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Veröffentlicht am 04.01.2021

Adventskalender zum Augenrollen

Take A Chance On Me. Adventskalender zum Verlieben
1

Aufmachung:
Ich bin bekanntlich nicht der größte Fan von riesigen Gesichtern auf dem Cover, und das hier stellt da leider keine Ausnahme dar. Vor allem diese unnatürlich blauen Augen finde ich etwas irritierend…
Allerdings ...

Aufmachung:
Ich bin bekanntlich nicht der größte Fan von riesigen Gesichtern auf dem Cover, und das hier stellt da leider keine Ausnahme dar. Vor allem diese unnatürlich blauen Augen finde ich etwas irritierend…
Allerdings muss ich sagen, dass der Mensch meine Vorstellung von Alex tatsächlich sehr gut trifft. Auch gefällt mir die Farbgebung insgesamt, die ins Bläulich-Weiße, also Winterliche geht, sehr gut.
Den Titel Take a Chance on Me finde ich jetzt nicht so besonders – wieso muss im Deutschen immer ein englischer Titel gewählt werden? –, aber inhaltlich trifft er zu.

Meine Meinung:
Der Untertitel Adventskalender zum Verlieben legt bereits nahe, dass es sich bei diesem Buch um ein Adventskalenderbuch, also eines mit 24 Kapiteln, handelt. Die einzelnen Kapitel sind alle jeweils sehr kurzgehalten, sodass man sie durchaus gut in seinen Alltag als Adventskalendertürchen einfügen kann. Das hat mir gut gefallen!

Der Anfang war dabei schon sehr vielversprechend: Der Tag endete jeweils mit einem großen Cliffhanger, sodass ich es zunächst kaum abwarten konnte, das nächste „Türchen“ zu öffnen.
Man lernt Alex kennen, der von seiner besten Freundin quasi genötigt wird, an ihrem Programm teilzunehmen – ein Algorithmus, der anhand einiger Fragen den perfekten Partner unter den Teilnehmern herausfindet.
Die Idee, dass Alex ein anderer Mann zugeordnet wird, was er gar nicht verstehen kann, fand ich ganz interessant. Witzige Situationen sind da ja vorprogrammiert! Gerne auch mit etwas Kitsch und einigen Klischees, denn welche Zeit ist passender für solche Geschichten als die (Vor-) Weihnachtszeit?

Tja, diese Erwartung wurde dann relativ schnell enttäuscht, als Alex das erste Mal auf Cash trifft. Alex wurde mir da zunehmend unsympathischer – es ist kaum zu fassen, wie blind er für die offensichtlichsten Dinge ist! Hinzu kommt, dass er anscheinend überhaupt nicht fähig ist, anständig mit Cash zu kommunizieren. Die größten Probleme (oder eigentlich alle) hätten vermieden werden können, wenn sich die beiden Protagonisten mal miteinander unterhalten und einander auch zugehört hätten. Das finde ich immer besonders ärgerlich und nervig.
Anfangs mögen die Aufgaben also noch ganz unterhaltsam und süß sein, aber je länger das geht, desto anstrengender wird die ganze Geschichte.
Man hat das Gefühl, Alex geht die ganze Zeit einen Schritt vorwärts, aber im nächsten Moment wieder drei zurück, weil er einfach nicht in der Lage ist, den Mund aufzumachen. Dadurch macht das Buch, das anfangs noch so gut unterhält, spätestens ab der Hälfte kaum noch Spaß.

Hinzu kommt schließlich noch der Schreibstil, über den ich zu Beginn noch hinwegsehen konnte, der mich aber zunehmend gestört hat. Man hat beim Lesen nicht das Gefühl, dass Frau Heinzmann ihr Geschriebenes noch einmal überarbeitet hat; der Text war zwar weitestgehend fehlerfrei, aber das Geschriebene wirkte trotzdem unausgereift und wie ein erster Entwurf. Ich weiß nicht so recht, wie ich das alles erklären soll…
Kennt ihr das, wenn ein Autor nur wenige Worte braucht, um einen mit seiner Geschichte zu fesseln, weil man gar nicht mehr merkt, dass man liest? Genau das fehlt hier. Man ist sich stets bewusst, dass man ein Buch in der Hand hält, und kann dementsprechend schlecht in der Geschichte abtauchen.


Fazit:
Der Anfang von Take a Chance on Me – Adventskalender zum Verlieben ist wirklich vielversprechend, man kann es die ersten Tage kaum abwarten, das nächste „Türchen“ zu öffnen. Die Einführung in das Buch lässt auf eine lustige, kitschige, herzerwärmende Geschichte hoffen.
Je weiter die Handlung jedoch fortläuft, desto mehr verliert man das Interesse. Alex‘ Blindheit für alles Offensichtliche wird immer anstrengender und der Schreibstil immer störender, bis man am Ende nur noch froh ist, dass es vorbei ist.
2/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2020

Hochkomplex, aber lesenswert

Macht des Feuers
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Vielen lieben Dank an die Autorin und Mainwunder für das Rezensionsexemplar und die wundervolle Kampagne!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wie ...

Vielen lieben Dank an die Autorin und Mainwunder für das Rezensionsexemplar und die wundervolle Kampagne!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wie auch Band 1 ist Macht des Feuers richtig schön aufgemacht – am Ende des Buches findet man diesmal sogar vier Karten!
Der Titel ist ebenfalls gut gewählt. Seine Bedeutung ist ein wenig offensichtlicher als die von Tag des Na’kathá, aber auch hier gibt es viel hineinzuinterpretieren.

Meine Meinung:
Ich kann mich in dieser Rezi eigentlich in vielen Punkten auf das beziehen, was ich in meiner Rezension zu Band 1 angesprochen habe, auch wenn sich einiges durchaus verändert hat.

Am auffälligsten ist dabei wohl, dass ich dieses Mal mit dem Schreibstil keinerlei Probleme hatte. Während ich in Tag des Na’kathá ein wenig gebraucht habe, um damit warmzuwerden, war ich hier direkt auf Anhieb in der Geschichte drin. Das liegt wohl ganz einfach daran, dass man sich nach einem Buch an den Schreibstil gewöhnt hat und es auch nicht so lange her ist, dass ich Band 1 beendet habe. 😉

Auch fällt einem sofort auf, dass dieses Mal der Fokus auf ganz andere Figuren liegt. In Band 1 ging es hauptsächlich um Dacan, die Reise nach Toretho und die Charaktere, die er und seine Crew dort antreffen.
Während Dacan im Folgeband zwar kurz sogar eine eigene Handlung bekommt, die meiste Zeit (aus guten Gründen) jedoch nur über ihn gesprochen wird, werden die Figuren, die auf Toretho wichtig sind, hier nur erwähnt. Das will ich jedoch gar nicht kritisieren, im Gegenteil. Man merkt dennoch, dass alles, was in Band 1 passiert ist, immer noch relevant bleibt, indem sich die Autorin stets auf die Geschehnisse rückbezieht. Allerdings geht es hier eben um eine scheinbar ganz andere Problematik, für die die Handlung aus Band 1 nur bedingt wichtig ist.

Aus diesem Grund werden hier auch wieder sehr viele neue Figuren eingeführt, am wichtigsten sind hierbei wohl die Heilerin Lunara und Remos.
Lunara hat mir sehr gut gefallen, neben Kazim gehört sie in dieser Reihe mittlerweile zu meinen Lieblingsfiguren. Sie ist cool, tough und lässt sich von niemandem etwas sagen. Dabei hat sie dennoch ihre Schwächen, um die sie aber weiß. Man lernt sie gut kennen und kann sich schnell leicht in sie hineinversetzen; sie war mir auf Anhieb sympathisch. Gleichzeitig hat sie trotz allem noch ihre Geheimnisse, hinter die man nicht sofort kommt. Das macht sie vielschichtig und spannend. Ich habe so meine Vermutungen über sie und bin gespannt, ob sich diese in den Folgebänden bewahrheiten!

