Profilbild von SirGerryliest

SirGerryliest

Lesejury Star
offline

SirGerryliest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SirGerryliest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2024

Nichts für schwache Nerven mit Flugangst!

Absturz
0

Wer Angst vor Fliegen hat wie ich, sollte diesen rasanten Thriller eigentlich nicht lesen. Denn wenige Minuten nach dem Start muss Flug 1421 aufgrund eines brennenden Triebwerks notwassern. Alleine das ...

Wer Angst vor Fliegen hat wie ich, sollte diesen rasanten Thriller eigentlich nicht lesen. Denn wenige Minuten nach dem Start muss Flug 1421 aufgrund eines brennenden Triebwerks notwassern. Alleine das verursachte bei mir absolute Gänsehaut. Doch damit nicht genug, sinkt das Flugzeug auf 60 Meter Tiefe und bleibt gerade so auf einem brüchigen Riff liegen.

Die Autorin T.J. Newman ist ehemalige Flugbegleiterin gewesen und hatte zuvor bereits den Roman Flug 416 geschrieben.

Ich kann euch sagen, dass es ihr absolut gelungen ist, den Flugzeugabsturz und die verzweifelten gut 4 Stunden unter Wasser so darzustellen, dass ich meinte, mitten drin im Geschehen zu sein. Durch den sehr flüssigen Schreibstil mit vielen kurzen Kapiteln liest sich das Buch praktisch von ganz alleine. Fast alle Szenen sind von großer Spannung getragen.

Anfangs war mir die Personenanzahl zu groß und mit den Hauptprotagonisten wurde ich zunächst nicht ganz warm. Aber das dauerte nicht lange und ich fieberte mit jeder Person mit und hoffte, dass sie es schaffen würden, gerettet zu werden. 60 Meter scheinen nicht viel, aber unter Wasser ist es selbst für Profitaucher höchst gefährlich. Ständig änderte sich die Lage im Flugzeug, meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt.

Ich kann jedem, der Nervenkitzel mag, das Buch sehr empfehlen, weshalb ich 4,5 von 5 ⭐️ vergebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2024

Düsteres Familiengeheimnis! Tolles Debüt!

Das Waldhaus
0

Man sagt so schön, es gebe die Liebe auf den 2.Blick. Für dieses Buch trifft das für mich zu. Nachdem ich gut die Hälfte gelesen, aber mit der Protagonistin nicht ganz klar kam, habe ich die ersten 100 ...

Man sagt so schön, es gebe die Liebe auf den 2.Blick. Für dieses Buch trifft das für mich zu. Nachdem ich gut die Hälfte gelesen, aber mit der Protagonistin nicht ganz klar kam, habe ich die ersten 100 Seiten prompt nochmal gelesen. Und das war gut so.

Im Mittelpunkt steht die aus der Ich-Perspektive erzählende 37jährige Hannah, die mit ihrem Leben offenbar nicht klar kommt und keine einfache Persönlichkeit ist. Das wird bereits im ersten Satz deutlich "Normale Menschen essen keine rohe Quitten." (S.9).

Mit gerade 14 Jahren musste Hannah ein traumatisches Ereignis verkraften, als ihre Mutter mit einem Messer in der Brust im Wald hinter dem Haus aufgefunden wurde. Ihr Vater wurde trotz einiger Verdachtsmomente nie angeklagt. Ihr 4 Jahre älterer Bruder, der von der Schuld des Vaters überzeugt ist, verließ einen Tag nach der Beerdigung die Familie und ließ Hannah im Stich. Seit 15 Jahren besteht kein Kontakt mehr. Nun pflegt Hannah den demenzkranken und sterbenden Vater, der nach einem Sturz im Haus für ein paar Tage im Krankenhaus ist und dort Hannah mit der verstorbenen Mutter zu verwechseln scheint und sie seltsamerweise um Verzeihung bittet. Hannah kommen Zweifel an der Unschuld des Vaters und gräbt in der Vergangenheit nach.

Den Tod ihrer Mutter hat Hannah nicht wirklich verarbeitet, er hat Spuren hinterlassen. "Die Zeit hat mich nicht geheilt. Sie hat mich nur verhärten lassen."(S. 16). Das Buch behandelt in weiten Teilen ein sehr gut durchdachtes und interessantes Familiendrama. Hannah versucht die Geschehnisse der Vergangenheit aufzuklären und spricht dabei mit Personen, die mit ihrer Mutter befreundet waren, mit dem ehmals den Fall bearbeitenden Detective, mit ihrem Bruder, der nichts von der Vergangenheit wissen will und den seltsam sich verhaltenden Nachbarn und deren überaus zuvorkommenden Sohn. Immer wieder tauchen wir in die Vergangenheit ab und entdecken immer mehr dunkle und überraschende Familiengeheimnisse.

