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SofieWalden

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Wenn aus Hektik Ruhe und Idylle wird, das erfährt man hier, in einem kleinen Dorf

Mathilde und Marie
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Maries Flucht aus Paris endet durch einen Zufall in einem idyllischen kleinen Dorf in den Ardennen. Das Besondere an diesem Ort, es gibt hier tatsächlich kein Internet, was für die an Hektik und Trubel ...

Maries Flucht aus Paris endet durch einen Zufall in einem idyllischen kleinen Dorf in den Ardennen. Das Besondere an diesem Ort, es gibt hier tatsächlich kein Internet, was für die an Hektik und Trubel gewöhnte Pariserin kaum fassbar ist. Und dann ist da noch die Präsenz der Bücher, mit mehr als einem Dutzend Buchhandlungen, bei 390 Einwohnern und großen Bücherfesten, die viele Menschen in das Dorf bringt, aber eben nur auf Zeit. Sonst ist alles sehr ruhig, die Menschen leben ihr Leben, kommen dabei gut miteinander aus und jeder akzeptiert die kleinen Eigenheiten des Nächsten. Für Marie ist das alles erst einmal eine sehr fremde Welt. Aber sie wird herzlich aufgenommen und ihre lebendige freundliche Art ist wie ein feiner Lichtstrahl, der selbst die zurückgezogene etwas mürrische Mathilde aus ihrem Schneckenhaus herausholt und wieder am Dorfgeschehen teilhaben lässt. Langsam entsteht da so etwas wie eine Freundschaft und das Geheimnis, das Mathilde in sich trägt, es bleibt lange ungesagt, doch am Ende findet auch das seinen Weg ans Licht.
Eine ruhige zarte Geschichte mit einer idyllischen Landschaft als passender Ummantelung, einem sehr positiven Miteinander, geradezu entschleunigt, als krassem Gegensatz in unserer hektischen und beunruhigenden Zeit, genau das findet man in diesem Buch. Sicher kommt da der Gedanke auf, dass dies hier zu schön ist um wahr zu sein. Aber muss man danach fragen. Einfach eintauchen in diese kleine Welt, sich als Leser mitnehmen lassen auf eine kurze Reise, zu einer vergnüglichen Auszeit, die man sicher auch ganz gut einmal in der Realität gebrauchen könnte, so soll es sein.
Und man tut es gern.

Veröffentlicht am 24.01.2026

Eine ganz eigene Geschichte und zugleich ein Teil eines Mehrgenerationenromans

Trag das Feuer weiter
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Dies ist der letzte und abschließende Teil der Romantrilogie der Schriftstellerin Leila Slimani, ein sehr persönliches Projekt, in dem viel eigenes anklingt, eigenes Erleben in diesem Teil und das ihrer ...

Dies ist der letzte und abschließende Teil der Romantrilogie der Schriftstellerin Leila Slimani, ein sehr persönliches Projekt, in dem viel eigenes anklingt, eigenes Erleben in diesem Teil und das ihrer Familie, in ihrem Heimatland Marokko von den 1950er Jahren bis heute.
Mia, die dritte Generation der Familie Belhadj/ Daoud, sie wählt einen anderen Weg wie ihre Schwester, verlässt ihr von religiöser und politischer Einengung geprägtes Heimatland und geht, ja flüchtet, nach Frankreich, um dort zu studieren. Doch Integration ist schwer an diesem Ort, Rassismus ist weit verbreitet und Mia erfährt ihn 'schwer'. Als sie, die Schriftstellerin, eine durch 'psychische Ausfälle' bedingte Schreibblockade erleidet, wählt sie den Weg zurück zu den eigenen Wurzeln, zurück in ihr Heimatland. Hier erfolgt die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Familie, mit ihrem Hier dort und jetzt, einbezogen die schwierige politischen Situation mit ihren traditionellen Fundamenten, die immer noch vorherrschend bestimmen, wie man hier leben kann.
Das alles ist geschrieben in einer außerordentlichen sprachlichen Qualität, intensiv und klar in seiner Präsenz, sowohl bei den eigenen inneren Kämpfen und Auseinandersetzungen wie auch den ausgesprochenen 'Wahrheiten' mit den Menschen, die ihre Familie sind. Da werden die eigenen Wurzeln erkundet, mal fühlt sowohl familiäre Verbundenheit wie auch Abkopplung, Wärme und Distanz. Die Dinge wiegen schwer und als Leser wird man mitgenommen auf die ganz besondere Reise dieser Frau zu einem sehr komplexen Erleben und Aufarbeiten, ohne Endgültigkeit.
Ein packendes Buch.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Ein sonnenloser Planet, künstliches Licht und ein erstes großes Abenteuer

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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Dieses fantastische Comic-Buch, Teil 1 einer auf vier Bücher angelegten Reihe, es erzählt vom Irpa, einem sonnenlosen Planeten, der sein Leben durch künstliches Licht erhält. Hier lebt Bea bei ihrem Großvater, ...

Dieses fantastische Comic-Buch, Teil 1 einer auf vier Bücher angelegten Reihe, es erzählt vom Irpa, einem sonnenlosen Planeten, der sein Leben durch künstliches Licht erhält. Hier lebt Bea bei ihrem Großvater, dem Zauber-Eber, der die ewige Flamme hütet. Als dieser verschwindet, macht sich das Mädchen, zusammen mit Cad, einem Galdurier, auf die Suche nach ihm. Sie will alles tun, um ihren geliebten Großvater zu finden, doch ihre eigene Ängstlichkeit und ihr Zögern macht ihr ihre Mission nicht leichter. Aber Cad wird sehr schnell zum Freund und seine optimistische feinfühlige Art hilft Bea sehr und lässt sie die großen Herausforderungen, die auf sie warten, bewältigen.
Die Geschichte hat einfach alles, was zu einem guten Fantasieabenteuer gehört, zwei sympathische Protagonisten, die sich gegenseitig stützen und eine Welt, die zu entdecken, mit all den besonderen Wesen, einfach Freude bereitet. Und dann sind da noch die wunderschönen Bilder, in ihren Farben zudem immer der jeweiligen Stimmung, ob düster, ob freudig, angepasst, die diesen Comic zu einem echten Erlebnis machen.
Eines so krassen Cliffhangers, wie er einen am Ende des Buches erwartet, hätte es dabei gar nicht gebraucht, um uns Leser auf eine möglichst baldige Fortsetzung der Geschichte hoffen zu lassen. Aber ein bisschen mehr Spannung, wie es denn dann weitergeht, kann natürlich nicht schaden.

Veröffentlicht am 20.12.2025

Ein toller spannender Kriminalroman, herrlich alte Schule

Tod zur Teestunde
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Susan Ryeland ist zurück. Ihre 'Auszeit' in Kreta hat ihr leider nicht das Leben beschert, das sie sich, mitsamt einem Ehemann, erträumt hat und nun ist sie zurück. In London nimmt sie ihr altes Leben ...

Susan Ryeland ist zurück. Ihre 'Auszeit' in Kreta hat ihr leider nicht das Leben beschert, das sie sich, mitsamt einem Ehemann, erträumt hat und nun ist sie zurück. In London nimmt sie ihr altes Leben als Lektorin wieder auf, erstmal in sehr kleinem Rahmen. Und ihre erste Arbeit, ein Kriminalroman eines jungen Autors, der die Reihe um Atticus Pünd fortsetzt, bringt sie gleich zurück zu alten Pfaden, denn, was sie in zwei Bänden bereits bewiesen hat, sie ist eine exzellente Ermittlerin, wenn ihr wieder einmal eine Leiche 'vor die Füße fällt'. In diesem Fall ist es der junge Autor selbst, der auf unnatürliche Art das Zeitliche segnet und Susan selbst gerät unter Verdacht. Da bleibt nur, die Ermittlungen auf eigene Faust aufzunehmen. Der Grund für die Tat scheint der Kriminalroman des Mordopfers selbst zu sein, denn darin wird die Ermordung seiner eigenen Großmutter zum Thema gemacht und das gefällt wohl jemandem so gar nicht.
Was man als Leser erlebt? Natürlich einen echten Horowitz, einen kunstvoll verschachtelten Kriminalroman, mit einem Buch im Buche, einem Mord auf dem Papier, der dann auch zu einem im echten Leben führt. Sehr elegant passt alles veritabel zusammen. Erst sehr rätselhaft und voller unbeantworteter Fragen, dann kristalliert sich langsam heraus, was hier wirklich geschah, einst und jetzt.
Ein Kriminalroman, mit einem ordentlichen Schuss 'alte Schule', richtig toll angelegt, um darin zu versinken, sich von der Spannung mitreißen zu lassen und sich mit der tollen Protagonistin auf diesen Trip zu begeben, der so herrlich purer Krimi ist.

Veröffentlicht am 20.12.2025

Der Nachkriegswinter 1946/47, harte Wirklichkeit und ein spannender Kriminalroman, der es in sich hat

Die weiße Nacht
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Berlin, Nachkriegswinter 1946/47, Kälte und Hunger prägen diese Zeit. Die Fotografin Lou streift durch die Stadt, will die Atmosphäre dieser harten und voller Diskrepanzen geprägten Stadt in ihren Bildern ...

Berlin, Nachkriegswinter 1946/47, Kälte und Hunger prägen diese Zeit. Die Fotografin Lou streift durch die Stadt, will die Atmosphäre dieser harten und voller Diskrepanzen geprägten Stadt in ihren Bildern festhalten, als sie auf die Leiche einer Frau stößt, in eigenartiger Pose drapiert. Sie dokumentiert, ganz automatisch, was ihr am Fundort gezeigt wird, mit der Kamera. Der herbeigerufenen Polizei, der gerade erst ernannte Kriminalkommissar König übernimmt den Fall, werden ihre Bilder noch sehr nützlich sein. Und Königs Aufeinandertreffen mit Lou wird nicht sein letztes sein. Es ist da etwas zwischen ihnen, eine Verbindung. Vielleicht spielen ihre schlimmen Erlebnisse in Kriegszeiten, was beide verborgen mit sich tragen, dabei eine Rolle. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen gibt es weitere Tote, ebenfalls seltsam präsentiert und Lou und König werden ungeplant zu einem Team, das sich mit fortlaufendem Geschehen immer besser ergänzt, was letztendlich erfolgreich zu der überraschenden Lösung führt.
Lou und König, ein ungewöhnliches Duo mit Zukunft, denn dies ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe. Und der hier vielversprechend präsentierte erste Fall, in der die eigentliche Krimihandlung kunstvoll in das sehr real ausgeleuchtete Nachkriegs-Ambiente des zerstörten Berlins eingebunden ist, es wurde von der Autorin packend gestaltet und ist für die Leser ein wahrer Lesegenuss.
Hier ist Krimi sehr viel mehr.