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Veröffentlicht am 30.10.2025

Solide Fortsetzung der Grenzfallreihe

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Die Grenzfallreihe von Anna Schneider hat nun 5 Bände, in denen grenzüberschreitend zwischen Deutschland und Österreich ermittelt wird. Diesmal geht es um heiße und brennende Ermittlungen kurz vor den ...

Die Grenzfallreihe von Anna Schneider hat nun 5 Bände, in denen grenzüberschreitend zwischen Deutschland und Österreich ermittelt wird. Diesmal geht es um heiße und brennende Ermittlungen kurz vor den traditionellen Sonnenwendfeuern im Karwendel. Bei Bad Tölz kommt es zu einem Verkehrsunfall, bei dem der Fahrer verbrennt. Weitere tödliche Brandanschläge folgen....Zufall oder Brandstiftung oder doch was Anderes?

Oberkommissarin Alexa Jahn nimmt mit ihrem Kollegen Huber die zähen und anfangs recht erfolglosen Ermittlungen auf. Mit ihrem eindrucksvollen Schreibstil schafft es Anna Schneider, Alexa Jahn sehr detailliert zu beschreiben und das Innere so darzustellen, dass ich das Gefühl hatte, sie schon jahrelang zu kennen. Gleiches gilt für die ruhige und differenzierte Darstellung der weiteren Geschehensabläufe, ohne dabei langatmig oder zu ausführlich zu sein. Man konnte gut in die Geschichte eintauchen.

Neben der weiteren Storyentwicklung kommt die Autorin immer wieder auf die Geschehnisse in den vorherigen Bänden zurück. Das war so geschickt, dass ich auch ohne Vorkenntnisse ein Gefühl dafür bekam, was vorher passierte und wie sich die Fäden der Vergangenheit bis in die Gegenwart gezogen haben. Dennoch empfehle ich, wer die Reihe kennenlernen möchte, mit Band eins zu beginnen.

Was mir auch gut gefallen hatte, war, dass die Autorin immer wieder zwischendurch kurze knackige Statements zu Themen wie Wohnungspolitik, Ausländerfeindlichkeit oder Wohlstandsverwahrlosung in den Die Grenzfallreihe von Anna Schneider hat nun 5 Bände, in denen grenzüberschreitend zwischen Deutschland und Österreich ermittelt wird. Diesmal geht es um heiße und brennende Ermittlungen kurz vor den traditionellen Sonnenwendfeuern im Karwendel. Bei Bad Tölz kommt es zu einem Verkehrsunfall, bei dem der Fahrer verbrennt. Weitere tödliche Brandanschläge folgen....Zufall oder Brandstiftung oder doch was Anderes?

Oberkommissarin Alexa Jahn nimmt mit ihrem Kollegen Huber die zähen und anfangs recht erfolglosen Ermittlungen auf. Mit ihrem eindrucksvollen Schreibstil schafft es Anna Schneider, Alexa Jahn sehr detailliert zu beschreiben und das Innere so darzustellen, dass ich das Gefühl hatte, sie schon jahrelang zu kennen. Gleiches gilt für die ruhige und differenzierte Darstellung der weiteren Geschehensabläufe, ohne dabei langatmig oder zu ausführlich zu sein. Man konnte gut in die Geschichte eintauchen.

Neben der weiteren Storyentwicklung kommt die Autorin immer wieder auf die Geschehnisse in den vorherigen Bänden zurück. Das war so geschickt, dass ich auch ohne Vorkenntnisse ein Gefühl dafür bekam, was vorher passierte und wie sich die Fäden der Vergangenheit bis in die Gegenwart gezogen haben. Dennoch empfehle ich, wer die Reihe kennenlernen möchte, mit Band eins zu beginnen.

Was mir auch gut gefallen hatte, war, dass die Autorin immer wieder zwischendurch kurze knackige Statements zu Themen wie Wohnungspolitik, Ausländerfeindlichkeit oder Wohlstandsverwahrlosung in den Ring wirft.

