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Veröffentlicht am 14.11.2025

Geister, Verdächtige und ein Mord

The Morrisey Mysteries 1. Ein Mord in 3B
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Meg Dawson ist gerade wieder ins Morrisey-Gebäude eingezogen, in dem sie früher eine lange Zeit verbracht hat. Sie ist froh, wieder an diesem Ort zu sein. Doch ihr Glücksgefühl wird abrupt gestört, als ...

Meg Dawson ist gerade wieder ins Morrisey-Gebäude eingezogen, in dem sie früher eine lange Zeit verbracht hat. Sie ist froh, wieder an diesem Ort zu sein. Doch ihr Glücksgefühl wird abrupt gestört, als ein Mord passiert. Mr. Miller, der ziemlich zurückgezogen lebte, wurde in seinem Apartment getötet.

Laurence, ihre heimliche Liebe, den sie schon, als beide Kinder waren, kannte, und der ebenfalls dorthin zurückgekehrt ist, gerät in Gefahr. Tatkräftig unterstützt wird Meg beim Ermitteln durch Ripley, ihre Geisterfreundin, mit der sie schon lange durch ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben verbunden ist.
Und auch so spukt es an jeder Ecke im Morrisey. Wird Meg den mysteriösen Mord aufklären? Befindet sie sich ebenfalls in Gefahr?

Der Auftakt der Reihe ist unterhaltsam und interessant. Meg gefällt mir aufgrund ihrer  sympathischen Charakterzeichnung. Sie ist tierlieb, bescheiden, könnte jedoch mehr Selbstvertrauen gebrauchen. Aber jede Reise hat ihr Ziel, und der Weg dahin kann manchmal steinig sein.

Das Gebäude und seine verschiedenen Bewohner konnte ich mir bildlich vorstellen.
Sie sind authentisch gezeichnet.

Das Buch ist unterhaltsam und spannend geschrieben, man rätselt ständig, wer der Mörder ist. Eben so eine klassische Whodunit-Geschichte.
Der Schreibstil ist angenehm, die Handlung ist nie langweilig. Ich fühlte mich an Only Murders in the building erinnert. Nur mit Geistern.

Das Buch ist schön gestaltet. Das Cover passt zum Thema, und man findet gleich zu Anfang einen Grundriss des Gebäudes und am Ende eine Liste der Bewohner.

Wer Geisterstorys mit einem gehörig eiskalten Hauch eines Krimis mag, sollte sich ins Morriseys verirren.

4 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Eine berührende Geschichte mit schönen Illustrationen

Neun Leben
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Es gibt Geschichten, die viele Seiten brauchen, um sich zu entfalten - und manchmal gibt es welche, die kurz sind, im Gedächtnis bleiben und von Anbeginn berühren.

Das Buch "Neun Leben: Touching Moments" ...

Es gibt Geschichten, die viele Seiten brauchen, um sich zu entfalten - und manchmal gibt es welche, die kurz sind, im Gedächtnis bleiben und von Anbeginn berühren.

Das Buch "Neun Leben: Touching Moments" erzählt von Ginger, einer Katze, welche selbstlos einem Mädchen namens Julia hilft, wieder ein relativ normales Leben zu führen.

Beide Leben verweben sich schicksalshaft eines Abends.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mag Geschichten, die zum Nachdenken anregen, die emotional sind und mystisch angehaucht.

Ich finde es besonders schön, dass hier eine Verbindung zwischen Mensch und Tier geschaffen wird, die besonders ist.

Dabei spielen Hoffnungen und Mut eine große Rolle. Ginger ist für mich eine tapfere Katze, die selbstlos agiert, um einem Menschen zu helfen. Auch wenn sie Ängste hat und Zweifel, geht sie ihren Weg. Denn für sie fühlt es sich richtig an.

Ich finde es ermutigend, wie aus einem schlimmen Ereignis etwas Gutes wachsen kann.

In Tieren findet man allgemein viel Trost, sie opfern sich oft für den Besitzer auf und sind treu bis zum Ende.

Die Illustrationen von Franziska Gell tun ihr Übriges. Mit viel Fantasie, warmen Farben, weichen Übergängen und wichtigen Szenen, die in der Geschichte vorkommen, erweckt sie bildlich die Handlung zum Leben.

Schon das Buchcover ist faszinierend mit der Laterne, die ein behagliches Licht ausströmt, auch wenn es Nacht ist.

Der Schreibstil von Elsa Wild besticht durch sinnbildhafte Beschreibungen. Sie transportiert bedeutende Botschaften in einer oft kalten Zeit, die das Herz erwärmen.

Wenn wir doch alle empathischer wären und auch einmal für andere zurückstecken würden, wäre die Welt ein besserer Ort.

Wer könnte uns das besser lehren, als das reine Herz eines Tieres?

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die nach einem Buch suchen, das noch mehr zwischen den Zeilen erzählt, das mit Illustrationen die Fantasie anregt, und offen ist für etwas, das uns Leser magisch und tröstlich umfängt.

5 Katzenpfoten-Sterne.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Solide, aber wenig Grusel

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
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Die Freunde Cameron, Amber und Jonesy leben in Sanera, einer Kleinstadt, in der eigentlich nicht so viel los ist. Als dann zwei Schüler, Brad und Shelley, in einem verlassenen Herrenhaus tot aufgefunden ...

Die Freunde Cameron, Amber und Jonesy leben in Sanera, einer Kleinstadt, in der eigentlich nicht so viel los ist. Als dann zwei Schüler, Brad und Shelley, in einem verlassenen Herrenhaus tot aufgefunden werden, kommt plötzlich Leben in diese Kleinstadt. Ein Ghul, der angeblich der verstorbene Robert Carrington ist, soll dort sein Unwesen treiben. Ihm gehörte das Anwesen früher, so wie viele andere. Er war reich, galt als kalter Immobilienbesitzer und verlor seine Familie, bevor auch er starb.

Doch steckt wirklich ein Geist dahinter, oder haben sie es mit einem Mörder zu tun, der es auf Teenager abgesehen hat? Und da ist noch Buffy, die Neue. Hat sie etwas zu verbergen?

„Let's split up“ versucht, sich an die 90er Jahre und die damals aus dem Boden sprießenden Teenie-Horrorfilme zu orientieren. Auch wenn ich den Humor des Autors mag, der öfter darauf anspielte, konnte mich das Buch leider nicht komplett mitreißen.

Der Beginn war spannend, und auch das Rätselraten, wer nun dahintersteckt. Trotzdem kam nur in wenigen Szenen Spannung auf, auch der Horror war nicht so gruselig, wie man es erwarten würde.

Die Figurenzeichnungen sind zwar nicht eindimensional, sondern gut ausgearbeitet, aber mir war das Gerede und die Gedanken viel zu viel, anstatt, dass es Action und viel mehr spannende Situationen gab.
Die Auflösung fand ich eher enttäuschend, weil ich schon damit gerechnet hatte. Auch gab es unlogische Handlungen, um das Ganze zu einem Ende zu führen, das nicht mehr lange auf sich warten ließ.

Einzig der Schreibstil und der Beginn des Buches gefielen mir. Leider zu wenig, um das Buch zu hypen.

Da habe ich schon Besseres in dem Bereich gelesen und gesehen.

3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Gruselig und spannend

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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Heidi zieht mit ihrem Vater und seiner Freundin Jennifer in ein Haus in Hovenäset, in dem noch nicht alle Umbauten abgeschlossen sind. Dort angekommen, geschehen mysteriöse Dinge. Die Plane, die sich in ...

Heidi zieht mit ihrem Vater und seiner Freundin Jennifer in ein Haus in Hovenäset, in dem noch nicht alle Umbauten abgeschlossen sind. Dort angekommen, geschehen mysteriöse Dinge. Die Plane, die sich in Heidis Zimmer befindet, bewegt sich nachts, ohne dass es einen Luftzug gibt, und ein Untermieter zieht bei ihnen ein, der ein Riesenrad betreibt und undurchsichtig erscheint. Ist er vertrauenswürdig, oder geht eine Gefahr von ihm aus?

Zudem ist Jennifer schwanger. Heidi wird plötzlich in unheimliche Ereignisse hineingezogen, die die Grenzen zwischen Realität und Geisterwelt immer mehr verschwimmen lassen. Denn die Nachforschungen zu einer Tragödie, die vor vielen Jahrzehnten geschah, bringen Heidi und ihre beiden Freunde Alva und Harry in immer größere Bedrängnis.

"Flammenrad" ist dem Genre Horror zuzuordnen, wobei auch Krimielemente, aufgrund der Ermittlungen hinzukommen. Mir gefiel Heidi und wie sie agierte. Sie ist ein mutiges und intelligentes Mädchen.
Die Grundstimmung mit den Unwettern war passend und trug zu der schaurigen Atmosphäre bei. Die Handlung ist durchweg spannend und nie langweilig.

Zudem wird die Vergangenheit interessant mit der Gegenwart verwoben. Der Schreibstil ist einfach und angenehm. Die Geschichte ist unheimlich und in gewissen Einzelheiten nicht ohne.

Zudem rätselt man selbst mit, wie alles zusammenhängt und welche Auflösung es geben wird.

Gruselig, fesselnde Atmosphäre und eine Hintergrundgeschichte, die niemanden kalt lassen dürfte.

4 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Die Selbstfindung zweier einsamer Seelen

Weil es nicht anders sein kann
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Addie trifft auf der Insel Rokesby auf Sol. Er hat seine Mutter verloren und besucht den Ort, den sie mochte. Addie hingegen wird von ihrer selbstsüchtigen Mutter ausgenutzt. Das Retreat und damit die ...

Addie trifft auf der Insel Rokesby auf Sol. Er hat seine Mutter verloren und besucht den Ort, den sie mochte. Addie hingegen wird von ihrer selbstsüchtigen Mutter ausgenutzt. Das Retreat und damit die Gästebetreuung und Versorgung dieser übernimmt Addie praktisch allein. Sie kocht, näht und hat kein eigenes Leben. Ihre einziger Freund ist Eureka, ein Oktopus.

Sol leidet unter seinem kalten Vater, zudem hat sich seine ehemalige Freundin in seinen Vater auch noch verliebt. Das Leben scheint merkwürdig und nicht einfach. Doch irgendwie sollen sich Addie und Sol dort begegnen. Zwei einsame Seelen, die auf der Suche nach sich selbst sind.

Sie, die Angst hat vor der Liebe und Bindungen, und er, der trotz seiner Sensibilität bereit ist, das Wagnis einzugehen.
Sie beschließen, es wie die Papageientaucher zu tun, die einen Teil ihres Lebens getrennt voneinander leben und doch immer wieder zusammenfinden. Hat das eine Chance auf ein gemeinsames Leben?

Dieses Buch ist mein Highlight in diesem Jahr im Genre Literatur/Belletristik. Die zarte Annäherung der beiden Hauptcharakter hat mir unglaublich gut gefallen.
Man spürt, dass die Autorin ein großer Fan von Vogelbeobachtungen ist, überhaupt von der Natur, so einfühlsam, wie sie darüber schreibt. Dies hat sie am Ende des Buches verraten.

Das Buch ist "leise" und doch eine Wucht. Der Schreibstil sucht seinesgleichen. Poetisch und trotzdem realistisch habe ich ihn empfunden. Es wird oft in Metaphern von Sol gesprochen, die viel Wahres in sich tragen.

Auch Addie hat ihre Ecken und Kanten, aber die muss sie erst einmal finden.

Die anderen Figurenzeichnungen waren auch interessant.
Zudem kann ich nachvollziehen, dass sich nicht jede(r) von seinen Eltern abwendet und die Kraft hat, eigene Wege zu beschreiten. Das muss man erst lernen. Es ist ein Prozess. Und das mitzuerleben, war aufgrund des leisen Erzählstils schön mitzuerleben. Das muss man erst einmal schaffen und so herüberbringen, dass man als Leserin ständig mitfühlt.

In dem Buch werden so viele Emotionen angesprochen, wie Verzweiflung, Trauer, fehlendes Selbstbewusstsein, aber auch wachsendes Vertrauen und natürlich Liebe, und vieles mehr. Die beiden sind für Menschen, die sich nicht in sie hineinfühlen können, vielleicht schwer zu fassen. Doch wer wissen möchte, wie sich soziale Isolation anfühlt, egal ob anerzogen oder mit den Jahren vollzogen, wird den beiden gern folgen. Denn der Weg ist das Ziel, da herauszukommen. Und das braucht manchmal Zeit.

Die Autorin schreibt aus beiden Perspektiven und lässt so die ganze Bandbreite an Gefühlen aus Addies und Sols Sicht aufeinander treffen.

Wunderschön, traurig, hoffnungsvoll. Mit einer großen Verbeugung vor Natur und Tier.

5 Sterne.

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