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Veröffentlicht am 06.01.2026

Von Jägern und Gejagten

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Rune ist eine Hexe. Seit einem für sie prägenden Ereignis setzt sie sich dafür ein, Hexen zu retten. Sie glaubt, dass sie so einen Fehler aus der Vergangenheit wieder gut machen kann. Die Hexe betreibt ...

Rune ist eine Hexe. Seit einem für sie prägenden Ereignis setzt sie sich dafür ein, Hexen zu retten. Sie glaubt, dass sie so einen Fehler aus der Vergangenheit wieder gut machen kann. Die Hexe betreibt ein gefährliches Katz- und Mausspiel, um an Informationen zu kommen, welche ihr ermöglichen sollen, ihre Zauberschwestern in Sicherheit zu bringen und vor dem sicheren Tod zu bewahren. Die Maus stellt in diesem Fall Gideon Sharpe dar, ein Hexenjäger, der unbedingt alle Hexen lieber tot als lebendig sehen will. Er ist Rune seit zwei Jahren auf den Versen, weiß natürlich nicht, wer sie ist, denn sie ist nur als Roter Nachtfalter bekannt. Er hat aber einen Verdacht.

Rune ahnt nicht, dass der eiskalte und gut aussehende Hexenjäger sie zu seiner Beute auserkoren hat. Und so entwickelt sich ein betörendes und spannendes Spiel zwischen den beiden, bei dem man nicht ahnt, wer am Ende Sieger oder Verlierer ist, wer Jäger und wer die Beute.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Sehr positiv ist, dass das Buch nie wirklich langweilig wurde, und somit auch nicht die Handlung. Es war unterhaltsam, wie sich die beiden verdächtigen und versuchen, sich gegenseitig auszuhorchen oder wie Gideon Beweise sucht, um Rune zu überführen.

Beide Charaktere sind interessant, geradezu zerrissen und nachfühlbar dargestellt. Man spürt, dass man öfter nicht hinter die Fassade schaut, was da wirklich geschieht und sich erst einmal eine vorgefertigte Meinung bildet.

Da die Geschichte aus beiden Perspektiven geschrieben wurde, aus Runes und Gideons, lässt den Leser viel mehr in die Tiefe der beiden Seelen eintauchen. Und spannend ist auch die Komponente, dass man nie weiß, wem man selbst als Leser trauen kann, denn die unterschiedlichen Figuren scheinen alle ihre Geheimnisse zu haben.

Die Beschreibung der Hexenrituale gefiel mir ausgesprochen gut.

Einen Stern ziehe ich ab, weil ich manche Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte. Das tat insgesamt dem Lesevergnügen keinen allzu großen Abbruch. Dennoch wünsche ich mir für den zweiten Band, dass sich hier mehr tut und es darf auch wieder so viel Spannung entstehen. Zudem hoffe ich, dass die Hexenwelt, in der sich da bewegt wird, noch mehr beschrieben wird.

Interessante Charaktere und eine Story, die durchaus zu fesseln weiß.

4 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Zwischen Stille und dem Mut für Veränderungen

Die Stille der Rauhnächte
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Ich muss zugeben, dass ich mich bisher kaum mit den Rauhnächten beschäftigt habe, auch wenn ich den Begriff kannte.

Es handelt sich um 12 besondere Nächte zwischen Dezember und Januar. Die Autorin Christine ...

Ich muss zugeben, dass ich mich bisher kaum mit den Rauhnächten beschäftigt habe, auch wenn ich den Begriff kannte.

Es handelt sich um 12 besondere Nächte zwischen Dezember und Januar. Die Autorin Christine Rechl versteht es, die Atmosphäre, die Bräuche und das Innehalten in dieser Zeit näher zu bringen. Die Selbstreflexion, die hier zelebriert wird, tut einfach gut. Das Leben ist so hektisch, oft verliert man sich und seine Wünsche aus den Augen. Umso schöner ist es, einfach innezuhalten und sich zu fragen, was man ändern möchte. Denn oft steht man sich selbst im Weg oder hat Furcht, dies zu tun. So sammelt man auch positive Energie für die nächste Zeit und ist mit sich im Reinen.

Wir müssen lernen, Ballast abzuwerfen und keine Ausreden zu suchen, alles so zu belassen, wenn wir insgeheim Dinge ändern möchten. Und dieser Wechsel fängt im Inneren an, bevor das Äußere an der Reihe ist. Oder man erkennt, dass manche Wege nicht geändert werden müssen, denn nicht alles bedarf einer Änderung.

Das Herausfinden ist das Spannende und Schöne.

Das Buch ist daher auf besondere Weise gestaltet.

Anfangs ist ein leeres Feld zu sehen, in dem man seinen Namen, oder wenn man es an jemand anderen verschenkt, einen anderen Namen, eintragen kann. So wird es persönlich.

Neben dem Inhaltsverzeichnis findet man eine kurze Anleitung bezüglich des Inhaltes.

Die Ausführungen beginnen mit der Tradition der Rauhnächte und wie man diese mit eigenen Ideen und Anregungen für sich nutzen kann.

Die Geschichte „Die wunderbare Hütte“ hat mir sehr gefallen. Sie schildert eindrucksvoll, wie wichtig es ist, nachzudenken und sich mit sich selbst zu beschäftigen, um gestärkt in das neue Jahr zu gehen.


Im vorletzten Teil lassen sich eigene Gedanken, Wünsche und Empfindungen, auch zu den einzelnen Rauhnächten, verewigen. Zudem können im letzten Abschnitt für die einzelnen Monate des kommenden Jahres Überlegungen und Gefühle eingetragen werden.

Die immer wieder eingestreuten schönen Bilder von Natur und Tier bestechen, die das Ganze in behaglichen Farbgebungen abrunden. Auch der Schreibstil überzeugt.

Ich habe bereits Einiges, was mich bewegt, in das Buch eingetragen. Es eignet sich auch wunderbar zum Verschenken.

„Die Stille der Rauhnächte“ ist ein liebevoller, spiritueller, magischer und Mut machender Begleiter zwischen den Jahren.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Berührende Weihnachtsgeschichte, die das Herz erwärmt

Die Schneeschwester
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Es wird die Geschichte von Julian erzählt. Er hat seine Schwester Juni verloren, was besonders seine Eltern mitnimmt. Sie sind ein Schatten ihrer selbst geworden und vergessen, das bald das Weihnachtsfest ...

Es wird die Geschichte von Julian erzählt. Er hat seine Schwester Juni verloren, was besonders seine Eltern mitnimmt. Sie sind ein Schatten ihrer selbst geworden und vergessen, das bald das Weihnachtsfest und Julians Geburtstag ansteht.

Doch eines Tages tritt ein Lichtblick in sein Leben: Hedvig. Das quirlige Mädchen bietet ihm ihre Freundschaft an, und lädt ihn in ihre schöne und behagliche Villa Mistel ein. Julian fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit lebendig und freut sich auf Weihnachten. Doch er ahnt nicht, dass Hedvig ein Geheimnis hütet, das alles verändern wird.

"Die Schneeschwester" ist eine berührende, traurige und doch hoffnungsvolle Geschichte für jedes Alter. Die Illustrationen sind einfach nur wunderschön. Es werden viele Themen und Empfindungen angesprochen, wie Trauer, Freundschaft, Selbstzweifel oder Wut.

Maja Lunde hat eine Handlung geschaffen, die herzerwärmend, traurig, aber auch voller Hoffnung und Spannung ist.

Die Zeichnungen bestechen durch ihren Detailreichtum und gehen ans Herz.

"Die Schneeschwester" kann ich allen wärmstens empfehlen, die gern Weihnachtsgeschichten lesen, die etwas besonderes sind.

5 Weihnachtssterne.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Geister, Verdächtige und ein Mord

The Morrisey Mysteries 1. Ein Mord in 3B
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Meg Dawson ist gerade wieder ins Morrisey-Gebäude eingezogen, in dem sie früher eine lange Zeit verbracht hat. Sie ist froh, wieder an diesem Ort zu sein. Doch ihr Glücksgefühl wird abrupt gestört, als ...

Meg Dawson ist gerade wieder ins Morrisey-Gebäude eingezogen, in dem sie früher eine lange Zeit verbracht hat. Sie ist froh, wieder an diesem Ort zu sein. Doch ihr Glücksgefühl wird abrupt gestört, als ein Mord passiert. Mr. Miller, der ziemlich zurückgezogen lebte, wurde in seinem Apartment getötet.

Laurence, ihre heimliche Liebe, den sie schon, als beide Kinder waren, kannte, und der ebenfalls dorthin zurückgekehrt ist, gerät in Gefahr. Tatkräftig unterstützt wird Meg beim Ermitteln durch Ripley, ihre Geisterfreundin, mit der sie schon lange durch ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben verbunden ist.
Und auch so spukt es an jeder Ecke im Morrisey. Wird Meg den mysteriösen Mord aufklären? Befindet sie sich ebenfalls in Gefahr?

Der Auftakt der Reihe ist unterhaltsam und interessant. Meg gefällt mir aufgrund ihrer  sympathischen Charakterzeichnung. Sie ist tierlieb, bescheiden, könnte jedoch mehr Selbstvertrauen gebrauchen. Aber jede Reise hat ihr Ziel, und der Weg dahin kann manchmal steinig sein.

Das Gebäude und seine verschiedenen Bewohner konnte ich mir bildlich vorstellen.
Sie sind authentisch gezeichnet.

Das Buch ist unterhaltsam und spannend geschrieben, man rätselt ständig, wer der Mörder ist. Eben so eine klassische Whodunit-Geschichte.
Der Schreibstil ist angenehm, die Handlung ist nie langweilig. Ich fühlte mich an Only Murders in the building erinnert. Nur mit Geistern.

Das Buch ist schön gestaltet. Das Cover passt zum Thema, und man findet gleich zu Anfang einen Grundriss des Gebäudes und am Ende eine Liste der Bewohner.

Wer Geisterstorys mit einem gehörig eiskalten Hauch eines Krimis mag, sollte sich ins Morriseys verirren.

4 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Eine berührende Geschichte mit schönen Illustrationen

Neun Leben
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Es gibt Geschichten, die viele Seiten brauchen, um sich zu entfalten - und manchmal gibt es welche, die kurz sind, im Gedächtnis bleiben und von Anbeginn berühren.

Das Buch "Neun Leben: Touching Moments" ...

Es gibt Geschichten, die viele Seiten brauchen, um sich zu entfalten - und manchmal gibt es welche, die kurz sind, im Gedächtnis bleiben und von Anbeginn berühren.

Das Buch "Neun Leben: Touching Moments" erzählt von Ginger, einer Katze, welche selbstlos einem Mädchen namens Julia hilft, wieder ein relativ normales Leben zu führen.

Beide Leben verweben sich schicksalshaft eines Abends.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mag Geschichten, die zum Nachdenken anregen, die emotional sind und mystisch angehaucht.

Ich finde es besonders schön, dass hier eine Verbindung zwischen Mensch und Tier geschaffen wird, die besonders ist.

Dabei spielen Hoffnungen und Mut eine große Rolle. Ginger ist für mich eine tapfere Katze, die selbstlos agiert, um einem Menschen zu helfen. Auch wenn sie Ängste hat und Zweifel, geht sie ihren Weg. Denn für sie fühlt es sich richtig an.

Ich finde es ermutigend, wie aus einem schlimmen Ereignis etwas Gutes wachsen kann.

In Tieren findet man allgemein viel Trost, sie opfern sich oft für den Besitzer auf und sind treu bis zum Ende.

Die Illustrationen von Franziska Gell tun ihr Übriges. Mit viel Fantasie, warmen Farben, weichen Übergängen und wichtigen Szenen, die in der Geschichte vorkommen, erweckt sie bildlich die Handlung zum Leben.

Schon das Buchcover ist faszinierend mit der Laterne, die ein behagliches Licht ausströmt, auch wenn es Nacht ist.

Der Schreibstil von Elsa Wild besticht durch sinnbildhafte Beschreibungen. Sie transportiert bedeutende Botschaften in einer oft kalten Zeit, die das Herz erwärmen.

Wenn wir doch alle empathischer wären und auch einmal für andere zurückstecken würden, wäre die Welt ein besserer Ort.

Wer könnte uns das besser lehren, als das reine Herz eines Tieres?

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die nach einem Buch suchen, das noch mehr zwischen den Zeilen erzählt, das mit Illustrationen die Fantasie anregt, und offen ist für etwas, das uns Leser magisch und tröstlich umfängt.

5 Katzenpfoten-Sterne.

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