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Veröffentlicht am 18.01.2018

Intrigen und Action im Mittelalter

Die rote Löwin
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Wir schreiben das Jahr 1205, in Seedorf wächst die achtzehnjährige Runja, gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Waldemar, auf. Doch nach einem Angriff durch eine Horde Wenden, bei der ihre Eltern ums Leben ...

Wir schreiben das Jahr 1205, in Seedorf wächst die achtzehnjährige Runja, gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Waldemar, auf. Doch nach einem Angriff durch eine Horde Wenden, bei der ihre Eltern ums Leben kommen, sind die Beiden gezwungen, nach Magdeburg zu fliehen. Hier lebt der Domdekan Laurenz, der nur zu gerne aufsteigen würde, doch dafür müsste er seinen Konkurrenten Pirmin ausschalten, was sich als gar nicht so leicht herausstellt. Als dann jedoch Runja und Waldemar in Magdeburg auftauchen, scheint es, als könnte es doch noch gelingen, einen Plan gegen Pirmin zu schmieden, denn Runja sieht Pirmins verstorbener Frau, die er über alles liebte, zum verwechseln ähnlich. Kurzerhand hält Laurenz Waldemar als Geisel und Runja wird in den Orden der Vollstrecker aufgenommen. Sie soll Pirmin in Sicherheit wiegeln und dann eines Tages töten. Doch das sie sich verlieben könnte, hätte sie nicht mit gerechnet.

Meine Meinung:

ch gebe zu, dass ich bisher eher wenige historische Romane gelesen habe und wenn, dann spielten sie eher ein bis zwei Jahrhunderte vor unserer Zeit. Doch ich muss sagen, dass es Thomas Ziebula recht schnell gelungen ist, mich an seinen Roman zu fesseln. Da ich bereits Bücher des Autors aus einem anderen Genre kenne, war ich auch hier gleich wieder gefangen von seinem wirklich sehr flüssigen und einnehmenden Schreibstil. Sprachlich durchaus der Zeit, in der es spielt angepasst, dabei aber nicht gespickt mit komlizierten Formulierungen und Phrasen, so dass ich auch im Lesefluss blieb und vom Text her keine Verständnisprobleme hatte.
Auch muss ich sagen, dass es hier zwar durchaus Erwähnungen des zeitlichen Geschehens gibt, das Buch aber durchaus seine eigene Handlung hat. Dabei ist es sehr spannend erzählt und es gibt sehr viel Action. Ziebula schreibt wenig zimperlich, dabei aber mit vielen Bildern, die das Geschehen vor dem inneren Auge lebendig werden lassen. Dabei bekommt das Buch eine ganz eigene Atmosphäre und wirkt sehr real in seinen Geschehnissen. Zwar ist es jetzt, wie schon erwähnt, nicht voll mit historischen Daten, doch das, was erwähnt wird, wurde perfekt recherchiert. So ist die Handlung sehr lebendig, teilweise sehr brutal, aber durchweg glaubwürdig, dass es genau so in diese Zeit passt und passiert sein könnte.
Unterteilt ist das Buch in drei großen Abschnitten und wird durch einen Erzähler in der dritten Person wiedergegeben. Dabei wechseln sich die Perspektiven zwischen Runja und Laurenz ab, was natürlich dazu führte, dass ich hier sehr gut hinter die Kulisse schauen konnte. Gerade Laurenz ist ein Charakter, den ich so gar nicht mochte und der trotz aller Antipathie durchweg interessant war. Ein sehr intriganter Mensch, der seine eigene Pläne rücksichtslos verfolgt, dem ich gerne das Handwerk legen wollte und dem ich doch nur hilflos zusehen musste.
Runja mochte ich sehr, sie ist eine extrem starke Persönlichkeit, deren auftreten mich durchaus beeindrucken konnte. Ich konnte mich auch sehr gut in sie hineinfühlen, gerade wenn sie Laurenz und dessen Machenschaften gegenüberstand und wegen ihrem Bruder immer wieder gegen ihre eigene Überzeugung handeln musste.
Auch Nebencharaktere gibt es hier so einige und diese sind, wie auch der Rest, sehr anschaulich dargestellt, spielen ihre Rollen authentisch und glaubwürdig und sind keineswegs oberflächlich.

