Zu banal
Mister WenigerArthur Weniger ist ein Schriftsteller, der von allem wein bisschen zu wenig hat. Wo sich andere ein dickes Schutzschild aufgebaut haben, hat er nur die zarte Schale eines Butterkrebses. Als sich seine ...
Arthur Weniger ist ein Schriftsteller, der von allem wein bisschen zu wenig hat. Wo sich andere ein dickes Schutzschild aufgebaut haben, hat er nur die zarte Schale eines Butterkrebses. Als sich seine Langzeitaffäre Freddy verlobt und zur Hochzeit einlädt, versucht Arthur, sich zu drücken und eine Literaturreise durch die ganze Welt zu machen. Er kommt in New York, Berlin, Mexico City und sogar Kyoto vorbei. Der Abstand könnte kaum größer zu Freddy sein. Überall läuft er der Liebe über den Weg, aber nirgendwo bleibt sie bei ihm.
Ich hatte keine großen Erwartungen an Mister Weniger, dennoch war ich überrascht, dass es sich um seine zunächst sehr lieb anmutende queere Lovestory handelte. Relativ schnell wurde jedoch klar, dass die Geschichte ein wenig banal wurde und für mich relativ unbedeutend dahin plätscherte.
Den Schreibstil fand ich unglaublich gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung lag oder der Stil an sich einfach gar nicht meins gewesen ist und ich mich deswegen so schwer mit ihm anfreunden und auch kaum am Ball bleiben konnte. Ich hatte manches Mal den Gedanken, das Buch für immer aus der Hand zu legen und mir die Energie für eine andere Geschichte aufzuheben.
Ich konnte mich mit Arthur leider null identifizieren und auch keinerlei Bindungen zu ihm aufbauen. Man erfährt zwar relativ viel über sein Liebesleben, aber den Charakter Arthur blieb für mich an sich sehr blass und unnahbar. Er leidete mir zu viel, hatte nur Augen für Drama, anstatt eine Sekunde inne zu halten und sein Leben zu reflektieren.
Alles in allem war mir die Geschichte einfach zu banal, zu konstruiert und zu blass, um es wirklich genießen zu können, weswegen ich mich ein wenig durchquälte und froh war, als es vorbei gewesen ist. Es wird wahrscheinlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, dennoch bin ich mir sicher, dass auch diese Geschichte ihren Anklang bei irgendwem finden wird.