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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2026

Flapsiger Ton, inhaltlich oberflächlich

Bakterien – die heimlichen Helden
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Für mich war dies das erste Buch von Peter Wohlleben, und ich war sehr gespannt, da mich die Thematik sehr interessiert. Nach der Lektüre bleibe ich allerdings ernüchtert zurück. Peter Wohlleben schreibt ...

Für mich war dies das erste Buch von Peter Wohlleben, und ich war sehr gespannt, da mich die Thematik sehr interessiert. Nach der Lektüre bleibe ich allerdings ernüchtert zurück. Peter Wohlleben schreibt ohne Frage unterhaltsam, leicht verständlich und lebendig, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt. Da er sich jedoch an ein sehr breites Publikum wendet, bleibt er wissenschaftlich sehr an der Oberfläche. Ein populärwissenschaftliches Buch ist für mich dann gelungen, wenn es hochkomplexe wissenschaftliche Sachverhalte verständlich erläutert, und dabei nur soweit vereinfacht, wie unbedingt nötig. Dies ist hier leider nicht der Fall. Der Ton ist geradezu flapsig, und erinnert mich eher an ein Boulevardblatt als an Sachbuch mit Anspruch. Als naturwissenschaftlich gebildete Leserin bin ich wohl eher nicht die Zielgruppe. Schade, da hatte ich mir deutlich mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

sehr skurril

Verlorene Schäfchen
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Die Leseprobe von „Verlorene Schäfchen“ hat mich richtig neugierig gemacht, da sie eine humorvolle, spritzige und leicht überspitzte Geschichte versprach, die die aktuelle gesellschaftliche Situation in ...

Die Leseprobe von „Verlorene Schäfchen“ hat mich richtig neugierig gemacht, da sie eine humorvolle, spritzige und leicht überspitzte Geschichte versprach, die die aktuelle gesellschaftliche Situation in den USA aufs Korn nimmt.

Im Mittelpunkt steht Familie Flynn, deren Familienleben gehörig aus den Fugen gerät: Die Mutter Catherine ist unglücklich in ihrer Ehe und will diese öffnen, um ein Techtelmechtel mit dem Nachbarn anzufangen. Das stürzt ihren Mann Bud in eine tiefe Krise, der fortan in Van übernachtet. Beide verlieren ihre Töchter aus dem Blick, die mit ganz eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen haben: Die 17-jährige Abigail zieht durch ihre Schönheit das Interesse halbseidener Männer auf sich, Louise gerät auf der Suche nach Aufmerksamkeit in religiös-fundamentalistische Kreise und Harper stellt gewagte Verschwörungstheorien auf.

Madeline Cashs Schreibstil voller hintergründigem, trockenem Humor und äußerst unterhaltsam. Messerscharf greift sie die prägenden Themen unserer Zeit auf und verflicht sie zu einer tragikomischen Geschichte mit skurrilen Charakteren. Und dennoch sprang bei mir insgesamt der Funke nicht über, und das Schicksal der Familie ließ mich seltsam kalt. Das lag daran, dass die Handlung zunehmend überladen wirkte, als hätte die Autorin letztlich zu viel gewollt. Den Figuren fehlte es an Tiefgang, und manches war recht vorhersehbar. Durchaus möglich, dass auch die eine oder andere Pointe nur zündet, wenn man mit den Feinheiten der US-amerikanischen Gesellschaft vertraut ist.

Das Hörbuch wurde von Britta Steffenhagen lebendig und mit angenehmer Sprechgeschwindigkeit eingelesen. Ihrer etwas dunkleren Stimme habe ich sehr gerne gelauscht.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

vorhersehbar und platt

Einatmen und ausrasten
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Titel und Cover haben mich angesprochen und dazu verleitet, das Buch zu lesen. Ich hatte mir eine humorvolle, abwechslungsreiche Sommerlektüre rund um die Lebensmitte versprochen.

Maxi ist in ihren Vierzigern, ...