Mein Fazit:

Ein sehr atmosphärischer, durch viele eindringliche Bilder, wirkender Roman, der nichts verschönigt. Vieles ist sehr brutal und auch die Action kommt nicht zu kurz, doch genau das läßt es nicht nur lebendig, sondern auch glaubhaft werden. Die Charaktere haben mir gut gefallen und das geschichtliche Geschehen ist sehr gut recherchiert. Wer historische Romane mag, die auch ruhig blutiger sein dürfen, ist hier genau richtig.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Gelungener Start in eine Familiensaga

Bourbon Kings
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Seit vielen Jahren sind die Bradfords aus Kentucky die führende Familie schlechthin, ihre Bourbon Herstellung ist weltweit bekannt und der Reichtum der Familie scheint grenzenlos. Doch wie so oft ist auch ...

Seit vielen Jahren sind die Bradfords aus Kentucky die führende Familie schlechthin, ihre Bourbon Herstellung ist weltweit bekannt und der Reichtum der Familie scheint grenzenlos. Doch wie so oft ist auch bei den Bradfords nicht immer alles so, wie es zunächst scheint. Der älteste Sohn hat sich komplett von der Familiendynastie zurückgezogen und hat sich der Pferdezucht gewidmet. Lane, der mittlere, ist nach einem persönlichen Drama rund um eine unglückliche Liebe zur Gärtnerin der Familie und eine ungewollte Ehe nach New York geflüchtet. Gin, die Tochter des Hauses, ist die Femme fatale und lebt auf großem Fuß und auch Max, der letzte der Geschwister, scheint am Familienimperium kein Interesse zu zeigen. Als das große Derby der Stadt und damit das größte Fest der Bradfords stattfindet, kommt es zu etwas unvorhergesehenes und Lane kehrt nach Hause zurück. Doch das, was ihn hier erwartet, hätte er nie im Leben ahnen können.
Meine Meinung:
Ich gebe zu, dass ich doch in erster Linie extrem neugierig war, wie J. R. Ward etwas ganz anderes schreibt, als das, was ich von ihr "gewohnt" war und ich muss sagen: ich bin absolut begeistert. Zunächst dauerte es ein wenig, bis ich richtig in der Geschichte war, denn zu Beginn werden doch so einige Charaktere vorgestellt und man erhält einen Eindruck vom Imperium der Bradforts und das ist, ohne Frage, mehr als beeindruckend und gigantisch. Allerdings war so der Einstieg auch etwas langatmig, wenn auch absolut notwendig. Doch dann geht es so richtig los und ich war wie gebannt von den Bradforts und allen Lügen, Intrigen, Geheimnissen und Vergehen und die Atmosphäre, die hier geschaffen wird, nahm mich völlig gefangen.

J. R. Ward erzählt die Geschichte der Bradforts so greifbar und flüssig, als hätte sie der Familie beigewohnt und würde live berichten. Das die Autorin über einen wirklich sehr einnehmenden Schreibstil verfügt, dürfte für viele kein Geheimnis sein, doch da es sich hier auch um eine ganz andere Geschichte als das Urban Fantasy ist, ist dieses Buch auch mehr als interessant für alle anderen.

Die Spannung nimmt immer mehr zu, je mehr die Geschichte voranschreitet und so manch ein Geheimnis der reichsten Familie Kentuckys ließ mich zusammenzucken. Ich hatte zwischendurch den Eindruck, einer der großen Familiensagas der achtziger Jahre, wie Dallas oder Denver Clan, beizuwohnen, denn bei den Bradforts geht es mindestens genauso spektakulär zu, wie in den damaligen Fernsehsendungen. Ich wurde hier auf jeden Fall komplett eingenommen und war in kürzester Zeit durch das Buch durch.

Das Setting ist schon sehr eindrucksvoll beschrieben und wirkt sehr atmosphärisch. Dank kleinerer Details hatte ich ein sehr gutes Bild über den Familiensitz und auch über die ganze große Dynastie der Familie. Es wirkte absolut einnehmend und die Südstaaten Atmosphäre, mit Gentlemen und schönen Frauen, mit Reichtum und Protzerei, kam perfekt rüber.

Die Charaktere haben mich ebenfalls komplett eingenommen. So wurde mir zunächst die Gärtnerin Lizzie sehr sympathisch und ich konnte so gut mit ihr mitfühlen, wie es ihr in ihrer Liebe zu Lane ergangen ist. Lane ist großartig und konnte mich genau so überzeugen und ich konnte ihn regelrecht vor mir sehen. Aber auch alle anderen Charaktere waren hier gut ausgearbeitet und wirkten glaubhaft und authentisch. Jeder einzelne passt hier perfekt an seinen Platz und man merkt nur zu deutlich: da kommt noch viel viel mehr auf den Leser zu.
Dadurch, dass ich hier auch sehr viele Perspektiven durch einen autarken Erzähler mitverfolgen konnte, wurden mir die einzelnen Personen sehr nahe gebracht, mal wirkten sie sympathisch, mal absolut überzogen, aber jeder Einzelne, sei er noch so vorhersehbar, brachte dann doch wieder etwas mit ein, was ich in diesem Augenblick nicht vermutet hätte.
Mein Fazit:
Ein großartiger Einstieg in ein gigantisches Familienepos das für mich komplett stimmig wird. Bis auf den Einstieg, der etwas weit ausholte, konnte ich völlig in die Südstaaten Atmosphäre abtauchen und fühlte mich regelrecht nach Kentucky und ins Imperium der Bradforts versetzt. Schockierende Geheimnisse, Intrigen, verbotene Liebe und auch alles andere, was man bei solche einer Geschichte erwartet, konnte man hier entdecken und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung des ganzen Familiendramas und auf ein Wiedersehen mit den Bradforts.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Eher Jugendbuch als Thriller

Angstmädchen
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Als die junge Malin ein Zimmer in einer Studentenwohnung ergattern kann, ist sie zunächst einfach nur überglücklich etwas gefunden zu haben. Auch ihre Mitbewohner scheinen soweit alle ganz in Ordnung zu ...

Als die junge Malin ein Zimmer in einer Studentenwohnung ergattern kann, ist sie zunächst einfach nur überglücklich etwas gefunden zu haben. Auch ihre Mitbewohner scheinen soweit alle ganz in Ordnung zu sein, doch zwischendurch verhalten sie sich doch merkwürdig. Dann beginnt es mit unheimlichen Vorkommnissen in ihrem Bad und nach kurzer Zeit erfährt Malin, was passiert ist. Die vorherige Bewohnerin des Zimmers, eine junge Japanerin namens Yuko, hat sich in dem Bad die Pulsadern aufgeschnitten. Die mysteriösen Geschehnissen nehmen immer mehr zu und Malin begibt sich auf die Suche nach dem, was mit Yuko wirklich geschehen ist.
Meine Meinung:
Dieses Buch wurde als Thriller eingestuft und so habe ich vorher auch die Erwartungen an eine ordentliche Portion Thrill gehabt, doch das Buch beginnt noch recht langsam und der Thrill läßt deutlich zu lange auf sich warten. Der Schreibstil hingegen hat mir recht gut gefallen, sprachlich einfach und verständlich, läßt es sich durchaus flüssig lesen. Allerdings würde ich es sowohl vom sprachlichen als auch von den Ereignissen her, eher in eine Sparte Richtung Jugendbuch mit leichtem Gruselfaktor einordnen. Dazu würden dann auch die Charaktere und auch das Setting perfekt passen, so bin ich hier wohl mit völlig falschen Voraussetzungen ans Lesen gegangen.
So beginnt das Buch eher mit einer Aneinanderreihung des gewöhnlichen Tagesablaufs der Studentin Malin. Dieser ist wenig spektakulär und dadurch viel zu detailreich erzählt, ich hatte einfach nicht das Gefühl, ins Geschehen gezogen zu werden. Auch wenn es gruselig wurde, fehlte mir einfach die Atmosphäre, denn ich hatte weder Gänsehautfeeling noch beklemmende Gefühle, die ja eigentlich gerade bei einer Geistergeschichte aufkommen müssten. Dementsprechend plätscherte die Handlung doch eine ganze Weile nur so vor sich hin. Ich hätte mir hier gewünscht, dass viel mehr Details über die Studentin, die sich das Leben genommen hat, zum Vorschein kommen, denn ich hatte den Eindruck, dass da einiges im Argen lag. Doch das bleibt hier lediglich nebensächlich und die Nachforschungen, die Malin beginnt, sind nicht allzu intensiv.
Trotzdem hier in der Ich-Perspektive durch Malin erzählt wird, blieb diese mir doch zu unscheinbar. Auch ihre Erlebnisse sind selten spannend, da immer wieder Details erzählt werden, die zum Grundgerüst nicht passen. Die Besuche des Clubs oder den Liebeskummer der Freundin bremsten den Lesefluss immer wieder aus und wenn es denn spannend wurde, kam wieder ein Ereignis aus dem Studentenleben, das hier so gar nicht reinpassen sollte.
Malin war mir schon auf einer gewissen Ebene recht sympathisch, ein eher schüchternes Mädchen, das nun auf sich gestellt ist und anfangen muss, sich zu behaupten. Das ist durchaus glaubhaft, doch trotzdem fiel es mir schwer, mich in sie hineinzuversetzen, denn sie blieb doch immer recht oberflächlich. Selbst wenn es zu den unheimlichen Ereignissen kam, schien sie mir diese doch eher nüchtern zu betrachten. Ich konnte zumindest nicht allzu oft Angst und Schrecken spüren und genau das hätte ich hier eher erwartet. Die Nebencharaktere entsprechen alle dem typischen Studentenklischees, die Schönheit mit den vielen Männerbekanntschaften, der nette Typ, der ruhige Streber, der Erfolgreiche mit Zukunftsperspektive und die Sportlerin, alle passen hier zwar gut hinein, brachten aber keine allzu großen Überraschungen.
Zum Ende nimmt die Geschichte dann doch noch Schwung auf, doch das alles kam mir dann zu plötzlich, die vorangegangenen Ereignisse bereiteten mich zu wenig auf den Showdown vor und somit konnte mich auch dieser nicht völlig überzeugen.
Mein Fazit:
Leider konnte mich dieser Thriller nicht überzeugen, da mir hier einfach die unheimlich Atmosphäre und die Spannung fehlten. Durch viel zu viele Details des Studentenlebens wurde das Tempo zu oft ausgebremst und blieb zu oberflächlich. Sprachlich gefiel es mir ganz gut, da es sich immerhin flüssig lesen ließ und auch die Protagonistin war soweit sympathisch, wenn ich mir hier auch einfach mehr Tiefgang gewünscht hätte. Mich konnte dieser Thriller leider nicht überzeugen, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass jugendliche Leser hier durchaus mehr Spannung finden könnten.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Neue Idee, deren Ausführung noch hapert

Im Zeichen des Todes
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Als der ehemalige Polizeichef der Stadt San Celeste grausam ermodet in seinem Garten gefunden wird, beginnt sein ehemaliger Schüler Detective Jerome Burton mit seinen Ermittlungen, dabei wird er von der ...

Als der ehemalige Polizeichef der Stadt San Celeste grausam ermodet in seinem Garten gefunden wird, beginnt sein ehemaliger Schüler Detective Jerome Burton mit seinen Ermittlungen, dabei wird er von der Profilerin Lindi Childs unterstützt. Gemeinsam beginnen sie mit der Suche nach dem brutalen Mörder. Doch die Kriterien, nach denen hier ermittelt wird, entsprechen völlig neuen Gesetzen, den Gesetzen der Sterne. Denn in dieser Zeit zählt, wann ein Mensch unter welchem Sternzeichen geboren wurde. So gelten z. B. die Menschen, die unter dem Sternzeichen des Widders geboren wurden, als besonders aggressiv und auch sonst werden die Menschen schon nach ihrem Sternzeichen in bestimmte Kategorien eingeteilt. Doch ist dieses System wirklich das wahre? Childs glaubt an die Sterne, aber Burton, der glaubt eher an die gewöhnliche Jagd nach dem Verbrecher.

Meine Meinung:

Dieser Thriller lockte mich gleich mit seinem doch sehr geheimnisvollen Äußeren und auch der Klappentext verspricht sehr viel Spannung und mal etwas ganz anderes. Doch die Umsetzung konnte mich nicht völlig überzeugen, zwar ist der Schreibstil recht leicht verständlich und auch dementsprechend gut zu lesen, jedoch hatte ich irgendwie den Eindruck, dass der Thrilleranteil und der Hintergrund mit den Sternengesetzen nicht so richtig zusammenpassen wollten. So fand ich z. B den Einstieg in das Buch durchweg gelungen und spannend und zunächst hatte ich den Eindruck, hier einen Thriller zu lesen, wie es halt auch andere gibt. Der Einbau der Sternzeichen in diese ganze Story passte aber irgendwie nicht so richtig in das Gesamtbild und ich hatte an so manch einer Stelle Verständnisprobleme. Mir fehlten hier einfach eine gehörige Portion an Hintergrundinformationen, die ich mir erst so nach und nach während des Lesens zusammengereimt habe, die aber eher auf meine eigenen Vermutungen beruhen, als auf vorhandene Erläuterungen. Ich hätte es gut gefunden, wenn es irgendwo ein Raster gegeben hätte, in dem man die angenommenen Eigenschaften eines Sternzeichens erklärt hätte. So tappte ich sowohl über die politischen Hintergründe, als auch über die Charaktereigenschaften eher im Dunklen.

Durch diese Verwirrungen, die das Ganze für mich stiftete, wurde auch die zu Beginn vorhandene Spannung dann leider immer weniger und es wurde zunächst mal recht langatmig, Das Tempo wurde hier viel zu sehr gebremst und ich hatte den Eindruck, dass der reine Fall des Thrillers viel mehr Spannung gebracht hätte. Erst ab ca. Mitte des Buches gab es dann wieder mehr Tempo und es wurde interessanter, nur leider war ich bis dahin doch ein wenig demotiviert, weiterzulesen.

Erzählt wird das Ganze durch einen personellen Erzähler, der die Perspektive immer mal wieder wechselt. So konnte man sowohl den beiden Ermittlern Burton und Childs zusehen und auch ein wenig das persönliche kennenlernen, als auch eine zweite Linie verfolgen. Nämlich die des reichen Daniel Lapton, der auf der Suche nach seiner Tochter ist, doch die Zusammenhänge waren mir aber hier eine ganze Zeit lang ein Rätsel. Die Ermittler blieben mir leider zu blass und Burtons Art zu ermitteln ist mir manchmal zu anstrengend, allerdings vermute ich mal, dass dies mit an den ungewöhnlichen Ansätzen liegt, die hier die Profilerin bietet. Auch sonst ist mir Burton als Protagonist nicht sehr sympathisch, dafür bleibt er einfach zu emotionslos und nüchtern. Selbst private Geschehnisse bleiben in seinen Augen eher nüchtern geschildert. Auch Childs war mir noch zu oberflächlich und auch das Hineinversetzen in ihren Charakter fiel mir schwer. Auch bei den weiteren Charakteren hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht, so machten sie leider einen austauschbaren Eindruck. Lediglich Daniel fand ich noch ganz interessant, aber seine Rolle war mir recht lange unklar.

Mein Fazit:

Eigentlich schade, dass die sehr ansprechende Grundidee nicht mit klarer Linie ausgeführt wurde, denn mir hat diese Hintergrundgeschichte rund um die Sternbilder eigentlich gut gefallen und es hätte sehr interessant sein können. Auch hätte man diese vorurteilbildende Vorgaben auf Grund der Zeit, in der man geboren wurde, wirklich hervorragend zu aktuellen Geschehnisse passen können. So bleibt alles zu blass und auch der Thriller brachte keine großen Wendungen und Drehungen, bei denen ich mitfiebern konnte. Einzig der gut lesbare Schreibstil konnte mich hier bei der Stange halten, doch im Großen und Ganzen hatte ich mir hier viel mehr versprochen.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Rasant, verwirrend, spannungsgeladen

Black Memory
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Eine Frau wacht auf und stellt fest, dass sie weder weiß, wer noch wo sie ist, nur dass sie sich mitten auf dem Wasser in einem kleinen Boot befindet, stellt sie sehr schnell fest. Scheinbar wurde sie ...

Eine Frau wacht auf und stellt fest, dass sie weder weiß, wer noch wo sie ist, nur dass sie sich mitten auf dem Wasser in einem kleinen Boot befindet, stellt sie sehr schnell fest. Scheinbar wurde sie von einem Mann bewusstlos aus dem Meer geborgen, doch wie sie dort hingekommen ist, weiß sie nicht. Kaum an Land der indonesischen Küste, wo sie sich wohl anscheinend befindet, wird sie jedoch verhaftet, denn sie soll von Interpol gesucht werden. Sollte sie wirklich eine Verbrecherin sein? Ihr Name sei Clare Brent, eine Ärztin aus London und gesucht wird sie wegen Kindesentführung. Clare weiß nicht wie ihr geschieht, ihre Erinnerung sind so schwarz wie die Nacht und auch sonst weiß sie nicht mehr, wem sie glauben kann und wem nicht. Nur eines weiß sie genau: sie muss dieses Kind finden.
Meine Meinung:
Wow, was für ein rasanter Thriller! Dieses Buch hat gleich vom ersten Moment an einen gewaltigen Sog auf mich ausgeübt und zog mich innerhalb kürzester Zeit in sein Geschehen. Dabei ist die Grundstory eigentlich eine altbekannte Geschichte: eine Frau mit Blackout kommt irgendwo zu sich. Doch die Umsetzung des Ganzen ist hier absolut überzeugend und spannungsgeladen dargestellt, dass ich die Seiten nicht schnell genug umblättern konnte.
Der Schreibstil ist wirklich sehr gut, absolut fesselnd und mitreißend, dabei flüssig und gut verständlich und selbst wenn es in den Bereich Traumaverarbeitung etc geht, wird alles so erzählt, dass ich keinerlei Verständnisprobleme hatte.
Auch sonst ist hier die Spannung sehr hoch, es gibt actiongeladene Szenen, die mich kaum zu Atem kommen ließen und bei denen ich mit regelrechtem Herzklopfen auf dem Sofa saß. Die Verwirrungen und Wendungen, die hier eingebaut sind, waren für mich nicht vorhersehbar und zogen die Spannungsschraube noch einmal richtig an. Dabei sind die Kapitel recht kurz und knapp gehalten und ließen mich ebenfalls nur so durch das Geschehen fliegen, ganz nach dem Motto: ein Kapitel geht noch.
Erzählt wird das Ganze von einem Ich-Erzähler aus der Sicht der Protagonistin Clare, nur ab und an gibt es kleinere Kapiteleinschübe, die von einem Erzähler wiedegegeben werden. Diese kurzen Einblicke machen nur noch neugieriger und sorgten noch einmal mehr dafür, dass ich nicht wusste, wie mir geschah.
Die Protagonistin Clare konnte mich ebenfalls vom ersten Augenblick an für sich einnehmen und ich fühlte mich hier mit ihr verbunden, teilweise konnte ich mich perfekt in ihre Situation versetzen. Dadurch, dass sie das Geschehen auch selbst schildert, konnte ich mitfühlen, wie es ihr gerade geht. Wem soll ich glauben? Wem vertrauen? Wer will was von mir? Wer ist der Mann, der behauptet mein Mann zu sein? Diese ganzen Fragen schwirrten regelrecht durch meinen Kopf, so dass es mir schon fast schwindelig wurde. Auch sonst konnte mich die Darstellung der Charaktere einnehmen, denn hier spielt einfach jeder seine Rolle perfekt. Ich wusste, genau wie Clare, rein gar nichts mehr.
Zu jedem kleinen Puzzleteil, das ich fand, gab es unzählige Fragen, die misstrauisch machten, für eine Lösung gab es gleich wieder neue Fragen.
Mein Fazit:
Für mich ein absolut spannungsgeladener Pageturner, der mich völlig fesseln und überzeugen konnte. Hier scheint alles bis ins Detail durchdacht und die Charaktere handeln glaubhaft und authentisch. Die Lösung des Ganzen war mir dann vielleicht minimal zu weit hergeholt, wobei ich aber auch da durchaus dachte: warum nicht? Die Charaktere waren interessant und undurchschaubar. Janet Clark hat hier ein bekanntes Grundgerüst zu einem Thriller gemausert, der für mich keine Wünsche übrig ließ. Leseempfehlung!