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Veröffentlicht am 03.02.2025

Absolut durchdacht

Thrones and Curses – Für die Krone geboren
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Die Drillingsschwestern Sophronia, Daphne und Beatriz wurden schon von klein an von ihrer Mutter, Kaiserin Margaraux, darauf gedrillt, dass sie einst die Prinzen der benachbarten Königreiche heiraten sollen, ...

Die Drillingsschwestern Sophronia, Daphne und Beatriz wurden schon von klein an von ihrer Mutter, Kaiserin Margaraux, darauf gedrillt, dass sie einst die Prinzen der benachbarten Königreiche heiraten sollen, um still und leise die Macht an sich zu nehmen. Doch wie so oft kommt es doch anders, Sophronia verliebt sich und auch Beatriz und Daphne begreifen langsam aber sicher, worauf ihre Mutter wirklich hinauswill und selbst ihren eigenen Töchtern nichts Gutes möchte. Auch über ihre Magie haben sie nun mehr gelernt und wissen diese einzusetzen. Doch ob sie erfolgreich gegen die eigene Mutter sein können?
Schon der erste Band der Thrones and Curses Trilogie aus der Feder von Laura Sebastian konnte mich absolut positiv überraschen. Dieser zweite Band legt für mich sogar noch eine Schippe drauf, also alles andere als der langweilige Mittelteil.
Wie schon zuvor ist der Schreibstil sehr bildgewaltig, aber auch wirklich ausschweifend und durch Zeit und dritte Person, verbunden mit 3 Perspektiven, nicht so leicht zu lesen, um den Überblick zu halten. Da ich aber beide Bände direkt hintereinander gelesen habe, fiel es mir gar nicht mehr so extrem auf.
Die Ereignisse knüpfen fast nahtlos ans Ende vom ersten Band an, der mit einem richtig miesen Cliffhanger endete. Nun nicht zu spoilern ist also gar nicht so einfach, deshalb geh ich nur am Rande ein wenig auf die Handlung ein. Diese ist spannend, voller Intrigen, Geheimnisse und Überraschungen und Laura Sebastian beherrscht einfach meisterhafte Plottwists. Da hier auch kapitelweise abwechselnd aus den Perspektiven von Daphne, Beatriz und Sophies Zofe Violie erzählt wird, gibt es auch immer Cliffhanger, die dazu verleiten, weiterzulesen.
Das Worldbuilding kommt nun ein wenig deutlicher zum Vorschein, die Welt besteht aus Kaiser- und Königreichen, die völlig unterschiedlich sind. Auch das Magiesystem kommt nun viel besser heraus, allein dadurch, dass ein Sterndeuter Beatriz unterrichtet. So hat man dann auch als Leser nun ein viel besseres Verständnis, wie all das funktioniert.
Die drei Protagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein. Meine liebste war Sophronia, deren Platz nun ein wenig von Violie eingenommen wird, die mir mit ihrer taffen Art echt schnell ans Herz wuchs. Doch auch Beatriz mochte ich sehr, denn auch sie beginnt sich deutlich weiterzuentwickeln und das im ersten Band begonnene Misstrauen gegenüber der Mutter wird nun vertieft. Lediglich Daphne hätte ich so manches Mal schütteln wollen, denn sie ist die, die das größte Verlangen nach der Anerkennung ihrer Mutter hat.
Die Nebencharaktere sind vielseitig und alle authentisch charakterisiert. Man hatte auch hier durchaus den Eindruck, jeden einzelnen von ihnen kennenzulernen. Auch die Eindrücke über die drei Prinzen werden hier intensiviert und der ein oder andere konnte mich hier durchaus überraschen. Für mich ebenso positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass es hier keine herzzereißende Liebesgeschichte oder Spice gibt. Wer also mal zur Abwechslung Fantasy lesen möchte, in denen das nicht mit im Vordergrund steht, greift hier zu.
Mein Fazit: Der zweite Band der Thrones and Curses Reihe ist alles andere als ein langweiliger Mittelteil und eigentlich muss ich gestehen, dass ich es absolut nicht nachvollziehen kann, warum diese Trilogie nicht wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhält. Für mich passen Worldbuilding, Magiesystem und Charaktere ebenso gut zusammen, wie auch die immer wieder überraschende Handlung. Ich für meinen Teil freu mich schon sehr auf den nächsten Band und kann diese Reihe jedem nur ans Herz legen.

Veröffentlicht am 02.02.2025

Spannend, aber eher ein Familiendrama

Die Frau des Serienkillers
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Seit sieben Jahren sind Beth und Tom Hardcastle ein Traumpaar und gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Poppy leben sie in einem idyllischen Vorort Londons. Beth hat sich ihren Traum eines Cafés erfüllt ...

Seit sieben Jahren sind Beth und Tom Hardcastle ein Traumpaar und gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Poppy leben sie in einem idyllischen Vorort Londons. Beth hat sich ihren Traum eines Cafés erfüllt und Tom arbeitet tagsüber als Banker in London. Es könnte eigentlich nicht besser sein, bis eines Abends die Polizei vor der Tür steht und Tom bittet, ihnen auf das Präsidium zu folgen. Denn Tom steht in Verdacht, seine Exfreundin Katie getötet zu haben, allerdings fehlt den Ermittlern noch Katies Leiche. Doch nicht nur Tom gerät in Schwierigkeiten, sondern auch Beth, denn diese steht nun vor einem regelrechten Spießrutenlauf in dem kleinen Ort. Kaum jemand glaubt, dass Beth nichts von der Vergangenheit ihres Mannes wusste. Aber nicht nur Tom hat Geheimnisse.

Das klang mal nach einem richtig spannenden Thriller und nach einer mehr als interessanten Idee, mal das Geschehen aus der Sicht der Ehefrau eines Killers zu erleben. Ich war hier auf jeden Fall sehr neugierig auf die Umsetzung, da man ja eigentlich von Beginn an wusste, wer der Täter ist.
Der Einstieg fällt leicht und auch sonst ist es nicht schwer, den Ereignissen im Buch zu folgen, denn Autorin Alice Hunter hat einen wirklich sehr flüssigen und leichten Schreibstil.
Die Spannung ist für mich hier eher subtil und die Handlung ist weder blutig noch brutal. Die Überraschungen kommen vielmehr durch die ungewöhnliche Perspektive und als Leser fragt man sich ständig, was Beth denn nun wirklich weiß. Die Kapitel sind kurz und sorgen dafür, dass man immer noch ein Kapitel lesen möchte. Im Mittelteil kommt es zu kleineren Längen, denen man aber relativ gut wieder entkommt.
Erzählt wird das Geschehen dann nicht nur aus Beths Perspektive, sondern auch durch Tom und die Rückblicke erleben wir aus Katies Perspektive und hin und wieder kommt es zu kleinen Kapiteln aus der Sicht einer uns noch unbekannten Person. All das sorgt dafür, dass man mehr wissen möchte, trotzdem würde ich das Buch eher als spannenden Roman oder Familiendrama denn als Thriller bezeichnen.
Die Handlung findet in erster Linie im kleinen Londoner Vorort Lower Tew statt, zwar gibt es hier Getuschel und misstrauische Blicke, aber ich hätte mir hier auch durchaus eine intensivere Hexenjagd vorstellen können. Wobei darauf auch keinerlei Fokus gelegt wurde. Vielmehr werden wir immer wieder Zeuge von Beths Zerrissenheit und die Sorge um ihre kleine Tochter.
Beth ist Protagonistin und Ich-Erzählerin und wir dürfen hier einige ihrer Gedanken miterleben. Genau das gibt einem auch das Gefühl, dass hier noch das ein oder andere Geheimnis auf den Leser wartet, dass zu überraschen weiß. Das gibt dem Buch ebenfalls mehr Spannung.
Nebencharaktere bleiben relativ überschaubar und selbst Tom lernt man nicht allzu intensiv kennen, auch wenn man hin und wieder Kapitel aus seiner Sicht erhält. Das sorgt ein wenig dafür, dass man die einzelnen Charaktere mit leichtem Misstrauen begegnet.
Mein Fazit: Insgesamt bot mir das Buch sehr gute Unterhaltung und ich habe es an einem freien Nachmittag weggelesen. Zwar ist es kein temporeicher und blutiger Thriller, doch auf jeden Fall ein spannendes Familiendrama, dass vor allem am Ende einen großen Überraschungsmoment bietet. Geheimnisse, undurchschaubare Momente und eine Protagonistin, die man mit leichtem Misstrauen begegnet, sorgen für ein rasches Vorankommen. Gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 02.02.2025

Actionreiches Kopfkino

Royal Gambit
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Achtung, Band 2 – inhaltliche Spoiler zu Band 1 vorhanden.

Nachdem der Thieves Gambit für Ross Quest nicht so endete, wie sie erhofft hat, steht sie nun in Counts Diensten. Das ist noch nicht mal das ...

Achtung, Band 2 – inhaltliche Spoiler zu Band 1 vorhanden.

Nachdem der Thieves Gambit für Ross Quest nicht so endete, wie sie erhofft hat, steht sie nun in Counts Diensten. Das ist noch nicht mal das schlimmste, denn Ross muss ausgerechnet mit dem Verräter Devroe zusammenarbeiten. Dieser wiederum versucht mit allen Mitteln, Ross` Vertrauen zurückzubekommen, was diese alles andere als gut findet, denn letztendlich hat Devroe sie in seiner Hand. Als plötzlich ein neuer Mann versucht, Counts Platz als Kopf der Organisation einzunehmen, glaubt Ross, dass ihre Chance gekommen sei. Gemeinsam mit ihren Freunden und gegen Devroe und Counts Herausforderer starten sie ein neues Gambit. Wer wird Sieger? Wer ist der beste Dieb? Wird es Ross gelingen?
Wie wunderschön kann eine Buchgestaltung eigentlich sein? Schon Band eins war einfach wunderschön, doch dieser Band ist ebenfalls traumhaft.
Nachdem mir der erste Band der Dilogie rund um die junge Diebin Ross unheimlich gut gefallen hat, war ich absolut neugierig auf die Fortsetzung, zumal Band eins mit einem dicken, fiesen Cliffhanger endete. Wer übrigens dieses Buch hier lesen möchte, sollte unbedingt zuerst Thieves Gambit lesen, da die Bücher völlig aufeinander aufbauen.
Das Buch beginnt wieder mitten im Geschehen und knüpft kurz nach den Ereignissen aus dem ersten Band an. Der Einstieg fiel mir sehr leicht, denn auch hier schreibt Autorin Kayvion Lewis wieder locker und flüssig und mit einer Mischung aus Spannung á la Oceans Eleven und ein wenig Humor.
Das Gambit ist spannend und ich habe Ross und ihre Freunde wieder unheimlich gerne begleitet. Das Geschick der Jugendlichen und auch die Tricks sind einfach bewundernswert. Ob das so realistisch ist? Wahrscheinlich eher nicht, aber das hat mich nicht gestört, weil ich es einfach mitreißend und spannend fand. Wer Filme über sympathische Gangster mag, kommt hier auf jeden Fall auf seinen Geschmack.
Was mir richtig gut gefallen hat, sind die Schauplätze, wie z. B. das Spielcasino in Monte Carlo. Die Tricks mit denen die Freunde hier arbeiten, fand ich absolut faszinierend und trotzdem konnte ich nie erahnen, wie das Ganze nun wirklich ausgehen könnte und ob Ross es schafft, da sie hier wieder einmal richtig in Gefahr gerät.
Ross ist mir bereits im ersten Band ans Herz gewachsen. Dachte sie damals noch, dass sie als angehende Profidiebin niemals einem anderen Vertrauen kann, hat sie festgestellt, dass es doch Menschen in ihrem Leben gibt, die ihre Freunde sind. Doch auch dieses Mal muss sie immer wieder abwägen, ob und wem sie vertrauen kann. Auch der Konflikt mit ihrer Mutter wurde wieder aufgegriffen und sehr glaubhaft gezeigt.
Zwar gibt es auch hier eine kleine Romanze, die aber absolut im Hintergrund bleibt und nur ganz wenig Raum einnimmt. Hier stehen eher Freundschaft und das Abenteuer im Vordergrund.
Die Nebencharaktere sind auch hier wieder recht zahlreich und dementsprechend mal mehr, mal weniger intensiv gezeichnet. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut, einigen Bekannten aus dem ersten Band wieder zu begegnen.
Mein Fazit: Mit Royal Gambit ist es Autorin Kayvion Lewis eine spannende Fortsetzung zu erzählen. Humor, Abenteuer, Diebeszüge, Tricks und mehr machen dieses Buch zu einem gelungenen Pageturner. Offene Fragen aus Band eins werden hier aufgelöst und auch sonst bleiben keine Fragen offen. Ross ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn sie ist eine wirklich tolle und sympathische Protagonistin, die im Laufe der Geschichte eine tolle Entwicklung gemacht hat. Actionreiches Kopfkino, das einfach Spaß macht.