Titel und Cover haben mich angesprochen und dazu verleitet, das Buch zu lesen. Ich hatte mir eine humorvolle, abwechslungsreiche Sommerlektüre rund um die Lebensmitte versprochen.

Maxi ist in ihren Vierzigern, wurde gerade von ihrem Partner Jan für die jüngere Nachbarin verlassen, und auch die pubertierende Tochter Smilla, die nur am Handy hängt und mit ihren Kopfhörern verwachsen scheint, macht es ihr nicht gerade leicht. Als ihre Freundin Simone, die einen „Pflegedienst“ für Grünpflanzen betreibt, für einige Tage zu einem Retreat fährt und sie bittet, währenddessen die Gießaufgaben zu übernehmen, erlebt Maxi turbulente Tage, die ihrem Leben eine neue Richtung geben.

Der Klappentext verspricht eine spritzige, humorvolle Geschichte, die der Roman leider nicht hält. Die Figuren sind klischeehaft und platt, der Deutsch-Kanadier Jacob wirkt wie alles, nur kein nordamerikanischer Muttersprachler, und die Handlung entwickelt sich leider völlig vorhersehbar und ohne jede überraschende Wendung. Sprachlich dümpelt der Roman im unteren Mittelmaß vor sich hin, und auch der Humor zündet nicht, da jede Situation, die witzig sein könnte, schon im Voraus absehbar ist. Für mich war dieses Buch leider rundum enttäuschend.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

spannend und wendungsreich

Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente: Das Tal der Lügen
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„Das Tal der Lügen“ ist der dritte Teil der Reihe um die fiktive Jugend- und Internatszeit des jungen Arthur Conan Doyle. Mein Sohn ist ein großer Fan seiner Abenteuer, und wir waren sehr gespannt auf ...

„Das Tal der Lügen“ ist der dritte Teil der Reihe um die fiktive Jugend- und Internatszeit des jungen Arthur Conan Doyle. Mein Sohn ist ein großer Fan seiner Abenteuer, und wir waren sehr gespannt auf die Fortsetzung. Auch wenn es von Vorteil ist, die beiden ersten Bände zu kennen, weil immer wieder darauf Bezug genommen wird, dürfte die Geschichte auch ohne Vorkenntnisse verständlich sein, da alle wesentlichen Vorkenntnisse geschickt in die Handlung eingeflochten werden.

Wie immer haben mein 12-jähriger Sohn und ich das Buch gemeinsam gelesen. Für Arthur und seine Freunde Jimmie, Irene, Pocket und Grover geht es auf Klassenfahrt auf ein altes Gut im Lake District. Während sich seine Mitschüler auf spannende und lustige Unternehmungen freuen, ist Arthur in großer Sorge: Er wird von Dinah Grey (bekannt aus Band 1) erpresst: Entweder, er besorgt ihr einen verschollenen, sagenumwobenen Gegenstand, der durch übersinnliche Kräfte enorme Macht verleiht, oder seiner kleine Schwester Mary, die in Dinahs Hand ist, wird Schlimmes passieren. Arthur kann sich seinen Freunden nicht anvertrauen, da er fürchtet, dass sie ihm nicht dabei helfen würden, Dinah Grey einen derart mächtigen Gegenstand zu verschaffen. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Schwester und der Loyalität gegenüber seinen Freunden.

Arthur, Irene, Jimmie, Pocket und Grover sind uns im Laufe der Zeit schon sehr ans Herz gewachsen, und jede Figur ist auf ihre Weise besonders und einzigartig. Arthur ist sehr verantwortungsbewusst, Irene behält immer einen kühlen Kopf, Pocket ist abenteuerlustig und schleppt in ihren vielen aufgenähten Taschen allerlei hilfreiche Tools mit sich herum und Grover hat ein Faible für alles Morbide und Übersinnliche. Der kluge Jimmie ist hin- und hergerissen zwischen seiner aufrichtigen Freundschaft zu Arthur und seiner Zuneigung gegenüber seinem Vater Mr. Moriarty, der in dunkle Machenschaften verstrickt ist.

