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Veröffentlicht am 15.03.2022

Grenzmord

Gezeitenmord
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Grenzmord

Das Thema an sich ist nicht ganz neu. Ein Mord passiert direkt auf der Grenze bzw. das Mordopfer hat eine Staastsbürgerschaft, wird aber direkt hinter der direkten Grenze gefunden. Wer ist zuständig? ...

Grenzmord

Das Thema an sich ist nicht ganz neu. Ein Mord passiert direkt auf der Grenze bzw. das Mordopfer hat eine Staastsbürgerschaft, wird aber direkt hinter der direkten Grenze gefunden. Wer ist zuständig? Müssen Dienststellen zusammenarbeiten? Und geht das gut? Was im realen Leben sicher alles gut vorgeschrieben ist, wird in Krimis gern etwas aufgeweicht und das passiert eben auch hier. Denn eine Leiche wird im Watt auf der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland gefunden. Also arbeiten Lykke Teit und der deutsche Rudi Lehmann nun zusammen.

Ich fand gut, dass das Ermittlerteam sich tatsächlich versteht und scheinbar direkt gut miteinander arbeiten kann. Oft werden noch Spannungen untereinander eingebaut um eventuelle private Angelegenheiten der Ermittler einzuspannen oder klar machen zu wollen, wer denn eigentlich die Oberhand hat. Erfrischender weise war es hier eben nicht der Fall und so konnte ich mich ganz dem Fall widmen.

Die meisten Protagonisten fand ich zugänglich und konnte mich in ihre Gedanken und Handlungen versetzen. Der Schreibstil an sich war flüssig und kurzweilig. Alles in allem war es eher ein "seichter" Thriller, aber dennoch spannend und unterhaltsam. Ich habe mit gerätselt und fand die Herangehensweise der Ermittler und auch ihre Ermittlungen recht authentisch beschrieben.

Ich freue mich auf jeden Fall, wenn es hier mehr Fälle von dem Duo geben wird. Von mir eine klare Leseempfehlung. Spannung, nordisches Flair und eine mitreißende Geschichte sind auf jeden Fall garantiert.

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Veröffentlicht am 14.03.2022

Was bedeutet Familie?

Für diesen Sommer
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Was bedeutet Familie?

Das Cover lässt auf einen seichten Sommerroman schließen. Am See liegen, kleine Liebesgeschichten und am Abend werden Geschichten ausgetauscht? Doch das ist er definitiv nicht. Wir ...

Was bedeutet Familie?

Das Cover lässt auf einen seichten Sommerroman schließen. Am See liegen, kleine Liebesgeschichten und am Abend werden Geschichten ausgetauscht? Doch das ist er definitiv nicht. Wir begleiten die Protagonistin Franziska, die sich um ihren Vater kümmern muss. Beide hatten sich voneinander entfernt und nun müssen sie wieder zusammen leben.

Das Buch wird zwar hauptsächlich aus der Perspektive von Franziska geschrieben, doch lesen wir hin und wieder auch die des Vaters. Ab und zu hat es mich aus dem Lesefluss gerissen, denn es ist nicht übertitelt wen wir gerade begleiten. Sonst ist der Schreibstil jedoch sehr flüssig und tiefgründig. Dennoch habe ich mich oft gefragt wo eigentlich der Rest der Familie, vor allem die Mutter ist. Auch ein paar mehr Informationen zum Werdegang wären sicher interessant gewesen.

Dennoch möchte ich das Buch empfehlen. Es ist stark und lässt einen so schnell nicht mehr los. Man muss sich jedoch darauf einlasen. Es ist definitiv kein seichter Sommerroman, den man mal nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Mehr erhofft

Deichfürst
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Ich hatte mich sehr auf den Krimi gefreut. Der Plott hörte sich spannend an und auch die angeteaserte Freundschaft zwischen Polizei und Journalistin hätte interessant werden können.

Doch schon zu Beginn ...

Ich hatte mich sehr auf den Krimi gefreut. Der Plott hörte sich spannend an und auch die angeteaserte Freundschaft zwischen Polizei und Journalistin hätte interessant werden können.

Doch schon zu Beginn sind die Protagonisten eher blass gezeichnet und auch die Handlung ist recht schnell durchschaubar. Bestimmte Motive und Gegenstände werden immer wieder beschrieben und am Ende nicht aufgeklärt.

Die Freundschaft findet so, wie man es gedacht hat auch nicht statt. Am ersten Abend wird zusammen getrunken und dann eigentlich fast nur noch gegeneinander gearbeitet.

Leider war der Krimi für mich nicht gut.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Sucht nach Aufmerksamkeit

Die Kinder sind Könige
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Sucht nach Aufmerksamkeit

Wer zeigt nicht gern die Bilder seiner Kinder? Machen sie doch immer mal lustige Sachen oder ziehen Grimassen. Oder hier, liegt das Kind so süß im Gras... Doch sollten diese ...

Sucht nach Aufmerksamkeit

Wer zeigt nicht gern die Bilder seiner Kinder? Machen sie doch immer mal lustige Sachen oder ziehen Grimassen. Oder hier, liegt das Kind so süß im Gras... Doch sollten diese Aufnahmen nicht nur für das eigene Album sein? Vielleicht mal ein Abzug für die Großeltern - aber der Rest der Welt? Für den sollten diese Bilder und Videos verschlossen bleiben, sofern das Kind später nicht mal selbst entscheidet sie zu zeigen.

Und darum geht es in diesem sehr spannenden und kurzweiligen Buch. Die Protagonistin Mélanie, Mutter von zwei Kindern, stellt so ziemlich alles online. Sie und ihr Mannverdienen auf dem Rücken der Kinder jede Menge Geld, doch dann geschieht etwas, das keine je erleben will - ein Kind wird entführt.

Delphine de Vigan nimmt uns mit in die Welt rund um Social Media. Die Figuren und Handlungen sind immer gut beschrieben und man kann gut in die Welt eintauchen. Zumal vieles der beschriebenen Dinge schon Realität ist und man immer damit konfrontiert wird.

Dennoch hat mir irgendwas gefehlt. Ich kann nicht richtig greifen, was es war. Aber alles in allem war es ein wirklich gutes und wichtiges Buch.

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Veröffentlicht am 21.02.2022

5 Minuten Ruhm

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
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5 Minuten Ruhm

Angeblich wollen wir die alle mal im Leben haben. Aber was ist, wenn diese auf einer Lüge aufbauen? Wie kommt man da wieder raus und was macht es mit einem?

Völlig ungewollt geht es unserem ...

5 Minuten Ruhm

Angeblich wollen wir die alle mal im Leben haben. Aber was ist, wenn diese auf einer Lüge aufbauen? Wie kommt man da wieder raus und was macht es mit einem?

Völlig ungewollt geht es unserem Protagonisten Michael Hartung so. Durch ein Missverständnis (und ein bisschen Geld) wird er zu einem Helden, der bei einer Massenflucht aus der DDR, bei der 127 Menschen in einem S-Bahnzug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten geholfen haben soll.

Dem Autor Maxim Leo gelingt es mit einer Mischung aus Humor, Ironie und dennoch einer gewissen Deutlichkeit den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Es werden Vorurteile aufgegriffen und verwoben, völliges Chaos trifft auf die Liebe und mittendrin ist Michael der plötzlich eine Aufmerksamkeit bekommt, die er eigentlich nie wollte. Der Wunsch nach dem persönlichem Glück und einer heilen Familienwelt haben ihn in ein Durcheinander trudeln lassen, aus dem er sich eigentlich nicht mehr befreien kann, ohne wieder als der dazustehen, der er am Anfang des Romans ist - ein erfolgloser und einsamer Videothekenbesitzer. Wies nun endet? Das muss und soll jeder Leser selbst entdecken.

Für mich war es ein wunderbares und kurzweiliges Lesevergnügen. Gern hätte ich Michael noch ein bisschen länger begleitet. Zudem wird es nicht das letzte Buch von Maxim Leo für mich gewesen sein.

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