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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Unperfekt, ehrlich, modern

Only Margo
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Ein Buch, das eien Zeit lang überall zu sehen war ist "Only Margo" (und ich verstehe absolut, warum!)

Protagonistin Margo ist jung, wird ungeplant schwanger von ihrem Professor und steht plötzlich alleine ...

Ein Buch, das eien Zeit lang überall zu sehen war ist "Only Margo" (und ich verstehe absolut, warum!)

Protagonistin Margo ist jung, wird ungeplant schwanger von ihrem Professor und steht plötzlich alleine da.
Ohne finanzielle Unterstützung und mit einem Baby auf dem Weg muss sie schnell eine Lösung finden und landet schließlich bei OnlyFans, beause why not?
Was als pragmatische Entscheidung beginnt, entwickelt sich zu einem Balanceakt zwischen Mutterschaft, Geldsorgen, Selbstbild und gesellschaftlichen Erwartungen.

Die 352 Seiten lassen sich super flüssig lesen und haben mich direkt gepackt.
Besonders hervorheben möchte ich den Schreibstil, der mir richtig gut gefallen hat: Autorin Rufi Thorpe spielt mit Perspektivwechseln, die Margo selbst in der Uni von ihrem Professor lernt. Dadurch bekommt die Geschichte eine ganz eigene Dynamik und wirkt gleichzeitig reflektiert und nahbar.
Margo als Figur ist dabei alles andere als perfekt, eher chaotisch, manchmal widersprüchlich, aber genau das macht sie so echt und greifbar.

Für mich ist "Only Margo" ein moderner, ehrlicher Roman über Selbstbestimmung, Mutterschaft und gesellschaftliche Doppelmoral – verpackt in einem leicht zu lesenden, aber inhaltlich spannenden Stil.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Wohlfühl-Lektüre mitten in Irland

Erdbeerfieber
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Mit „Erdbeerfieber“ ist Madita Tietgen inzwischen schon beim 9. Band ihrer Reihe angekommen – und ganz ehrlich: Die Geschichte zeigt wieder einmal, warum diese Reihe so viele Fans hat. Auch dieser Teil ...

Mit „Erdbeerfieber“ ist Madita Tietgen inzwischen schon beim 9. Band ihrer Reihe angekommen – und ganz ehrlich: Die Geschichte zeigt wieder einmal, warum diese Reihe so viele Fans hat. Auch dieser Teil fügt sich nahtlos in das wunderschöne Irland-Setting ein und versprüht genau die Atmosphäre, die man von den vorherigen Bänden kennt und liebt.
Die Autorin schafft es erneut, das irische Lebensgefühl mit einer warmen, lebendigen Geschichte zu verbinden. Man fühlt sich beim Lesen fast so, als würde man selbst durch die grünen Landschaften spazieren, den Wind vom Meer spüren und natürlich den Duft frischer Erdbeeren in der Nase haben.

Cal hat nur ein Ziel: Er möchte endlich die Hauptrolle in der renommierten Irish Dance Academy tanzen. Dafür trainiert er verbissen und verlangt von sich absolute Perfektion, doch trotzdem fällt die Wahl immer wieder auf andere Tänzer. Um sich zu beweisen, nimmt er eher widerwillig die Leitung eines Tanz-Workshops für Kinder an und reist dafür nach Safe Haven, ein Camp an der rauen Westküste Irlands, das Waisenkindern und alleinstehenden Schwangeren ein Zuhause auf Zeit bietet.
Besonders Marlis, die sich mit ganzem Herzen für die Bewohner von Safe Haven einsetzt, lässt sich von Cals arroganten Art nicht beeindrucken und geht schnell auf Konfrontationskurs.
Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr beginnt Cals sorgfältig aufgebaute Fassade zu bröckeln. Hinter seinem Ehrgeiz und seiner scheinbaren Selbstsicherheit verbergen sich Zweifel und Ängste. Durch Marlis und die Zeit im Camp beginnt er langsam zu hinterfragen, ob Perfektion wirklich alles ist.

Besonders schön ist, dass auch der neunte Band der Reihe keineswegs an Charme verliert. Die Figuren wirken authentisch, die Handlung bleibt unterhaltsam und das Wiedersehen mit der vertrauten Welt macht einfach Spaß.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein Prozess, der alte Wunden aufreißt

Die falsche Zeugin
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In "Die falsche Zeugin" erzählt Karin Slaughter die Geschichte der Anwältin Leigh Collier, die scheinbar ein geordnetes Leben führt, zumindest bis sie einen neuen Mandanten bekommt. Schnell wird klar: ...


In "Die falsche Zeugin" erzählt Karin Slaughter die Geschichte der Anwältin Leigh Collier, die scheinbar ein geordnetes Leben führt, zumindest bis sie einen neuen Mandanten bekommt. Schnell wird klar: Der Mann kennt ein dunkles Geheimnis aus Leighs Vergangenheit, etwas, das sie und ihre Schwester seit Jahren zu verdrängen versuchen. Während der Prozess voranschreitet, holen sie die Ereignisse ihrer Jugend immer stärker ein.

Der Thriller springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zeigt nach und nach, was wirklich passiert ist und wie sehr diese Erlebnisse das Leben der Schwestern geprägt haben.

Ich fand das Buch unglaublich spannend zu lesen. Besonders gut hat mir gefallen, wie Vergangenheit und Gegenwart immer mehr ineinandergeklickt haben und Stück für Stück ein Gesamtbild entstanden ist. Dadurch wollte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Für mich war es definitiv ein packender Thriller mit intensiver Atmosphäre und starken Figuren.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Manche Kämpfe finden nicht nur im Ring statt

Punch
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„Punch“ von Paul Garbulski ist kein Roman, der sich gemütlich lesen lässt: er trifft. Die Geschichten spielen zwischen Rummelplatz, Boxring und Spielhöllen und zeigen Menschen, die am Rand der Gesellschaft ...



„Punch“ von Paul Garbulski ist kein Roman, der sich gemütlich lesen lässt: er trifft. Die Geschichten spielen zwischen Rummelplatz, Boxring und Spielhöllen und zeigen Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen und trotzdem weiterkämpfen. Da ist ein ukrainischer Boxer, der Gewissensbisse hat weil er nicht in den Krieg gezogen ist,, eine junge Frau, die nach einem Kampf sucht und ein Journeyman, der im Ring wie im Leben Niederlagen gewohnt ist. Zwischen Zuckerwattestand, grellen Lichtern und der Ringecke, in der Blut von der Stirn gewischt wird, entsteht ein Bild von Leben, die sich wie Faustschläge anfühlen.

Autor Paul Garbulski erzählt diese Schicksale mit einer besonderen Sprache: Dialoge wechseln sich mit kurzen erzählerischen Fragmenten ab, die teilweise fast poetisch wirken. Gerade das hat mir beim Lesen sehr gefallen. Immer wieder zeigt die Erzählperspektive, wo sich Menschen in ihrer Seele ähneln, wo sie sich begegnen, und wo Gefühle unausgesprochen bleiben. Der Rummelplatz wird dabei zu mehr als nur einem Ort des Vergnügens: Er wird zu einem Kaleidoskop von Existenzen, die zwischen Mut und Angst, Kampf und Aufgeben, Heimat und Exil stehen. „Punch“ ist damit ein intensiver, dichter Roman über Menschen, deren Geschichten sonst leicht übersehen werden.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Die dunkle Kunst der Verführung zum Bösen

Ripley's Game oder Der amerikanische Freund
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Tom Ripley lebt zurückgezogen, kultiviert und scheinbar ruhig in einem kleinen französischen Dorf. Doch hinter der eleganten Fassade verbirgt sich ein manipulativer, skrupelloser Geist. Als ihn eine gekränkte ...

Tom Ripley lebt zurückgezogen, kultiviert und scheinbar ruhig in einem kleinen französischen Dorf. Doch hinter der eleganten Fassade verbirgt sich ein manipulativer, skrupelloser Geist. Als ihn eine gekränkte Eitelkeit zu einem grausamen Spiel treibt, zieht er den todkranken Jonathan Trevanny in einen Mordauftrag hinein, wohlwissend, dass dieser nichts mehr zu verlieren hat.

Was als perfide Manipulation beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Katz-und-Maus-Spiel, in dem Schuld, Angst, Verzweiflung und Moral immer weiter verschwimmen. Jonathan, ein Mann mit Gewissen, wird langsam in eine Welt gezogen, die ihm völlig fremd ist. Er erkennt, wie dünn die Grenze zwischen Opfer und Täter sein kann.

"Ripley’s Game" ist ein düsterer Thriller, der weniger auf Action als auf psychologische Spannung setzt. Ein Roman, der zeigt, wie leicht ein Mensch unter Druck zu etwas fähig wird, das er sich selbst niemals zugetraut hätte. Ich fand "Ripley’s Game" extrem spannend, beklemmend und psychologisch unglaublich stark. Die Geschichte lebt nicht von schnellen Wendungen, sondern von der stillen, stetig wachsenden Bedrohung.

Autorin Patricia Highsmith schafft es hier in dem im Jahre 1974 erschienenen Roman eine Atmosphäre zu schaffen die düster, ruhig und fast schon bedrückend ist. Die moralischen Grauzonen, die inneren Konflikte und die psychologische Tiefe haben mich direkt mitgerissen. Was mich auch an diesem bereits vor über 50 Jahren schienenen Buch interessiert hat, ist wie alles ohne Internet funktioniert hat. Rein Verbrechenstechnisch könnte man (leider) sagen es war schon fast zu einfach so einen Fall zu kreieren. Sehr spannend!

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