Liz Webb hat einen wunderbaren, tief gehenden und eindringlichen, aber auch humorvollen Schreibstil.

Sie beschreibt sehr gekonnt das Innenleben Hannahs, ihre allmählich bröckelnde Überzeugung von der Unschuld ihres Vaters und der Verherrlichung ihrer seinerzeit attraktiven Mutter. Nach und nach gibt es unglaubliche Enthüllungen und zahlreiche immer wieder überraschende Wendungen. Die seinerzeit kindische und verklärte Sicht auf die Eltern erfährt hier sehr überraschende Richtungen, gerade auch im Hinblick auf ihre Mutter "aber ich dachte nie daran, dass sie womöglich eine Existenz abseits von uns hatte, ihr eigenes Leben lebte"(S. 154).

Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Von Seite zu Seite wollte ich immer mehr und schneller wissen ,was damals wirklich passierte und wie welche Personen, die Hannah nach und nach aufsucht, involviert gewesen sind. Was dabei heraus gekommen ist, hat mich immer wieder überrascht und fasziniert zugleich, sowie auch das überzeugende und überraschende Finale.

Wer einen Thriller aufgrund des Covers erwartet und insoweit entsprechende Maßstäbe ansetzt, dürfte sicher enttäuscht sein. Spannung kam erst zum Showdown so richtig auf.

Aber wer wissen will, wie das komplizierte Beziehungeflecht der Personen untereinder und das Familiendama aufgelöst wird und ob Hannah es schafft, ihr Traumata zu überwinden, sollte bei diesm sprachlich wirklich tollen Buch zuschlagen.

Ich empfehle dieses Buch mit 4,5 /5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2024

Spannender Erstlingskrimi im schönen Chiemgau

Tod im Chiemgau
0

Das nenne ich mal ein gelungenes Debüt!

Mit seinem ersten Krimi, der in Reit im Winkel im wunderschönen Chiemgau spielt, konnte mich Mathias Lehmann absolut überzeugen.

Auf gut 250 flott zu lesenden ...

Das nenne ich mal ein gelungenes Debüt!

Mit seinem ersten Krimi, der in Reit im Winkel im wunderschönen Chiemgau spielt, konnte mich Mathias Lehmann absolut überzeugen.

Auf gut 250 flott zu lesenden Seiten ermittelt die aus Ruhpolding kommende Kommissarin Roxana Marhofer in einem vermeintlichen Bergunfall. Toni Hauser kommt nach 10 Jahren wieder nach Hause, nachdem sein bester Freund Hans ums Leben kam und sein Vater kürzlich verstarb. Die Heimkehr verläuft alles andere als freundlich. Zugleich stirbt am nächsten Tag ein weiterer Freund von Toni bei einer geplanten gemeinsanen Bergtour. Unfall? Zufall? Mordanschlag? Möglicherweise möchte jemand Toni tot sehen...

Intrigen, Hass und Schuldgefühle zwischen zwei verfeindeten Unternehmerfamilien stehen im Mittelpunkt der spannend erzählten Geschichte, die zahlreiche Wendungen erfährt und durch viele kurze Kapitel schnell geschildert wird.

Gemeinsam recherchieren Roxana und Toni in diesem Fall. An deren Seite stehen noch der junge und enthusiastische Hubert sowie der kurz vor der Pension stehende Josef, die beide ein wenig klischeehaft rüberkommen, mir den Spaß am Lesen aber nicht genommen haben.

Widersacher ist der Bürgermeister Leopold, der Vater von Hans, der nicht gut auf Toni zu sprechen ist. Und natürlich gibt es auch zarte Anbandelungen zwischen Toni und Vicki, die ehemalige Freundin von Hans.

Mathias Lehmann schildert gekonnt in wenigen Sätzen die Charaktere der Protgonisten, ihre Ideen und Gedanken und er schafft es ohne weiteres diese lebendig wirken zu lassen.

Ich kann diesen Krimi uneingeschränkt mit 5/5⭐️ bestens empfehlen.

Hoffentlich gibt es bald weitere Krimis aus der Feder von Mathias Lehmann, sei es als Fortsetzung oder als Stand-Alone. Ich werde bedenkenlos zugreifen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2024

Klasse Thrillerdebüt!

Wölfe in Bern
0

Auf gerade einmal 318 Seiten hat Matthias Beland einen interessanten und lesenswerten Krimi geschrieben, der in Bern in der Schweiz spielt.

Gleich zu Beginn hat es der sympathische Kommissar Georg Muff ...

Auf gerade einmal 318 Seiten hat Matthias Beland einen interessanten und lesenswerten Krimi geschrieben, der in Bern in der Schweiz spielt.

Gleich zu Beginn hat es der sympathische Kommissar Georg Muff mit einer jungen weiblichen Leiche zu tun, die erwürgt in ihrem Bett gefunden wird. Schnell kommen als Täter ihr Bruder und der ältere Liebhaber, ein Inhaber einer schweizer Privatbank in Betracht. Doch nachdem weitere Morde geschehen wird klar, dass wesentlich mehr dahinter steckt als zunächst vermutet.

Korruption, Waffenexport, Asylrecht sind die Themen dieses Krimis, die gut in die Handlung eingebaut sind. Spannend und flüssig erzählt und an manchen Stellen ist die Spannung extrem hoch. Die gesamte Handlung, aufgeteilt in 41 kurzen Kapiteln, wird stringent und flott erzählt, so dass man ständig am Ball bleibt.

An seiner Seite ermitteln seine schwangere Kollegin Melanie, die mir aber ein wenig unscheinbar blieb, als auch der Vorgesetze Ochsner, der buchstäblich stiernackig und hornochsig die vermeintlich erfolgreiche Richtung der Ermittlungen vorgibt.

Und natürlich hat Georg Muff auch private Probleme, die gut dosiert mitgeteilt werden. In erster Linie geht es dabei um seine Freundin Chloe aus dem Kongo, die seit Jahren in der Schweiz lebt und und immer noch keinen positiven Asylbescheid bekommen hat. Der Verlust seines Bruders und seines Vaters nagen sehr an seiner Psyche, wobei ihn dabei auch Schuldgefühle plagen.

Mir hat dieses Krimidebüt gut gefallen und empfehle es mit 4 von 5 ⭐️ allen, die gerne Krimis auch mit Lokalkolorit lesen möchten.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2024

actionreicher und spannender Justizthriller!

Zu wenig Zeit zum Sterben
0

Das war ja mal ein richtiger guter Pageturner , den der Autor Steve Cavanagh mit seinem 1. Band abgeliefert hat.

Der Strafverteidiger Eddie Flynn hat in einem Strafverfahren gegen den russischen Mafiaboss ...

Das war ja mal ein richtiger guter Pageturner , den der Autor Steve Cavanagh mit seinem 1. Band abgeliefert hat.

Der Strafverteidiger Eddie Flynn hat in einem Strafverfahren gegen den russischen Mafiaboss Olek Volchek, der wegen Mordes angeklagt wird, nur 48 Stunden Zeit, diesen erfolgreich zu verteidigen. Dabei steht er unter enorm großen Druck, da die russische Mafia seine Tochter Amy entführt hat und mit deren Ermordung droht.

In zahlreichen kurzen Kapiteln konnte ich minutiös miterleben, welche Anstrengungen Eddie in diesem spannenden Justizthriller unternimmt, den Mafioboss aus den Fängen der Justiz zu befreien. Seine vorherige Lebensphase als Dieb mit Taschenspielertricks und seine Kontakte zur italienischen Mafia kommen ihm dabei zugute.

Sehr interessant sind die Szenen vor Gericht, die Kreuzverhöre und das raffinierte Vorgehen Eddies gegenüber der Staatsanwältin. Juristische Kniffe sorgen für den richtigen Pepp. Aber auch die nervenaufreibenden Mandantengespräche zwischen Eddie sowie Olek Volchek und seinen Leuten sind gut gelungen.

Actionreich und ein flotter Schreibstil mit zahlreichen Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen. Gegen Ende des Buchs wird es dann auch noch mal extrem spannend.

Mir hat dieser Thriller wirklich gut gefallen, auch wenn manche Szenen etwas überdreht - Hollywood lässt grüßen - daher kommen.

Ich kann es jedem Thrillerliebhaber empfehlen und gebe 4,5 von 5 Sternen ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere