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Sonjaw

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Veröffentlicht am 21.12.2020

Macht hungrig auf mehr!

Auch die große Liebe fängt mal klein an
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Inhalt:
Marie muss ihr geliebtes Restaurant Petite Pauline aus finanziellen Gründen schließen und nimmt daher einen Job im Brauhaus Sankt Joseph auf. Dort trifft sie unerwarteter Weise auf ihren Ex-Freund ...

Inhalt:
Marie muss ihr geliebtes Restaurant Petite Pauline aus finanziellen Gründen schließen und nimmt daher einen Job im Brauhaus Sankt Joseph auf. Dort trifft sie unerwarteter Weise auf ihren Ex-Freund Anton, welcher sie vor zwei Jahren einfach von einem Tag auf den anderen verließ. Der Schmerz sitzt noch tief, das bemerkt man direkt. Über die Vergangenheit reden wollen beide nicht, aber dennoch holt sie Marie und Anton irgendwann ein: denn sie sind immer noch ein ziemlich gutes Team in der Küche. Zusammen meistern sie den Besuch von William und Kate, was wiederum ein unschlagbares Angebot für Marie auslöst.
Meine Meinung:
Silvia Deloys „Auch die große Liebe fängt mal klein an“ überzeugt mit Wortgefechten, toller Teamarbeit und kölschem Leben. Das Cover deutet genau auf das hin, was uns auch vom Inhalt des Romans erwartet. Ein totaler Feel-Good-Roman mit Happy End. Als Kölsches Mädche habe ich mich natürlich besonders darüber gefreut, dass endlich mal ein Roman in meiner Stadt spielt und wenn er dann auch das das Leben hier wirklich gut wiederspiegelt, kann man ja nur begeistert sein!
Der Schreibstil ist locker und man fliegt förmlich durch den Roman. Die Schlagabtausche sind besonders amüsant und haben mich auf jeden Fall gut unterhalten. Dadurch ist der Roman trotz der dramatischen Situation Maries sehr heiter und man muss viel lachen.
Die Protagonisten Marie und Anton finde ich beide sehr sympathisch und authentisch. Maries Leidenschaft für das Kochen, für ihr Familienrestaurant und für ihre Freunde und Familie ist wirklich grandios und kommt definitiv beim Leser an. Die konträr zu ihr gesetzten Charaktere Swantje und Alva demonstrieren gut ihre unordentliche und unorganisierte Art und helfen ihr in ihrer Charakterentwicklung sehr weiter. Besonders Swantje ist immer für sie da und unterstützt sie, so gut sie kann. Ich finde es super, dass hier solchen starken, unabhängigen Frauen in den Mittelpunkt gestellt werden, denn Swantje ist nicht nur alleinerziehende Mutter, sondern auch noch alleinige Besitzerin des Blumenladens mit Café. Auch Marie, die ohne ihre Eltern klarkommen muss und sich zusätzlich auch noch regelmäßig um ihren Opa kümmert, versucht ein Restaurantbetrieb alleine und ohne finanzielle Hilfe zu stemmen. Ihre Verzweiflung angesichts ihrer finanziellen Lage merkt man ihr allerdings kaum an, also wenn ich so einen Haufen an Schulden hätte, würde ich glaube ich erst mal Tage lang heulen. Sie nimmt ihr Schicksal so an und setzt sich auch direkt ran, eine Lösung zu erarbeiten. Das diese Lösung nur ist, einen Job anzunehmen und erstmal Geld zu verdienen, während sie das Petite Pauline links liegen lässt, fand ich allerdings etwas enttäuschend. Aktiv macht sie ja ansonsten nichts für ihr Restaurant, ich hätte hier erwartet, dass sie schon mal mögliche Planungen durchgeht: Wie es weitergehen könnte und wie sie die Renovierungsaufgaben stemmen kann, usw. Für mich hat das alles dann irgendwie wieder mehr Sinn gemacht, nachdem Anton ihr vorgeworfen hat, dass das Pauline nicht ihr Herzensprojekt ist. Und als sie dann auch tatsächlich ein anderes Konzept auf die Beine gestellt hat, hat sie sich doch wieder sehr rein gehangen. Weil man ja auch nur mit Leidenschaft macht, was man auch aus tiefsten Herzen will. Ansonsten finde ich ihr Temperament sehr amüsant, besonders die schnippischen Antworten gegenüber Anton.
Von Anton hat man irgendwie im ganzen Roman nicht besonders viel erfahren, was mich besonders interessiert ist, wie er die Zeit getrennt von Marie wahrgenommen hat. Seine Erklärung für sein Verschwinden finde ich zwar begründet, aber leider nicht ganz verständlich. Wie kann man seine Freundin kurz nach dem Tod ihres Vaters so im Stich lassen? Auch wenn dieser das so will. Deshalb war ich auch im ganzen Roman sehr skeptisch ihm gegenüber, aber er hat sich wirklich Mühe gegeben und die Nähe zu Marie gesucht. Allerdings hätte ich mir da eine größere Verbindung zwischen den beiden gewünscht, weil dieses Verliebt-sein habe ich weder bei Marie noch bei Anton so ganz gefühlt. Das Ende kam ein bisschen überstürzt rüber und ich hätte gerne mehr Details zu den Veränderungen am Petite Pauline und der Zusammenarbeit von Anton und Marie erfahren. Vielleicht gibt es dazu ja mehr in einer potentiellen Fortsetzung? Ich würde es auf jeden Fall lesen! Und btw. bestes Extra sind die Rezepte am Ende, die armen Ritter muss ich unbedingt mal probieren!
Fazit:
Klare Leseempfehlung, wenn man mal wieder einen leichten und schönen Roman mit Happy End lesen möchte!

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 09.12.2020

Ein Thriller mit Mehrwert!

Virus - Der Feind in deinem Blut
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Inhalt:
Gideon Conner begibt sich auf eine nervenaufreibende Suche nach einem Heilmittel für seine an HTLV1 erkrankte Verlobte Mia, um sie von der ausgelösten Leukämie zu heilen. Daher begibt er sich auf ...

Inhalt:
Gideon Conner begibt sich auf eine nervenaufreibende Suche nach einem Heilmittel für seine an HTLV1 erkrankte Verlobte Mia, um sie von der ausgelösten Leukämie zu heilen. Daher begibt er sich auf den Weg, den kurz vorher verschwundenen Wissenschaftler, welcher kurz vor einem Durchbruch mit dem Heilmittel stand, zu finden. Dabei reist er mit Anand nicht nur einmal quer durch die Welt, sondern deckt auch noch Regierungsverschwörungen auf. Was er herausfindet, betrifft die ganze Welt und jagt einem echt einen Schrecken ein.
Meine Meinung:
Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, äußerst spannend und man lernt wirklich viel.
Die Struktur und die Handlung regen sehr zum Weiterlesen an. Der Prolog macht unglaublich neugierig, ich musste einfach wissen, wie es weiter geht. Der Rest des Romans enttäuscht auch nicht, denn es bleibt die ganze Zeit spannend. Die unterschiedlichen Handlungsstränge haben mir sehr gut gefallen, denn so konnte man auch nochmal andere Perspektiven kennenlernen und erkennen, wie verflochten die ganze Welt eigentlich ist. Zum Ende wurde dann alles miteinander verbunden, so dass man einen richtigen Aha-Moment hat und alles so viel mehr Sinn ergibt.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist das man so unglaublich viel lernt! Ich musste das Virus ganz zu Beginn erstmal googlen, um herauszufinden, ob es dieses Virus wirklich gibt. Und wie zu erwarten war, gibt es HTLV-1 auch in der Realität. Das hat den ganzen Roman so unglaublich realitätsnah und spannend gemacht! Das medizinische Wissen vom Autor ist wirklich wahnsinnig gut, das muss eine unglaubliche Recherche-Arbeit gewesen sein. Jedes kleine Detail stimmt hier überein, so dass man sich gut in die Situation hineinversetzten kann. Auch die kleinen Details in der Beschreibung der besuchten Länder hat nicht nur von fundiertem Wissen gezeugt und, sondern wahrscheinlich auch von eigenen Erfahrungen (oder Erfahrungsberichten) aus den Ländern. Da konnte ich mich gleich ein bisschen nach Thailand träumen, wo doch Reisen im Moment nicht möglich ist. Auch bewundernswert fand ich die Leichtigkeit mit welcher der Autor das medizinische Wissen auf einfache und verständliche Weise an die Leser weitergibt. Ich habe auf jeden Fall eine Menge gelernt!
Das einzige, was ich nicht ganz so gut fand, waren die Charaktere. Ich bin leider nie ganz warm geworden mit dem Protagonisten Gideon Connor. Teilweise lag das glaube ich auch an der Perspektive an sich, in einer Ich-Erzählung ist man natürlich näher an den Protagonisten dran. Was mich aber wirklich gestört hat, ist das Nutzen von den Nachnamen der Figuren. Ich finde, so wird eine große Distanz aufgebaut und man kann sich so nicht so gut in die Figuren hineinversetzen. Deshalb fand ich Connor als Protagonist nicht wirklich sympathisch. Aber Respekt, dass er in so einer Situation noch so rational denken kann, um sich auf eine Suche nach einem Heilmittel zu machen. Leider kam die Liebe, aus der er das ja offensichtlich macht, nicht so richtig bei mir an. Wäre ich in Mias Situation hätte ich mir gewünscht, das mein Partner an meiner Seite bleibt und mich unterstützt. Da der Roman direkt mit dem Zusammenbruch Mias startet, konnte ich Mia und Gideon als Paar auch nicht wirklich kennenlernen, weshalb mir auch die Emotionalität zu den Hauptcharakteren gefehlt hat. Und der arme Anand tat mir richtig leid, dass er da so reingezogen wurde und so viele schreckliche Dinge erleben musste.
Aber trotzdem hat mir der Roman gut gefallen, da sich darin die jetzige Situation ein bisschen spiegelt und es mir irgendwie auch Hoffnung gegeben hat, dass es hoffentlich auch so engagierte Menschen wie Connor gibt, die sich auf die Suche nach einem Impfmittel oder Heilmittel machen. Auf jeden Fall ein spannender Thriller, der so viel an Mehrwert bietet.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung