Unfassbar, emotional, genial
Mit beiden Händen den Himmel stützen"Mit beiden Händen den Himmel stützen" von Lilli Tollkien, erschienen im Aufbau Verlag im
März 2026
Lilli Tollkien erzählt in ihrem Debüt eine intensive und ungeschönte Geschichte über das Aufwachsen ...
"Mit beiden Händen den Himmel stützen" von Lilli Tollkien, erschienen im Aufbau Verlag im
März 2026
Lilli Tollkien erzählt in ihrem Debüt eine intensive und ungeschönte Geschichte über das Aufwachsen in einem extremen Umfeld. Es ist ein Buch über die Suche nach Halt in einer Welt, die keinen bietet.
Lale wächst im West-Berlin der 80er-Jahre auf, mitten im links-alternativen Kreuzberg. Ihr Alltag ist geprägt von einer Männer-Kommune, Partys und revolutionären Träumen. Lale wird mit Drogen konfrontiert, kämpft mit Husten und Lungenentzündung, die Umgebung ist Gift für das Kind. Es gibt keine Regeln, sie kann aufbleiben so lange sie will, Süßigkeiten essen, es gibt kaum Kontrolle.
Diese grenzenlose Freiheit ist eine schlimme Vernachlässigung. Während ihre Mutter mit einer Heroinabhängigkeit kämpft, versucht Lale verzweifelt, Geborgenheit und Verlässlichkeit zu finden. Allein muss sie sich entwickeln und die Schule meistern.
Ich habe Lale begleitet durch den Absturz in Drogenkonsum. Ich war erschüttert über dieses Leben. Es ist eine beklemmende Geschichte über das Erwachsenwerden in einer verseuchten Umgebung. Als Lale beginnt, ihre eigene Geschichte zu erzählen, da beginnt ihre Rettung.
Das Buch beschreibt den schmalen Grat zwischen „wilder Freiheit“ und schmerzhafter Einsamkeit. Die Verletzlichkeit der kleinen Lale ist sehr präsent.
Es ist keine leichte Kost, die Erzählung ist kaum zu ertragen. Dennoch kann ich es empfehlen, denn gerade wegen der Intensität ist es ein gutes Buch.
Ich war gefesselt und wollte unbedingt das Wachsen von Lale erfahren. Es ist eine Geschichte, die ich nicht so leicht vergessen werde.