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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Absolut genial!

Penis!
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„Penis! Wissen für unter die Gürtellinie“ ist ein hervorragend gelungenes Aufklärungsbuch, das nicht nur mit allerhand Wissen rund ums Genital aufwartet, sondern dieses auch herrlich erfrischend, ungezwungen ...

„Penis! Wissen für unter die Gürtellinie“ ist ein hervorragend gelungenes Aufklärungsbuch, das nicht nur mit allerhand Wissen rund ums Genital aufwartet, sondern dieses auch herrlich erfrischend, ungezwungen und humorvoll vermittelt. Kongenial ergänzt wird das Ganze durch die Illustrationen von Sandra Bayer, die so unverkrampft und oft auch witzig sind, dass erst gar keine falsche Scham aufkommt.

Neben biologischen Fakten zu Funktion und Aufbau thematisiert das Buch unter anderem auch die richtige Körperhygiene, Verhütung, Transidentität und Risiken im Internet wie Sexting und Grooming. Dank des jugendlichen, aber nicht anbiedernden Schreibstils liest sich das Buch äußerst unterhaltsam, und auch als Erwachsene habe ich noch Neues erfahren. Toll finde ich, dass es Raum für eigene Aufzeichnungen lässt bzw. Anregungen für Eintragungen gibt.

Ich bin absolut begeistert von diesem Buch – genau so etwas hätte ich mir in meiner eigenen Teenagerzeit gewünscht, und ich bin froh, meinem Sohn dieses nun an die Hand geben zu können. Das Pendant „Vulva!“ werde ich auf jeden Fall auch noch kaufen, denn alle Jugendlichen sollten über den männlichen und den weiblichen Körper Bescheid wissen. Eine ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.09.2025

einzigartiges Zeitzeugnis

Sieben Jahre in Tibet
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Vor vielen Jahren sah ich den gleichnamigen Film und wollte nun die bewegende Geschichte von Heinrich Harrers Leben in Tibet aus erster Hand lesen. Bildhaft und detailreich schildert Harrer seine Erlebnisse ...

Vor vielen Jahren sah ich den gleichnamigen Film und wollte nun die bewegende Geschichte von Heinrich Harrers Leben in Tibet aus erster Hand lesen. Bildhaft und detailreich schildert Harrer seine Erlebnisse und Eindrücke während seines Aufenthaltes in Tibet zwischen 1944 und 1951. Man spürt in seinen Worten die große Liebe zum Land, der Kultur und den Menschen, denen er mit Neugier und Respekt vor ihrer Lebensweise und ihrem Glauben begegnet. Harrer liefert damit ein einzigartiges Zeitzeugnis der tibetischen Kultur und ihres Gemeinwesens, die nach der chinesischen Invasion 1951 systematisch und unwiederbringlich zerstört wurden.

Auch wenn Heinrich Harrer kein Schriftsteller ist, wie er selbst anmerkt, und es dem Buch manchmal an Struktur mangelt, ist vor allem der Teil, der das Leben Harrers in Lhasa und seine Begegnungen mit dem 14. Dalai Lama schildert, äußerst spannend. Gelegentlich merkt man dem Text sein Alter etwas an (er entstand 1952), und Harrers Blickwinkel ist, trotz aller Offenheit und Wertschätzung gegenüber den tibetischen Traditionen, der eines weißen Mannes aus Europa.

Besonders spannend fand ich die Einblicke in die theokratische Gesellschaftsstruktur, das Feudalsystem und die religiösen Sitten und Gebräuche. Die Schwarzweißaufnahmen Harrers, die in das Buch integriert wurden, ergänzen den Text und lassen das Erzählte lebendig werden.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

starker vierter Teil einer hervorragenden Kinderbuchreihe

Schule der Meisterdiebe 4: Die schwarze Festung
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Im 4. Band der „Schule der Meisterdiebe“ erwartet Gabriel Avery und seine fünf Freunde neben einem neuen Schulfach namens „Umgebungskunde“ auch die bisher schwerste Aufgabe für den Gewinn des Gaunerpokals: ...

Im 4. Band der „Schule der Meisterdiebe“ erwartet Gabriel Avery und seine fünf Freunde neben einem neuen Schulfach namens „Umgebungskunde“ auch die bisher schwerste Aufgabe für den Gewinn des Gaunerpokals: Sie müssen die nahezu uneinnehmbare Festung Tor Malan bezwingen und eine kostbare Kette stehlen. Zugleich ist die berüchtigte Verbrecherbande „Die Namenslosen“ hinter ihnen her, die diesmal einen besonders perfiden Plan verfolgt. Um sie zu überlisten, müssen die sechs über sich hinaus wachsen und als Team alles geben…

Seit Monaten fiebert mein Sohn (11) auf die Fortsetzung der Reihe entgegen. Von Band 1 an sind wir große Fans von Gabriel, Penelope, den Okoro-Zwillingen und Amira. Inzwischen wurde die Bande noch um ein sechstes Mitglied erweitert (wen, wird hier nicht verraten), das für zusätzliche Dynamik und unterhaltsame Dialoge sorgt.

Jedes Bandenmitglied zeichnet sich durch besondere Fähigkeiten und Eigenheiten aus, und wir haben jedes einzelne ins Herz geschlossen, auch wenn Gabriel Avery natürlich eine ganz besondere Rolle einnimmt. Der verantwortungsbewusste, ruhige und besonnene Junge ist durch seine Empathie und Fürsorge der integrative Part der Gruppe. J.J. Arcanjo erzählt nicht nur eine richtig spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen, sondern vermittelt dabei auch wichtige Botschaften. Er zeigt, dass hinter einer abweisenden, harten Fassade ein sensibler, tief verletzter Mensch stecken kann, und dass es ein Zeichen von Stärke sein kann, um Hilfe zu bitten. In einem Team wird auch die größte Herausforderung bezwingbar, wenn man füreinander einsteht, fest zusammenhält und an sich arbeitet.

Wir können es kaum erwarten, den fünften und finalen Roman zu lesen und empfehlen die gesamte Crookhaven-Reihe unbedingt weiter. Für uns eine der besten Kinderbuchreihen überhaupt!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Hatte mir mehr erwartet

Schwebende Lasten
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Hanna, 1913 in Magdeburg geboren, erlebt beinahe das gesamte 20. Jahrhundert. Früh verwaist wächst sie bei ihrer älteren Schwester auf, arbeitet hart und lernt, das Leben pragmatisch anzugehen und sich ...

Hanna, 1913 in Magdeburg geboren, erlebt beinahe das gesamte 20. Jahrhundert. Früh verwaist wächst sie bei ihrer älteren Schwester auf, arbeitet hart und lernt, das Leben pragmatisch anzugehen und sich nicht zu beklagen. Sie hat sechs Kinder, von denen zwei sterben, ohne dass sie diese begraben kann und einen Mann, der ihm kaum Stütze ist. Vieles an Hannas Figur hat mich an meine eigene Großmutter (Jhg. 1912) erinnert, vor allem die Art und Weise, wie sie ohne zu klagen ihren Platz im Leben akzeptiert und versucht, unter den gegebenen Umständen die Familie so gut wie möglich durchzubringen. Der nüchterne Schreibstil passte für mich grundsätzlich gut zu ihrem Wesen, allerdings konnte ich durch den Mangel an Emotionalität keinen tieferen Bezug zu Hanna aufbauen. Insbesondere im letzten Buchdrittel ist der Erzählton so distanziert, dass ich immer weniger Anteil an ihrem Leben nahm. Die in der Buchbeschreibung erwähnte „Poesie“ konnte ich nicht entdecken.

Da Hanna mit Leib und Seele Blumenbinderin ist, spielen (Schnitt-)blumen eine große Rolle im Buch. Jedes Kapitel wird zudem durch kurze Notizen zu einer Blumensorte eingeleitet. Da ich selbst mit Blumen wenig anfangen kann, nahm mir das zu viel Raum ein, die Notizen habe ich komplett übersprungen. Ich hatte mir erhofft, dass Hannas Tätigkeit als Kranfahrerin stärker thematisiert wird. Leider wird das in wenigen Absätzen abgehandelt.

Insgesamt bin ich durch die Buchbeschreibung mit etwas anderen Erwartungen an Stil und Fokus an dieses Buch herangegangen und wurde leider enttäuscht.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Nicht ganz mein Humor

Mehr Allergien als Freunde
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Von Johanna Wack hatte ich bisher nur einen kurzen Video-Clip in Erinnerung, aber der Titel des Buches klangvielversprechend, und ich war neugierig.

In kurzen Texten, die von Dating-Pannen, dem Leben ...

Von Johanna Wack hatte ich bisher nur einen kurzen Video-Clip in Erinnerung, aber der Titel des Buches klangvielversprechend, und ich war neugierig.

In kurzen Texten, die von Dating-Pannen, dem Leben als Mutter, einer Wohnungssuche oder Baumarkterlebnissen handeln, greift Johanna Wack den alltäglichen Wahnsinn auf. Einige Episoden sind wirklich herrlich, großartig zugespitzt und urkomisch. Meine persönlichen Favoriten sind etwa „Abschiedsbrief einer Buchhalterin an ihren Ehemann“, „Zahlungserinnerung“ und „Suche Wohnung, ruhig gelegen und zentral“. Mit vielen anderen konnte ich dagegen wenig anfangen, weil sie mir zu übertrieben waren. Hierzu gehören ihre Texte als Mutter und das Kapitel „Texte für Kinder“: Vielleicht wirken diese auf der Bühne vorgetragen auch besser als in einem Buch.

Fazit: Eine nette Unterhaltung für Zwischendurch, aber nicht ganz mein Humor.

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