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Veröffentlicht am 23.03.2018

Nach starkem Beginn zu verworren

Seelenspiel
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Als Senna an ihrem 33. Geburtstag erwacht, ist nichts mehr, wie es für die Schriftstellring jemals war, denn sie befindet sich in einem fremden Bett, in einem völlig fremden Haus. Auch ein Blick nach draußen ...

Als Senna an ihrem 33. Geburtstag erwacht, ist nichts mehr, wie es für die Schriftstellring jemals war, denn sie befindet sich in einem fremden Bett, in einem völlig fremden Haus. Auch ein Blick nach draußen bestätigt: sie wurde entführt. In Panik beginnt sie einen Fluchtweg zu suchen und dem Raum, in den sie eingesperrt wurde, zu entkommen. Dabei stößt sie in einem weiteren Raum auf eine weitere Person: den Arzt Isaac, der allerdings an sein Bett gefesselt wurde. Nachdem Senna Isaac befreit hat, beginnen sie das Haus und die Räume zu durchsuchen, dabei wird ihnen eines klar, sie sind gefangen. Denn das Haus ist fest verschlossen, die Möbel auf dem Boden verschraubt und rund um das Haus ist nichts als Einöde. Wer hat sie entführt? Wo sind sie? Und vor allem, wie können sie entkommen?
Meine Meinung:

Ein schlichtes Cover, das allerdings allein schon wegen seiner Farbe meine Aufmerksamkeit auf sich lenkte und mich neugierig machte. Es ist auf jeden Fall absolut passend zum Inhalt und für diesen, meiner Meinung nach, eher psychologischen Spannungsroman, zumindest passt das Wort Thriller hier für mich nicht so ganz.

Wie auch immer, der Beginn der Geschichte hatte mich ganz schnell an die Seiten fesseln können und dank des sehr eindringlichen Schreibstils verflogen die ersten hundert Seiten nur so beim Lesen. Man öffnet sozusagen gleich im ersten Moment gemeinsam mit Senna die Augen und ist genauso verwirrt und schockiert wie sie. Ich war hier auf jeden Fall völlig gefangen von der scheinbar ausweglosen Situation, in der sich die Protagonisten befanden und fieberte unheimlich mit. Gedanken wie: wer, warum und wo, kreisten permanent in meinem Kopf und ja, ich war hier sehr angetan von dem ganzen Geschehen. Es lässt sich auf jeden Fall sehr leicht und gut verständlich lesen und gefiel mir im ersten Abschnitt sehr gut.

Dann kam allerdings ein kleiner Cliffhanger, mit dem der erste Abschnitt endete und der Mittelteil, der einen Rückblick auf Sennas Leben gab und bei dem man herausfand woher Isaac und sie sich kannten, begann und damit leider auch die Ernüchterung. Denn hier begann es für mich immer etwas konfuser zu wirken. Man lernt hier durchaus verstehen, welche Persönlichkeit hinter Senna steckt, doch so manch eine Handlung schien mir hier eher für Verwirrung zu sorgen, ohne das mir diese irgendwann klar wurde. Auch die Spannung litt hier deutlich, denn ich hatte nur noch wenig Gelegenheit mitzufiebern.

In der Ich-Form wird die Geschichte durch Protagonistin Senna erzählt. Man erlebt alles durch ihre Augen, erkundet mit ihr Umgebung und ihren Mitgefangenen Isaac. Man spürt und fühlt und sieht alles, was sie selbst auch erlebt, allerdings hat mich das nur wenig mit der Protagonistin verbinden können, denn Senna ist eine Persönlichkeit, die ich kaum einzuschätzen vermochte. Von Beginn an machte sie einen extrem widersprüchlichen Eindruck auf mich und genau das hielt sich hier konstant. Ich habe selten einen solchen Abstand zu einem Hauptcharakter genommen, gerade auch durch die Ich-Erzählung fühle ich normalerweise schnell mit diesen mit, aber dieses Mal gelang das kaum bis gar nicht mehr.