Charakteristisch für die Baskerville-Hall-Reihe ist, dass immer wieder übersinnliche Ereignisse, Fähigkeiten oder Artefakte eine Rolle spielen. Eigentlich kann ich mit paranormalen Phänomen so gar nichts anfangen, aber erstaunlicherweise stört mich das hier gar nicht so sehr. In Band 3 spielen diese auch eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, im Vordergrund stehen vielmehr die aufregenden Abenteuer, die die fünf Freunde durchleben. Die Geschichte entwickelt sich rasant und ist voller spannender Momente und Wendungen. Der moralische Zwiespalt Arthurs ist einfühlsam und glaubwürdig ausgearbeitet, und seiner Beziehung zu Jimmie wird auf eine harte Probe gestellt. Wie immer ist der Schreibstil abwechslungsreich und lebendig. Fans der Sherlock-Holmes-Bücher werden auch immer wieder kleine Sidekicks und Hinweise auf spätere Fälle entdecken.

Wie gewohnt hat auch Band 3 wieder einen umfangreichen Anhang, der tolle Infos und Bilder über den echten Arthur Conan Doyle, seine Reisen und sein Leben beinhaltet.

Für mein Empfinden wird diese Reihe mit jedem Band besser, und Band 3 ist mein bisheriger Favorit. Auch mein Sohn war ganz begeistert, und wir freuen uns jetzt schon auf eine Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

durchdacht, inofrmativ und empathisch

Mein Kind ist autistisch
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Ein äußerst hilfreicher Ratgeber, der durchdacht aufgebaut ist und eine wichtige erste Orientierung für Eltern autistischer Kinder bietet. Das Buch startet mit der Definition einer Autismus-Spektrums-Störung ...

Ein äußerst hilfreicher Ratgeber, der durchdacht aufgebaut ist und eine wichtige erste Orientierung für Eltern autistischer Kinder bietet. Das Buch startet mit der Definition einer Autismus-Spektrums-Störung und geht hierbei auch auf die früher verwendeten Begrifflichkeiten ein. Die Autorin klärt zudem mit fünf Mythen auf, mit denen Eltern autistischer Kinder auch heute noch immer wieder konfrontiert werden.
Im nächsten Kapitel erläutert Britta Zytariuk die staatlichen Hilfemaßnahmen, die ggf. infrage kommen, darunter Pflegegrade, Schwerbehindertenausweis, Therapien, Fördermaßnahmen und Nachteilsausgleiche. Ergänzt wird das durch Checklisten, die im Bürokratiedschungel sehr hilfreich sein können. Auch das Kapitel rund um Selbstfürsorge, Auszeiten und Entspannungsmethoden für Eltern fand ich sehr gelungen und extrem wichtig, da der Alltag mit einem autistischen Kind sehr aufreibend sein kann und die Gefahr besteht, sich selbst und als Paar aus den Augen zu verlieren. Der folgende Abschnitt stellt die spezifischen Bedürfnisse des Kindes in den Fokus und bietet neben wichtigen Informationen wieder diverse Checklisten. Gerade aus diesem Kapitel habe ich für unsere Situation die meisten Impulse mitgenommen, die mir helfen, mein Kind besser zu verstehen und schwierige Situationen zu Hause oder in der Schule besser lösen zu können.
Besonders gut gefällt mir der empathische, verständnisvolle Grundton im Buch. Man spürt sofort, dass hier eine selbst betroffene Mutter schreibt, der es ein echtes Anliegen ist, Familien mit autistischen Kindern Unterstützung zu bieten und an ihren eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen, ohne belehrend zu wirken. Die sehr angenehme Du-Form macht den Ratgeber zu einer Lektüre, die man gerne zur Hand nimmt.
Auch wenn sich das Buch in erster Linie an Eltern richtet, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass auch Lehrer:innen und Erzieher:innen in ihrem Berufsalltag davon profitieren können. Als Eltern werden wir den Ratgeber noch häufiger zur Hand nehmen, und ihn auch an die Großeltern weitergeben.

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