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Veröffentlicht am 10.02.2018

Wildnis, Zauberei, Düsternis – es hätte mich mehr mitreißen können…

Wildboy - Die Stimme des weißen Raben
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Klappentext
„Der 13-jährige Caw lebt in einem Baumhaus zusammen mit seinen drei Raben. Er hat kein anderes Zuhause, er hat sich nie gefragt, warum er die Sprache der Raben sprechen kann und er meidet die ...

Klappentext
„Der 13-jährige Caw lebt in einem Baumhaus zusammen mit seinen drei Raben. Er hat kein anderes Zuhause, er hat sich nie gefragt, warum er die Sprache der Raben sprechen kann und er meidet die Menschen – bis auf einen einzigen: das Mädchen Lydia. Erst nach und nach erfahren Caw und Lydia, was ihr Schicksal ist: sie gehören zu den Wildstimmen, zu den besonderen Menschen, die durch ein magisches Band mit der Welt der Tiere verbunden sind. Doch diese magische Welt ist bedroht: Der fürchterliche, machthungrige Spinnen-Meister hält sie in seinem Würgegriff. Es gibt nur einen einzigen Weg, um ihn zu besiegen – und nur Caw und seine Raben können diesen Weg gehen.“

Gestaltung
Zentral sind auf diesem Cover eindeutig der Kopf des weißen Raben sowie der Kopf des Jungen, welcher den Protagonist Caw darstellt. Der Zeichenstil der Figuren gefällt mir allerdings nicht so gut und auch die Farbgebung von blauem Titel und grünbraunem Hintergrund sagt mir nicht so zu. Umgeben sind die beiden Figuren von sehr vielen grünbraunen Blättern, die wie ein Wald aussehen sollen. Der Titel ist zentral unter diesen beiden Figuren abgedruckt. Das Besondere an ihm? Er schimmert Metallicblau! Ich finde, dass dies in Natura ganz toll aussieht!

Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass „Wildboy“ zunächst vollkommen an mir vorbeigezogen ist. Ich habe dieses Buch weder in der Verlagsvorschau noch auf sonstigen Buchseiten oder Buchblogs gesehen. Vermutlich habe ich einfach „daran vorbei geschaut“. Immerhin sagt mir das Cover, wie oben bereits beschrieben, nicht sonderlich zu. Als ich dann jedoch den Klappentext las, nachdem ich von einer Bekannten gehört hatte, dass sie von diesem Buch begeistert sei, war mein Interesse geweckt. Denn sowohl Cover als auch Klappentext klingen eindeutig nach Fantasy. Was also würde mich hier erwarten?

Zunächst muss ich ja sagen, dass ich bei der Verbindung eines Jungen mit Raben sofort an „Krabat“ denken musste. Daher habe ich ein sehr düsteres Werk, das sich ein wenig mit Zauberei und Magie befasst, erwartet. Und das traf dann auch auf „Wildboy“ zu. Ich fand es hatte für ein Kinderbuch eine sehr dunkle, bedrückende Atmosphäre.

Protagonist ist der 13jährige Caw, der in einem Wald nur mit Raben aufwuchs, da er eine Waise ist. Er besitzt zudem die besondere Begabung, dass er mit den Raben kommunizieren kann. Und diese Fähigkeit ist es auch, um die sich die Handlung in „Wildboy“ dreht. Wie schon der Klappentext verrät, ist Caw eine sogenannte „Wildstimme“. Dies bedeutet, dass er eine besondere Verbindung zu den Tieren hat und dass er magisch begabt ist.

Erzählt wird der Roman in der dritten Person Singular in der Vergangenheitsform. Die Erzählstimme konzentriert sich dabei größtenteils auf Caw und die Handlungen sowie Erlebnisse, die ihn umgeben. Wenn die Tiere mit Caw reden, so ist dies in Kursiv geschrieben. So hebt sich die Unterhaltung deutlich vom restlichen Text ab.

Auch der Schreibstil des Autors Jacob Grey ließ sich flüssig lesen und seine fiktionalen Orte wie Blackstone oder den Fluss Blackwater konnte man sich halbwegs gut vorstellen. Ich schreibe hier bewusst „halbwegs“, weil es für meinen Geschmack an manchen Szenen noch deutlicher hätte beschrieben werden können, damit ich vor meinem geistigen Auge ein Bild von dem Ort habe.

