Profilbild von SteffMcFly

SteffMcFly

Lesejury Star
offline

SteffMcFly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SteffMcFly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2024

Lust auf mehr

Funny Story
0

Daphne befindet sich in einer schwierigen Situation. Sie ist gestrandet in der charmanten Heimatstadt ihres Ex-Verlobten Peter in Michigan, ohne Freunde oder Familie. Peter hat gestanden, dass er seine ...

Daphne befindet sich in einer schwierigen Situation. Sie ist gestrandet in der charmanten Heimatstadt ihres Ex-Verlobten Peter in Michigan, ohne Freunde oder Familie. Peter hat gestanden, dass er seine Kindheitsfreundin Petra liebt. Obwohl Daphne ihren Traumjob als Kinder-Bibliothekarin gefunden hat, verdient sie kaum genug, um über die Runden zu kommen. Die Lösung? Eine Wohngemeinschaft mit dem einzigen Menschen, der ihre Situation nachempfinden kann: Petras Ex-Verlobter Miles. Doch Miles, ein chaotischer Typ, der Trost in herzzerreißenden Liebesliedern sucht, ist das genaue Gegenteil von Daphne, die sehr pragmatisch ist. Also versuchen sie, sich aus dem Weg zu gehen, bis sie eines Abends gemeinsam ihre Sorgen ertränken und einen Plan schmieden, der das Posten einiger missverständlicher Fotos ihrer gemeinsamen Sommerabenteuer beinhaltet. Natürlich ist alles nur eine Show. Denn wer würde schon einen Neuanfang mit jemandem wagen, dessen Herz genauso gebrochen ist wie das eigene?

Die Geschichte war wie immer eine warme und herzliche Umarmung, die einfach nur gut getan hat. Ich mochte die Charaktere, die einfach alle mitten im Leben stehen und echt und ungeschönt mit demselben hadern wie jeder normale Mensch. Ich mag die Echtheit, die Authentizität, die Nahbarkeit und Sympathie, die die Charaktere allesamt ausstrahlen. Ich mag, dass sie alle so nachvollziehbar sind und in sich einfach schlüssig sind. Das Zusammenspiel von Daphne und Miles hat sich so toll angefühlt, ich wünschte, ich hät in ihrer WG gelebt und die Tage an ihren Seiten verbracht.

Der Schreibstil ist wie immer flüssig, locker, leicht und macht durch den eingewebten Humor einfach unfassbar Spaß. Besonders gefallen hat mir, dass diesmal auch ein paar schwere Themen wie die Verarbeitung von Traumata und die Zerrüttung von Familie eingewebt wurden. Sie wurden zwar nur oberflächlich behandelt, aber mehr hätte ich auch gar nicht gebraucht, um die Leichtigkeit nicht zu verlieren.

Ein klassisches Buch von Emily Henry, das einfach Lust auf mehr macht und aus dem man gar nicht mehr raus will.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2024

Faszination Tod

Belladonna – Die Berührung des Todes (Belladonna 1)
0

Signa ist seit dem Tod ihrer Eltern von Tragödien geprägt. Ihre Verwandten betrachten sie als verflucht. Eines Tages wird sie von ihrem Cousin in das prächtige Herrenhaus Thorn Grove eingeladen. Signa ...

Signa ist seit dem Tod ihrer Eltern von Tragödien geprägt. Ihre Verwandten betrachten sie als verflucht. Eines Tages wird sie von ihrem Cousin in das prächtige Herrenhaus Thorn Grove eingeladen. Signa ist fasziniert von den rauschenden Bällen und den eleganten Gästen, aber hinter dem Glanz verbirgt sich ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet, und der Täter ist jemand aus der Familie. Als der Tod selbst erscheint, um Signa bei der Lösung des Rätsels zu helfen, entstehen verbotene Gefühle in ihr, die sie in einen dunklen Abgrund ziehen könnten ...

Ich hatte echt große Schwierigkeiten mit Signa warm zu werden. Ich fand sie unwahrscheinlich unsympathisch und war komplett verwirrt, wenn sie ihre Meinung komplett änderte und dann wieder ganz anders agierte.
Der Charakter von Blythe hingegen hat mir wirklich gut gefallen. Sie wusste, wer sie ist, was sie will und wofür sie stehen möchte. Ich mochte, dass sie sich gegen die Gesellschaft aufgelehnt hat und für ihre Freiheit kämpfte.
Den Tod fand ich faszinierend, wenn auch anfangs sehr blass, aber mir hat das Zusammenspiel zwischen ihm und Signa nicht wirklich gefallen. Sie schien nicht zu wissen, was sie will, aber dann irgendwie doch und dieses Hin und Her war für mich einfach unfassbar anstrengend.