Veröffentlicht am 01.02.2025

Spannend wie ein Thriller

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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Schweden, Silvester 1994/1995 Tomas Wolf ist verzweifelt, denn nach seiner Rückkehr vom Krieg leidet er unter posttraumatischen Belastungsstörungen und seine Frau hat ihn, gemeinsam mit den beiden Kindern, ...

Schweden, Silvester 1994/1995 Tomas Wolf ist verzweifelt, denn nach seiner Rückkehr vom Krieg leidet er unter posttraumatischen Belastungsstörungen und seine Frau hat ihn, gemeinsam mit den beiden Kindern, verlassen. Gerade wollte er sein Leben beenden, als er einen Anruf erhält: in Schwedens Rotlichtmilieu wurde ein Freier erschossen und die junge Frau, bei der er war, gelang die Flucht. Auch Journalistin Vera Berg wird auf den Fall aufmerksam, denn wie immer ist sie auf der Suche nach einem wirklich spektakulärem Artikel für ihre Zeitung. Gleichzeitig arbeitet sie an einem Vermisstenfall und der Vermisste ist ausgerechnet Wolfs Bruder. Bei den Recherchen treffen die beiden wieder aufeinander und ob es ihnen passt oder nicht, sie sind wieder auf Zusammenarbeit angewiesen.
Schon der erste Band der Wolf & Berg Reihe - Sommersonnenwende, hatte mich damals absolut fesseln können und ich war so neugierig auf diese Fortsetzung. Der Einstieg fällt sehr leicht, aber auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist, ist es von Vorteil, wenn man Band eins bereits gelesen hat, denn es gibt den ein oder anderen Bezug dazu und der private Bereich der Hauptcharaktere wird fortgeführt.
Der Erzählstil der beide Autoren ist absolut fesselnd und mitreißend und dabei so bildlich, dass man sich mittendrin fühlt.
Die Handlung ist vom ersten Moment an spannend, der Fall absolut knifflig und ich habe bis zum Ende hin keine Ahnung, worum es wirklich geht. Die Ereignisse im Rotlichtmilieu werden schonungslos dargestellt. Allerdings macht genau das auch diesen Krimi, den man wirklich auch in den Thrillerbereich setzen kann, sehr glaubhaft. Wer eher zart besaitet ist, könnte an diesen Szenen zu knabbern haben.
Spannend ist die Zeit, in der dieses Buch spielt, denn auch wenn es schon die ersten Handys gibt, ist vieles noch analog, vieles technische Mittel, die heute einiges erleichtern, gab es einfach noch nicht. Auch die Atmosphäre des eisigen Winters war hier passend und man konnte in so mancher Szene regelrecht die Kälte spüren.
Die beiden Protagonisten, Ermittler Wolf und Reporterin Berg sind beide gut gezeichnet, auch wenn man als Leser noch lange nicht alles über die beiden weiß. Ich hoffe, dass wir in weiteren Büchern noch mehr über diese spannenden Charaktere erfahren werden.
Tomas Wolf ist durch und durch traumatisiert und eigentlich einfach am Ende. Doch nach außen hin versucht er all das herunterzuspielen und in seinen Einsätzen gibt er sich so, als hätte er nichts mehr zu verlieren, was er auch auf den ersten Blick nicht zu haben scheint.
Vera Berg ist eine Reporterin, die für einen guten Artikel über Leichen geht, Aber sie ist auch äußerst loyal, zumindest was ihre Beziehung zu Sigge, dem Sohn ihres Ex betrifft.
Auch die Nebenfiguren sind richtig gut charakterisiert, allen voran Wolfs Kollege Zingo und Veras Mitbewohnerin Birgitta. Bei beiden ist klar, dass auch sie Geheimnisse mit sich herumtragen, doch auch wenn auf diese angespielt wird, erfahren wir hier noch lange nicht, worum es geht.
Mein Fazit: Mit Wintersonnenwende ist es dem Autorenduo wieder gelungen, einen extrem spannenden und verzwickten Fall zu erzählen. Irgendwie sind hier alle auf gewisse Art verdächtig und jeder hat etwas zu verbergen. Die Lösung ist alles andere als vorhersehbar und alle losen Fäden werden nach und nach miteinander verbunden. Viel Tempo und Action, ein paar persönliche Momente und eine spannend konstruierte Handlung lassen diesen Krimi spannender als manch einen Thriller werden. Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.02.2025

Ganz anders als erwartet

Der verschwundene Buchladen
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Wir schreiben das Jahr 1921, die junge Opaline soll von ihrer Familie mit einem gut situierten Mann verheiratet werden, doch Opaline möchte dies nicht. Sie läuft von zu Hause weg und findet einen Buchladen, ...

Wir schreiben das Jahr 1921, die junge Opaline soll von ihrer Familie mit einem gut situierten Mann verheiratet werden, doch Opaline möchte dies nicht. Sie läuft von zu Hause weg und findet einen Buchladen, in dem sie zunächst angestellt wird. Gute hundert Jahre später macht sich Henry auf den Weg, in Dublin einen Buchladen zu finden. Doch das Grundstück, auf dem er sich befinden soll, ist unbebaut und lt. Amt stand dort auch nie ein Haus. Bei dieser Suche trifft Henry auf Martha, auch diese floh vor ihrem gewalttätigen Ehemann und findet bei einer älteren Dame, deren Haus gleich neben dem leeren Grundstück liegt, eine Anstellung als Haushälterin. Gemeinsam mit Henry macht sie sich auf die Suche nach dem verschwundenen Buchladen.
Die Gestaltung des Buches ist einfach wunderschön und macht schon von weitem neugierig auf den Inhalt. Der Klappentext klingt richtig spannend, doch beim Lesen stutzte ich sehr schnell, denn irgendwie hatte ich nach dem Klappentext völlig andere Erwartungen an dieses Buch.
Die Geschichte wird ruhig und unaufgeregt erzählt, der Schreibstil ist malerisch und ein wenig schnörkelig, was den Inhalt des Buches manchmal etwas zu langatmig werden ließ.
Trotzdem ist es eine schöne Geschichte, die durchaus Spaß macht beim Lesen. Man sollte nur über weitere Teile keine actionreiche Handlung oder hohes Tempo erwarten. Zunächst hatte ich auch Zweifel, dass es wirklich ein Fantasybuch war, doch so nach und nach kamen immer mehr Elemente in die Handlung, die einfach ins Fantasygenre gehören.
Die Geschichte berührt auf eine ganz besondere Weise, denn unsere drei Protagonisten, die hier absolut in den Mittelpunkt der Geschichte rücken, haben alle drei ein besonderes Schicksal. Erzählt wird das Ganze auf zwei Erzählebenen, 1920er Jahre und Gegenwart, und von den drei Protagonisten Henry, Martha und Opaline, jeweils als Ich-Erzähler. Am Anfang hatte ich leichte Probleme in die Geschichte zu finden, doch so nach und nach konnte mich das Geschehen doch noch fesseln.
Unsere drei Protagonisten haben alle drei ein besonderes Schicksal. Opaline, mit der das Buch beginnt, ist eine sehr moderne junge Frau, die ein eigenes Leben führen möchte. Allerdings war auch das in den zwanziger Jahren noch keine Selbstverständlichkeit und so muss auch Opaline von zu Hause fort. Ich mochte ihre klare und sehr direkte Art sehr gerne und sie wuchs mir schnell ans Herz.
In der Gegenwart treffen wir Martha und Henry, auch Martha hat Hals über Kopf die Flucht von zu Hause und somit von ihrem gewalttätigen Ehemann getätigt. Sie ist zunächst noch ruhig und misstrauisch, doch sie wächst im Laufe der Geschichte. Anhand ihrer Erlebnisse wird auch sehr gut verdeutlicht, wie schnell man in diese Situation gerät und wie schwer es ist, dort jemals ohne Hilfe herauszukommen. Zu guter Letzt ist da Henry, der seinem Vater beweisen möchte, dass mehr in ihm steckt, als dieser je sah. Er lernt Martha bei der Suche nach dem Buchladen kennen und zwischen den beiden entsteht eine tiefe Freundschaft.
Diese drei sind hier absoluter Mittelpunkt der Handlung, wobei es natürlich noch Nebencharaktere gibt, die wichtig sind, wie z. B. Marthas verschrobene Chefin. Gerade diese fand ich unheimlich interessant und man spürte von Beginn an, dass sie mehr weiß als sie sagt und anders ist, als sie scheint.
Mein Fazit: Eine eher ruhigere Geschichte, die aber auf eine ganz eigene Weise berührt und einfach anders ist. Wer es gerne actiongeladen mag, könnte hier enttäuscht werden, denn die Geschichte handelt in erster Linie vom Mut zu sich selbst zu finden und wissen wer man ist. Ich mochte das Buch sehr, auch wenn ich zunächst doch ganz andere Erwartungen hatte. Trotzdem gibt es von mir eine Leseempfehlung.