Die Figuren fand ich zwar sympathisch, allerdings haben sie mich nicht wirklich erreicht. Ich konnte jedem verschiedene Charaktereigenschaften zuweisen. Dass die Figuren also nicht gut genug ausgearbeitet wären oder zu flach blieben, das war nicht das Problem. Viel mehr hatte ich einfach den Eindruck, dass die Figuren es nicht geschafft haben, dass mich ihr Schicksal berührt. Sie haben, umgangssprachlich gesagt, „vor sich hingehandelt“, aber bei mir keinerlei Mitgefühl ausgelöst oder mich dazu veranlasst, dass ich mit ihnen mit gefiebert hätte. Die Handlung war allerdings durchaus spannend und wurde auch konstant auf einem hohen Level gehalten. Nach einer kurzen Einführung jagt ein Höhepunkt den Nächsten.

Fazit
„Wildboy“ ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Tilogie rund um einen Jungen, der mit Tieren sprechen kann und der voller Magie steckt. Die Handlung ist durchaus sehr spannend, aber mitgerissen wurde ich nicht wirklich. Die Figuren haben es nicht geschafft, mich zu berühren sowie zu erreichen. Auch hätten die Beschreibungen der fiktionalen Orte für meinen Geschmack etwas schmückender sein können, damit sie auch wahrlich vor dem inneren Auge entstehen.
3 von 5 Sternen!


Veröffentlicht am 10.02.2018

Wo ist die im Klappentext versprochene „atemlose Spannung“?

Wer weiß, was morgen mit uns ist
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Klappentext
„Die 17-jährige Prenna lebt mit ihrer Mutter in New York, seit sie zwölf ist. Doch was vorher war und wo sie herkommt, darf sie niemandem erzählen. Eine Pandemie hat Millionen Opfer gefordert, ...

Klappentext
„Die 17-jährige Prenna lebt mit ihrer Mutter in New York, seit sie zwölf ist. Doch was vorher war und wo sie herkommt, darf sie niemandem erzählen. Eine Pandemie hat Millionen Opfer gefordert, und zusammen mit wenigen anderen ist es Prenna gelungen, in unsere Gegenwart zu entkommen. Jetzt tun sie alles, um ihre Herkunft geheim zu halten. Deshalb gelten strenge Regeln für Prenna: möglichst kein Kontakt zu den Mitschülern, nicht mehr Worte als nötig. Sich mit einem Jungen aus der Schule zu verabreden, ist selbstverständlich ausgeschlossen. Prenna hält sich daran. Bis zu dem Tag, an dem ihr Ethan Jarves begegnet und sie sich Hals über Kopf verliebt …“

Gestaltung
Das Cover finde ich jetzt ehrlich gesagt nicht so berauschend. Einerseits passt es irgendwie nicht so ganz zu dem Klappentext, der ja Spannung und Action verspricht, aber andererseits passt es einfach zur Autorin Ann Brashares. Das Cover könnte einen deswegen schon erahnen lassen, dass es sich hauptsächlich um die Liebesgeschichte dreht…obwohl das wiederum auch nicht ausschließlich der Fall ist. Generell finde ich aber, dass die Farben gut zueinander passen, auch wenn mir der Stil des Covers ansonsten nicht so zusagt, da ich es etwas langweilig finde, dass dort nur diese beiden Köpfe zu sehen sind.

Meine Meinung
Dieser Roman hat mich wirklich anfangs zwiegespalten. Die Idee finde ich nämlich grundsätzlich wirklich sehr gut, aber die Umsetzung…daran hapert es wirklich. Mir wurde viel zu viel geredet und nachgedacht, wobei man so manches wirklich überhaupt nicht richtig nachvollziehen kann.

Die Protagonistin Prenna denkt wirklich viel nach und schweift dabei oftmals von der Handlung ab. Wenn in der Handlung etwas Entscheidendes passiert (wie beispielsweise irgendein wichtiger Schritt in der Handlung oder eine neue bahnbrechende Erkenntnis), wird dies nur ganz kurz angeschnitten. Dann kommen Prennas Gedanken, die wirklich ausführlich, detailliert und über alles Mögliche sind, egal ob sie gerade für die Handlung wichtig sind oder nicht. Das lenkt sehr von der Geschichte und den Handlungsaspekten an sich ab.

Durch Prennas ausschweifende Gedankengänge verliert die Geschichte das Augenmerk, das Wichtige rutscht in den Hintergrund und Prennas Nachdenken wird oftmals in den Fokus gesetzt, so bleiben viel zu viele Fragen offen und es ist viel zu schwer, alles angenehm nachvollziehen zu können.

Dies schlägt sich vor allem in den Zeitreise- sowie Zukunftsaspekten wieder. Manche Dinge werden überhaupt nicht erklärt oder aufgeklärt, sodass man als Leser manche Handlungsaspekte einfach nicht nachvollziehen kann. Dramatisch wird dies vor allem bei den Zeitreisefakten, die äußerst verwirrend dargestellt werden (wenn sie denn dargestellt werden), mit Logikfehlern versehen sind und einfach überhaupt nicht logisch sind. Wenn es mal eine kleine Erklärung gab, warf diese gleich sofort neue Fragen und Unschlüssigkeiten auf. Ann Brashares hätte hier wirklich nicht nur über die Gedanken und Gefühle der Protagonistin berichten sollen, sondern vor allem die Zeitreiseidee genauer erklären und beleuchten sollen.

Unverständlich war auch die Gemeinschaft, die mit Prenna aus der Zukunft kam und mit der sie gelebt hat. Es gab sehr viele Regeln, Gesetze, Unterdrückung und sogar Morde, aber was die Intentionen waren und wie die Menschen dieser Gemeinschaft nun genau organisiert waren, wurde überhaupt nicht thematisiert. Sie waren einfach da und gut. Genauso erging es eben auch den anderen (eigentlich für die Handlung wichtigen) Erklärungen. Vieles wurde als einfach existent angenommen und ohne Erklärung hingestellt. Dass dies zu Verwirrung beim Leser führt, ist anscheinend egal.

Störend war auch, dass vieles von der vorher so spannend klingenden Zeitreise-Dystopie-Handlung so vorhersehbar war. Und dabei wurden die spannenden Aspekte dann auch noch wirklich viel zu schnell und auch teilweise viel zu einfach aufgelöst. Manches wurde von Anfang an einfach so dahin gestellt nach dem Motto „Das ist jetzt so“ und dann war das auch wirklich so, obwohl man sich als Leser eine Wendung dieser Dinge gewünscht hätte, einfach um dann vielleicht doch noch überrascht zu werden.

Die Autorin ist oft nicht nur durch ausführliche Gedankengänge vom Thema abgewichen, sondern über große Teile des Buches auch durch banales „Liebesgedöns“, das dann in den Mittelpunkt gestellt wurde. Natürlich ist dies das übliche Metier der Autorin, aber der Klappentext kündigt doch eigentlich auch Action und Spannung an, die wirklich einfach fehlen. Beispielsweise sind Prenna und Ethan (ihr Geliebter) auf der Flucht und sie wollen die Zukunft verändern (und somit retten), aber was tun sie statt zu fliehen? Sie gehen an den Strand, schwimmen, gehen shoppen, lernen Kartenspiele… Da konnte Ann Brashares wohl nicht aus ihrer Haut und hat die Grundidee, die ja durchaus viel Potenzial hat, mit ihrem typischen "Liebesromangedusel" untergehen lassen.

Auch das Ende war eher enttäuschend. Es wird alles Dramatische, was zur Schiene „atemlose Spannung“ gehört, rasend schnell aufgelöst und dann wird die letzten gut 60 Seiten einfach nur noch geredet. Darüber, wie nun Prennas Gemeinschaft zu führen sei, darüber ob sie mit Ehtan zusammen bleiben kann oder nicht und so weiter und so weiter. Das hätte man auch alles auf 3 Seiten kürzen können. Wirklich ein unspektakuläres Ende.

Fazit
Die ganzen Informationen um die Zeitreiseaspekte waren nicht sehr durchdacht, wurden kaum thematisiert oder nur angeschnitten, sodass man als Leser kaum verstehen oder nachvollziehen konnte, wie nun alles funktioniert. Diese Zeitreisefakten waren somit aufgrund des Mangels an Erklärungen äußerst verwirrend. Hinzukommt dass das Augenmerk auf der Protagonistin, ihren Gefühlen und vor allem ihren Flirts mit dem männlichen Protagonisten Ethan liegen. So kommt der Zeitreise-Zukunfts-Handlungsstrang viel zu kurz, wobei diese Grundidee viel Potenzial gehabt hätte. „Wer weiß, was morgen mit uns ist“ ist eine kurzweilige Unterhaltung, die aufgrund des Schreibstils und der Schriftgröße angenehm sowie schnell zu lesen ist, aber leider größtenteils auch verwirrt.
Knappe 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 10.02.2018

Liebe, Dramatik und eine Geschichte, wie aus dem Alltag gegriffen

Wenn wir fallen
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Klappentext
„Ständig träumt Liz von einem schönen Jungen, den sie noch nie gesehen hat. Der Traum kommt ihr so real vor, dass sie Angst hat, den Verstand zu verlieren. Als sie diesem Jungen dann plötzlich ...

Klappentext
„Ständig träumt Liz von einem schönen Jungen, den sie noch nie gesehen hat. Der Traum kommt ihr so real vor, dass sie Angst hat, den Verstand zu verlieren. Als sie diesem Jungen dann plötzlich gegenübersteht, ist sie fassungslos. Nicht nur, weil es ihn tatsächlich gibt. Vor allem, weil er ganz anders ist, als sie erwartet hat: kein sanfter Junge, sondern Mitglied einer gefährlichen Gang. Wider alle Vernunft will sie herausfinden, wer er ist und warum er sie in ihren Träumen heimsucht. Sie ahnt nicht, dass er sie längst ins Visier genommen hat. Denn nur sie hat ihn bei dem Überfall gesehen und kann ihm deshalb gefährlich werden.“

Gestaltung
An dem Cover mag ich, dass der Baum auf den Traum von Protagonistin Liz verweist, denn sie träumt von einer Klippe. Die Farben sind zugegebenermaßen nicht mein Fall. Ich mag die Kombination aus Lila und der Pfirsichfarbe des Hintergrundes nicht (oder wie immer diese Farbe bezeichnet wird). Die Herzchen, die vom Himmel fallen sind mir auch ein wenig zu kitschig, denn das Buch dreht sich nicht nur um die Liebesbeziehung, sondern es hat auch seine düsteren Seiten, die durch das Cover leider nicht zum Ausdruck kommen. So wirkt es vielmehr wie ein typisches Mädchenbuch, das es keinesfalls ist.

Meine Meinung
Bücher von Jennifer Benkau sind für mich immer mit dem gewissen Etwas verbunden. In den Büchern der Autorin wird das normale Alltagleben mit ganz besonderen Elementen verbunden (sei es nun etwas Übernatürliches bzw. etwas aus dem Fantasygenre oder einfach nur durch eine besondere Betrachtungsweise der Dinge). Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hatte ich auch bestimmte Vorstellungen im Kopf. Ich finde, der Klappentext legt den Fokus auf die romantische Liebesgeschichte und auch den geheimnisvollen Traumaspekt. Dementsprechend hatte ich erwartet, dass der Traumaspekt neben der Liebesgeschichte eine Hauptthematik des Buches sein würde.

Natürlich spielt der Traum von Protagonistin Liz eine besondere Rolle. Er wird in der Geschichte immer wieder aufgegriffen und in unterschiedlichen Facetten mit den verschiedensten Szenarien dargestellt. Aber ich hatte gedacht, dass ihm mehr Bedeutung beigemessen würde. Liz denkt zwar häufig über ihren Traum nach, aber abgesehen davon, dass ich eben immer wieder dieselbe Traumszene in leichten Variationen lesen konnte und Liz Vermutungen über ihren Traum verfolgt habe, war nichts weiter mit besagtem Traum. Es wurde nicht einmal aufgelöst, warum Liz von dem Jungen Louis geträumt hat und im Traum z.B. sein Tattoo gesehen hat, obwohl sie ihn noch nie gesehen hat. Ich hatte irgendwie gehofft, dass dort noch eine Besonderheit hinter dem Traum versteckt ist. Dass hier vielleicht auch etwas Übernatürliches in die Geschichte verwoben ist.

Aber als ich am Romanende angelangt war und hinsichtlich der Ursachen für die Träume oder überhaupt der genaueren Hintergründe erklärt wurde, war ich verwirrt. Wie konnte Liz von Louis geträumt haben, als sie ihn noch nicht kannte? Warum wurde der Traum so detailliert konstruiert, ohne weiter aufgeklärt zu werden? Für mich waren irgendwie immer Andeutungen da, die mich haben spekulieren lassen, dass mehr dahinter steckt. Aber das tat es gar nicht und darum war ich etwas irritiert am Ende.

Aber abgesehen von diesem einen Kritikpunkt war „Wenn wir fallen“ eine wirklich schöne Geschichte! Natürlich stand definitiv die Liebe zwischen Liz und Louis im Mittelpunkt und Leser, die gerne Liebesgeschichten lesen, werden auf jeden Fall ihre Freude mit diesem Buch haben. Es gibt romantische Momente, aber auch ziemlich dramatische und gerade das Ende gleicht einem rasanten Countdown, bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Die Handlung wirkte auf mich gut durchdacht. Sie war so dicht erzählt und die verschiedenen Ereignisse waren so eng miteinander verstrickt, dass ich stets das Gefühl hatte, dass immer etwas passiert. Sei es nun eine romantische Liebeserklärung von Louis, ein Einbruch, eine dramatische Wendung oder einfach nur ein amüsantes Gespräch zwischen zwei Figuren. Ich habe mich völlig in der Handlung verloren, weil sie auf mich wirkte wie das reale Leben nunmal auch ist: es passiert so vieles gleichzeitig, dass man gar nicht weiß, wo man hinschauen und wie man sich fühlen soll. Die Handlung hat mich wirklich mitgenommen!

Mitgenommen hat mich vor allem auch Louis. Er brachte für mich die Ernsthaftigkeit in die Geschichte, denn Louis kommt aus einem sozialen Brennpunkt und hat nicht viele Alternativen im Leben. Er übernimmt die Verantwortung für seine alkoholsüchtige Mutter und um ihr nicht noch mehr Sorgen zu bereiten und seine Schulden begleichen zu können, ist er leider in den Sog von zwei zwielichtigen Gangs geraten. Louis ist sozusagen als Doppelagent unterwegs, denn er wurde von der einen Gang bei der anderen eingeschleust. Das bringt natürlich so einige Gefahren mit sich, die der Geschichte die spannende Würzung verpassen.

Besonders gefallen hat mir auch die Chemie zwischen Louis und Liz, denn die beiden haben eine amüsante Art miteinander zu reden. Sie haben mich das ein oder andere Mal zum Lächeln gebracht und waren einfach so süß. Abgesehen von meiner Kritik hinsichtlich des Traumes hat mir das Romanende sehr gut gefallen, denn es war sehr realistisch und die Beziehung zwischen Louis und Liz wirkte nicht zu kitschig oder aufgesetzt. Überhaupt war das gesamte Buch für mich sehr authentisch und nah an unserem Alltag. Eine Geschichte, wie aus dem Leben gegriffen mit allen Höhen und Tiefen!

Fazit
Für mich war Jennifer Benkaus neuster Jugendroman eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle. „Wenn wir fallen“ ist so dicht erzählt mit so vielen tief ineinander verstrickten Handlungsmomenten, dass ich nahezu an den Seiten geklebt habe. Zudem war wirklich alles dabei, was mich und meine Gefühle wild durcheinander gewirbelt hat: es gab romantische Momente, aber auch wirklich dramatische Szenen zum mitfiebern! Zudem war die Geschichte sehr authentisch sowie nah an unserem Alltag und Liz und Louis haben mich sogar zum Lachen gebracht. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass hinter dem im Klappentext fokussierten Traum nicht mehr steckte und ich auch ganz am Schluss nicht erfahren habe, was sich genau dahinter verbarg! Dabei hatte es erst so mysteriös angefangen…
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 10.02.2018

Unvergessliches Leseerlebnis voller Spannung und Rätsel!

Wenn du vergisst
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Klappentext
„Stell dir vor, du wachst auf und weißt nicht mehr, wer du bist.
Stell dir vor, deine Zeichnungen zeigen Erinnerungssplitter voller Schmerz und Dunkelheit.
Stell dir vor, du hast ein Geheimnis, ...

Klappentext
„Stell dir vor, du wachst auf und weißt nicht mehr, wer du bist.
Stell dir vor, deine Zeichnungen zeigen Erinnerungssplitter voller Schmerz und Dunkelheit.
Stell dir vor, du hast ein Geheimnis, das dein ganzes Leben zerstört hat.
Stell dir vor, du könntest mit jemandem noch einmal neu anfangen.
Würdest du dich erinnern wollen?

Revolutionär neu und anders: In "Wenn du vergisst" erzählen Text und Bild die
Geschichte von Zoe, die sich von einem Tag auf den anderen an nichts mehr erinnern kann, gemeinsam.“

Gestaltung
Die Gestaltung des Covers passt sehr gut zum Inhalt, weil die Zeichnungen, die im Hintergrund zu sehen sind, auch im Buch auf den einzelnen Seiten wiederzufinden sind und eine große Rolle spielen. Das Cover wirkt mädchenhaft, aber mir gefällt es, da es den Charakter der Geschichte einfängt und bereits Hinweise auf die besondere Verbindung von Bild und Text gibt. Nur das Mädchen in der linken Ecke, das so aussieht als wäre es aus Zeitungsschnipseln, gefällt mir von den Konturen her nicht ganz so gut, da der Zopf und die Arme etwas seltsam aussehen.

