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Veröffentlicht am 10.09.2024

Nach "Fünf Winter" wieder ein Spitzen-Thriller von Kestrel!

Bis in alle Endlichkeit
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Nachdem mich letztes Jahr James Kestrel (Pseudonym von Jonathan Moore) mit „Fünf Winter“ total begeistert hatte, wollte ich sein neuestes Buch (das im Original jedoch früher erschienen ist) unbedingt lesen. ...

Nachdem mich letztes Jahr James Kestrel (Pseudonym von Jonathan Moore) mit „Fünf Winter“ total begeistert hatte, wollte ich sein neuestes Buch (das im Original jedoch früher erschienen ist) unbedingt lesen. „Bis in alle Endlichkeit“ gehört klassisch ins Thriller-Sub-Genre des „Hardboiled Detective“.

Der ehemalige Anwalt und Privatermittler Lee Crowe schreckt nicht vor ungewöhnlichen Methoden zurück und sein aktueller Auftraggeber ist ein sehr zwielichtiger Anwalt. Als er in einem wenig einladenden Viertel von San Francisco zufällig auf einen Rolls-Royce stößt, dessen Dach durch ein die Leiche einer festlich gekleideten Frau eingebeult ist, wittert er eine gute Gelegenheit, nebenbei ein paar Dollars zu verdienen, und macht Fotos der Leiche. Dies hat ungeahnte Folgen…

Wie schon bei „Fünf Winter“ hat mich Kestrels sprachgewandter, lebendiger Schreibstil sofort in die Geschichte gezogen. Sehr gut gefiel mir, dass die Handlung relativ unblutig war. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet, komplex und ambivalent. Lee Crowe ist eine spannende Figur, aber nicht unbedingt sympathisch. Er steht auf der richtigen Seite, hat aber keine Skrupel, moralisch durchaus fragwürdig zu handeln, um seine Ziele zu erreichen.

Kestrel schafft es, über den gesamten Roman die Spannung hochzuhalten, und jedes Mal, wenn ich dachte, ich hätte die Lösung, kam wieder eine überraschende Wendung, die meine Theorie über den Haufen geworfen hat.

Interessant finde ich, dass Kestrel/Moore selbst Anwalt ist und eine Zeitlang für einen Strafverteidiger als Ermittler gearbeitet hat. Ich habe mich immer wieder gefragt, welche eigenen Erfahrungen ihn zu seinen Geschichten inspiriert haben könnten.

Mich hat auch dieser Thriller von Kestrel atemlos durch die Seiten fliegen lassen und bis zum Schluss gefesselt. Ich hoffe sehr, dass zukünftig noch weitere Titel von Kestrel/Moore bei Suhrkamp erscheinen werden und empfehle dieses Buch und auch „Fünf Winter“ unbedingt weiter.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Hatte etwas anderes erwartet

Was war denn da los?!
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Die Autoren Felix Melching und David Neuhäuser sind Historiker und betreiben den Podcast „DAMALS und heute“. Passend hierzu erschien nun mit „Was war denn da los?!“ ein Sachbuch, das in 30 Geschichten ...

Die Autoren Felix Melching und David Neuhäuser sind Historiker und betreiben den Podcast „DAMALS und heute“. Passend hierzu erschien nun mit „Was war denn da los?!“ ein Sachbuch, das in 30 Geschichten Themen aus dem Podcast aufgreift. Dementsprechend findet sich auch am Ende jeder Episode ein QR-Code, der zum entsprechenden Podcast führt.

Ich kenne den Podcast nicht und habe mich aufgrund der Kurzbeschreibung für das Buch interessiert. Leider hatte ich mir hierdurch etwas anderes erwartet und mir fehlt ein wenig das versprochene Absurde, Unterhaltsame und Kuriose. Ich habe das Buch als doch recht trocken und politisch empfunden. Da die Geschichten aus verschiedensten Epochen stammen, wirken diese auch etwas zufällig und mir fehlt ein gewisser roter Faden.

Wer sich tiefer mit Geschichte befassen möchte und das Buch als Ergänzung zu den Podcasts liest, wird sicher seine Freude haben. Eine leichte unterhaltsame Lektüre mit historischen Anekdoten ist es jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Ein geniales Kindersachbuch als Graphic Novel

Wölfe - Wahre Geschichten
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Ein Sachbuch als Graphic Novel – kann das funktionieren? Ja, es kann, und wie!

„Wölfe – Wahre Geschichten“ ist ein relativ großformatiges (beinahe A4) und mit 268 Seiten sehr umfangreiches, durchgehend ...

Ein Sachbuch als Graphic Novel – kann das funktionieren? Ja, es kann, und wie!

„Wölfe – Wahre Geschichten“ ist ein relativ großformatiges (beinahe A4) und mit 268 Seiten sehr umfangreiches, durchgehend farbiges Sachbuch, das sich auf spannende, altersgerechte und wissenschaftlich fundierte Weise mit dem Leben der Wölfe befasst. Es räumt mit Vorurteilen und Mythen auf und gibt tolle Einblicke in die Arbeit polnischer Wolfsschützer/innen. Neben gezeichneten Comic-Panels sind auch viele Fotografien enthalten.

Mein Sohn (10) war sofort Feuer und Flamme und hat seine Nase bei schönstem Sommerwetter über Tage in das Buch gesteckt - und das will etwas heißen! Man spürt auf jeder Seite die Begeisterung und das Fachwissen des Wolfsexperten von Michal Figura, die von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski wunderbar in Illustrationen umgesetzt wurden. Durch die Comic-Panels, die im Übrigen auf realen Kameraaufnahmen beruhen, werden selbst trockenere Fakten und technische Geräte wie GPS-Sender-Halsbänder auf so unterhaltsame und spannende Weise erklärt, dass auch eher wenig lesefreudige Kinder ihren Spaß daran haben werden. In acht wahren Geschichten wird somit ganz nebenbei geballtes Wissen vermittelt.

Die Verbindung von Graphic Novel und Sachbuch ist eine geniale Idee, die bei „Wölfe – wahre Geschichten“ voll aufgeht. Völlig zurecht ist „Wölfe – wahre Geschichten“ für den diesjährigen Jugendliteraturpreis nominiert und uns hat dieses Buch absolut begeistert. Wir können es rundum weiterempfehlen. Dank der hochwertigen Gestaltung ist es auch ein ideales Geschenk und sollte zudem in keiner Schulbibliothek fehlen. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

gut strukturiertes, alltagstaugliches Backbuch

Süßes backen
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Nach einem Brotbackbuch und einem Kochbuch mit leckeren Ofengerichten ist dies bereits mein drittes Buch von Christina Bauer. Ich mag ihre unkomplizierten Rezepte, die ich schnell und gut in meinen Alltag ...


Nach einem Brotbackbuch und einem Kochbuch mit leckeren Ofengerichten ist dies bereits mein drittes Buch von Christina Bauer. Ich mag ihre unkomplizierten Rezepte, die ich schnell und gut in meinen Alltag integrieren kann und die auch bei meiner Familie gut ankommen. Besonders gut gefällt mir, dass die Bilder der Gerichte immer sehr realitätsnah sind und die Ergebnisse tatsächlich so aussehen.

Christina Bauer startet mit Wissenswertem über die Grundzutaten und Basics und gibt hilfreiche Tips zu Zutaten und Techniken. Im Anschluss folgen die Grundteige Rührteig, Plunderteig, Mürbteig und Streusel, Biskuitteig, Hefeteig, Brandteig und Blätterteig.

Nun kommt der eigentliche Rezeptteil, der von Kleingebäck wie Muffins und Cupcakes über Kuchen und Schnitten sowie Torten bis hin zu Desserts reicht. Hier finden sich sowohl absolute Basics wie Zitronenkuchen und Guglhupf als auch ungewöhnlichere Kuchen wie Kardinalschnitten oder Napoleonschnitten. Aufgefallen ist mir, dass Christina für die Füllung Kuchen und Torten häufig Frischkäse, Vanillepuddingpulver oder Mascarpone als Zutaten verwendet. Das kommt mir leider nicht entgegen, da ich die ersten beiden überhaupt nicht mag und Mascarpone nur in Ausnahmefällen. Das ist aber natürlich Geschmackssache. Wie bei den meisten Backbüchern ist mir auch der Zuckeranteil deutlich zu hoch und ich reduziere stets auf höchstens die Hälfte.

Auch wenn Christina in der Einleitung grundsätzliche Tipps gibt, wie Eier und Butter tierfrei ersetzt werden können, sind die Rezepte generell für Allesesser/innen ausgelegt, von vornherein vegane Kuchen finden sich im Buch nicht. Alle Rezepte sind ausführlich beschrieben und die Zutatenlisten sehr übersichtlich gestaltet. Zubereitungszeit, Backzeit und Temperatur sind auf einen Blick ersichtlich.

Fazit: Ein sehr ansprechendes, durchdacht gestaltetes Backbuch mit Rezepten für die unterschiedlichsten Gelegenheiten, bei dem für die meisten etwas dabei sein dürfte. Da für mich aufgrund der oben genannten Zutaten viele Kuchen wegfallen, ziehe ich einen Stern ab.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Hat leider nicht den Charme von Agatha Christie oder Drothy Sayers

Mord in der Charing Cross Road
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In einem familiengeführten Buchantiquariat, das mit seltenen und hochpreisigen Ausgaben handelt, wird ein Mitarbeiter tot aufgefunden. Dieser war mit einigen Kollegen und Kolleginnen aneinandergeraten, ...

In einem familiengeführten Buchantiquariat, das mit seltenen und hochpreisigen Ausgaben handelt, wird ein Mitarbeiter tot aufgefunden. Dieser war mit einigen Kollegen und Kolleginnen aneinandergeraten, so dass es an Verdächtigen nicht mangelt. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf, doch die Angestellte Sally und der Juniorchef Johnny machen sich ihre eigenen Gedanken und verfolgen eine andere Spur…

„Mord in der Charing Cross Road“ ist ein klassischer englischer Krimi aus der Nachkriegszeit, der heute etwas antiquiert wirkt. Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges sind noch sehr präsent, das Rollenverhältnis zwischen Mann und Frau ist konservativ, und eine Abneigung gegenüber Nicht-Engländern deutlich spürbar. Antiquarische Bücher spielen eine zentrale Rolle, als Leser/in ist eine Affinität hierzu sicher von Vorteil. Ein großer Teil des Krimis dreht sich um Detailfragen, etwa wer zu welchem Zeitpunkt Zugang zu bestimmten Schlüsseln hatte oder warum eine Tür nicht verriegelt war. Auch wenn ich verzwickte, unblutige Krimis zum Miträtseln sehr liebe, konnte mich Henrietta Hamiltons Buch nicht ganz überzeugen. Die Geschichte wirkt langatmig, die Figuren farblos und der braver Schreibstil lässt leider nicht den Charme und die Atmosphäre aufkommen, die ich bei Agatha Christies oder Dorothy Sayers‘ Werken so sehr schätze.

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