Ein süßer Gaming-Snack mit wenig Sättigungsgefühl
Two Can Play – Die spielerische Weiterentwicklung von LiebeDie Geschichte: Zwischen Highscore und Herzklopfen
Ali Hazelwood entführt uns dieses Mal in die Welt der Pixel und Controller. Viola und Jesse, zwei kreative Köpfe aus konkurrierenden Lagern, müssen sich ...
Die Geschichte: Zwischen Highscore und Herzklopfen
Ali Hazelwood entführt uns dieses Mal in die Welt der Pixel und Controller. Viola und Jesse, zwei kreative Köpfe aus konkurrierenden Lagern, müssen sich für ein Herzensprojekt zusammenraufen. Eingepfercht in einer verschneiten Berghütte – ein klassisches, aber herrlich funktionierendes Romance-Szenario – prallen Welten aufeinander.
Was als kühle Distanz beginnt, weicht schnell einer spürbaren Anziehung. Besonders erfrischend: Jesse bricht mit dem typischen „Alpha-Male“-Klischee und darf einfach mal ein verdammt guter, wenn auch anfangs verschlossener Typ sein. Viola hingegen punktet durch ihre direkte Art. Es ist eine klassische Nerd-Romanze, die durch das winterliche Setting eine wohlige Atmosphäre versprüht.
Schreibstil: Typisch Hazelwood, aber im Zeitraffer
Wer Ali Hazelwood liest, weiß, was er bekommt: Schlagfertigkeit, akademischen (oder hier eben technischen) Charme und eine Prise Humor, die das Lesen zum Selbstläufer macht. Der Stil ist gewohnt flüssig und zieht einen sofort in den Bann. Man fliegt förmlich durch die Zeilen – was leider auch das größte Manko des Buches offenbart.
Mit kaum mehr als 170 (effektiv bedruckten) Seiten fühlt sich die Erzählung eher wie ein literarischer Sprint an. Während die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt und der „Spice“ durchaus für Hitze sorgt, kommt der Tiefgang zu kurz. Konflikte lösen sich auf, kaum dass sie entstanden sind, und das Potenzial der verfeindeten Firmen-Hintergründe bleibt weitestgehend ungenutzt. Es fehlt die dramatische Fallhöhe, die Hazelwoods Romane sonst so packend macht.
Fazit: Solide Unterhaltung für zwischendurch
„Two Can Play“ ist ein charmanter Quickie für alle, die eine schnelle Dosis Romantik suchen. Es ist ein wohliger Snack, der fantastisch schmeckt, aber leider keinen vollen Magen hinterlässt. Man merkt an jeder Ecke, dass hier eigentlich Platz für ein episches RPG gewesen wäre, man am Ende aber „nur“ ein kurzes Level-Up bekommen hat. Für Fans trotzdem ein Muss, allein um die Wartezeit auf das nächste große Werk zu versüßen.