Profilbild von SillyT

SillyT

Lesejury Star
offline

SillyT ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SillyT über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2019

Nicht ganz das, was ich erhofft hatte

Miss you
0

Also ich muss zugeben, dass ich mir etwas ganz anderes unter
diesem Buch vorgestellt hatte und nun sitze ich hier und überlege,
was ich schreiben soll. Der Schreibstil der Autorin ist durchaus
sehr flüssig, ...

Also ich muss zugeben, dass ich mir etwas ganz anderes unter
diesem Buch vorgestellt hatte und nun sitze ich hier und überlege,
was ich schreiben soll. Der Schreibstil der Autorin ist durchaus
sehr flüssig, gut verständlich und auch leicht zu lesen. Doch
eigentlich geht es ja hier um eine sehr tief gehende
Geschichte, bei der für mich jedoch beim
Lesen kaum Emotionen aufkamen. Schicksalsschläge und diverse
Ereignisse wurden recht nüchtern erzählt und auch wenn es hier sehr
viele Geschehnisse zu verarbeiten galt, war es mir zwischendurch zu
langatmig. Viele Nebensächlichkeiten werden zu detailreich
beschrieben, was mir die Spannung beim Lesen nahm. Die Geschichte
umfasst einen sehr langen Zeitraum und gibt die Leben der
Protagonisten in den Jahren von 1997 – 2013 wieder. Aus
kapitelweise wechselnden Perspektiven wird hier in der
Ich-Form mal von Gus und mal von Tess erzählt. Eigentlich gelingt
es mir gerade bei diesem Erzählstil, mich in die Charaktere
einzufühlen, doch hier fiel es mir recht schwer. Bei Tess gelang es
mir noch recht gut, ihre Gefühle nachzuvollziehen und mich in sie
hineinzudenken, doch Gus bleibt mir ein wenig fremd. Vielleicht
gelang es mir auch einfach mich besser in Tess zu versetzen, weil
mir ihre Sorgen und Probleme einfach realistischer, nein nicht
realistischer, eher denkwürdiger/nachvollziehbarer vorkamen. Wobei
es auch vielleicht einfach an den gesellschaftlichen Unterschieden
zwischen den beiden Protagonisten lag. So wuchs Tess eher in
einfachen/bürgerlichen Verhältnissen auf und Gus ist da schon
privilegierter. Diese Unterschiede sind schon sehr gut
herausgearbeitet und wirkten authentisch. Trotzdem gelang es mir nicht richtig hier Beziehungen zu den Personen herzustellen. Diese alltäglichen Probleme häufen sich sehr und manchmal war es auch einfach zu viel des Guten. Interessant fand ich den Charakter Hope, Tessas kleine Schwester, die eine Form des Asperberger Syndroms hat und einfach anders, aber in dieser Geschichte erfrischend ist. Die ganze Krankheit wurde schon sehr gut wiedergegeben und hier konnte ich auch mit Tessa mitfühlen, da ich selber jemanden kenne, dessen Sohn dieses Syndrom hat. 

Veröffentlicht am 17.10.2019

Wie immer genial

Die Bucht, die im Mondlicht versank
0

Seit Die Landkarte der Liebe bin ich ein großer Fan der Autorin Lucy Clarke und bisher hat sie mich noch mit keinem ihrer Romane enttäuscht. Jedes einzelne Buch hatte etwas ganz besonderes und so ist es ...

Seit Die Landkarte der Liebe bin ich ein großer Fan der Autorin Lucy Clarke und bisher hat sie mich noch mit keinem ihrer Romane enttäuscht. Jedes einzelne Buch hatte etwas ganz besonderes und so ist es auch wieder mit Die Bucht, die im Mondlicht versank. Gleich von Beginn an schafft es die Autorin mich an ihr Buch zu fesseln und ihr Schreibstil ist auch dieses Mal wieder etwas ganz besonderes, sehr bildlich, sehr intensiv und dabei sehr klar und flüssig, so dass man direkt von der Geschichte gefangen genommen wird. 

Dieses Mal beginnt die Geschichte noch recht ruhig, doch schon vom ersten Moment an spürt der Leser, dass es hier wieder Geheimnisse gibt, die ihren Ursprung bereits in vergangenen Tagen nehmen. Dabei baut die Autorin die Spannung langsam doch sehr konstant auf. Irgendwann möchte man nur noch wissen, was passiert ist und kann das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen. 

