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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2025

Spannend, temporeich und doch berührend

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Eineinhalb Jahre sind vergangen seitdem die Nachbarin von Art Mayer, Dana Karasch, spurlos verschwand. Niemals hätte die junge Frau ihre Tochter und ihre demente Mutter verlassen, doch nach wie vor fehlen ...

Eineinhalb Jahre sind vergangen seitdem die Nachbarin von Art Mayer, Dana Karasch, spurlos verschwand. Niemals hätte die junge Frau ihre Tochter und ihre demente Mutter verlassen, doch nach wie vor fehlen die Hinweise. In seiner Not schaltet Art seinen ehemaligen Freund, den Bundeskanzler hinzu und schon kurz darauf erhält er einen Hinweis. Gemeinsam mit Kollegin Nele Taschaikowski, die eigentlich noch im Erziehungsurlaub ist, fahren sie zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung. In einem der Wagen finden sie Fotos, die eindeutig Dana zeigen, doch nicht nur die Fotos sind in diesem Wohnwagen, sondern auch die Leiche eines Anwalts. Nur, was soll all das mit Dianas Verschwinden zu tun zu haben?
Ich bin ein großer Fan der Marc Raabe Thriller und habe mich unheimlich gefreut, dass es nun endlich einen neuen Art Mayer Thriller gibt. Die Nacht ist mittlerweile der dritte Band und auch wenn die einzelnen Fälle voneinander unabhängig sind, würde ich empfehlen, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Beziehungen der Hauptcharaktere doch sich immer weiter entwickeln.
Der Schreibstil ist einfach temporeich, dabei bildhaft und doch so flüssig, dass man hier einfach von der ersten Seite an in die Handlung gezogen wird.
Der Fall ist unheimlich spannend und verstrickt, es gibt ständig Wendungen und Momente, die nachdenklich stimmen und dieses Buch zu einem Abenteuer werden lassen.
Nachdem Raabe schon die ersten beiden Art Mayer Bücher anteaserte, dass auch die Beziehung zu MIlla, Danas Tochter, eine wichtige Rolle spielt, liegt nun endlich der Fokus auf die spurlos verschwundene, junge Frau. Auf zwei Zeitebenen erfahren wir mehr vom Geschehen, zum einen begleiten wir Art und Nele bei der Suche, die ganz schön gefährlich wird, zum anderen erleben wir, dass Dana einst wirklich in diesem Wohnwagenpark lebte und welche schlimmen Geheimnisse in ihrer Vergangenheit ruhten.
Art ist ein absolutes Unikum, groß, still und mit eigenem Kopf, doch auch mit einem ganz großen Herzen, dass er zwar nicht so gerne zeigt und auch nicht zugibt und doch ist er ein wundervoller Mensch. Nele ist mir mittlerweile auch sehr ans Herz gewachsen und ihre Gedanken und den Wunsch, wieder ermitteln zu dürfen, obwohl sie eigentlich mit dem Baby zu Hause sein wollte, kann ich unheimlich gut nachvollziehen.
Auch sonst gelingt es Raabe einfach, besondere und authentische Charaktere zu zeichnen. Sei es Dana, die einfach eine Kämpfernatur ist oder ihre kleine Tochter MIlla.
Mein Fazit: Ich möchte hier gar nicht zu viel verraten, da es hier so einige Verstrickungen und Geheimnisse gibt. Ich kann nur betonen, dass Raabe mit diesem Buch wieder voll ins Schwarze getroffen hat und mich endlich mal wieder an einen Thriller fesseln konnte. Spannend, düster, temporeich, mit längst vergangenen Geheimnissen, die teils sehr betroffen machen, wird dieses Buch zu einem absoluten Pageturner, den ich gerne empfehle.

Veröffentlicht am 26.05.2025

Ruhig und atmosphärisch

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Kriminalinspektorin Maya Topelius möchte eine Auszeit im Ressort ihrer Freundin Emily nehmen. Doch mit der Erholung auf der abgelegenen Schäreninsel ist es vorbei, als es zu einem Streit kommt und später ...

Kriminalinspektorin Maya Topelius möchte eine Auszeit im Ressort ihrer Freundin Emily nehmen. Doch mit der Erholung auf der abgelegenen Schäreninsel ist es vorbei, als es zu einem Streit kommt und später ein Toter gefunden wird. Als dann auch noch ein Sturm aufzieht und die Schäreninsel Svartlöga isoliert, bleibt Maya nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln.
Mit Still ist die Nacht erschien der zweite Schwedenkrimi aus der Feder von Sandra Aslund rund um die Ermittlerin Maya Topelius.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht und die Insel atmosphärisch und gut vorstellbar gezeichnet. Ich mag ja diese Grundstimmung skandinavischer Krimis total und gerade diese Atmosphäre ist ein absoluter Pluspunkt des Buches, doch leider verrennt sich die Autorin Sandra Aslund hier ein wenig in den esoterischen Beschreibungen des Ressorts, das hier einfach zu viel Raum einnimmt.
Der Prolog machte den Einstieg unheimlich spannend, allerdings kommt es im Mittelteil dann doch zu Längen, die auch ein wenig auf das Privatleben der Ermittlerin zurückzuführen ist, das hier mit einfließt. Interessant wurde die Dynamik unter den Gästen, klar, sie sind abgeschirmt und dadurch beginnen dann auch die Verdächtigungen. Trotzdem konnte ich hier einiges vorausahnen.
Maya Topelius ist unheimlich sympathisch und man begleitet sie gerne bei ihren Ermittlungen. In diesem Buch steht sie nicht nur vor den Ermittlungen, sondern auch vor persönlichen Schwierigkeiten mit ihrer Freundin Emily, die ich aber nicht immer nachvollziehen konnte und etwas nervig fand. Ihr Kollege Pär bleibt in diesem Band deutlich im Hintergrund, was ich schade, aber verständlich fand.
Die Nebencharaktere sind vielschichtig und bieten Abwechslung, allerdings sind sie doch äußerst vielzählig, was hin und wieder für Verwirrung sorgt.
Mein Fazit: Still ist die Nacht ist ein ruhig erzählter Krimi, der mit viel Atmosphäre daherkommt. Wer gut ausgearbeitete Charaktere mit Tiefe mag und einen sich langsam entfaltenden Spannungsbogen, wird hier auf seine Kosten kommen. Wer aber viel Tempo und Action mag, würde hier enttäuscht werden. Ich mag vor allem die Ermittlerin und bin gespannt auf weitere Fälle.

Veröffentlicht am 26.05.2025

Sehr emotional

Someone I Used to Know
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Leah ist es gewohnt, dass ihre Eltern immer Pflegekinder bei sich zu Hause aufgenommen haben. Eines davon ist George und gemeinsam mit einem Schulfreund namens Theo bilden die drei schnell ein unschlagbares ...

Leah ist es gewohnt, dass ihre Eltern immer Pflegekinder bei sich zu Hause aufgenommen haben. Eines davon ist George und gemeinsam mit einem Schulfreund namens Theo bilden die drei schnell ein unschlagbares Trio. Es vergehen viele Jahre und als Leah gemeinsam mit ihrer und Theos Tochter in ihr Elternhaus zurückkehrt, begegnet sie George wieder, der damals verschwand. Doch heute fehlt Theo, der verstarb und Leah weiß nicht, ob sie einem erneuten Treffen mit George gewappnet ist, denn dieser stellt ihre Gefühle gewaltig auf den Kopf.
Ich weiß, dass Page Toon bekannt für ihre bewegenden Liebesromane ist, aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass dieses Buch mein erstes aus ihrer Feder ist.
Page Toon hat einen so unglaublich gefühlvollen Schreibstil, dass sie hier mit den Emotionen der Leser spielt. Ich konnte hier wirklich mitfühlen und mich in Protagonistin Leah versetzen.
Page Toon erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, wir werfen Blicke auf Leahs Jugend und wie es ihr in der Gegenwart geht. Dem zu folgen fällt sehr leicht und gibt einen intensiven Blick auf das Geschehen.
Durch diese Erzählebene erhält das Buch auch seinen Lesefluss, denn man bekommt hier nach und nach die Puzzleteile serviert, die später ein Gesamtbild ergeben.
Spannend ist der Aspekt der Pflegefamilie, was hier noch mit als Thema aufgegriffen wird, genauso wie die Themen Liebe, Verlust, Gefühle wieder zulassen ohne sich schlecht zu fühlen und dann auch noch für sein Kind da zu sein.
Leah ist eine wundervolle und sehr verantwortungsbewusste junge Frau und man sieht, dass sie bereits als Teenager genau diese Eigenschaften hatte. Gemeinsam mit George und Theo bilden die drei ein wirklich unschlagbares Trio. Doch trotz aller Empathie und Fürsorge ist Leah auch nur ein Mensch und hat auch eigene Sorgen, Gedanken und Wünsche.
Warum George verschwand wird nicht sofort klar, man kann sich das Geschehen zwar zusammenreimen, aber die Auflösung erhält man erst spät.
Mein Fazit: Ich war darauf vorbereitet, dass Page Toon unheimlich gefühlvoll erzählen kann, doch sie schafft es, mit ihren Worten tief unter die Haut zu gehen. Die beiden Erzählebenen machen das Buch abwechslungsreich und zu einem Pageturner. Die Charaktere sind authentisch und tiefgründig und lassen das Buch zu einer emotionalen Achterbahn werden. Mein erster, aber nicht mein letzter Toon.

Veröffentlicht am 26.05.2025

Gähnende Langeweile ließ mich das Buch abbrechen

Emma
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Emma, die in einem Thalasso in der Bretagne arbeitet, ist dort immer sehr beliebt, doch niemand weiß, dass Emma mit ihrer Vergangenheit schwer zu kämpfen hat. Als ihr die Chance für einen Neuanfang geboten ...

Emma, die in einem Thalasso in der Bretagne arbeitet, ist dort immer sehr beliebt, doch niemand weiß, dass Emma mit ihrer Vergangenheit schwer zu kämpfen hat. Als ihr die Chance für einen Neuanfang geboten wird, greift sie zu und beginnt ihre Stelle. Dabei kommt sie ihrem neuen Chef Tariq näher und auch wenn die beiden ihr Verhältnis verheimlichen, befindet sich Emma plötzlich in einem Strudel aus gefährlichen Machenschaften und weiß nicht mehr, wem sie letzten Ende wirklich noch trauen kann.
Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, als ich den Namen des Autors gelesen habe: Jean Reno? Der Schauspieler? Klar musste ich dann wissen, wie er schreibt.
Da beginnt aber auch schon für mich der gang große Haken, denn der Schreibstil fiel mir unheimlich schwer. Manche mögen diesen Stil als poetisch empfinden, ich fand ihn leider emotionslos und unterkühlt, nahezu minimalistisch und dadurch entstanden keinerlei Bilder in meinem Kopf.
Das Buch wird als Thriller beworben, doch wenn ich ehrlich bin, habe ich mich hier lange Zeit gefragt, wo hier der Thrill ist? Wo die Spannung? Wo die Plottwists? So ohne Emotionen wirkte dann auch die Handlung, statt Tempo gab es lange Beschreibungen, die mich leider wirklich langweilten.
All das vergällte mir dann leider auch die Charaktere, die für mich so flach und emotionslos wirkten, wie der gesamte Stil. Ich habe weder mit Emma mitgefühlt, noch mich sonst wie mit ihr verbunden gefühlt. Ich habe sie zwar beobachtet, mich dabei aber leider unheimlich gelangweilt.
Mein Fazit: Ich breche selten Bücher ab, versuche doch immer noch etwas positives zu finden, doch ich habe hier keinen, wirklich gar keinen Zugang zum Buch erhalten. Nachdem ich zum dritten Mal schauen musste, wie viele Seiten ich noch vor mir habe, habe ich nach ca. 200 Seiten das Buch abgebrochen. Lieber Jean Reno, sie sind ein großartiger Schauspieler, aber ein Thriller war das leider nicht.

Veröffentlicht am 26.05.2025

Gelungene Mischung

Gegenspieler
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Als ausgerechnet Karl Müller, Staranwalt der renommierten Kanzlei Müller und Mahler kurz vor seiner Aussage zu dem Steuersparmodell, dass von seiner Firma entwickelt wurde, tot aufgefunden wird, glauben ...

Als ausgerechnet Karl Müller, Staranwalt der renommierten Kanzlei Müller und Mahler kurz vor seiner Aussage zu dem Steuersparmodell, dass von seiner Firma entwickelt wurde, tot aufgefunden wird, glauben die Ermittler an einen Suizid. Doch seine Kanzlei bittet Privatermittler Max Bischoff, sich einzuschalten. Gemeinsam mit Sophie Mahler soll Bischoff herausfinden, was passiert ist. Ganz zum Missfallen von Anton Pirlo, der Bischoff nicht ausstehen kann. Dann wird Sophies Vater verhaftet und gezwungenermaßen müssen Pirlo und Bischoff zusammenarbeiten, um den Fall zu lösen.
Schon beim ersten Blick auf dieses Buch wurde ich neugierig, denn eine Mischung aus Strobel und Bott versprach spannende Unterhaltung. Meiner Meinung nach benötigt man hier auch nicht unbedingt Vorkenntnisse im Hinblick auf die Ermittler.
Der Einstieg gelingt hier mühelos, denn beide Autoren sind absolut sicher in ihrem Metier und wissen, wie sie schnell Spannung erzeugen können.
Der Schreibstil ist flüssig und mit viel Wortwitz und entwickelt sich zu einem wirklich clever ausgearbeiteten Krimi.
Die Handlung beginnt mit dem mysteriösen Tod, die Mischung aus Max Bischoffs Akribie in den Ermittlungen und Pirlos ganz besonderem Geschick in allen juristischen Belangen, machen das Buch perfekt für gemütliche Lesestunden zwischendurch. Zwar kommt es in der Mitte des Buches zu ein paar kleineren Längen, doch letzten Endes konnte das Buch gut unterhalten und überzeugen.
Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen den Perspektiven von Max Bischoff und Anton Pirlo.
Mir war bisher nur die Reihe um Max Bischoff bekannt, werde nun aber mit Sicherheit auch mal zu einem Pirlo greifen.
Die Protagonisten sind absolut verschieden und das brachte den bereits erwähnten Wortwitz in Form von Reibereien ins Spiel. Letzten Endes sind mir beide sehr sympathisch auf ihre Art. Bischoff mit seiner analytischen Art, Pirlo mit seinem äußerlich kalt erscheinenden Auftreten sind zwei absolute Unikate mit Wiedererkennungswert.
Mein Fazit: Gegenspieler ist ein unterhaltsamer Krimi mit 2 absolut interessanten Ermittlern, die sich trotz gegenseitiger Abneigung großartig ergänzen. Zwar gab es in der Mitte ein paar Längen, doch insgesamt blieb es spannend. Ich würde mich freuen, den beiden bei weiteren Ermittlungen wieder zu begegnen.