Weiter kam ich sehr gut mit der Figur des österreichischen Chefinspektor Bernhard Krammer zurecht, dem die Autorin eine angenehme Tiefe verleiht. Man erfährt über ihn auch immer wieder, was zuvor passiert ist und wie ihn das berührt. Die menschliche Seite kommt gut zur Geltung.

Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen ein wenig mehr Spannung gewünscht. Das ist aber eine rein subjektive Empfindung.

Mit einem klaren Krimikonzept, tollen Figuren und des guten Schreibstils kann ich diesen Krimi allen empfehlen, die sich für das Genre Krimi begeistern können.





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Veröffentlicht am 20.10.2025

komplexer und spannender Politthriller

Seidenstraße
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Dieser Politthriller hat mir wirklich gut gefallen.

Eine hochrangige chinesische Delegation kommt nach Deutschland, um einen großen Anteil des Hamburger Hafens zu übernehmen. Das bleibt nicht ohne massive ...

Dieser Politthriller hat mir wirklich gut gefallen.

Eine hochrangige chinesische Delegation kommt nach Deutschland, um einen großen Anteil des Hamburger Hafens zu übernehmen. Das bleibt nicht ohne massive Proteste der Gruppe Stoppt China. Max Oster, Sicherheitschef am Hamburger Hafen, gerät mitten hinein in eine gewaltsame Demo. Innen- und Außenministerium haben unterschiedliche Interessen und beeinflussen die Bundeskanzlerin. Es brodelt in der Bevölkerung. Die Sache scheint zu eskalieren, als eine chinesische Unternehmensberaterin in Hamburg ermordert wird. Oster, der am Abend des Mordes mit ihr ausging, gerät schnell unter Verdacht. In Berlin stirbt ein Bundestagsabgeordneter unter merkwürdigen Umständen. Die junge Journalistin Laura Schneider, eben erst beurlaubt, glaubt an einen Mord im Zusammenhang mit dem chinesischen Besuch.

Mit dem kantigen, aber ehrlichen Sicherheitschef und ehemaligen BND-Agenten Max Oster hat der Autor einen interessanten Charakter geschaffen. Er ist geschieden und getragen von Schuldgefühlen aufgrund früherer Auslandseinsätzen, bei dem sein bester Freund ums Leben kam. Nun muss er seine Unschuld beweisen. An seiner Seite kommt die Journalistin Laura Schneider ins Bild, die manchmal naiv, aber unerschrocken Oster begleitet. Gerade eben gefeuert, sucht sie eine fette Story, um sich zu beweisen. Durch Zufall stoßen die beiden bei ihren eigenen Ermittlungen aufeinander und unterstützen sich fortan gegenseitig bei ihren Ermittlungen.

Es tauchen eine Menge Personen im Laufe des Geschehens auf, sodass man leicht den Überblick verlieren könnte. Weitere interessante Personen sind Tobias Wellen, Staatssekretär im Auswärtigen Amt und die ermittelnde Kommissarin Frida Kramer. Dennoch schafft es Lackner, alleine dieses Personengeflecht gut zu vermitteln. Polizei, Verfassungsschutz, BND und Wirtschaftsunternehmen spielen eine grosse Rolle in dem Umfeld aus Wirtschaftsspionage, Intrigen und Verschwörungen. Mitten drin Oster und Schneider, auf die alle Jagd machen und die oft mit mehr Glück als Verstand die ein oder andere brenzlige Situation meistern.

Dank des flüssigen Schreibstils und der kurzen Kapitel hat man das Buch mit seinem 376 Seiten schnell gelesen. Trotz seiner Komplexität des Themas bringt Lackner eine gewisse Leichtigkeit und Klarheit in die Geschehensabläufe. Die Grundspannung war von Anfang an vorhanden und steigert sich bis zum Ende hin.

Der Name des Titels ist dabei auch perfekt gewählt, erinnert er doch an die alten Handelswege zwischen China und Europa.

Hier ist ein wirklich guter und kurzweiliger Politthriller entstanden, der an einen realen wirtschaftlichen Hintergrund anknüpft und ihn fiktiv weiter erzählt. Zahlreich auftretende Personen gestalten die Handlung komplex, aber interessant.

4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 10.10.2025

beeindruckend, überwältigend, nachdenklich

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Das Buchcover gibt bereits einen Vorgeschmack auf das, was Susanne Abel in diesem eindrucksvollen und aufwühlenden Roman uns Lesern bietet. Ein kleiner Junge, allein, hilflos und ohne Aussicht auf ein ...

Das Buchcover gibt bereits einen Vorgeschmack auf das, was Susanne Abel in diesem eindrucksvollen und aufwühlenden Roman uns Lesern bietet. Ein kleiner Junge, allein, hilflos und ohne Aussicht auf ein gutes und erfolgreiches Leben blickt einen mitleiderregend und hilfesuchend an.

"Jetzt bist du allein,denkt er, legt sich neben sie und schlingt seine Arme um ihren Körper. Er will sie nie wieder loslassen. Will eintauchen in ihr Nichts. Ihre Stille. Dahin, wohin seine ganze Welt mit ihr gegangen ist." (S.438)

Margret und Hardy kommen kurz nach Ende des 2.Weltkriegs als kleine Kinder in ein katholisch geführtes Kinderheim und schmieden sich zusammen, um der Härte, der Willkür, Gewalt und den Schlägen sowie weiterer schrecklicher Pein im Namen Christi zu überleben. Es ist sehr schwer zu akzeptieren, was Kinder damals erleiden mussten. Aber nicht nur das, auch menschenverachtende Medikamentenversuche muüssen Hardy sowie andere Kinder überstehen. Dabei handelt es sich nicht etwa um reine fiktive Geschichte. Es hat tatsächlich solche Kinderheime in den 1950er Jahre gegeben. Der Pharmakonzern Merck war ebenfalls involviert. Im Anhang zum Besuch gibt es weiterführende Hinweise.

In einem zweiten parallel verlaufenden Zeitstrang ab 2006 lernen wir Margret und Hardy als Urgroßeltern kennen, die noch heute mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben, auch wenn sie versuchen, so unbeschwert wie möglich zu leben. Diese Vergangenheit wirkt sich auf die gesamte Familie aus bis hinunter auf die Urenkelebene.

Mir habe die Hauptpersonen außerordentlich gut gefallen, da sie lebendig und mit ihren Problemen absolut authentisch wirken. Das fängt bei Margret und Hardy an und endet bei der Urenkein Emily, die mit ihren pupertären Problemen keine große Hilfe findet, aber letzlich doch zu einer starken Persönlichkeit heranreift.

Der Schreibstil ist dermaßen einnehmend, dass man gar nicht aufhören kann zu lesen, so sehr beschäftigen einem die Probleme der Handelnden.

Für mich ist dieser Roman mein derzeitiges Jahreshighlight.

Von mir volle 5 von 5 Sternen ⭐️

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Veröffentlicht am 07.10.2025

gefährliche KI-Dominanz im Hochhaus

Der Tower
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Nach erfolgloser Wohnungssuche in Berlin kann Nova es gar nicht glauben, dass sie aufgrund eines Gewinnspiels ein Jahr kostenlos im luxuriösen Pramtower wohnen darf. KI-gesteuert, Smart-Home-Funktionen ...

Nach erfolgloser Wohnungssuche in Berlin kann Nova es gar nicht glauben, dass sie aufgrund eines Gewinnspiels ein Jahr kostenlos im luxuriösen Pramtower wohnen darf. KI-gesteuert, Smart-Home-Funktionen und hoher Luxus lassen keine Wünsche offen. Doch nachdem sie erfährt, dass ihre Vormieterin gestorben ist und sie Fragen stellt, entwickelt sich das Ganze völlig unerwartet und Nova bekommt Probleme mit den Mitbewohnern und der KI ...

Die Story beginnt recht harmlos. Doch die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel, die erfreulich kurz sind und mit wohl dosierten Cliffhangern enden. Der Schreibstil ist flüssig und klar und ermöglicht ein wirklich rasantes Lesen.

Die Idee, dass die KI das Leben von Nova bestimmt, und zwar in allen Lebensbereichen, ist sehr gut umgesetzt. Mit der Zeit fieberte ich mit Nova mit und fragte mich ständig, welche Möglichkeiten sie noch hat, dem Tower zu entkommen. Immer spannender entwickelt sich die Story mit zahlreichen Wendungen, die einen aufs Glatteis führen.

Leider hatte ich nicht so sehr den Zugang zu Nova und den anderen Beteiligten. Sie blieben mir manchmal zu sehr oberflächlich und ihr Verhalten nicht ganz nachvollziehbar.

Das Ende hat mich wahrlich überrascht. Nicht weil ich den ein oder anderen Ausgang erwartet hatte, sondern weil sich der Autor was Besonderes hat einfallen lassen.

Mir hat insbesondere das Thema Künstliche Intelligenz und die möglichen Gefahren, die von ihr ausgehen könnten, gut gefallen.

Ich kann diesen Thriller auf jeden Fall empfehlen.

4 von 5 ⭐️

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Eine kämpferische Glasmacherin im alten Venedig

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Ich habe die Farbschnittvariante zu meinem Geburtstag erhalten, nachdem mir das wunderbare Cover auf der letzjährigen FBM sofort aufgefallen und ich vom Klappentext überzeugt war. Das Buch ist im Atlantikverlag ...

Ich habe die Farbschnittvariante zu meinem Geburtstag erhalten, nachdem mir das wunderbare Cover auf der letzjährigen FBM sofort aufgefallen und ich vom Klappentext überzeugt war. Das Buch ist im Atlantikverlag erschienen.

1486 stirbt in Murano bei Venedig der Glasmacher Lorenzo Rosso. Zwar übernehmen die Söhne das Geschäft, geigneter wäre aber Tochter Orsolo gewesen, die jedoch als Frau keinen Zugang zum Beruf haben kann. Heimlich erlernt sie die Glasmacherkunst und verkauft, um die Familie finanziell am Leben zu halten, farbige Glaskugeln. Dabei stößt sie auf heftigen Widerstands ihres Bruders.....

Die Venezianer und Muraneser sagen, die Zeit vergehe hier anders. Und so greift Tracy Chevalier zu dem Kunstgriff, Orsolas Leben über Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart verfolgen zu können. Dabei kann man sich ein vertieftes Bild über Venedigs Vergangenheit und die Glasmacherkunst im Wandel der Zeiten verfolgen, die durch Kriege, Naturkatastrophen und technischen Wandel bestimmt werden. Geschickt verknüpft die Autorin diese Geschichten mit dem Leben Orsolas und ihrer Familie.

Leider wurde ich mit Orsola sowie den weiteren Personen nicht so ganz warm. Ihr ehrgeiziger und mutiger Kampf um Anerkennung in einer von Männern dominierten Arbeitswelt ist schon gut beschrieben. Orsola aber schien mir eher distanziert. Auch ihre Beziehungen zu anderen Personen konnte ich nicht so recht greifen. Auch wenn der Zeit-Kniff sehr originell ist, störte mich das dann doch hin und wieder beim Lesen.

Wer historische Romane mag und gerne in die Vergangenheit Venedigs abtauchen und insbesondere etwas über die Glasmacherkunst auf Murano wissen möchte, ist hier genau richtig.

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