Leben und zu ihrem inneren Frieden ist nachvollziehbar und sehr bewegend.
Historische Geschehnisse wie die Nürnberger Prozesse wurden gekonnt in die Handlung mit eingewoben.
Die Handlung mit ihren immer wieder überraschenden Wendungen ist unvorhersehbar und bringt Spannung in die Lektüre. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Dieses Buch über den Glaubenskampf einer innerlich und äußerlich schwer verletzten jungen Frau hat mich sehr beeindruckt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein absoluter Wohlfühlroman

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Durch das warme Cover wurde ich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext weckte meine Neugier.
Und so begab ich mich auf die Reise nach Sylt und tauchte tief in einen wunderbaren Roman ein.
Erzählt ...

Durch das warme Cover wurde ich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext weckte meine Neugier.
Und so begab ich mich auf die Reise nach Sylt und tauchte tief in einen wunderbaren Roman ein.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitzonen, in der Gegenwart und in der Vergangenheit. In der Historie, sie spielt in Kriegszeiten ab dem Jahr 1937, dreht sich die Geschichte um Fenja und ihre Mutter Lene, sowie um eine dramatische Liebesgeschichte. In der Gegenwart reist die 55-jährige Anna nach Sylt, um eine Biografie über die inzwischen 85-jährige Fenja zu machen. Doch anstatt der alten Dame trifft die Journalistin deren Kinder Eric und Elisa an.
Es ist ein wunderbarer erster Teil der Dilogie, die Gabriella Engelmann hier geschrieben hat. Die Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Handlung ist unterhaltsam, jedoch hätte ich mir hier etwas mehr Spannung gewünscht.
Anfangs tat ich mich etwas schwer in das Geschehen hineinzufinden, denn es dauerte eine Zeit, bis die Geschichte an Fahrt gewann. Doch dann war ich von der Story gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Am Ende blieben einige Fragen offen, und so fiebere ich jetzt der Fortsetzung entgegen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Eine Kindheit im japanischen Internierungslager

Ein halber Löffel Reis
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Als im sich Jahr 1943 Fosco Maraini und seine Frau Topazia in Japan weigern, Mussolinis faschistischen Marionettenstaat in Norditalien, genannt Rapubblica di Salò, anzuerkennen, werden sie mitsamt ihren ...

Als im sich Jahr 1943 Fosco Maraini und seine Frau Topazia in Japan weigern, Mussolinis faschistischen Marionettenstaat in Norditalien, genannt Rapubblica di Salò, anzuerkennen, werden sie mitsamt ihren Töchtern, darunter die 7-jährige Dacia, interniert. Hilflos ist die Familie den sadistischen japanischen Wachen ausgeliefert, die sich an den Nahrungsmitteln der Gefangenen bereichern. Da Kinder keine Lebensmittelzuteilung erhalten, müssen die Erwachsenen für sie von ihrem bereits karg bemessenen Reis jeweils einen halben Löffel abzweigen. Und so ernährt sich auch Dacia von ein paar Körnern täglich und von den Ameisen, die sie findet.
Erzählt wird diese Biografie aus der Sicht von Dacia. Und so erfährt der Leser von den Zuständen, unter denen die Familie zusammen mit 13 weiteren Inhaftierten zu leiden hat. Briefe und Pakete werden unterschlagen, Besuche nicht zugelassen. Vergehen, wie sich nach 9.00 h morgens einfach vor Schwäche hinzulegen, und sei es nur auf die Erde, wird, außer mit Stockschlägen, noch mit Rationalisierung der ohnehin schon rationalisierten Zuteilung geahndet. Und so bleiben Krankheiten wie Skorbut und Beriberi nicht aus.
Es ist eine harte Zeit für Dacia und ihre Familie. Und ich versprach mir spannende Memoiren. Doch während der Aufzeichnungen schwenkt die Autorin immer wieder zu ihren gegenwärtigen Gedanken ab, wie z.B. unter anderem in die NS-Zeit mit seiner Judenverfolgung und den KZ-Lagern. Dieses empfand ich als sehr störend, unterbrach es doch meinen Lesefluss erheblich. Das wäre meinem Empfinden nach am Ende des Buches angebrachter gewesen.
Die Erinnerungen von Dacia Maraini geben auch Einblick in eine für uns Europäer schwer nachzuvollziehende Mentalität, die sie jedoch verständlich zu Papier gebracht hat.
Leider konnte ich mich mit dem Buch und der Erzählerin einfach nicht anfreunden. Und so gelang es mir nicht, mich in sie hineinversetzen zu können. Wahrscheinlich waren meine Erwartungen nur zu hoch geschraubt.
3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein großartiger historischer Roman

Das Pestkind
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In diesem Buch begibt sich der Leser in das Jahr 1648. Es ist das letzte Jahr des 30-jährigen Krieges.
In Rosenheim arbeitet die junge Marianne in der Brauerei ihrer Ziehmutter Hedwig Thaler. Obwohl Marianne ...

In diesem Buch begibt sich der Leser in das Jahr 1648. Es ist das letzte Jahr des 30-jährigen Krieges.
In Rosenheim arbeitet die junge Marianne in der Brauerei ihrer Ziehmutter Hedwig Thaler. Obwohl Marianne fleißig ist und hilft, wo sie nur kann, hat sie von Hedwig noch nie ein gutes Wort gehört. Lediglich Härte und Beschimpfungen werden ihr zuteil. Doch auch die Einwohner des Städtchens begegnen dem Mädchen mit Ablehnung und Anfeindungen und bezichtigen sie, eine Hexe zu sein. Denn Marianne war als Kind die einzige Überlebende einer Pestepidemie. Einzig der Pfarrer ist ihr freundlich zugetan und versucht, sie vor der unbarmherzigen Bevölkerung in Schutz zu nehmen. Dann wird eines Tages Hedwig Thaler erschlagen auf dem Hof aufgefunden. Und ein Unschuldiger des Mordes angeklagt.
Angelehnt an historische Ereignisse und Personen erzählt Nicole Steyer eine sehr bewegende und fesselnde historische Geschichte. Schon nach der ersten Seite ist man sofort mitten im Geschehen. Die Autorin schildert unglaubliche Verstrickungen und Ereignisse, die es zu dieser Zeit gab. Das Schicksal der Protagonisten ist sehr gut nachvollziehbar und erweckt teilweise ein Gänsehautgefühl. Die Wendungen in der Handlung sind nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung immer mehr ansteigt. Einmal angefangen, kann man mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Der Schreibstil führt lebendig und bildhaft durch diese Lektüre. Ich habe das Buch in zwei Nächten regelrecht verschlungen.
Mein Fazit: Freunden historischer Romane kann ich dieses mitreißende Buch ans Herz legen. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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