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Shilo_

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

Der eigene Weg

Das unehrenhafte Mädchen
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Die Handlung führt nach Innsbruck in eine Zeit, in der vieles festgelegt ist. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die ihrem Umfeld vertraut und davon ausgeht, dass die für sie geplante Ehe ein guter ...

Die Handlung führt nach Innsbruck in eine Zeit, in der vieles festgelegt ist. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die ihrem Umfeld vertraut und davon ausgeht, dass die für sie geplante Ehe ein guter Schritt ist. Doch schon nach kurzer Zeit zeigen sich erste Risse. Es ist der dritte Band der Reihe um die Töchter aus Innsbruck. Jeder Band erzählt eine eigene Geschichte, daher fällt der Einstieg auch ohne Vorkenntnisse leicht.
Schon bald wird klar, wie wenig Raum Josefa für eigene Entscheidungen hat. Die Verbindung zu dem wohlhabenden Geschäftsmann wirkt nach außen passend, entwickelt sich aber anders als gedacht. Ihr Wunsch, sich mit Kunstgeschichte zu beschäftigen, hat in diesem Leben keinen Platz.
Mit der Zeit wird alles schwerer. Der Druck wächst. Es wird deutlich, was von ihr erwartet wird. Auch die Schwangerschaft macht die Lage nicht einfacher.
Dann begegnet sie jemandem, der ihr zuhört. Das ist neu für sie. Es verändert etwas, langsam. Zum ersten Mal wirkt es so, als könnte es auch anders gehen.
Die Geschichte bleibt nah bei Josefa. Es geht ruhig zu. Vieles passiert nach und nach.
Zum Ende hin wird es ernster. Die Entscheidungen passen zu dem, was vorher war.
Der Stil ist einfach und gut lesbar. Man findet sich gut zurecht, ohne lange Erklärungen.
Am Ende bleibt eine Geschichte über ein Leben, das so nicht geplant war, und über den Versuch, daran etwas zu ändern.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die fesselnde historische Geschichten mögen, die nah an den Figuren.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Entscheidung zwischen Herz und Herkunft

Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste
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Runa Hansen hat sich in Hamburg ein eigenes Leben aufgebaut. Zusammen mit ihrem Sohn wohnt sie auf einem Hausboot. Sie hat Arbeit, Struktur und Abstand zu ihrer Familie an der Küste. Dieses Leben wirkt ...

Runa Hansen hat sich in Hamburg ein eigenes Leben aufgebaut. Zusammen mit ihrem Sohn wohnt sie auf einem Hausboot. Sie hat Arbeit, Struktur und Abstand zu ihrer Familie an der Küste. Dieses Leben wirkt stabil und sicher.
Dann passiert in der Familie ein Unglück. Ihr Bruder verunglückt auf dem Krabbenkutter. Dadurch steht plötzlich alles wieder im Raum, was sie eigentlich hinter sich gelassen hatte. Der Familienbetrieb an der Nordseeküste ist in Gefahr und Runa muss sich entscheiden, ob sie eingreift oder weiter ihr eigenes Leben lebt.
Die Rückkehr an die Küste bringt vieles zurück. Der Krabbenkutter, die harte Arbeit auf See und die alten Spannungen in der Familie sind sofort wieder da. Es zeigt sich schnell, dass nicht alles so einfach getrennt werden kann, wie sie es gehofft hatte.
Zwischen Hamburg und Küste entsteht ein starker Gegensatz. Das eine steht für Sicherheit und Selbstbestimmung, das andere für Herkunft, Pflicht und Verantwortung. Runa gerät genau dazwischen und merkt, dass sie sich nicht einfach aus allem heraushalten kann.
In der Familie merkt man schnell, dass vieles noch nicht erledigt ist. Da steckt mehr drin als nur der Betrieb. Alte Verletzungen sind noch da und vieles wird nicht offen angesprochen. Runa versucht, einen Weg zu finden, ohne alles noch schlimmer zu machen.
Auch ihr Sohn begleitet diese Entwicklung. Er steht ihr nahe, bekommt aber natürlich auch mit, wie sehr sich ihr Leben verändert. Zwischen den beiden bleibt eine enge Bindung, aber auch eine Unsicherheit, wie ihre Zukunft aussehen wird.
Die Geschichte bleibt durchgehend ruhig erzählt. Es gibt keine großen Dramen, sondern viele kleine Schritte und Entscheidungen. Genau das macht sie sehr bodenständig und glaubwürdig, weil alles Zeit bekommt, sich zu entwickeln.
Am Ende bleibt einfach ein ruhiger Eindruck von der Geschichte. Vieles dreht sich um Familie, um Verantwortung und darum, wie schwer es ist, sich von der eigenen Herkunft wirklich zu lösen.
Die Sprache ist einfach gehalten und lässt sich gut lesen. Passt insgesamt gut zur Küste und zu der ganzen Stimmung im Buch.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die eher ruhige Geschichten mögen, in denen es mehr um Menschen und Entscheidungen geht als um große Ereignisse.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Wenn das Leben keinen festen Plan hat

Zwischen Abschied und Neubeginn
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In der Wesermarsch Anfang der 1980er Jahre arbeitet eine kleine Hebammenpraxis, in der Esther und Luise viele ganz unterschiedliche Frauen begleiten. Da ist eine junge Frau, die als Friedensaktivistin ...

In der Wesermarsch Anfang der 1980er Jahre arbeitet eine kleine Hebammenpraxis, in der Esther und Luise viele ganz unterschiedliche Frauen begleiten. Da ist eine junge Frau, die als Friedensaktivistin lebt und sich gleichzeitig mit ihrer Rolle als Mutter schwer tut. Eine andere Frau bangt nach der Geburt um ihr Neugeborenes. Und dann gibt es noch einen Mann, der um sein uneheliches Kind kämpft.
In der Praxis treffen all diese Lebensgeschichten aufeinander. Esther und Luise sind dabei oft die ersten Ansprechpartnerinnen, wenn Angst, Unsicherheit oder auch Hoffnung im Raum stehen. Es geht um Geburten, aber genauso um das, was die Menschen davor und danach bewegt.
Im Verlauf der Geschichte wird auch deutlich, dass die Arbeit der beiden nicht einfach bleibt. Die Praxis gerät unter Druck und Esther steht plötzlich selbst vor Entscheidungen, die sie stark belasten. Nicht alles lässt sich leicht lösen und manches zieht größere Folgen nach sich, als zunächst gedacht.
Die Erzählung bleibt ruhig und ohne große Dramatik. Gerade dadurch wirken die einzelnen Schicksale sehr nah. Vieles passiert im Kleinen, in Gesprächen oder stillen Momenten, und genau das macht die Geschichte glaubwürdig.
Am Ende bleibt eine bewegende Geschichte über Menschen, die in einer unsicheren Zeit versuchen, ihren Weg zu finden, und trotzdem nicht aufgeben.
Es ist eine ruhige und sehr menschliche Geschichte. Im Mittelpunkt steht der Alltag in einer Hebammenpraxis, in der nicht nur Geburten begleitet werden, sondern auch viele persönliche Sorgen Raum bekommen.
Die verschiedenen Schicksale sind einfach erzählt, wirken aber gerade dadurch sehr echt. Auch die Entwicklung rund um die Praxis bringt eine Spannung in die Handlung, sodass die Seiten nur so dahin fliegen.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die gefühlvolle Geschichten mögen, die nah am Leben bleiben und starke Frauenfiguren in den Mittelpunkt stellen.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Wenn ein Haus Geschichten erzählt

Blaubeerzeit auf Halsterö
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Auf Halsterö, einer kleinen Insel im Stockholmer Schärengarten, entfaltet sich diese Geschichte in einem ganz eigenen Tempo. Der Sommer liegt über allem, mit viel Licht, Wasser und dieser besonderen Ruhe, ...

Auf Halsterö, einer kleinen Insel im Stockholmer Schärengarten, entfaltet sich diese Geschichte in einem ganz eigenen Tempo. Der Sommer liegt über allem, mit viel Licht, Wasser und dieser besonderen Ruhe, die sich langsam beim Lesen einstellt.
Louise kommt dorthin, nachdem ihre Kochsendung endet. Es ist kein großer Aufbruch, eher ein vorsichtiger Schritt in etwas Neues. In der Villa Hilda übernimmt sie die Küche und versucht, wieder Halt in ihrem Alltag zu finden. Thomas, ein Journalist aus Finnland, ist ebenfalls dort gelandet, auf der Suche nach einem neuen Anfang, ohne genau zu wissen, wohin das führen soll.
Beide bewegen sich zunächst eher nebeneinander als miteinander. Doch mit jedem Tag, mit jeder gemeinsamen Aufgabe in der Vorbereitung der ersten Saison, verändert sich fast unbemerkt etwas zwischen ihnen.
In der Villa entsteht ein Alltag aus Kochen, Planen und kleinen Begegnungen mit den ersten Gästen. Dazwischen tauchen Geschichten des Hauses auf, Spuren aus der Vergangenheit, die sich nicht sofort erklären lassen, aber eine eigene Wirkung entfalten.
Was besonders hängen bleibt, ist diese Mischung aus äußerer Ruhe und innerer Bewegung. Vieles wirkt nach außen hin unspektakulär, doch unter der Oberfläche passiert mehr, als man zuerst vermutet.
Louise trägt ihre Unsicherheit mit sich. Thomas wirkt oft zurückhaltend, fast suchend. Gerade das macht beide nahbar, weil nicht alles sofort klar ist und vieles zwischen den Zeilen bleibt.
Halsterö selbst ist mehr als nur Kulisse. Die Insel wirkt wie ein Ort, der die Zeit anders laufen lässt. Ruhig, abgeschieden, aber nicht leer. Immer wieder spürt man, dass hier Geschichten liegen, die lange gewartet haben.
Die Begegnungen im Gästehaus bringen Bewegung in diesen stillen Rahmen. Menschen treffen aufeinander, die sonst wohl nie zusammengefunden hätten, und genau daraus entstehen kleine Reibungen, aber auch Verbindungen.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Veränderung. Nicht alles ist gesagt, nicht alles gelöst, aber vieles hat sich verschoben.
Vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die leise Geschichten mögen, in denen Gefühle nicht laut ausgesprochen werden müssen, sondern sich langsam im Hintergrund entwickeln und genau dadurch wirken.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Verbundene Schicksale

Und sie schenkten ihnen ein Zuhause
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In diesem Buch geht es um 2 Frauen, die beide ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Ihre Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeiten, hängen aber nach und nach zusammen. Daraus entsteht ein ...

In diesem Buch geht es um 2 Frauen, die beide ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Ihre Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeiten, hängen aber nach und nach zusammen. Daraus entsteht ein ruhiger Roman über Herkunft, Verlust und neue Wege.
Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen. 1987 steht Rose im Mittelpunkt, die beim Ordnen des Nachlasses ihrer Mutter auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis stößt. Diese Spur bringt sie dazu, mehr über ihre Herkunft herauszufinden.
Die zweite Ebene führt nach London in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dort arbeitet Helen in einem von Anna Freuds Kinderhäusern und kümmert sich um Kinder, die in den Wirren des Krieges Sicherheit finden wollen.
Mit der Zeit zeigt sich, wie beide Ebenen miteinander verbunden sind.
Das Buch entwickelt sich ruhig und unaufgeregt. Gerade die Kriegskapitel haben Gewicht, weil sie sehr nah bei den Kindern bleiben und zeigen, wie schwierig es ist, wieder Vertrauen zu fassen.
Die Geschichte um Rose wirkt dagegen eher suchend und zurückhaltend. Durch den Wechsel der beiden Ebenen bleibt die Handlung in Bewegung, auch wenn sich vieles erst spät zusammenfügt.
Der Schreibstil ist klar und unaufdringlich. Die Autorin bleibt nah an ihren Figuren und erzählt ohne große Ausschmückungen. Besonders die Szenen mit den Kindern wirken glaubwürdig und bleiben im Kopf. Insgesamt liest sich das angenehm ruhig und flüssig.
Ein ruhiger Roman, der seine Wirkung vor allem über die Verbindung der beiden Zeitebenen entfaltet. Die Geschichte von Rose und Helen fügt sich Stück für Stück zusammen und ergibt am Ende ein stimmiges Bild.
Der Teil aus der Kriegszeit bleibt der stärkere, weil er emotional mehr trägt und die Arbeit in den Kinderhäusern sehr greifbar macht. Die Gegenwartsgeschichte ergänzt das sinnvoll, auch wenn sie weniger intensiv wirkt.
Unterm Strich eine berührende und gut recherchierte Geschichte, die ohne große Effekte auskommt und gerade dadurch nachwirkt.
4 Sterne und eine Leseempfehlung

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