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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Spannend, teils zu explizit

Firewatch
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Ich bin sicher nicht die Zielgruppe dieses New-Adult-Romans, aber mir gefiel das Szenario der beiden Charaktere in Colin Hadlers "Firewatch", die den Sommer auf zwei Feuerwachtürmen im erfundenen Goldenfalls-Nationalpark ...

Ich bin sicher nicht die Zielgruppe dieses New-Adult-Romans, aber mir gefiel das Szenario der beiden Charaktere in Colin Hadlers "Firewatch", die den Sommer auf zwei Feuerwachtürmen im erfundenen Goldenfalls-Nationalpark in Kalifornien verbringen müssen. Sie sind dort abgeschieden und frei von jeder Handy- und Internetverbindung, doch sie können über Funk Kontakt miteinander aufnehmen, sind also ganz für sich und bieten damit eine gute Konstellation für einen Thriller. Auch das Cover des Romans ist dazu stimmig und auch etwas zweideutig, also sehr passend.

Bis ca. Seite 100 war "Firewatch" für mich ein absoluter Pageturner mit sehr gelungenen Twists und Cliffhangern. Der Autor hat es geschafft, dass ich den Roman in kürzester Zeit gelesen habe. Dann aber werden zwei nicht notwendige erotische Szenen eingefügt, die ich unpassend und gar nicht zielführend fand. Dabei fand ich es sehr auffällig, dass die sonst gute Sprache auf das Niveau eines Groschenromans fällt. Jugendlichen würde ich aufgrund dieser beiden Szenen den Roman nicht empfehlen, ich selbst habe den Mehrwert hier nicht entdecken können.

Das erste Ende des Buches fand ich sehr unglaubwürdig, sehr unwahrscheinlich, daher habe ich mich gefreut, dass eine zweite, unerwartete Aufklärung folgt. Leider fand ich auch diese sehr weit hergeholt, sehr fragwürdig, nicht so passend. Auch der Showdown am Ende ist für den Verlauf so nicht notwendig, für eine Verfilmung aber vielleicht gewinnbringend.

Was ich von Anfang fraglich fand, ist die Tatsache, dass sich hier ein österreichischer Schriftsteller eine Location in einem wohl eher wenig besuchten Nationalpark in den USA ausgesucht hat. Dabei sind die beiden Firetowers 30 Meilen, also ca. 50km voneinander entfernt, das sicher nicht durch gute Wege oder Straßen. Dass dies keine österrreichischen Wanderwege sind, ist wohl klar. aber Aaron läuft dies in 10 Stunden und dann auch wieder zurück. Wenn man ihn hier verfolgen möchte, dann kann man sich auch kaum durch das Dickicht schlagen, man würde nicht unentdeckt bleiben. Es gibt weitere Unstimmigkeiten, die aber zu vernachlässigen sind.

Alles in allem hatte ich große Lesefreude; der Roman ist eigentlich ein gelungener Psychothriller. Immer wieder ändert man seine Meinung über die Schuld und Unschuld der Protagonisten. Der Roman hat mich nicht losgelassen, war lange Zeit für mich ein 5-Sterne-Buch. Am Ende war ich aber nicht mehr so überzeugt von "Firewatch" und hätte vor allem die zwei unnötigen Szenen gern nicht gelesen. Die Betitelung von "Suspense-Romance" weist darauf auf nicht hin. Insgesamt finde ich die genreübergreifende Mischung zwar gut, aber manchmal ist weniger einfach mehr.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

So läuft es im Kindergarten

Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft - Kindergarten
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Das "Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft Kindergarten" ist die perfekte Vorbereitung auf den Kindergarten. Hier können Eltern und Kinder gemeinsam den Kindergarten entdecken; an alle Aspekte wurde ...

Das "Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft Kindergarten" ist die perfekte Vorbereitung auf den Kindergarten. Hier können Eltern und Kinder gemeinsam den Kindergarten entdecken; an alle Aspekte wurde gedacht. Es ist auch ein gutes Buch für Kinder, deren Geschwister schon in den Kindergarten kommen. So wissen auch die Jüngsten, was die Geschwister dort machen.

Das Buch enthält recht viele Sticker, so dass man sich lange damit beschäftigen kann. Die Sticker sind sogar betitelt mit dem jeweiligen Wort, das aber verloren geht, wenn man den Sticker entnimmt. Ich bin noch unentschlossen, fände es aber ganz gut, wenn das Wort mit dem Sticker verklebt würde, um sich auch an die Worte zu erinnern, wenn man Lesen lernt.

Das Stickerbuch würde ich empfehlen für Kinder ab ca. 2 Jahre vor dem Kindergarten und alle, die schon im Kindergarten sind. Es gibt auch eine gute Erzählgrundlage über das, was so im Kindergarten passiert, wenn man mit den Kindergartenkindern die Seiten gemeinsam füllt oder wieder einmal durchgeht. Am Ende ist auch noch eine freie Seite für ungelenkte Kreativität. Es ist einfach ein gut durchdachtes, gut gelungenes Mitmachbuch!

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Ein Blick in die Vergangenheit

Was vor uns liegt
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"Was vor uns liegt" von Alba de Céspedes ist ein Roman aus den 1930er Jahren und somit für uns heute ein wertvolles Zeugnis aus der Vergangenheit, das eben nicht aus heutiger Sicht geschrieben wurde. Céspedes ...

"Was vor uns liegt" von Alba de Céspedes ist ein Roman aus den 1930er Jahren und somit für uns heute ein wertvolles Zeugnis aus der Vergangenheit, das eben nicht aus heutiger Sicht geschrieben wurde. Céspedes bringt uns das Leben von acht Frauen näher, die ihre Hoffnungen, Ängste, Sorgen und Wünsche mit in den Konvikt gebracht haben, in dem wohnen, während sie studieren.

Ich finde es anfangs eher verwirrend, dass es um so viele Charaktere geht, vier Frauen hätten mir vermutlich gereicht. Doch die Schicksale der Frauen sind sehr unterschiedlich, ihre Gemeinsamkeit beschränkt sich nur auf den Ort, an dem alle gemeinsam während ihrer Studienzeit leben. Der sehr strenge Konvikt schweißt alle zusammen, doch Freundinnen werden sie nicht wirklich; später gehen alle ihren (sehr unterschiedlichen) Weg.

In einer Zeit, in der das Frauenbild noch sehr traditionell und vorbestimmt war, sind die Frauen des Romans sehr fortschrittlich und unkonventionell. Was heute für uns selbstverständlich ist, ist es in vielen Teilen der Welt aber auch heute noch nicht. Die Frauen der Alba de Céspedes stehen für alle Frauen, die auch heute noch um ihren selbstbestimmten Platz in der Gesellschaft kämpfen müssen. Im Roman gelingt dies nicht allen, und so hat mich die Vielschichtigkeit der Emotionen, Sehnsüchte, Träume und Empfindungen der acht unterschiedlichen Frauen sehr eingenommen.

"Was vor uns liegt" ist daher ein gut gewählter, eher neutraler Titel, der die Sehnsüchte umfasst, aber auch impliziert, dass es nicht für alle gut werden wird. Dieser Roman ist sicher für Frauen geschrieben, aber ich würde ihn gern allen Leserinnen und Lesern empfehlen, die gute Literatur lieben.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Wieder ein Meisterwerk!

Tod zur Teestunde
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Anthony Horowitz ist seit Jahren einer meiner absoluten Lieblingsautoren, einer der wenigen, dessen Bücher ich sofort nach Erscheinen unbedingt lesen muss. In gewohnter Roman-im-Roman-Manier geht es in ...

Anthony Horowitz ist seit Jahren einer meiner absoluten Lieblingsautoren, einer der wenigen, dessen Bücher ich sofort nach Erscheinen unbedingt lesen muss. In gewohnter Roman-im-Roman-Manier geht es in "Tod zur Teeestunde" weiter, wie ich es schon von ihm kenne. Dabei muss man hier auch immer die Buchcover ganz genau anschauen, aber sie ergeben erst am Ende wirklich einen Sinn.

Die Lektorin Susan Ryeland hat ihr Leben in Griechenland satt und baut sich wieder ein bescheidenes Leben in London auf. Nun soll noch ein letzter Atticus-Pünd-Fall auf den Markt kommen (der 12. und letzte, obwohl es bisher nicht so viele gab), aber da der Autor verstorben ist, soll der Roman durch einen eher zwielichtigen Zweitautor beendet werden. Realität und Fiktion scheinen nicht mehr voneinander trennbar...

Ich liebe den flüssigen, unspektakulären Schreibstil des Autors. Schon nach den ersten Seiten möchte man den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Wenn man die Susan-Ryeland-Romane kennt, ist man mit dem Roman-im-Roman bereits vertraut. Geschickt sind die Geschichten ineinander verwoben. Im Krimi muss Atticus Pünd den Mord an Lady Chalfont lösen, im Rahmenroman geschieht aber auch ein Mord, den Ryeland lösen muss.

Der Roman bleibt spannend bis zum Schluss. Es war für mich keine Überraschung, dass es am Ende doch noch viele Überraschungen gibt. Die Auflösung konnte ich auch diesmal wieder nicht vorhersehen. Alles ist genial verwoben, ein Meisterwerk des Kriminalromans. Mit Anthony Horowitz kann ich gut ein paar Stunden der Wirklichkeit entfliehen und mich voll und ganz vertiefen. Ich freue mich schon auf den nächsten niveauvollen Krimi mit 5-Sterne-Garantie!

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ich wollte gar nicht alles wissen...

Prince of Germany
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Von Jordan Prince hatte ich vor dem Lesen der Leseprobe und dann dem Lesen des Buches "Prince of Germany" wirklich noch nie etwas gehört. Mittlerweile habe ich viele Youtube-Clips von ihm angeschaut und ...

Von Jordan Prince hatte ich vor dem Lesen der Leseprobe und dann dem Lesen des Buches "Prince of Germany" wirklich noch nie etwas gehört. Mittlerweile habe ich viele Youtube-Clips von ihm angeschaut und wirklich ernsthaft in Erwägung gezogen, seine Show zu besuchen. Dabei muss ich sagen, dass mir die Clips eigentlich noch besser als sein Buch gefallen, aber ich wurde wirklich sehr gut unterhalten und fand mich auch in vielem wieder und fand gleichzeitig, dass manches eigentlich nicht so stimmt, aber das macht nichts!

Prince erzählt erst von seiner Kindheit und Jugend in den Südstaaten, vom Abhängen, Nichtstun, vom weiten Fahren, um überhaupt irgendwo zu sein. Viele Deutsche können das kaum verstehen, doch die Freizeitperspektiven für viele amerikanische Teens sind wirklich stark eingeschränkt. Man trifft sich vielleicht in der Mall oder überhaupt nur in der Schule.

Interessant wäre es gewesen, zu erfahren, wie Jordan seinen Weg vom wirklich start übergewichtigen Teen zu dem gemacht hat, der er heute ist. Wie hat er seine Freundin kennen gelernt, wie die Wende von seinem bisherigen Leben zum heutigen geschafft, wie den Sprung nach Deutschland geschafft? Meistens ziehen doch deutschsprachige Freunde/Freundinnen dann eher nach USA - schon der Sprache wegen.

Viele Beobachtungen finde ich sehr gelungen und wahr (das Mediumwasser, das wie abgestandenes Prickelwasser schmeckt, die Liebe der Deutschen zu jeder Art von Gewässer, etc.), anderes wollte ich gar nicht wissen (Saunastorys z.B.). Manches stimmt auch gar nicht so, vieles betrifft auch nicht alle Deutschen (nicht alle machen ständig Schport). Aber auch ich habe mehrfach in den USA gewohnt und dort so meine Beobachtungen gemacht, Jordan Prince bringt doch sehr vieles überspitzt auf den Punkt.

Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, aber doch auch recht kurz. Man hat es in kürzester Zeit ausgelesen und wird auch nur einen Teil (deutsch oder englisch) angerührt haben. Gut finde ich den Hinweis eines anderen Rezensenten, dann wenigstens die zweisprachigen Seiten gegenüberzustellen. Das wäre für den Sprachzuwachs doch wünschenswerter.

Insgesamt wurde ich sehr gut unterhalten, daher vergebe ich 4 Sterne und ein bisschen mehr. Einiges hätte ich aber auch nicht wissen wollen....

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