Die Idee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Dass Signa den Tod sehen und mit ihm agieren kann, hatte unterhaltsame und faszinierende Facetten, für die noch so viel mehr Potenzial im Raum gestanden wär.
Ich wusste nur nicht so ganz, was das Buch sein wollte. Eine Kriminalgeschichte, bei der man den Spuren des Mörders folgt oder doch eine Liebesgeschichte? An sich spricht nichts dagegen, die beiden Elemente zu vermischen, aber die Anteile waren mir einfach zu viel, um es wirklich einordnen oder mich auch allgemein darauf einlassen zu können.

Alles in allem eine nette Geschichte mit viel Potenzial, das in meinen Augen nicht ausreichend genutzt wurde. Ich kann den Hype total verstehen, aber für mich war's einfach ein bisschen zu wenig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2024

Ein bisschen too much von allem

Ein langes Wochenende
0

Drei Frauen erreichen ein abgelegenes Ferienhaus in der Moorlandschaft von Northumbria an der schottischen Grenze für ein langes Wochenende. Sie erwarten ihre Ehemänner am nächsten Morgen. Doch als sie ...

Drei Frauen erreichen ein abgelegenes Ferienhaus in der Moorlandschaft von Northumbria an der schottischen Grenze für ein langes Wochenende. Sie erwarten ihre Ehemänner am nächsten Morgen. Doch als sie einen Brief auf dem Küchentisch finden, der behauptet, einer ihrer Ehemänner sei ermordet worden, denken sie zunächst an einen makabren Scherz. Ohne Handyempfang oder Internet und mit einem aufziehenden Sturm sind sie von der Außenwelt abgeschnitten. Jede Frau versucht herauszufinden, was wirklich passiert ist, und ihre Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt, als die Situation droht zu eskalieren.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, bei denen eigentlich jeder Charakter mal zu Wort kommt. Normalerweise lernt man durch die wechselnden Perspektiven die Charaktere immer besser kennen und erhält Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, aber irgendwie bin ich dieses Mal so auf Distanz gehalten worden, dass ich mich keinem Charakter so wirklich nah fühlen konnte. Es wurde so weit ausgeholt und so viel angesprochen, dass man gar nicht die Chance hatte, einen der Charaktere näher oder tiefer zu beleuchten. Ich find's immer schwierig, wenn man nur die Oberflächen kennenlernt und auch davon nur einen minimalen Ausschnitt bekommt, weil sie mir so einfach alle relativ egal gewesen sind. Jede:r von ihnen hatte sein Päckchen zu tragen, aber bei keinem interessierte es mich so wirklich, was aus ihm wurde.

Natürlich hat mich die Story an sich gepackt und ich wollte unbedingt wissen, welcher Ehemann ermordert worden sein soll, aber das zog sich so in die Länge, dass ich zwischendurch fast verloren wurde.
Nichtsdestotrotz war der Schreibstil wirklich angenehm und las sich angenehm flüssig. Wenn das nicht gegeben gewesen wäre, hätte das Buch mich wahrscheinlich wirklich verloren.
Ich mochte die verschiedenen Pageturner, von denen zwar manche erahnbar gewesen sind, aber dennoch für nette Abwechslung sorgten.

Ein etwas konstruierter und übertriebener Roman mit Spannungselementen, der mir ein wenig zu viel und zu breit gefächert gewesen ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2024

Nett für zwischendurch

Zimmer 55
0

Tief in den dunklen Wäldern von Dalarna liegt Schwedens bekannteste Klinik für Forensische Psychiatrie. Hier werden Schwerverbrecher untergebracht, die zu krank sind, um im Gefängnis zu sein. Als die junge ...

Tief in den dunklen Wäldern von Dalarna liegt Schwedens bekannteste Klinik für Forensische Psychiatrie. Hier werden Schwerverbrecher untergebracht, die zu krank sind, um im Gefängnis zu sein. Als die junge Psychologin Anna Varga eine Stelle in dieser renommierten Anstalt bekommt, sieht sie dies als eine spannende Herausforderung, um ihre Karriere voranzubringen und Stockholm hinter sich zu lassen. Doch bald wird ihr Traumjob zum Albtraum: Anna fühlt sich verfolgt und erhält anonyme Briefe mit merkwürdigen Botschaften, die auf ein düsteres Geheimnis im Zimmer 55 hinweisen. Kurz darauf wird ein Patient tot aufgefunden. Was geschieht in dieser alten und respektablen Anstalt? Wem kann Anna noch vertrauen? Und ist auch ihr Leben in Gefahr?

Das Buch bietet eine fesselnde Atmosphäre und eine interessante Prämisse, die die Leser:innen in die Welt der forensischen Psychiatrie eintauchen lässt. Ich mochte das Setting unwahrscheinlich gern, weil das bereits einen unheimlichen Vibe rübergebracht hat. Die Spannung wird also geschickt aufgebaut, und die Beschreibung der düsteren Umgebung trägt zur Stimmung des Buches bei. Man hat bei jeder Seite das Gefühl, dass gleich etwas Furchtbares passieren wird.

Ich mochte Anna als Protagonistin sehr gern. Sie war sympathisch, handelte die meiste Zeit nachvollziehbar und konnte sowohl Sympathie als auch Empathie in mir wecken. Sie hinterfragte Dinge, begab sich in unangenehmes Terrain, aber wirkte nicht übertrieben draufgängerisch.

Die Charakterentwicklung bleibt jedoch oberflächlich und auch die anderen Charaktere an sich waren allesamt sehr blass und nicht wirklich Sympathieträger:innen. Die Handlung erscheint zuweilen vorhersehbar und bietete neben ein paar kleinen Twists keine großen Überraschungen.. Zudem hatte ich am Ende das Gefühl, als würde mir etwas fehlen, was noch ungesagt in der Luft hängt.

Insgesamt ist „Zimmer 55“ ein solider Spannungsroman mit einer interessanten Kulisse, der jedoch an einigen Stellen an Tiefe und Originalität fehlt. Leser:innen, die auf der Suche nach einem spannenden Buch für zwischendurch sind, werden möglicherweise gut unterhalten, sollten jedoch keine allzu hohen Erwartungen an die Charakterentwicklung und die Auflösung der Handlung haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2024

Familienalltag mit ganz viel Humor & Liebe

Meine kleine Welt
0

Sympathische Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind. Wie immer toller Schreibstil. Macht Spaß :)

Ich bin normalerweise kein großer Fan von Kurzgeschichten, aber Ewald Arenz schafft es einfach, ...

Sympathische Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind. Wie immer toller Schreibstil. Macht Spaß :)

Ich bin normalerweise kein großer Fan von Kurzgeschichten, aber Ewald Arenz schafft es einfach, mich durch und durch zu begeistern. Ich mochte die kleinen Geschichten aus dem Alltag eines Familienvaters und ließ mich von ihm gerne in die Welt eines Vaters entführen, um mich auch mal in die andere Perspektive einzufühlen und nicht immer nur der zickige Gegenpart zu sein. Als Tochter kenn ich nur die andere Seite und hatte richtig Freude daran, Heinrich mit meinem Vater zu vergleichen.

Es ist verrückt, wie sehr mich jede einzelne Geschichte abholen und auch in meine Kindheit und Jugend zurückkatapultieren konnte. Ich hab gelacht, leise vor mich hingeschmunzelt, hab Mitleid mit Heinrich gehabt, die Liebe der Familie gespürt, das Zickentum von Philly mit mir selbst in Verbindung gebracht und die Auftritte der Katze GELIEBT! Ich mocht's, dass es zwar keine zusammenhängende Geschichte war, die lückenlos das Familienleben wiedergab, aber ich mich dennoch mit den Charakteren von Anfang an verbunden gefühlt hab. Ich musste gar nicht so viel über sie wissen, weil ichd as Gefühl hatte, dass ich die Familie bereits seit Jahren kenne. Ich hab in Otto meinen eigenen kleinen Bruder gesehen, mich selbst in Philly wiedererkannt, Theo war der große Bruder, den ich nie hatte & Juliane die Mutter, die ich mir gewünscht hätte. Heinrich ist einfach 1 : 1 mein Vater und ich hab alles daran geliebt.

Jede Geschichte hat so viel Anknüpfungspunkte an mein eigenes Leben gehabt, sodass ich mich oft fragte, ob das entweder Zufall gewesen ist oder Familien sich gar nicht so unähnlich sind :D

Es hat wirklich Spaß gemacht, alltägliche Situationen mit einer Prise Humor und einem anderen Blickwinkel zu verfolgen, sodass ich gar nicht anders kann, als 5 Sterne zu vergeben. Ich bin mir sicher, dass Ewald Arenz auch eine Packungsbeilage schreiben könnte und ich würde sie dennoch für ein grandioses Meisterwerk halten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere