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Veröffentlicht am 11.08.2020

Den Glücklichen gehört die Zukunft

Es war einmal ein blauer Planet
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In dem Buch "Es war einmal ein blauer Planet" ist dieser von Menschenhand fast unbewohnbar gemacht worden. Infolge von Klimakatastrophen und landwirtschaftlicher Misswirtschaft kam es zu Flüchtlingswellen ...

In dem Buch "Es war einmal ein blauer Planet" ist dieser von Menschenhand fast unbewohnbar gemacht worden. Infolge von Klimakatastrophen und landwirtschaftlicher Misswirtschaft kam es zu Flüchtlingswellen und letztendlich zu einem vernichtenden Krieg um Wasser und Rohstoffe. Die Menschheit hat sich zum großen Teil selbst ausgerottet. Es gibt allerdings noch überlebende Menschen in einer Kolonie auf dem Mars. Ausgestattet mit hochentwickelter Technik, künstlicher Intelligenz und einem perfekt ausgedachten Überlebenssystem haben sich sich dort eingerichtet. Allerdings träumen diese Menschen seit jeher von einer Rückkehr auf die Erde. Eines Tages schicken sie ein Raumschiff mit ihren stärksten Kriegern los, damit diese erkunden, ob das Leben auf der Erde noch lebenswert sein könnte. Von dieser Mission kehren diese jedoch nicht mehr zurück. Somit kommt unser Hauptprotagonist Robin Normandie ins Spiel. Er ist ein sogenanntes Neutrum, eine in der Kolonie eher unbedeutende Person. Er wird jedoch von der künstlichen Intelligenz, die auf seinem Planeten eine gewichtigte Stimme hat, dazu ausgesucht, die verschollene Mannschaft zu retten und zu prüfen, ob ein Leben auf der Erde möglich ist. Somit macht er sich in einer kleinen Raumkapsel auf den Weg, um die Erde zu erkunden.
Es gibt auf einigen Inseln Überlebende, die in verschiedenen Gemeinschaften mit ihren gesellschaftlichen Normen und Regeln leben. Robin lernt sie kennen und stellt sich immer wieder die Frage nach der richtigen Lebensform: Was ist Glück, wann sind wir zufrieden, was streben wir an etc.
Die Geschichte um unseren "Helden" Robin Normandie habe ich sehr gerne gelesen. Sie regt zum Nachdenken an. Was verstehen wir unter Glück, unter welchen Umständen möchten wir leben, was kann ich für mich ändern, was trägt zur Gemeinschaft bei u.s.w.
Ich habe mich sehr gerne mit Robin auf die Reise gemacht und mich von ihm inspirieren lassen, über das Glück etc. nachzudenken. Einziger Wehmutstropfen war für mich das meiner Meinung nach etwas schnell herbeigeschriebene Ende der Geschichte. Ich hätte gerne noch etwas mehr über Robin und seine Vergangenheit bzw. seine Zukunft erfahren. Das ging mir im letzten Drittel des Buches dann doch etwas zu schnell.
Das Buch selbst ist wunderschön gestaltet, es hat ein großartiges Cover und einen tollen Buchschnitt. Alles in allem ein schönes Leseerlebnis, das ich gerne weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2020

Die Reise, die keine war

Denn das Leben ist eine Reise
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Die Geschichte erzählt aus dem Leben der jungen Frau Aimee Thaler, die ein eigentlich perfektes Leben führt. Sie hat einen entzückenden Sohn, zu dem ein sie sehr liebevolles Verhältnis hat. Ihr Mann Per ...

Die Geschichte erzählt aus dem Leben der jungen Frau Aimee Thaler, die ein eigentlich perfektes Leben führt. Sie hat einen entzückenden Sohn, zu dem ein sie sehr liebevolles Verhältnis hat. Ihr Mann Per ist ein vielbeschäftigter Architekt. Sie selbst restauriert in mühevoller Kleinarbeit alte Möbel. Eines Tages entdeckt Aimee, dass ihre Welt doch nicht so wundervoll perfekt ist, wie sie dachte. Sie verlässt ihren Mann und macht sich zusammen mit ihrem Sohn in einem alten VW-Bulli auf die Reise in ein neues Leben, dass sie in das Küstenstädtchen St. Ives führt. Dort trifft sie auf ihre alte Jugendliebe Daniel und wer weiß, was die Zukunft für die beiden bereit hält.

Das ist die Ausgangsbasis der Geschichte, die in ein wundervolles Abenteuer hätte führen können.
Der Anfang der Geschichte macht Lust darauf, Aimee und ihren Sohn Len bei ihrem Neuanfang zu begleiten. Die Beschreibung, wie die beiden ihr bisheriges Leben verlassen und dann in St. Ives landen, gefiel mir sehr gut. Man konnte sich gut hineinversetzen und auch die Landschaftsbeschreibungen waren so detailliert, dass man sich selbst wie am Meer und in dem kleinen Städtchen vorkam.
Aimee fasst langsam Fuß und fängt an, ihr neues Leben zu gestalten.
Dann überschlagen sich allerdings die Ereignisse in einer Form, die den Bogen der Realität leider etwas überspannt. Ein Ereignis jagt das nächste und dann gibt es ohne viele Übergänge ein rührseliges Happy End.

Fazit:
Ich war sehr gespannt, auf Aimees Neuanfang und habe mich für sie mit ihrem Sohn darauf gefreut, dass sie ein neues Leben beginnen konnte.
Leider war ihre Reise für mich zu schnell zu Ende. Letzten Endes ist sie ja gleich in St. Ives geblieben. Und vieles, was dort passierte, war einfach zu vorhersehbar und konstruiert. Letztendlich wusste man immer schon, was als nächstes kommen wird. Die Charaktere waren für mich nicht so beschrieben, dass man sich in sie hineinversetzen konnte. Vieles wurde nur angerissen. Auch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter wurde meiner Meinung nach nicht wirklich thematisiert, sondern nur am Rande angesprochen. Auch die Beziehung zu ihrer Jugendliebe kam zu kurz.
Zum Schluss ändert sich schlagartig alles zum Guten und alle sind happy.
Leider ging mir in der zweiten Hälfte des Buches der Lesespaß verloren, weil die Geschichte für mich zu vorhersehbar und konstruiert war.

  • Cover
  • Geschichte
  • Gefühl
  • Erzähstil
  • Figuren