Mit Remos konnte ich hingegen nicht besonders gut anbändeln, aber das liegt nicht an ihm oder seiner Charakterisierung, sondern ist einfach subjektives Empfinden. Ich bin mit ihm schlicht nicht warmgeworden.

Besonders toll fand ich es, dass Kazim hier wieder eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Bereits in Tag des Na’kathá hatte ich vor allem wegen seines Humors und seiner Vorliebe dafür, andere zur Weißglut zu bringen, großen Spaß an ihm. Aber auch, weil man einen Einblick darin bekommt, wie groß sein Einfluss in Usenia tatsächlich ist und was er alles auf dem Kerbholz hat, ist er eine spannende Figur. Er schüttelt stets ein Ass aus dem Ärmel und es ist wirklich beeindruckend mitzuerleben, wo er überall seine Finger mit im Spiel hat!
Was zwar einerseits die Reihe ausmacht, beim Lesen aber durchaus teils sehr anstrengend ist, ist die Langatmigkeit der Geschichte. Ich habe es in meiner Rezension zu Band 1 bereits angesprochen, aber auch hier möchte ich noch einmal betonen, dass man schnell merkt, dass die Geschichten rund um Dacan und seine Crew alle miteinander verwoben sind und irgendwo hinführen sollen, dass die Autorin sich also unheimlich viele Gedanken über Usenia und seine Figuren gemacht haben muss.
Es ist alles hochkomplex und miteinander verwoben, gleichzeitig hat man nicht das Gefühl, dass Frau Bush zu irgendeinem Zeitpunkt ein Detail mal aus den Augen oder den Faden verliert.

Beim Lesen ist es jedoch nicht so leicht, den Überblick zu behalten, weshalb es, wie gesagt, teils sehr anstrengend ist, der Handlung zu folgen. Es passiert einerseits unglaublich viel, andererseits hat man beim Lesen aber auch das Gefühl, dass extrem weit ausgeholt wird, wodurch die Chronica Usenia sehr langatmig werden.
Bei Band 1 hatte ich bereits das Gefühl, dass es eine Einführung in eine viel größere Handlung sein soll, und auch Band 2 hat mir dieses Gefühl gegeben.
Es wird sehr viel aufgebaut und sehr viele Fragen aufgeworfen, die keinen Schluss darauf liefern, wohin das Ganze führen soll. Natürlich werden auch immer mal wieder Fragen beantwortet, aber das große Ganze oder der Sinn und Zweck der Geschichte ist immer noch sehr nebulös.

Um das klarzustellen: Ich erwarte keinesfalls, dass schon von vornherein erkennbar ist, wie die Geschichte ausgeht, im Gegenteil! Dann würde ich sie wegen ihrer Vorhersehbarkeit kritisieren.
Aber die Chronica Usenia brauchen extrem lange, bis überhaupt mal ein Roter Faden erkennbar ist. Erst ca. im letzten Drittel des zweiten Teils konnte ich wenige Vermutungen darüber aufstellen, wohin alles, was bisher passiert ist, führen könnte.
Auch werden die Zusammenhänge zum ersten Band erst sehr spät erkennbar, auch wenn sich ab diesem Zeitpunkt dann einiges ineinanderfügt.

Das alles weist aber, wie gesagt, darauf hin, dass Chronica Usenia hochkomplex ist, was vor allem den ungeübten Fantasyleser mit hoher Wahrscheinlichkeit überfordert – es passiert eben enorm viel, sodass es schwer ist, den Überblick zu behalten.
Auch geübtere Fantasyfans werden hier sicherlich einiges an Geduld aufbringen müssen; auch mir fiel es zwischendurch schwer, der Handlung zu folgen und gerade abends konnte ich nicht die erforderliche Konzentration aufbringen, um weiterzulesen, und ich lese eigentlich relativ viel High Fantasy.
Nichtsdestotrotz ist das keine Kritik an der Handlung, sondern einfach eine Empfehlung dahingehend, wer an diesem Buch vielleicht eher mehr und wer eher weniger Freude findet.
Wer bereit ist, die Geduld und Konzentration aufzubringen, die erforderlich sind, um die Chronica Usenia gänzlich zu verstehen, hat sicherlich auch an Band 2 einiges an Spaß, vor allem, wenn der Auftakt einem schon ganz gut gefallen hat – Macht des Feuers wirft zwar nämlich wieder einige Fragen auf, aber beantwortet auch Vieles, das man im Auftakt noch nicht ganz begriffen hat.
Trotz allem hoffe ich natürlich, dass der Folgeband noch ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringt. 😉


Fazit:
Macht des Feuers ist eine gute Fortsetzung, die ihrem Vorgänger in vielerlei Hinsicht dennoch sehr ähnlich ist.
Bereits in Tag des Na’kathá bekommt man einen Eindruck davon, wie unglaublich komplex die Chronica Usenia sein müssen, und Macht des Feuers bestätigt dies noch einmal. Während Band 1 wie eine Einführung in eine gut durchdachte High Fantasy wirkt, bekommt man beim Lesen von Band 2 den Eindruck, dass es sich dabei um eine Fortsetzung der Einführung handelt.
Es wird zwar einiges Unklares aus Band 1 geklärt und ab ca. dem zweiten Drittel beginnt man auch so ganz langsam, einige Zusammenhänge zu erklären, aber gleichzeitig werden in Macht des Feuers wieder so viele neue Figuren und Handlungsstränge eingeführt, dass noch nicht ganz das Gefühl aufgekommen ist, dass die Geschichte jetzt in Fahrt kommt.
Dies führt zwar einerseits dazu, dass das Lesen teils durchaus sehr anstrengend und auch langatmig wird, andererseits beweist die Autorin auch mit diesem Band, dass ihre Geschichte zwar unglaublich komplex ist, man aber dennoch das Gefühl hat, dass sie einen Plan hat und irgendwann alles seinen Sinn machen und letztlich zusammenlaufen wird.
Für die Chronica Usenia braucht man also viel Geduld und Konzentration, aber gerade High Fantasy-Fans finden hier eine hochkomplexe, interessante neue Welt. Neueinsteigern in dieses Genre würde ich die Reihe gerade deshalb aber nicht empfehlen.
4/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Zuckersüße Verwechslungsgeschichte

Christmas Deal
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Vielen lieben Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Normalerweise mag ich so Typen im ...

Vielen lieben Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Normalerweise mag ich so Typen im Anzug nicht auf Buchcovern (das erinnert mich immer an CEO-Geschichten, weil das dort ja Gang und Gäbe ist, und solche Geschichten sind leider gar nicht mein Fall), aber ich muss zugeben, dass es hier tatsächlich nicht ganz so unpassend ist.
Kennedy stelle ich mir durchaus als solchen Anzugträger vor. Die Tatsache, dass kein Gesicht zu sehen ist, ist dazu noch ein Pluspunkt.
Besonders gut gefällt mir der Schriftzug des Titels umgeben von den Schneeflocken. Das sieht sehr dezent weihnachtlich aus, wie ich finde, und trifft genau meinen Geschmack. Die Lichter, die im Hintergrund angedeutet sind, passen dazu.

Meine Meinung:
Christmas Deal hat insgesamt nur 172 Seiten, dementsprechend bin ich logischerweise mit relativ niedrigen Erwartungen an das Buch herangegangen. Denn in so kurzer Zeit kann man ja nicht viel Entwicklung und Tiefe erwarten, oder?
Tja, Vi Keeland und Penelope Ward haben mich da eines Besseren belehrt. Ich war so positiv überrascht von dieser Weihnachtsnovella!

Das Weihnachtsfest an sich spielt hier zwar eher eine nebensächliche Rolle – die Feiertage sind lediglich Anlass für die Protagonisten einander zu begegnen und miteinander Zeit zu verbringen –, aber das fand ich gar nicht so schlimm. Selbst wenn Weihnachten hier kaum erwähnt wird, finde ich, dass die Stimmung des Buches durchaus den Weihnachtsspirit trägt. 😉
Zum Einen liegt das daran, dass Christmas Deal überhaupt nicht mit Klischees geizt, was ich prinzipiell eher mit Weihnachtsgeschichten verbinde. Aber auch das finde ich überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil. Mir hat die Umsetzung der beiden Autorinnen super gefallen und kauft ihnen alle Klischees und jeden Kitsch tatsächlich ab.
Ich denke, mit weniger Klischees und Kitsch wäre diese Geschichte nur halb so gut. Irgendwie machen sie den Charme von Christmas Deal aus und sind der Grund, weshalb das Buch gut eines meiner Monatshighlights werden kann! :D

Riley und Kennedy als Protagonisten haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Riley lernt man zunächst als Frau kennen, die irgendwie im Leben steckengeblieben ist und nicht so richtig weiß, was sie tun soll. Trotzdem schwelgt sie nicht allzu viel in Selbstmitleid, sondern lässt sich auf die nächste Gelegenheit ein. Dabei weiß sie was sie will und steht für sich ein. Sie ist des Öfteren Spott ausgesetzt, aber das lässt sie nicht auf sich sitzen und wehrt sich. Aus diesem Grund war sie mir sehr sympathisch.
Kennedy scheint auf dem ersten Blick ein arroganter Schnösel zu sein, der weiß, dass er gut aussieht und dass er deshalb alles kriegen kann, was er will. Man merkt jedoch schnell, dass viel mehr dahintersteckt – Gleiches gilt für Riley.
Die Autorinnen haben auf diesen paar Seiten ihren Figuren so beeindruckend viel Tiefe und Charakter gegeben, wie es manch anderer in einem dreimal so dicken Buch nicht geschafft hat. Sowohl Riley als auch Kennedy haben zu Beginn und im Laufe der Handlung ihren eigenen Charme, zeigen jedoch eine starke Entwicklung und sind lebendige Protagonisten. Vielleicht ist das auch ein wesentlicher Grund dafür, dass man Christmas Deal den ganzen Kitsch – insbesondere das Ende, von dem eventuell sogar Diabetesgefahr ausgeht – abkauft. Einfach toll!


Fazit:
Christmas Deal ist zwar extrem kurz, aber lasst euch davon nicht über die Qualität täuschen – frei nach dem Motto: Klein aber Oho!
Es überrascht mit sympathischen, vielschichtigen Protagonisten, die innerhalb der kurzen Zeit über sich hinauswachsen und einer zwar sehr kitschigen und durchaus auch vorhersehbaren, aber dennoch umso charmanteren, süßeren Liebesgeschichte. Auch wenn Weihnachten keine vordergründige Rolle spielt, ist Christmas Deal daher die perfekte Weihnachtslektüre.
5/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2020

Ein Muss für Fantasy-Fans!

Wonderlands
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Vielen lieben Dank an Literaturtest und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wenn dieser Teil der Rezension ...

Vielen lieben Dank an Literaturtest und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wenn dieser Teil der Rezension normalerweise einfach nur mein nichtssagender Eindruck davon ist, wie das Buch gestaltet wurde, ist die Aufmachung hier der wesentliche Punkt, der Wonderlands zu einem Goldschatz macht. Aus diesem Grund fließt die Aufmachung ausnahmsweise auch mal in die Bewertung mit ein.

Wonderlands ist einfach nur wunderschön und liebevoll gestalten! Man kann es gar nicht in Worte fassen, wie besonders der erste (aber auch der zweite, dritte, vierte, …) Eindruck von diesem Buch ist. Man muss die Gestaltung dieser Essaysammlung einfach mit eigenen Augen gesehen haben!
Jeder Essay ist nicht nur mit einem Autorenfoto und Coverbild ausgestattet, sondern auch mit dazu passenden Illustrationen zu Schlüsselszenen, Setfotos von Verfilmungen oder Theateraufführungen oder von dem jeweiligen Werk inspirierte Kunstwerke.
Das unterstreicht einerseits die Wirkung, die die jeweils ausgewählten Fantastik-Werke nicht nur auf das Genre an sich sondern auf die künstlerische Welt im Allgemeinen haben. Andererseits wird dadurch auch das Lesen von Wonderlands zu einem ganz besonderen Vergnügen. Obwohl die Essays selbst oft nicht länger als eine Doppelseite, in ausgewählten Fällen auch mal zwei Doppelseiten sind, habe ich doch teils einige Minuten bei einem Essay verweilt, um mir die Abbildungen genau anzusehen.
Man kann als Leser einfach nicht anders, als alle Aspekte dieses Buches zu bewundern. Es ist definitiv in jeder Hinsicht ein Hingucker und wird auch in Zukunft bestimmt öfter wieder aus dem Regal geholt, nur damit ich mir noch einmal die Bebilderung ansehen kann.

Meine Meinung:
Aber nicht nur äußerlich überzeugt Wonderlands in jedem Punkt.
Es hat mir gut gefallen, dass die Essays immer gleich aufgebaut sind: Zunächst fasst Miller das Leben des Autors zusammen, dann die jeweilige Geschichte, um die es gerade geht, dann deren Besonderheiten und Auswirkungen bzw. ihre Prägung auf das Genre und das künstlerische Umfeld. So weiß man bei jedem Essay, worauf man sich einzulassen hat, und man kann auch gut die Geschichten und Epochen untereinander vergleichen.

Beim Lesen lernt man einiges über Fantasy und sieht Verknüpfungen zwischen den einzelnen Werken (auch und vor allem durch die einzelnen Epochen), die einem so vorher vielleicht gar nicht aufgefallen sind. Es ist wirklich beeindruckend, welchen Einfluss fantastische Geschichten auch Jahrhunderte später noch auf Künstler, den Sprachgebrauch und generell die Kulturen haben!
Auch wenn Wonderlands ein Sachbuch und daher nicht „spannend“ wie ein Roman ist, ist es daher also durchaus super interessant und spannend auf seine Art.

Dabei folgt man logischerweise keiner Handlung, sondern durchreist die Epochen der Fantastikliteratur von der Klassik bis hin zum Computerzeitalter und erhält so einen guten Überblick darüber, was sich verändert hat, inwiefern frühere Werke auf Spätere Einfluss genommen haben, und was vielleicht auch gleichgeblieben ist. Besonders interessant fand ich, dass so sehr deutlich wird, welchen Einfluss auch die jeweilige politische oder soziale Situation, die herrschend war, als das Werk entstanden ist, auf den Inhalt nicht nur der einzelnen Geschichte, sondern vor allem auch der Epoche hatte.

Auch Millers Auswahl der unterschiedlichen Werke haben mir sehr gut gefallen. Es ist alles Mögliche dabei aus Büchern aus allen Regionen jeden Kontinents. Auch alle denkbaren Ausprägungen des Fantasy-Genres finden hier Einzug; von klassischer Dichtung, wie Ovids Metamorphosen, über High Fantasy, wie Tolkiens Herr der Ringe, bis hin zu Dystopien wie Tribute von Panem, findet man hier alles vor. Dies zeigt einerseits wie umfassend das Genre ist, aber zeugt auch von der hohen Recherchedichte der Autorin.
Dabei sind einige Bücher auch zielsicher auf meine Wunschliste gelandet! 😊


Fazit:
Wonderlands ist ein Muss für Fantasy-Fans. Jedem, der mindestens ein Buch aus diesem Genre hat, das ihm gut gefallen hat, lege ich das Buch ans Herz, aber auch jedem anderen, denn alleine die Aufmachung ist schon ein Hingucker für sich.
Wonderlands ist ein Reisebegleiter durch die unterschiedlichen Epochen seit Beginn der bekannten Fantastikliteratur, der einem die Wirkung einzelner bedeutender Werke aufzeigt, und mithilfe dem man Vieles über das Genre lernt, was man so vorher vielleicht noch nicht wusste.
Ich kann nicht anders, als für das Buch eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen und ernenne es hiermit hochfeierlich sogar zu einem Herzensbuch. ♥

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2020

Gute Idee, falsche Schwerpunktsetzung

Wild Flower - Die Gesetzlose
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Vielen lieben Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wieder.

Aufmachung:
Das Cover gefällt mir sehr ...

Vielen lieben Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wieder.

Aufmachung:
Das Cover gefällt mir sehr gut – um den Titel herum sieht man drei schwarze Blumen, der Boden scheint trocken und unfruchtbar zu sein.
Die Blumen könnten dabei für Aster und Clementine stehen, der Boden ist stellvertretend für den Grind, den sie und ihre Begleiterinnen durchqueren müssen. Das Cover stellt so auf subtile Weise einen Zusammenhang zum Inhalt her, was ich gut gelungen finde.
Der Titel ist ebenso mehrdeutig – wenn man den Inhalt kennt, weiß man, wieso gerade Wild Flower ausgesucht wurde.

Meine Meinung:
Es fällt mir leider nicht ganz so leicht, das Buch zu beurteilen, was wohl letztlich auch der Grund dafür ist, weshalb ich so lange für das Buch gebraucht habe und die Rezension erst jetzt kommt.

Die Idee, die hinter Wild Flower steckt, ist wirklich sehr gut; der Klappentext verspricht eine feministische Geschichte, die gleichzeitig zwar auf subtile, aber dennoch sehr deutliche Weise auf Rassismus vor allem gegenüber schwarzen Frauen aufmerksam macht, in einer Welt, die zunächst ganz anders ist als unsere, zu der sich aber dennoch einige Parallelen ziehen lassen.
Aus diesen Gründen war Wild Flower lange vor Erscheinen schon auf meiner Wunschliste und ich habe mich sehr gefreut, als es dann endlich angekommen ist.

Kaum angefangen, haben meine hohen Erwartungen allerdings direkt einen kleinen Dämpfer bekommen. Ich will nicht sagen, dass Wild Flower ein schlechtes Buch war – das ist es definitiv nicht! –, es hat mich eben leider auch nicht umgehauen. Dabei kann ich gar nicht so genau sagen, was der Grund dafür ist, dass der Funke einfach nicht überspringen konnte.

Vielleicht liegt es an der eher verschobenen Schwerpunktsetzung?
Das Buch spricht viele Aspekte an, die wirklich spannend und interessant sein könnten, wie bspw. die Tatsache, dass manche Menschen in Arketta offensichtlich keinen Schatten haben – Wie kann das sein? Woher kommt das? –, die Magie hinter den Kokarden der Mädchen, der ganze Spuk (Wortspiel, haha) um die Rächer und die anderen Geister.
Aber genau da liegt das Problem: Das Buch spricht diese Themen eben nur an. Sie werden dahingestellt und es wird nicht weiter darauf eingegangen. Ich hätte aber schon gerne mehr darüber erfahren, nur leider musste ich die ganzen 424 Seiten damit leben, dass ich in der Hinsicht nie Antworten auf meine Fragen bekommen werde.

Stattdessen konzentriert sich die Autorin hauptsächlich auf die Flucht der Mädchen. Das ist angesichts des Plots zwar nicht sonderlich überraschend, denn genau darum geht es ja. Aber in Kombination mit dem, was ich vorher gesagt habe, wird aus einem feministischen, rassismuskritischen Fantasyroman ein weiterer Abenteuerroman durch eine Welt, die aufgebaut ist wie der Wilde Westen.
Natürlich sehen sich Aster, Clem und ihre Freunde immer wieder Gefahren ausgesetzt, und zwar auch Vielen, die gerade durch die Besonderheiten des Grinds ausgelöst werden (die Rächer, die Raubvögel, …), wodurch sich Wild Flower zwar durchaus ein klein wenig von anderen Wildwestgeschichten absetzt, aber all dies wurde in meinen Augen immer viel zu leicht und daher vorhersehbar gelöst. Ich konnte ab einem gewissen Punkt immer schon vorher sagen, welche Handlungen der Mädchen zu welchen Problemen führen und wie dieses Problem ausgehen wird, und hatte immer Recht damit.
Das ist wirklich sehr schade, denn Wild Flower hätte so viel mehr sein können als das.

Aster, die Protagonistin, macht es einem da leider nicht leichter. Ich jedenfalls konnte die ganze Zeit über nicht so richtig mit ihr warmwerden. Sie war mir durchweg zu impulsiv und hat gleichzeitig ihre Handlungen nicht zuende gedacht, was ich, angesichts dessen, dass sie ja ihre Schwester und die anderen Mädchen beschützen wollte, nicht wirklich nachvollziehen konnte. Hinzu kommt, dass sie abgesehen von ihrer Schwester wirklich niemandem traut, was zwar im Hinblick darauf, was sie alles schon erleben musste, durchaus verständlich ist, aber auf Dauer auch sehr anstrengend wird, vor allem, wenn sie auch diejenigen, die ihnen offensichtlich helfen wollt, fast schon vergrault.
Clem dagegen ist das genaue Gegenteil von Aster: Sie ist fast schon übertrieben naiv und gutherzig, schließt mit jedem schnell Freundschaft und scheint nirgendwo Böses zu vermuten. Auch mit ihr konnte ich nicht besonders warmwerden; der Kontrast zwischen den beiden Schwestern war mir einfach zu stark. Vielleicht hätte da jeweils ein Mittelmaß gutgetan?

Mallow und Tamsy, die Freundinnen von Clem, kann ich bis heute leider nicht auseinanderhalten. Sie sind immer zusammen, was auch gar nicht so ein großes Problem wäre, wenn man denn ein wenig mehr über sie erfahren und sie nicht nur als Einheitsbrei wahrnehmen würde. Das fand ich sehr schade, denn außer, dass sie auf der Reise mitlaufen und hier und da mal helfen, scheinen sie in meinen Augen keine wesentliche Aufgabe in Wild Flower zu übernehmen.

Einzig interessant fand ich da noch Violet, da sie, anders als die anderen, mehrere Facetten von sich zeigt und man sie zunächst gar nicht einschätzen kann. Es scheint mir, dass sie die einzige Figur ist, die nicht nur einen Charakterzug hat und daher als einzige nicht so vorhersehbar handelt.

Abschließend kann ich noch sagen, dass auch der Schreibstil eher gewöhnungsbedürftig ist.
Davis schreibt aus Asters Sicht, allerdings personal und fast sogar schon auktorial. Sie ist sehr distanziert zu ihren Figuren, was dann vielleicht auch der Grund dafür ist, dass ich mit keinem so wirklich warmwerden konnte. Hinzu kommt, dass sie eher „altertümlich“ schreibt, falls man das so nennen kann. Jedenfalls schreibt sie und sprechen ihre Charaktere eher in gehobener Sprache, was das Lesen ein wenig erschwert.


Fazit:
Hinter Wild Flower steckt eine wirklich gute Idee, die viel für Diversität und Feminismus in der Fantasyliteratur hätte tun können. Die Umsetzung konnte mich dafür allerdings nicht überzeugen. Das Buch ist an sich nicht schlecht, aber gerade der Umstand, dass Vieles, was mich interessiert hätte – die Kokarden, die fehlenden Schatten, die Rächer, die Raubvögel – nur dahingestellt und wenig bis gar nicht erklärt wird, dafür aber der Weg der Mädchen durch den Grind inklusive der Gefahren sehr detailliert beschrieben wird, hat mich enttäuscht. Das Besondere des Buches gerät so eher in den Hintergrund und zurück bleibt eine vorhersehbare Geschichte, die vieles mit anderen Wildwestgeschichten gemein hat.
Hinzu kommt, dass die Protagonisten, insbesondere Aster zum Leser eher auf Distanz bleiben, was wohl an dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil liegt.
Ich hatte hohe Erwartungen an Wild Flower, wurde jedoch leider enttäuscht. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass das Buch schlecht war, es war vielmehr einfach okay. Kein außerordentliches Leseerlebnis in jeder Hinsicht.
Daher gibt es 2,5/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere