Wenn der Hass nur die Maske der Sehnsucht ist
„The Broken Vows“ ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest – es ist eine emotionale Belastungsprobe, die einen erst völlig zerlegt und dann mühsam wieder zusammensetzt. Catharina Maura entführt uns ...
„The Broken Vows“ ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest – es ist eine emotionale Belastungsprobe, die einen erst völlig zerlegt und dann mühsam wieder zusammensetzt. Catharina Maura entführt uns erneut in den goldenen Käfig der Windsor-Dynastie, doch diesmal ist der Ton rauer. Die Geschichte von Zane und Celeste fühlt sich an wie ein Tanz auf Rasierklingen: Die Grenze zwischen tiefer Abneigung und verzehrendem Verlangen ist hier so dünn, dass man beim Lesen fast die Luft anhält.
Besonders fasziniert hat mich die Zweiteilung des Romans. Durch die Rückblicke verstehen wir erst, wie tief der Fall war, bevor wir in der hasserfüllten Gegenwart landen. Mauras Schreibstil ist dabei gewohnt intensiv; sie schafft es, Schmerz so greifbar zu machen, dass man das Gefühl hat, die Wunden der Protagonisten selbst zu spüren. Man fliegt förmlich durch die Seiten, auch wenn die Kommunikation der beiden einen manchmal wahnsinnig macht – dieses typische „Redet doch einfach miteinander!“ schwebt ständig im Raum. Doch gerade diese Sturheit macht die Charaktere so menschlich.
Zane ist ein Paradebeispiel für einen gebrochenen Helden, dessen Rachefeldzug eigentlich nur ein Schrei nach Liebe ist, während Celeste als starke, wenn auch oft missverstandene Kämpferin überzeugt. Trotz kleinerer Stolpersteine im Zeitverlauf der Handlung ist das Buch ein Muss für alle, die auf großes Drama, luxuriöse Kulissen und eine Liebe stehen, die eigentlich gar nicht sein darf. Ein heftiger, aufwühlender Ritt durch die Trümmer zweier Herzen.