Auch hier erzählt Lucy Clarke ihre Geschichte in zwei Zeitebenen, dabei wechselt sie die Perspektiven zwischen den Protagonistinnen Sarah und Isla, die seit zwanzig Jahren beste Freundinnen sind und einige Höhen und Tiefen miteinander erlebt haben. Auf der einen Seite erzählt Sarah aus ihrer Perspektive in der Gegenwart, beschreibt, was sie bewegt und was um sie herum geschieht. Isla hingegen erzählt von Beginn an auf zwei Zeitebenen, auf der einen Seite beginnt sie immer mit kurzen Momente in der Gegenwart, um kurz darauf Vergangenes zu beschreiben. Das lässt sich dank des kursiven Drucks, der den Text der Gegenwart kennzeichnet, übrigens sehr leicht auseinanderhalten. 

Wieder einmal mehr zeigt die Autorin auf, dass Ereignisse, auch wenn sie weit zurück liegen, nie ganz vergessen werden. Zumal es hier dieses Mal, oder eher wie auch sonst, eher ein sehr dramatisches Ereignis ist. Es geht um den Tod von Islas Sohn Marley, auch wenn es noch so offensichtlich war, dass er damals ertrank, so scheint es hier doch Dinge zu geben, die nie geklärt wurden, die immer verschwingen blieben. Das alles kommt so richtig hoch, als plötzlich Jacob verschwindet. Sarah beginnt zu forschen und je mehr sie ins Grübeln und Suchen gerät, desto mehr beginnt sie an sich und ihren Handlungen, aber auch an ihren Freunden zu zweifeln.

Kapitelweise wechseln sich hier Sarah und Isla mit dem Erzählen ab, jeweils in der Ich-Form beschreiben sie das Geschehen, aber auch ihre Gefühle und Gedanken. So lernt man diese Beide sehr intensiv kennen und je mehr man über sie erfährt, desto mehr spürt man, dass es Geheimnisse zwischen den Freundinnen gibt. Viele kleine Momente lassen den Leser innehalten und nachdenken und immer wieder glaubt man, zu wissen, was geschah, nur um wieder in eine ganz andere Richtung gelenkt zu werden.

Die Protagonistinnen Sarah und Isla waren mir von Beginn an eigentlich ganz sympathisch, doch wie so oft zeigt Sarah Clarke, wieviel sich doch hinter einer Fassade verbirgt und es manchmal nur der schöne Schein ist. Ich möchte über die Figuren gar nicht zu viel verraten, ausser dass sie wieder einmal perfekt durchdacht waren und absolut glaubwürdig erscheinen.


Veröffentlicht am 17.10.2019

Konnte mich überraschen 

Mein Herz und deine Krone
0

Der Einstieg der Geschichte beginnt eigentlich mit dem Ende, denn Bex steht gleich zu Beginn kurz vor ihrer Hochzeit mit Nick und während sie auf ihre Hochzeit wartet, geht sie in Gedanken noch einmal ...

Der Einstieg der Geschichte beginnt eigentlich mit dem Ende, denn Bex steht gleich zu Beginn kurz vor ihrer Hochzeit mit Nick und während sie auf ihre Hochzeit wartet, geht sie in Gedanken noch einmal ihre gemeinsame Zeit mit Nick durch. Ich muss gleich zu Beginn sagen, dass ich anhand des Klappentextes gar nicht ahnte, dass es hier Parallelen zu den wirklichen Royales gibt, bzw. das diese Geschichte auf die wahre Geschichte der Royales basiert. So stellte ich das dann erst beim Lesen fest, dass es so einige Gemeinsamkeiten zwischen den fiktiven Charakteren und der wirklichen Charaktere gibt. Allerdings bin ich jetzt niemand, der viel über das wahre Leben des englischen Königshauses weiß und somit brachten mich bestimmte Parallelen durchaus zum Schmunzeln, wenn es sich z. B. um Bekanntes wie das Verhalten des jüngeren Prinzen handelt. Alles andere kann und möchte ich hier gar nicht beurteilen, da ich darüber einfach nichts weiß.

Die Geschichte wird mit einem flüssigen und leichten Schreibstil erzählt, wobei es hier auch die ein oder andere Länge gab. So verfolgte man als Leser einmal zu oft gemeinsame Filmabende oder es wurde einfach zu detailliert beschrieben, trotzdem lässt sich das Buch sehr schnell weglesen, da es einfach sehr einfach und nicht gestelzt erzählt wird. Da ich hier auch keinerlei Erwartungen hatte, konnte mich das Buch durchaus gut unterhalten.

Ich weiß nicht, ob es dem Buch mehr Spannung gegeben hätte, wenn der Prolog nicht wäre, aber da es ja nun auch die Parallelen zu den wahren Royals gibt, ist es für mich so durchaus vertretbar, da man ja hier den Eindruck hat, das Bex ihr gemeinsames Leben mit Nick reflektiert und wie es im wahren Leben endete, weiß dann auch jemand, der das Leben des britischen Königshauses nicht verfolgt. Die Geschichte beinhaltet dann auch einfach alle Höhen und Tiefen des Paares, Zeiten von Freude und Spaß, aber auch Zeiten voller Verlust und Trauer. Das alles war für mich durchaus nachvollziehbar und gelungen dargestellt.

Die ganze Geschichte wird aus der Sicht Rebeccas, in der Ich-Form, geschildert und so erlebt der Leser gleich aus erster Hand die komplette Gefühlswelt der jungen Frau. Auf mich wirkte es alles authentisch und nachvollziehbar und ich konnte mich doch zum großen Teil in die Protagonistin hineinversetzen. Tatsächlich bewundere ich auch ein wenig den Mut, wie Bex hier zu ihrer großen Liebe steht, denn ich weiß nicht, ob ich persönlich diese Kraft, die man aufbringen muss, wenn man ständig im Rampenlicht der Presse und somit der Öffentlichkeit steht, hätte. 

Bex als Protagonistin war mir durchaus sympathisch, ein bodenständiger junger Mensch, der hier in eine Welt geworfen wird, die ein normal Sterblicher wohl nie zu Gesicht bekommt. Sie muss so manch eine Kritik der Öffentlichkeit aushalten und auch den Druck der königlichen Familie und diese ist sehr hart. Nick ist hier ein wenig der Spielball der Königlichen, aber es ist schon recht realistisch dargestellt und nicht eine rosarot gefärbte Märchenwelt, man merkt recht gut, in welchem Zwiespalt er steckt. Die Nebencharaktere bekommen hier ihre Rollen und konnten mich durchaus überzeugen.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Kera und die starken Männer 

Call of Crows - Entfesselt
0

Gleich vorneweg, muss ich hier betonen, dass ich noch keine
anderen Bücher der Autorin gelesen habe und somit auch keinerlei
Vergleiche zu anderen Reihen aus ihrer Feder ziehen kann. Der
Beginn des Buches ...

Gleich vorneweg, muss ich hier betonen, dass ich noch keine
anderen Bücher der Autorin gelesen habe und somit auch keinerlei
Vergleiche zu anderen Reihen aus ihrer Feder ziehen kann. Der
Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen, da der Schreibstil
einfach extrem locker und flüssig ist und dann noch so humorvoll,
dass ich mehr als einmal schmunzeln musste. Ich habe den Eindruck,
die Autorin schreibt frei Schnauze, denn man hat einfach das
Gefühl, hier etwas zu lesen, dass man rein sprachlich, so häufiger
im Alltag hört, also kein gehobener oder abgehobener Sprachstil,
sondern eher ein wenig derb, aber trotzdem mitreißend. Wobei ich
mir denke, dass dieser Stil nicht jedermanns Geschmack ist, mir
aber hat es gefallen.
Man beginnt das Buch sozusagen genau wie die Protagonistin,
mittendrin und ohne Vorkenntnisse. Denn genau wie Kera habe ich
keinerlei Ahnung von den nordischen Göttersagen und war dann auch
ab und an mal überfordert von den vielen unterschiedlichen Clans
und deren Charakteren. Ich denke, dass es auch gerade beim Einstieg
in eine Reihe mit so aussergewöhnlichen Figuren jedoch den Rahmen
sprengen würde, auf jeden Einzelnen einzugehen, trotzdem hätte ich
mir hier und da ein wenig mehr Hintergrundwissen gewünscht. So
musste ich das ein oder andere Mal Googel befragen, um was es denn
da gerade geht, da ich hier keinerlei Vorwissen besitze.
Kera, die Protagonistin, fand ich zu Anfang etwas
gewöhnungsbedürftig, wobei ich durchaus Verständnis für sie hatte.
Wie muss es sein, wenn man es gewohnt ist, dass alles in geregelten
Bahnen läuft und dann soll man plötzlich ein ganz anderes Leben
führen? Je mehr ich aber über sie erfuhr, desto sympathischer wurde
sie mir, sie hat ihre Ecken und Kanten und genau das macht sie mir
liebenswerter. Vig, ihr männliches Pendant, mochte ich sehr, der
riesengroße, starke, äußerlich knallharte Kerl mit dem weichen
Kern. Zwar überaus klischeehaft, aber trotzdem zum Schmelzen. Am
meisten musste ich lachen, als ich erfuhr, was Kera zu Anfang über
ihn dachte.
Die vielen Nebencharaktere haben mich anfangs überfordert und ich
hatte so meine Schwierigkeiten, sie einzuordnen. Das wurde zwar
immer besser, je weiter das Buch fortschritt, war aber für mich
soweit der größte Kritikpunkt. Trotzdem gilt auch hier, ein paar
mehr Erläuterungen wären einerseits vielleicht angebracht gewesen,
andererseits hätte es den Rahmen gesprengt. Ich bin mir auf jeden
Fall sicher, dass man alle Personen noch näher kennenlernt. Die
Charaktere sind auf jeden Fall lebendig und mit genügend Eigenarten
ausgestattet, dass es sie durchaus genau so geben könnte. Ich
könnte jetzt keinen nennen, den ich nicht mochte und ich bin schon
neugierig, wie es bei den Clans der nordischen Mythologie noch zu
entdecken gibt.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Mit viel Gefühl

Das Glück wohnt in der Ivy Lane
0

Gleich von Beginn an steigen wir ins Geschehen und somit in Sarahs Leben im blauen Haus ein, nämlich mit der Hochzeit von Helena und Leo. Man spürt die doch sehr bedrückende Stimmung, vor allem Sarahs ...

Gleich von Beginn an steigen wir ins Geschehen und somit in Sarahs Leben im blauen Haus ein, nämlich mit der Hochzeit von Helena und Leo. Man spürt die doch sehr bedrückende Stimmung, vor allem Sarahs Niedergeschlagenheit und man fühlt sich schnell mit der jungen Frau verbunden. Der Schreibstil der Autorin hat mir, wie auch in ihren anderen Büchern, sehr gut gefallen. Sie schreibt sehr gefühlvoll und fließend und man hat das Gefühl, dieses Buch ist voller wunderschöner Zitate an und über das Leben. Die einzelnen Kapitel beginnen dann auch jedes Mal mit einem zu dem folgenden Kapitel passenden Zitat, die aus einem Kalender vom Takeaway um die Ecke stammen. Doch diese Sprüche sind richtig toll und ich hätte mir am liebsten jedes Einzelne davon notiert, um mal eines zu nennen: “Den Charakter eines Menschen erkennt man daran, wie er die behandelt, die ihm nichts nützen”, (Kapitel 8, Seite 136).

Auch das Geschehen fesselte ans Buch und man hat schnell den Eindruck, sich gemeinsam mit Sarah im blauen Haus aufzuhalten. Man spürt, dass einzelne Personen Geheimnisse haben, dass nicht alles so ist, wie es scheint und so wird dieses Buch sehr schnell zu einem Pageturner. Es passiert immer wieder etwas Neues und mit so manch einer Begebenheit konnte die Autorin völlig überraschen, zwar waren auch Kleinigkeiten vorhersehbar, doch diese störten in keinster Weise die Atmosphäre, die dieses Buch ausstrahlt. 

Das Geschehen verfolgen wir durch einen Erzähler in der dritten Person, der alles aus Sarahs Perspektive wiedergibt. Doch auch wenn Sarah hier die Protagonistin ist, sind auch die weiteren Charakter mit viel Tiefgang und Lebendigkeit ausgestatt und jedes Detail der Geschichte wirkt durchdacht.

Sarah, die Protagonistin, ist eine sehr liebenswerte Frau, die mir teilweise sehr naiv und vertrauensselig scheint. Doch sie lebt ganz nach dem Motto, in jedem Menschen etwas Schönes zu finden. So handelt sie zwar häufig sehr blauäugig und selbstlos, ist dabei aber auch äußerst authentisch, einfach jemand, den man gerne haben muss. 

Neben Sarah gibt es noch einige weitere Nebencharaktere, die der Geschichte Leben einhauchen und auch das Leben im blauen Haus sehr lebendig werden läßt. Sei es die ewig mürrische und schlecht gelaunte Mavis, die dank Sarah langsam aufzutauen scheint, oder das kleine Mädchen Una, das auch eine große Parallele zu Sarahs eigener Kindheit darstellt. Jeder einzelne wirkt auf das Geschehen ein und dient der Entwicklung der Protagonistin.