Senna ist auf jeden Fall eine mehr als vielschichtige und unheimlich komplexe Persönlichkeit und mir nur wenig sympathisch. Die Autorin vermittelt hier ein sehr klares Bild von ihrem Charakter und dieser ist für mich nur sehr schwer verständlich. Auch ihre Beziehung zu Isaac ist alles andere als eine gewöhnliche Beziehung und sorgte ebenfalls des Öfteren bei mir für Unverständnis. Genauso wie Isaac bei mir nicht richtig sympathisch werden konnte. Man muss sich bei dieser Geschichte auf jeden Fall darauf einstellen, dass man sich hier sehr intensiv mit diesen beiden durchaus ungewöhnlichen Charakteren auseinandersetzen.
Mein Fazit:

Auch wenn diese Geschichte im Thrillergenre eingeordnet ist, habe ich das Buch eher als psychologischen Spannungsroman empfunden, denn einige Thrillerelemente fehlten mir hier, dafür gab es auf jeden Fall psychologisch ausgefeilte Charaktere. Der Schreibstil hingegen hat mir sehr gut gefallen und auch der komplette erste Teil des Buches las sich wie ein Highlight. Wer Bücher mit komplexen Charakteren mag, wird hier durchaus seine Freude beim Lesen haben, mir persönlich war vor allem der Mittelteil zu langatmig. Schnuppert hier aber einfach mal in die Leseprobe, denn die Geschichte ist durchaus anders.

Veröffentlicht am 17.03.2018

Viel zu viel auf einmal

Die Eishexe
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Dreißig Jahre ist es her, seit Marie und ihre damals beste Freundin Helen im Alter von dreizehn Jahren beschuldigt wurden, die damals vierjährige Stella in einem Waldstück getötet zu haben. Doch da sie ...

Dreißig Jahre ist es her, seit Marie und ihre damals beste Freundin Helen im Alter von dreizehn Jahren beschuldigt wurden, die damals vierjährige Stella in einem Waldstück getötet zu haben. Doch da sie Beide noch viel zu jung waren, wurde nie ein Urteil gesprochen. Trotz all dieser Umstände lebt Helen auch heute noch in Fjällbacka und Marie, die eine berühmte Schauspielerin wurde, kehrt zurück. Als kurz darauf die kleine Nea genau von dem Hof verschwindet, auf dem auch einst Stella lebte, wird die Vergangenheit lebendig. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und doch scheint man zunächst keinen Verdächtigen zu finden. Zum Glück behält Erica, die für ein Buch schon seit längerem zu dem Fall Stella recherchiert, einen kühlen Kopf. Was ist wirklich geschehen, sowohl mit Stella damals als auch mit Nea heute? Haben die Flüchtlinge, die in Fjällbacka untergebracht sind, etwas damit zu tun? Oder die Jugendlichen? Oder doch Marie und Helen? Immerhin ist Marie zurückgekehrt und schon verschwindet wieder ein kleines Mädchen.
Meine Meinung:
Mittlerweile ist mit "Die Eishexe" der bereits zehnte Fall für Erica Falck und ihren Mann Patrik Hedström erschienen und ich mag die Krimis der Autorin sehr. Denn eines ist Gewiss bei der Autorin Camilla Läckberg: sie kann einfach schreiben. Auch in diesem Band konnte sie mich mit ihrem klaren und flüssigen Schreibstil wieder völlig überzeugen. Sie beschreibt mit wenigen Details und doch hat man ein klares Bild vor Augen und es ist beinahe so, als würde ich wieder einmal zurück nach Fjällbacka kehren.
Allerdings habe ich dieses Mal das Gefühl gehabt, dass die Autorin in diesem speziellen Fall einfach viel zu viel auf einmal mit einbrachte und der eigentlich Fall dabei zu sehr in den Hintergrund geriet.
Dieser eigentliche Fall, nämlich der Mord an der gerade einmal vierjährigen Nea, macht durchaus betroffen. Gerade als Mutter eines Kleinkindes spürt man solche Geschichten tief im Herzen, doch das habe ich hier tatsächlich ein wenig vermisst. Stattdessen kommen noch einige Handlungsstränge hinzu, zum einen die Ereignisse von vor dreißig Jahren, als ebenfalls ein vierjähriges Mädchen ums Leben kam. Diese beiden Stränge waren für mich durchaus noch logisch und nachvollziehbar, doch dann kommen noch mehr hinzu und ab da wurde es einfach zu viel, zu unübersichtlich, zu langatmig. Auch wenn es absolut zeitgemäß ist, so ist das Thema Flüchtlinge doch in letzter Zeit sehr oft in Geschichten mit eingearbeitet. Auch Camilla Läckberg verpackt noch einmal diese Problematik, durchaus auch mit einem gewissen Maß an Einfühlungsvermögen, mit in ihren Krimi. Auch diesen hätte ich noch mit nachvollziehen können, auch wenn es hier durchaus schon fast zu einem eigenen Krimi gereicht hätte. Dann kommt noch ein weiterer Strang, über eine sehr zeitgemäße Problematik: Teenager und Mobbing und auch dieser passt zwar halbwegs mit ins Grundgerüst, aber hätte durchaus wieder ein eigener Krimi werden können. Aber auch das waren noch nicht alle Stränge, denn es folgt noch einer: nämlich eine Rückblende in die Zeit der Hexenverfolgung und einem Ereignis, was damals in Fjällbacka stattfand. Dieser passte eigentlich nicht so richtig mit zur Haupthandlung und ich wartete förmlich darauf, dass er mit in den Hauptstrang eingearbeitet wurde, das gelingt allerdings erst ganz zum Ende. All das zusammengefasst machte es mir einfach sehr schwer, hier am Ball zu bleiben. Ich glaube, der Geschichte hätte es gut getan, wenn hier weniger verpackt gewesen wäre, denn all diese Handlungsstränge wechselten viel zu schnell und teilweise auch zu unübersichtlich. Hatte ich eine Lesepause eingelegt, musste ich bei dem einen oder anderen Charakter durchaus überlegen, wer das nun gerade wieder war. Zu Gute halten muss ich der Autorin allerdings, dass sie hier in keinem ihrer Stränge den roten Faden verliert, nur leider fühlte es sich für mich so an, als wären hier mindestens vier Romane in einem zu lesen.
Ich mag kurze Kapitel und schnelle Perspektivenwechsel durchaus, denn diese sorgen meist für ein hohes Lesetempo, doch aufgrund der Anzahl der Handlungen war das hier so manches Mal verwirrend und ich musste zu oft überlegen, wer denn gerade handelt, vor allem, wenn ich die Namen nicht bereits aus vorangegangenen Geschichten kannte.
Charaktere gab es hier eine große Anzahl, doch gerade das machte es auch leider zu oberflächlich. Ich konnte mich in keinen richtig hineinversetzen, konnte wenig nachempfinden und vieles berührte mich auch nur oberflächlich und gerade bei solch einem Fall, der hier aber eher in den Hintergrund rückt, wäre ich eigentlich immer sehr berührt. Auch von Erica Falck erfährt man hier in diesem Band nur sehr wenig und auch Patrik Hedström bleibt, trotz Ermittlungsarbeiten, nur sehr selten im Vordergrund. Man trifft hier auf sehr viele bekannte Gesichter, viele neue kommen hinzu, aber auch das war mir alles zu viel des Guten.
Mein Fazit:
Wie bereits erwähnt, bin ich ein Fan der Falck-Hedström-Krimis und der Autorin Camilla Läckberg, aber diese Geschichte hatte mir einfach viel zu viel an Handlung, ohne dass irgendetwas davon tiefgründig wurde. Ja, sie weist auf aktuelle Ereignisse hin, die mit Sicherheit wichtig sind, aber all das lenkte von dem eigentlichen Fall ab. Auch die Rückblicke waren für mich eher nebensächlich und letzten Endes hätte all das gar nicht unbedingt mit in das Buch gemusst, denn es nahm dem eigentlich Fall nicht nur die Spannung, sondern auch das Mitgefühl, das man gerade bei solch einem Ereignis viel tiefer verspüren müsste.

Veröffentlicht am 17.03.2018

Temporeicher Trilogieeinstieg

Ocean City - Jede Sekunde zählt
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Ocean City - eine Stadt in einer gigantischen Größe und doch schwimmt diese frei auf dem Meer, auch wenn niemand geglaubt hätte, dass dies einst funktionieren könnte. Doch längst sind weite Teile des Festlandes ...

Ocean City - eine Stadt in einer gigantischen Größe und doch schwimmt diese frei auf dem Meer, auch wenn niemand geglaubt hätte, dass dies einst funktionieren könnte. Doch längst sind weite Teile des Festlandes dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Auf Ocean City herrscht somit großes Interesse am Recycling und die Währung in der man hier bezahlt ist Zeit, die mit einem codierbarem Armband bei jedem gemessen wird. Als die beiden Jungen Jackson und Crockie auf ihrem Weg zur Schule von Sicherheitskräften angehalten werden, um überprüft zu werden, ahnt Jackson noch nicht, was sein Freund wieder ausgeheckt hat. Denn Crockie hat heimlich die Erfindung der beiden Jungs und deren besten Freund Henk genutzt und mittels einem Transponder sich und seinen Eltern Zeit gut geschrieben. Das so etwas auf höchster Ebene nicht geduldet wird, hätte er vorausahnen müssen. Als Crockie von den Sicherheitskräften verletzt wird, verliert Jackson ihn aus den Augen und nimmt an, dass sein Freund tot ist. Nun heißt es für Jackson, den Transponder zu finden, damit man nicht auch ihm und Henk auf die Schliche kommt. Doch wo hat Crockie diesen versteckt?
Meine Meinung:
Das Cover sieht gleich nach einem sehr spannenden Jugendbuch aus und da der Klappentext auch ein wenig dystopischen Hintergrund versprach, wurde ich gleich neugierig. Die Geschichte beginnt auch umgehend mitten im Geschehen, bei dem wir den Hauptcharakter Jackson und seinen etwas flippigen Freund auf dem Schulweg begleiten und den Angriff der Sicherheitsbeamten miterleben. Man weiß allerdings hier noch so gar nicht, worum es überhaupt geht, weder über die Lebensumstände auf Ocean City noch über die ungewöhnliche Zahlung mit seiner Zeit. Aber gestört hat dieses mich hier nicht, denn es ist trotzdem sehr spannend und logisch erzählt und dank des leichten und sehr gut verständlichen Schreibstils auch sehr einfach nachzuverfolgen. Auch die Zielgruppe, junge Leser ab ca. elf Jahren, dürften vom Schreibstil angetan sein, da er sehr jugendlich ist. Ich hatte hier keine Zweifel, dass da ein Junge agierte, da es auch einfach nach einem jungen Charakter klang. Eine Umsetzung, die mir sehr gut gefallen hat.
Auch das Tempo der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, der schnelle Einstieg macht gleich neugierig und durch die gesamte Geschichte wechseln sich Momente der Spannung mit kleineren Momenten, in denen man mehr über Jackson und seine Lebensumstände erfährt, ab. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und zeitweise rätselt man hier ganz schön mit, wem man hier überhaupt vertrauen kann und bei wem man vorsichtig sein sollte, denn jedem ist hier eines wichtig: die Zeit.
Toll ist die neue Idee der Währung und auch des Lebens auf einer schwimmenden Stadt. Selbstversorgung und Umweltbewusstsein sind bei solchen Lebensumständen zwingend notwendig und das kam hier durchaus klar rüber. Wie die Zahlungseinheit Zeit funktioniert, lernt der Leser dann aber erst so nach und nach kennen, aber auch diese wirkte hier durchaus durchdacht.
Über das Setting – Ocean City – hätte ich allerdings gerne noch sehr viel mehr erfahren, man weiß zwar ungefähr, wie es dort aussieht, aber ich hätte allerdings gerne noch mehr Hintergrundwissen bekommen. Allerdings muss ich hier wieder eingrenzen, dass es sich ja auch um ein Buch für jüngere Leser handelt und demzufolge ist es so durchaus gut ausgearbeitet und vorstellbar.
Erzählt wird hier aus der Perspektive des Protagonisten Jackson und zwar in der Personellen-Form in der dritten Person. Jackson lernt man rasch dadurch kennen und kann sich ein gutes Bild machen. Er war mir sehr sympathisch, mit seiner Art, er wirkt clever und loyal und es wird auch sehr gut hervorgehoben, wie wichtig ihm Freunde und Familie sind. Er ist hier auch die Person, über die der Leser am meisten erfährt, doch auch neben Jackson lernt man viele weitere Charaktere kennen. Die meisten bleiben recht oberflächlich, aber trotzdem sind ihre Handlungen nachvollziehbar und passend.
Mein Fazit:
Ein gelungenes Jugendbuch mit einer guten und neuen Idee, viel Tempo und Spannung führen durch den ersten Band der Trilogie und lassen den Leser mitfiebern. Ein spannendes und völlig neues Setting, über das ich gerne noch mehr erfahren würde, machen diese Geschichte auch ein wenig besonders. Von mir gibt es hier eine Leseempfehlung, nicht nur für junge Leser!

Veröffentlicht am 14.03.2018

Gutes Debüt

Die Namen der Toten
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Als auf einem abgelegenen Parkplatz die Leiche des fünfzehnjährigen Deano Stowe gefunden wird, fühlt sich Detective Vega, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Denn vor ziemlich genau sechs Jahren wurde ...

Als auf einem abgelegenen Parkplatz die Leiche des fünfzehnjährigen Deano Stowe gefunden wird, fühlt sich Detective Vega, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Denn vor ziemlich genau sechs Jahren wurde schon einmal eine Leiche eines Jungen auf diesem Parkplatz gefunden. Auch dieser Junge wies ähnliche Verletzungen auf wie Deano. Ist Vega damals etwas entgangen und sitzt der Falsche in Haft? Vega beginnt zu ermitteln und deckt dabei ein Netz voller Intrigen und Lügen auf und schnell wird klar, dass da noch einiges mehr dahintersteckt, als man auch nur annahm.
Meine Meinung:
Bei diesem Buch war es tatsächlich als erstes der Klappentext, der mich neugierig machte und auch der Einstieg in dieses Krimidebüt gelang mir recht problemlos. Zweifelsfrei liegt das auch mit an dem sehr guten und flüssigen Schreibstil der Autorin Sarah Bailey, der es schon auf den ersten Seiten gelang, Spannung aufzubauen. Der Stil ist auf jeden Fall sehr leicht zu lesen und gut verständlich und schnell schwanden die Seiten beim Lesen.
Der Aufbau des Krimis hat mir hier ebenfalls sehr gut gefallen, während es gleich zu Beginn spannend wird, gibt es zwar auch zwischendurch ein paar ruhigere Momente und doch wollte ich permanent wissen, wie es weitergeht und wie alles zusammenhängt. Hier und da gibt es kleinere Längen, vor allem, wenn es um das Privatleben des Detective und seiner Vorgesetzten und deren komplizierte Beziehung zueinander geht und doch blieb es so interessant, das keine Langeweile aufkam. Gut gefallen hat mir der logische Aufbau der Ermittlungsarbeit, es kam mir weder überzogen vor noch wurde es mit zu vielen blutigen Details gespickt, so dass ich diesen Krimi auch Lesern empfehlen kann, die eher zart besaitet sind und trotzdem gerne spannende Lektüre lesen.
Der Fall, der auf den ersten Blick zwar berührend blieb, allein schon aufgrund des Alters des Opfers, entpuppte sich dann als wesentlich verzweigter und komplizierter und dabei ist es der Autorin sehr gut gelungen, hier auch auf den ein oder anderen gesellschaftlichen Misstand zu deuten.
Neben dem Fall und den klassischen Ermittlungsarbeiten spielt, wie schon erwähnt, auch die Beziehung zwischen Detective Vega und DI Rosen, seiner Vorgesetzten eine Rolle. Diese Beziehung ist durchaus kompliziert, allerdings bekommt man hier ein sehr klares Bild der handelnden Charaktere geliefert.
Vega ist ein Ermittler der besonderen Art, mit einer, für einen Detective sehr ungewöhnlichen Vergangenheit. Er war einst ein Priester und diente beim Militär als Seelsorger und gerade dieser soziale Aspekt lässt ihn einmal mehr menschlich wirken. Man spürte beim Lesen sehr gut, dass er ein gewisses Gespür für Menschen hat und diese ihm nicht egal sind, allerdings ist auch etwas passiert, was ihn von seinem Gottesglauben hat abweichen lassen. Doch was in seiner Vergangenheit wirklich geschehen ist, bleibt noch sehr vage, hier hält sich die Autorin auf jeden Fall noch Möglichkeiten für Fortsetzungen offen.
Neben ihm steht seine Vorgestzte DI Daria Rosen, die ich allerdings noch sehr wenig einschätzen kann. Sie bleibt für mich allerdings noch völlig undurchschaubar und so richtig einordnen kann ich sie noch nicht. Auf jeden Fall sind hier, auch in der Beziehung, noch einige Fragen offen und ich hoffe, dass sich in weiteren Bänden mehr Klarheit verschaffen lässt.
Neben diesen beiden Charakteren gibt es noch einige weitere Nebencharaktere, die hier sehr interessant dargestellt werden. Gerade diese unterstreichen aber durch ihre Vielschichtigkeit noch einmal mehr die Glaubhaftigkeit der Geschichte.
Mein Fazit:
Man spürt bei diesem Debüt, dass die Autorin durchaus über ein gutes Grundwissen verfügt, denn es blieb alles in einem gut durchdachten und logisch aufgebauten Level. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig und auch wenn der Grundton eher ruhig bleibt, schafft sie es, die Spannung über weite Strecken aufrecht zu halten. Gerade zum Ende hin wird es immer spannender und je mehr Puzzleteile aufgedeckt werden, umso schrecklicher wird das Gesamtbild, das hier entworfen wurde. Ihre Charaktere wirken authentisch und vielschichtig und lassen auf eine interessante Fortsetzung hoffen. Von mir bekommt dieser Krimi eine Leseempfehlung für alle, die gerne spannende Bücher ohne bluttriefende Passagen mögen.

Veröffentlicht am 12.03.2018

Wenn die Gabe erwacht

Aura 1: Aura – Die Gabe
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Hannah ist ein ganz normaler Teenager, die neben der Schule ihre Freizeit am liebsten mit ihren Freundinnen verbringt. Eigentlich ist sie auch nicht der Typ, der einem Jungen aus der Ferne anschmachtet, ...

Hannah ist ein ganz normaler Teenager, die neben der Schule ihre Freizeit am liebsten mit ihren Freundinnen verbringt. Eigentlich ist sie auch nicht der Typ, der einem Jungen aus der Ferne anschmachtet, doch seitdem Jan an ihrer Schule ist, hat sich dieses geändert. Doch leider passiert es Hannah immer wieder, dass sie ausgerechnet in Jans Gegenwart in Fettnäpfchen springt. Aber dann kommt alles ganz anders als sie je gedacht hätte, denn bei einem Ausflug auf einen Campingplatz, macht Hannah eine unheimliche Entdeckung. Sie hat scheinbar eine Gabe, Dinge und Personen um sich herum, mit ihren Gedanken zu beeinflussen. Immer mehr probiert sie aus und plötzlich hat auch Jan scheinbar Interesse an Hannah.
Meine Meinung:
Das Cover zu diesem Buch erweckt schon auf dem ersten Blick die Aufmerksamkeit, allein durch die auffällige Farbe lockt es an. Es gefällt mir auf jeden Fall sehr gut und passt auch wunderbar zu der Geschichte. Diese machte mir bereits den Einstieg sehr leicht, denn es beginnt mitten im Geschehen und das ist auch gleich sehr spannend und mysteriös. Clara Benedict schreibt sehr flüssig und dabei gut verständlich und modern. Gerade auch für die jüngere Zielgruppe, für die diese Geschichte gedacht ist, ist das perfekt und dürfte damit auch angesprochen werden.
Nach dem sehr spannenden Einstieg wird es zunächst dann etwas ruhiger und der Leser darf erst einmal die Protagonistin Hannah kennenlernen. Während man sie ein wenig durch den Alltag begleitet, passieren aber immer wieder unerklärliche Dinge, die die Handlung spannender werden lassen und auf die ich regelrecht gewartet habe. Für mich hätte es gerne etwas mehr in diese Richtung der "Gabe" gehen können, aber es ist ja auch in erster Linie eine Romantasy für jüngere Leser und diese ist hier auch gut umgesetzt worden. Clara Benedict schafft es auf jeden Fall langsam, aber stetig die Spannung aufzubauen und immer wieder dann etwas mysteriöses einzubauen, wenn man nicht unbedingt damit gerechnet hat. Zum Schluss gibt es dann auch noch einen Showdown, der mich aufstöhnen ließ, denn hier wird deutlich, dass Hannah bisher nur ganz wenig über ihre Gabe weiß und das mich gespannt auf den zweiten Band warten lässt.
In der Ich-Form aus Hannahs Perspektive erlebt der Leser diese Geschichte. Wir dürfen hier hautnah miterleben, wie Hannah selber immer mehr spürt, dass etwas nicht stimmt und wie sie ihre Gabe entdeckt. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es bringt hier deutlich hervor, dass Hannah keinerlei Ahnung hat, was mit ihr geschieht und damit hat sie eindeutig eine Gemeinsamkeit mit dem Leser, der somit Gelegenheit hat, mit Hannah gemeinsam die Gabe zu entdecken.
Hannah ist auf den ersten Blick ein typischer Teenager, allerdings ist sie noch sehr naiv und unerfahren. Das habe ich ihr auch komplett so abgenommen mit ihrem Verhalten und Auftreten. Ihre Gedanken kreisen sehr oft um ihren Schwarm Jan und das war mir hier ein bisschen zu viel des Guten. Andererseits muss man hier dann auch wieder das Alter der Zielgruppe bedenken und in dieser Hinsicht passt auch Hannahs Verhalten wiederum sehr gut. Ansonsten mochte ich sie durchaus sehr gerne und gerade ihre Entwicklung hinsichtlich ihrer Gabe war gut umgesetzt und auch glaubwürdig. Das Herumexperimentieren mit der Gabe, aber auch das Ausnutzen dieser, machte mir Hannah sehr menschlich. Jan hingegen war mir, auch wenn er umwerfend aussieht, alles andere als sympathisch. Über lange Strecken blieb er, gewollt, undurchschaubar und unnahbar und sehr rätselhaft. Er hat etwas dunkles und geheimnisvolles an sich, das mit Sicherheit seinen Reiz ausmacht, aber gerade sein Verhalten Hannah gegenüber, ließ mich doch etwas nachdenklich werden, warum sie permanent so für ihn schwärmte.
Die Nebencharaktere der Geschichte sind hier, je nach Wichtigkeit für die Handlung, recht lebendig ausgearbeitet. So mochte ich Hannahs beste Freundin Viv sehr gerne. Sie ist locker und freundlich und ein absolut geradliniger Mensch, die auch so ein kleines bisschen Hannahs Gewissen ist. Sie bringt hier auch immer wieder Hannah dazu, innezuhalten und nachzudenken.
Mein Fazit:
Ein Jugendromantasybuch, das mir sehr gut gefallen hat, wenn mir auch die "verliebten" und etwas naiven Gedanken und Handlungen der Protagonistin Hannah an manch einer Stelle zu viel wurden. Dafür war aber vor allem der Bereich rund um die geheimnisvolle Gabe sehr spannend aufgebaut und lässt mich neugierig zurück, da es hier gerade erst beginnt, dass der Leser mehr darüber erfahren darf. Fragen gibt es noch einige, die nicht geklärt sind und auch der Cliffhanger zum Schluss lässt mich durchaus gespannt auf die Fortsetzung zurück. Gerade für die Zielgruppe eine sehr spannende und passend umgesetzte Geschichte.