Meine Meinung
In „Wenn du vergisst“ geht es um Zoe, die ihr Gedächtnis verloren hat und sich an rein gar nichts aus ihrem Leben erinnern kann, nicht mal an ihren Namen. Sie wird von Elias gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort kümmert sich der Pfleger Niklas um sie. Zu beiden jungen Männern entwickelt Zoe Zuneigung, doch sie merkt auch, dass gerade Elias mehr über sie zu wissen scheint, als er zugibt. Zoes einziger Anhaltspunkt, um sich zu erinnern, sind ihre Zeichnungen, denn immer wieder malt sie seltsame Bilder, die mit ihrer Vergangenheit zu tun haben könnten…

An „Wenn du vergisst“ reizte mich vor allem die vom Verlag beworbene „revolutionäre“ Verbindung von Text und Bild und ich muss sagen, dass genau das wirklich den Reiz dieses Buches ausmacht! Auf jeder Seite gibt es am Rand oder hinter dem Text kleine und auch größere Zeichnungen, Wortfetzen oder beispielsweise auch handgeschriebene Briefe zu entdecken. Die Zeichnungen sind dabei super in das Buch eingebunden, da manche von ihnen vorher im Text beschrieben wurden, wenn Zoe sie gemalt hat, und ich als Leserin diese Zeichnungen dann direkt auf der jeweiligen Seite bewundern konnte. Die gerade beschriebene Zeichnung wird auf der Seite sofort verbildlicht, sodass ich direkt sehen konnte, was die Autorin gemeint/beschrieben hat. So wurde das Leseerlebnis viel intensiver, da die Zeichnungen die Fantasie anregen und ein Teil des Textes somit real wird. Das war wirklich neuartig, besonders und hat sehr viel Spaß beim Lesen gemacht.

Leider muss ich aber auch sagen, dass manche Zeichnung das Lesen erschwert hat. Gerade solche Bilder, die komplett über eine ganze Seite oder sogar eine Doppelseite gingen, haben den Text schwer lesbar gemacht, da schwarze Farbe auf graumeliertem Hintergrund nicht besonders gut zu lesen ist. So musste man die Buchstaben manchmal entziffern und auch das Bild war nicht besonders gut zu erkennen.

Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen, war aber doch etwas gewöhnungsbedürftig. Gut gemacht war, dass der Schreibstil vor allem zu Beginn zu der Situation der Protagonistin passte. Die Sätze waren oft in Fragesätzen formuliert oder bestanden aus kurzen, abgehakten Sätzen, was die Gedanken von Zoe gut wiedergespiegelt hat. Die jugendliche Sprache (Wörter wie Shit oder creepy) waren auch in Ordnung, auch wenn sie doch manchmal stark ins Auge stachen, wenn solche Wörter eben längere Zeit nicht mehr verwendet wurden und dann auf einmal doch wieder ein solches Wort auftauchte. Der Satzbau war allerdings ungewohnt, weil immer wieder der Satzanfang am Satzende wiederholt wird oder Sätze mittendrin beginnen oder aber Sätze einfach aneinandergereiht werden und manche Wörter von Satzgliedern (oder gleich ganze Satzglieder) fehlen. Insgesamt wirkte der Schreibstil auf mich etwas kindlich, was ich beim Lesen manchmal als komisch empfand.

Die Geschichte liest sich schnell weg, was zum einen daran liegt, dass durch die Zeichnungen manchmal gar nicht so viel Text auf einer Seite ist. Zum anderen liegt es aber auch an der Geschichte, da der Leser gemeinsam mit Zoe herausfinden möchte, wer sie ist, was dazu geführt hat, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat und welche Geheimnisse vor ihr verborgen werden. Gerade der letzte Punkt sorgt für einiges an Spannung und Rätselraten, da die Personen, die Zoe umgeben, alle ihre eigenen Geheimnisse zu haben scheinen und vieles vor der Protagonistin verbergen. So scheinen nicht nur Niklas und Elias mehr über Zoe zu wissen als sie zugeben möchten, sondern auch Zoes Eltern, die sie aus dem Krankenhaus abholen, verbergen vieles vor ihr!

Das Buch ist sehr rätselhaft sowie geheimnisvoll und hat so dafür gesorgt, dass ich die Geschichte kaum aus der Hand legen konnte. Zwar habe ich schnell eine Vermutung gehabt und vorhergesehen, was es mit der Heimlichtuerei von Zoes Eltern auf sich und die sich am Ende auch bestätigt hat, aber das tat dem Spaß beim Lesen keinen Abbruch. Die seltsamen Reaktionen der Personen aus Zoes Umfeld, ihr sehr unpersönliches Zimmer zu Hause, die abweisenden Reaktionen ihrer Mutter, die Andeutungen von Niklas, Elias seltsames Verhalten…das alles führt dazu, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und schließlich endet das Buch auch so offen und mit so vielen Möglichkeiten, wie die Geschichte weiter gehen könnte, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es im zweiten Band weiter geht!

Etwas gestört hat mich allerdings die Beziehung zwischen Zoe und Elias. Es deutete sich schon direkt zu Beginn an, dass zwischen ihr, Elias und Niklas eine kleine Dreiecksgeschichte entsteht, aber kurz nach der Hälfte des Buches hat Zoe sich komplett an Elias gebunden. Sie haben sich geküsst und dann war Zoe urplötzlich mit ihm zusammen. Dies wurde dabei so dargestellt, als sei es die große, unendliche Liebe. Zoe hing nahezu an Elias und war wirklich blind vor Liebe. Das war viel zu abrupt und dann auch noch für die kurze Zeit, in der sie sich kennen, zu intensiv und krass. Eigentlich hat nur gefehlt, dass sie Elias einen peinlichen Pärchen-Spitznamen gibt.

Auch hat mich an dieser überstürzten Beziehung, neben der plötzlichen Intensität, Zoes Verhalten gestört. Sie ist auf einmal so verliebt in ihn, dass sie verschiedene Dinge komplett ignoriert oder vergisst. So beispielsweise, dass Elias mehr über sie zu wissen scheint und dass sie ihn darüber eigentlich ausfragen wollte. Dabei war ihr das zuvor so wichtig. Das war mir zu unrealistisch. Gefühle hin oder her, wenn man wissen möchte, wer man ist und da ist jemand, der das wissen könnte, dann fragt man denjenigen doch. Insgesamt hat Zoe sowieso teilweise ziemlich heftig reagiert und sich nicht nachvollziehbar verhalten, was Elias anging.

Fazit
Für mich war „Wenn du vergisst“ ein spannendes Buch, das mich an die Geschichte gefesselt, mich zum Rätseln angeregt und mir schöne Lesestunden beschert hat. Die Zeichnungen spiegeln genau das wieder, was gerade auf den Seiten geschieht und so sorgt die Kombination aus Bild und Text für ein unvergleichliches Leseerlebnis! Auch die Handlung ist aufgrund ihrer vielen Geheimnisse, die nur nach und nach aufgedeckt werden unglaublich spannend, auch wenn ich schon schnell geahnt habe, in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Dennoch ist der Lesespaß hoch und gerade das Ende ist so offen und spannend, dass ich unbedingt den zweiten Teil lesen muss, um endlich zu erfahren, was genau mit Zoe geschehen ist. Kritisch war lediglich der etwas gewöhnungsbedürftige Schreibstil und die viel zu schnelle, viel zu intensive Liebesbeziehung zwischen Zoe und Elias.
Gute 4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Wenn du vergisst
2. Brennt die Schuld
3. In deinem Herz

Veröffentlicht am 10.02.2018

Fiktion oder Wirklichkeit? Das ist hier die Frage!

Wenn der Sommer endet
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Klappentext
„So lasst uns die Gläser erheben auf die dunkle Zeit … Die dunkle Zeit, wie die 17-jährige Cara, ihre Schwester Alice und ihre restliche Familie es nennen, scheint wie ein Fluch, der sie einmal ...


Klappentext
„So lasst uns die Gläser erheben auf die dunkle Zeit … Die dunkle Zeit, wie die 17-jährige Cara, ihre Schwester Alice und ihre restliche Familie es nennen, scheint wie ein Fluch, der sie einmal im Jahr für ein paar Wochen heimsucht. In diesem Zeitraum passieren Unfälle, geliebte Menschen sind schon gestorben. Und dieses Jahr soll es eine der schlimmsten dunklen Zeiten werden, prophezeit Caras Freundin Bea. Mysteriöse Dinge geschehen und bald weiß Cara nicht mehr, was Traum und was Realität, was Magie und was echt ist. Die Grenzen verschwimmen, und als lange vergessene tragische Ereignisse ans Licht kommen, könnte es für Cara, ihre große Liebe Sam und ihre Schwester Alice schon zu spät sein …“

Gestaltung
Das Cover hat mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht, da ich mich gefragt hab, was ein endender Sommer mit einem vom Himmel fallenden Mädchen zu tun hat. Mir gefällt an dem Cover besonders die Farbgestaltung der Wolken. Toll finde ich aber auch dass sich die rote Farbe des Kleides in dem Knopf, der das O von „Sommer“ darstellt, wiederfindet. Insgesamt ist das Cover ein Blickfang, der alle Augen auf sich zieht.

Meine Meinung
Wer den Klappentext von „Wenn der Sommer endet“ gelesen hat und trotzdem noch unsicher ist, ob ihm dieses Buch gefallen könnte, dem kann ich nur raten sein Glück zu versuchen! Moira Fowley-Doyles Roman ist eine Mischung aus vielen verschiedenen Aspekten, die für jeden etwas bereithält. In diesem Buch findet sich ein Familiendrama, Magie, Mystik, Aberglaube und vieles mehr. Es ist eine bunte Mischung aus vielen Themen, die alle zusammen in ein Buch geworfen, miteinander verbunden und zu einem spannenden Werk aus Überraschung und Fantasie gezaubert wurden.

Wer nun besorgt ist, dass dieses Buch vielleicht zu viele Inhalte vereint und befürchtet, dass das Buch keinen roten Faden haben könnte, der kann seine Sorgen beiseiteschieben. „Wenn der Sommer endet“ hat durchaus eine stringente Handlung, die sich klar von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht. Zu Beginn dachte ich auch erst, dass das Buch zu viel wollte und zu viele Handlungsstränge aufweist, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und spätestens ab der Hälfte kann das Buch den Leser dann so richtig fesseln.

Die Handlung zusammenzufassen ist dabei gar nicht so leicht, ohne zu viel zu verraten. Es geht um Cara und ihre Familie, bei denen jedes Jahr im Oktober seltsame, unheimliche und düstere Dinge passieren. Entweder es stirbt jemand oder ein Familienmitglied hat einen Unfall. Viele solcher bedrückenden Momente hat die Familie schon hinter sich, sodass es nicht verwunderlich ist, dass gerade die Mutter um ihre beiden Töchter Cara und Alice sowie um Caras Stiefbruder Sam sehr besorgt ist. Der Oktober naht auch dieses Jahr wieder und Caras beste Freundin Bea ahnt voraus, dass er besonders düster und ereignisschwer wird… Was erwartet die Familie dieses Jahr im Oktober, der „dunklen Zeit“?

Ich denke, dass dieses Buch nicht für jeden etwas ist, da es kein Mainstream Buch ist mit den typischen Jugendbuch-Inhalten. Für mich hat gerade dies den Reiz des Buches ausgemacht. Wenn man sich erst einmal auf die Geschichte eingelassen und hineingefunden hat, dann wird man mit einer geheimnisvollen Handlung belohnt, die das Spiel mit Realität und Fiktion perfekt beherrscht und den Leser in eine Welt voller Fragen, Rätsel und Mysterien wirft.

An manch einer Stelle hätte die Autorin für meinen Geschmack jedoch ruhig etwas ausführlicher werden können. So fragte ich mich beispielsweise, warum der Familie gerade im Oktober all die Unglücke und tragischen Ereignisse widerfahren. Ich verstehe zwar, dass es viele Geschehnisse gab, die einfach unerklärbar sind und bleiben, aber wenigstens für ein paar Handlungselemente hätte ich mir doch wenigstens ein paar Gründe gewünscht. Ich fragte mich stets nach dem Warum und dem Wie. Zwar habe ich mich irgendwann damit abgefunden, dass es einfach keine Erklärungen gibt und dass dies gerade bei übernatürlichen Elementen vermutlich so sein muss, aber eine innere Unruhe und ein Drang, es dennoch verstehen zu wollen, hat mich dennoch die ganze Zeit beim Lesen begleitet. Wenn mir ein Rätsel präsentiert wird, dann erhoffe und erwarte ich mir an dessen Ende schließlich eine Lösung.

Fazit
Mit „Wenn der Sommer endet“ begegnet dem Leser eine Geschichte fernab des Mainstreams, die voller übernatürlicher, unerklärlicher Geschehnisse ist und den Leser auf eine geheimnisvolle Reise mitnimmt. Dieses Buch ist eine Mischung aus Mystery und Familiendrama, die vor allem in der zweiten Hälfte zu fesseln weiß. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte ruhig etwas ausführlicher sein und ein paar mehr Erklärungen liefern können, aber insgesamt wurde ich von dem Spiel aus Realität und Fiktion gefangen genommen.
4 von 5 Sterne!

Reihen-Infos
Einzelband