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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2023

Hervorragend umgesetzt

Das Elektron im Swimmingpool – Geschichten aus der unglaublichen Welt der Quantenphysik
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Als Physiker und Mathematikerin waren mein Mann und ich sehr gespannt auf "Das Elektron im Swimmingpool" von Robert Löw, das Kindern ab 10 Jahren die Quantenphysik näher bringen soll.

Dem Quantenphysiker ...

Als Physiker und Mathematikerin waren mein Mann und ich sehr gespannt auf "Das Elektron im Swimmingpool" von Robert Löw, das Kindern ab 10 Jahren die Quantenphysik näher bringen soll.

Dem Quantenphysiker Robert Löw gelingt es ganz hervorragend, dieses anspruchsvolle und komplexe Thema, dessen Phänomene den Erfahrungen der alltäglichen Makrophysik zuwiderlaufen, verständlich, unterhaltsam und altersgerecht aufzubereiten. Er zeigt zudem auf, dass die Quantenphysik selbstverständlicher Teil unseres Alltags ist und uns in der digitalisierten Welt täglich begegnet.

Das Buch ist alles andere als trocken, und der Autor versteht es, die Neugier der jungen Leser zu wecken. Auch die tollen Illustrationen sorgen immer wieder für Auflockerungen und unterstützen das Verständnis. Unser Sohn war mit 9,5 Jahren noch etwas jung für das Thema, obwohl er naturwissenschaftlich sehr interessiert ist. Wir würden das Buch eher Kindern ab 11 bis 12 Jahren empfehlen.

Wir haben dieses Buch sehr gerne gelesen und sind von der Idee und ihrer Umsetzung begeistert. Es ist definitiv auch eine Bereicherung für jede Schulbibliothek. Von uns eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.08.2023

Tolles Fantasyabenteuer

Greenwild – Die Jagd nach dem Wunderlicht
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Daisy ist Halbwaise und begleitet ihre Mutter, eine Journalistin, auf ihren Reisen. Da die neueste Recherchereise in den Amazonas jedoch zu gefährlich ist, bleibt Daisy in einem englischen Internat zurück. ...

Daisy ist Halbwaise und begleitet ihre Mutter, eine Journalistin, auf ihren Reisen. Da die neueste Recherchereise in den Amazonas jedoch zu gefährlich ist, bleibt Daisy in einem englischen Internat zurück. Kurz darauf verschwindet Daisys Mutter spurlos. Das einzige, was Daisy von ihr bleibt, ist das Pusteblumen-Wunderlicht. Als Daisy diesem Licht folgt, gelangt sie durch ein Portal nach Greenwild, eine magische Welt voller geheimnisvoller Pflanzen. Diese Welt ist in Gefahr, und Daisy setzt alles daran, die Pflanzenwelt zu retten und gleichzeitig ihre verschollene Mutter zu finden.

Im Moment gibt es eine Vielzahl an Fantasy-Reihen für junge Leser*innen, deren Muster sich teilweise ähneln. Was ist also das Besondere an Greenwild von Pari Thomson? Für mich sticht dieses Buch auf jeden Fall durch liebevolle Details in der Geschichte und sehr fantasievolle Einfälle heraus. Die Autorin hat mit dem Pusteblumen-Wunderlicht, dem Minimoos, der Geistermotten-Orchidee und vielen weiteren originellen Pflanzen eine spannende und einzigartige magische Welt erschaffen. Daisy ist eine mutige, entschlossene und sehr sympathische Protagonistin, mit der man richtig mitfiebern kann. Das Buch ist sehr lebendig und bildhaft geschrieben, die Geschichte ist temporeich, voller Spannung und Abwechslung. Wunderschön ist auch die Gestaltung des Buches. Schon das herrlich farbenfrohe Cover mit der Ausstanzung ist ein Blickfang, und die Illustrationen von Elisa Paganelli im Inneren sind wunderschön.

Uns hat Greenwild richtig viel Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf die beiden Folgebände der Trilogie. 




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Veröffentlicht am 02.08.2023

Mütter und Töchter

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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​In "Bei euch ist es immer so unheimlich still" erzählt Alena Schröder auf zwei Zeitebenen die Geschichte zweier Frauen: Da ist zum einen Evelyn, eine nach Kriegsende in ein schwäbisches Dorf zugezogene ...

​In "Bei euch ist es immer so unheimlich still" erzählt Alena Schröder auf zwei Zeitebenen die Geschichte zweier Frauen: Da ist zum einen Evelyn, eine nach Kriegsende in ein schwäbisches Dorf zugezogene Frau, eine perfektionistische Ärztin, unzufriedene Mutter und nie richtig angekommen im Dorf. Wir erleben ihre Geschichte in den 1950er/60er Jahren. Zum anderen geht es um Sylvia, ihre Tochter, die im Sommer 1989 in Westberlin in der Hausbesetzerszene lebt, und die gerade selbst Mutter von Hannah geworden ist. Diese Mutterschaft und ihre Unzufriedenheit mit ihrer Situation in Berlin bewegen sie dazu, zu Evelyn und in den Ort ihrer Kindheit zu fahren, aus dem sie vor über 18 Jahren mit knapp 16 überstürzt geflohen war und zu dem sie alle Kontakte abgebrochen hatte.


Ich konnte vom ersten Moment an richtig in die Geschichte abtauchen. Die Atmosphäre im Jahr 1989 kenne ich noch aus meiner eigenen Kindheit, und Alena Schröder hat die damalige Zeit wunderbar eingefangen. An vielen Stellen musste ich auch sehr schmunzeln, wenn mir Lieder, Gegenstände oder Werbung bekannt vorkam (Kassettenmitschnitte im Radio, Stu-Stu-Stu-Studio-Line-Werbung). Das Buch ist aber alles andere als eine nostalgische oberflächliche Erinnerung an vergangene Zeiten, sondern erzählt tiefgründig und einfühlsam Sylvias und Evelyns Geschichte. Je besser man beide Frauen im Buch kennenlernt, umso besser versteht man ihr Verhalten und ihre Charakterzüge, und viele Gedanken und Selbstzweifel kommen einem als Mutter selbst bekannt vor. Sylvias Heimatbesuch zwingt beide Frauen, sich schrittweise der Vergangenheit und lange Verdrängtem zu stellen. Hierbei nähern sie sich nicht nur langsam einander an, sondern sie lernen auch einiges über sich selbst, entwickeln sich weiter und finden die Kraft, Ballast abzuwerfen und ihrem Leben eine neue Wendung zu geben.

Einziger Kritikpunkt: Das ein oder andere Schwabenklischee war mir als bayerische Schwäbin zu dick aufgetragen, da meinte ich doch die etwas herablassende Sicht einer Berlinerin zu erkennen.

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und bin wirklich begeistert vom Schreibstil und der Geschichte. Ich möchte nun auf jeden Fall auch das Buch "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlichen, blaues Kleid" lesen, das bereits 2021 erschien und die Geschichte von Sylvias Tochter Hannah und von Senta, Evelyns Mutter, erzählt. 

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Spannend und magisch

Nelumbiya (1). Im Land der magischen Pflanzen
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Wir sind beim abendlichen Vorlesen mit unserem Sohn (9) zusammen abgetaucht in die magische Welt der Pflanzen und haben uns zusammen mit Tara und ihren Freunden auf eine abenteuerliche Reise begeben. Das ...

Wir sind beim abendlichen Vorlesen mit unserem Sohn (9) zusammen abgetaucht in die magische Welt der Pflanzen und haben uns zusammen mit Tara und ihren Freunden auf eine abenteuerliche Reise begeben. Das Buch ist so lebendig, bildhaft und spannend geschrieben, so dass es uns richtig schwerfiel, Pausen zu machen. Man möchte am Kapitelende einfach sofort wissen, wie es weitergeht! Immer wieder lockern auch detailreiche Illustrationen in schwarz-weiß den Text auf. Mir persönlich gefiel der Zeichenstil allerfings nicht so gut, da mich die Figuren durch die großen Augen und das spitze Gesicht an Mangas erinnerten und wie aus einem Zeichentrickfilm wirkten, doch das ist eben Geschmackssache.  

Für Kinder und Jugendliche ab ca. 10 Jahren ist das 344 Seiten starke Buch ideal, da die Handlung sehr abwechslungsreich und durchaus komplex ist, und die Autorin viele schöne Ideen zu einer magischen und fantasievollen Geschichte verwoben hat. Wir haben das Buch begeistert gelesen und hoffen auf eine Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Frauenleben im sozialistischen Russland

Das Pferd im Brunnen
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Da mich das Cover überhaupt nicht angesprochen hat, war es eher Zufall, dass ich durch die Leseprobe neugierig auf das Buch wurde.

In ihrem autobiographisch geprägten Roman erzählt
Valery Tscheplanowa ...

Da mich das Cover überhaupt nicht angesprochen hat, war es eher Zufall, dass ich durch die Leseprobe neugierig auf das Buch wurde.

In ihrem autobiographisch geprägten Roman erzählt
Valery Tscheplanowa von dem Leben dreier Frauen aus drei Generationen im sozialistischen Russland. Da ist die Urgroßmutter Tanja, die Großmutter Nina und die Mutter Lena. Die Väter und Männer sind abwesend, das Leben ist hart, zwischenmenschliche Wärme und Nähe sind selten. Die Kinder müssen früh anpacken, und Zeit für Zuneigung ist frühestens im Alter. Der Erzählstil ist distanziert wie das Verhältnis der Menschen untereinander, und es viel mir schwer, in die Geschichte einzutauchen. Die Figuren blieben mir fremd und wenig sympathisch, und es gelang mir nicht, mit den Protagonistinnen mitzufühlen. Die ständigen Zeitsprünge erschweren den Lesefluss, und das Buch wirkt eher wie eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen als wie ein Gesamtbild. Der Unterton ist nüchtern-beobachtend, schonungslos, Vergänglichkeit und Tod sind stets gegenwärtig.

Leider bin ich mit dem Buch und ihren Protagonistinnen nicht richtig warm geworden. Der Blickwinkel war mir zu kühl und distanziert, und ich bleibe etwas ratlos zurück.

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