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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2021

Spurlos verschwunden?

Der Junge aus dem Wald
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Wilde wird als kleiner Junge eines Tages im Wald gefunden. Niemand weiß, wo er herkommt, seine eigenen Erinnerungen sind schwammig.
Als in der Nähe des Waldes Jahre später zwei weitere Teenager verschwinden, ...

Wilde wird als kleiner Junge eines Tages im Wald gefunden. Niemand weiß, wo er herkommt, seine eigenen Erinnerungen sind schwammig.
Als in der Nähe des Waldes Jahre später zwei weitere Teenager verschwinden, nimmt sich Wilde diesem Fall an.
Ein verstricktes Versteckspiel, hinter dem weit mehr als nur die verschwundenen Teenager stecken, beginnt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und liest sich kurzweilig, sodass sich der Leser voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann.

Die gefühlt unzähligen Charaktere werden meistens nur oberflächlich in die Geschichte eingeführt und bleiben, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, sehr blass.
Auch die Hauptcharaktere sind ein wenig schwammig beschrieben. Ein paar Hintergrundinformationen dringen durch, sodass man gerade genug Futter hat, um einige Handlungen nachvollziehen zu können.
Hier hätte ich mir ein wenig mehr Details zu Wildes Figur gewünscht, da sie an sich sehr spannend ist.

Die Spannungskurve war ein ständiges Auf und Ab, die rückblickend durch viele langatmige Stellen leider nie wirklich fesseln konnte.

Auch wenn es sich bei "Der Junge aus dem Wald" nicht um einen rasanten Thriller handelt, ist die Geschichte dennoch kurzweilig und hat mich durch den Charakter von Wild bei der Stange halten können.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

Berührende Trauer

Betreff: Falls ich sterbe
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Ein Buch über Liebe, Zusammenleben, Verlust und Trauer. Eine frischgebackene Mutter, die von einen auf den anderen Tag ihren über alles geliebten Ehemann Aksel verliert und sich vielen neuen Herausforderungen ...

Ein Buch über Liebe, Zusammenleben, Verlust und Trauer. Eine frischgebackene Mutter, die von einen auf den anderen Tag ihren über alles geliebten Ehemann Aksel verliert und sich vielen neuen Herausforderungen stellen muss.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Das Leben mit Aksel bis zu seinem Tod und das Leben ohne Aksel nach seinem Tod.

Die Charaktere blieben bis auf Carolina sehr blass. Sie kommen, begleiten Carolina ein kurzes Stück und gehen. Durch das Ausbleiben der Namen sind sie lediglich auf ihre Funktion als Freundin, Kollegin oder Mutter hinuntergebrochen. Dem Leser wird bewusst gemacht, dass lediglich Carolina eine tragende Rolle spielt, sodass man sich voll und ganz auf sie konzentrieren kann. Ihre Auseinandersetzung mit sich selbst, mit ihrer Beziehung zu Aksel, ihrer fast schon erdrückenden Trauer und der letztendlichen Rückkehr zu sich selbst hat mich wirklich umgehauen.

Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Er ist authentisch, unglaublich berührend und lädt zur Empathie ein. Ich hatte zwar an vielen Stellen Gänsehaut oder die eine oder andere Träne im Augenwinkel, jedoch wirkte die Geschichte an manchen Stellen sehr langatmig. Trotz der kurzen Kapitel und den verschiedenen Zeitebenen, die sich ineinander webten, erschienen mir manche Passagen einfach zu sehr in die Länge gezogen.
Dennoch hat mir das Buch gut gefallen und mich nachhaltig beschäftigt.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Ein Serienkiller geht um

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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In ganz Deutschland werden auf grausame Weise Frauen ermordert und auf abartige Weise als vermeintliches Kunstwerd inszeniert aufgefunden. Was alle gemeinsam haben: Sie trage ein gelbes Kleid und haben ...

In ganz Deutschland werden auf grausame Weise Frauen ermordert und auf abartige Weise als vermeintliches Kunstwerd inszeniert aufgefunden. Was alle gemeinsam haben: Sie trage ein gelbes Kleid und haben die blonden Haare zu zwei Zöpfen geflochten.
Das BKA tappt im Dunkeln, um dem Serienmörder jedoch so schnell wie möglich auf die Schliche zu kommen, engagieren sie Tom Bachmann, einen ausgezeichneten Profiler, der von allen nur „der Seelenleser“ genannt wird. Dieser ist jedoch nicht nur dem blutrünstigen Mörder auf der Spur, sondern sieht sich auch seiner brutalen Vergangenheit gegenübergestellt.

Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Er war authentisch, unverschnörkelt und konzentrierte sich voll und ganz auf die dargestellten Grausamkeiten.

Mit den Charakteren hatte ich hin und wieder meine Schwierigkeiten. Außer Tom und Ira hab ich keinen der anderen Teammitglieder wirklich wahrgenommen und bis auf den IT-Spezialisten, hätte es die anderen aus meiner Sicht auch nicht wirklich gebraucht. Gefühlt hat keiner von ihnen irgendeinen sinnvollen Mehrwert beigetragen, weswegen mich auch der Charakter von Katja immer mal wieder mit den Augen rollen ließ.

Auch wenn mir im Fall einiges zu glatt lief, die Ermittler immer die richtige Spürnase hatten und gefühlt alles nach einem Schema F abgearbeitet wurde, hab ich die Lesestunden wirklich genossen.
Obwohl ich deutschen Thrillern immer ein wenig kritisch gegenüberstehe, weil ich die Orte zu sehr mit der Realität verknüpfe und somit nicht uneingeschränkt in die Geschichte eintauchen kann, hat mich „Der Blutkünstler“ wirklich positiv überrascht.
Auch wenn ich unweigerlich Paralellen zu Chris Carters Büchern gezogen habe, an die „Der Blutkünstler“ leider nicht rankam, empfand ich den Thriller als kurzweilig und vor allem schlüssig.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Teilweise ausbleibende Spannung

Bis ihr sie findet
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Sieben Jugendliche treffen sich im Wald und wollen ein nettes Campingwochenende erleben. Für Alkohol, Drogen und eine Menge körperliche Anziehung ist gesorgt. Doch am nächsten Morgen sind es nur noch sechs ...

Sieben Jugendliche treffen sich im Wald und wollen ein nettes Campingwochenende erleben. Für Alkohol, Drogen und eine Menge körperliche Anziehung ist gesorgt. Doch am nächsten Morgen sind es nur noch sechs Jugendliche, die Jüngste von ihnen bleibt vermeintlich spurlos verschwunden. 30 Jahre später taucht ihr Skelett auf – an einer Stelle, die nur die sieben Jugendlichen kannten. Was ist damals passiert?

Die Geschichte wird in zwei Zeitspannen erzählt. Einmal in der jetzigen Zeit, in der die Suche nach dem Mörder der verschwundenen Aurora und die Freundschaft der damaligen Clique im Mittelpunkt steht. Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit jener verhängnisvollen Nacht, in der Aurora verschwunden ist. Hier wird auf die Sicht fast aller Anwesenden eingegangen, sodass man einen allumfassenderen Blick der damaligen Situation bekommt.

Die Charaktere sind allesamt nur oberflächlich umrissen und scheinen keineswegs greifbar zu sein. Im Grunde könnte jeder Auroras Mörder sein, da man zu keinem der Personen eine nähere Bindung aufbauen kann. Auch nicht zum Ermittler, der einige Geheimnisse zu haben scheint.

Für einen Krimi ist die Spannung weitestgehend ausreichend, aber irgendwie fehlte mir leider was. Die Charaktere waren zu undurchsichtig, ich konnte zu keinem eine nähere Bindung aufbauen oder Empathie/Sympathie entwickeln.

Die Auflösung ist nachvollziehbar, kommt aber überraschend. Gefühlt hätte es jeder sein können, da man allen hätte zutrauen können, Aurora auf dem Gewissen zu haben.

Ein solider Krimi, dessen Fokusthema – Drogen – mich einfach nur nicht sonderlich mitreißen konnte, da es gefühlt als Ausrede für alles hinhalten kann.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Familientragödie

Im Sog der Schuld
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Vor 17 Jahren sind Ardens Schwester eines Nachmittags beim Spielen spurlos verschwunden. Aufgrund der Tragödie verließ die Familie Keokuk und zerbrach letztendlich daran.
17 Jahre später stirbt Ardens ...

Vor 17 Jahren sind Ardens Schwester eines Nachmittags beim Spielen spurlos verschwunden. Aufgrund der Tragödie verließ die Familie Keokuk und zerbrach letztendlich daran.
17 Jahre später stirbt Ardens Vater und hinterlässt ihr die alte Villa Arrowood. Ardens Mutter ahnt bereits, dass es ein Fehler ist, in die Vergangenheit zurückzukehren, aber Arden lässt sich nicht davon abbringen, den Nachlass anzutreten und sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Die Geschichte wird aus Ardens Sicht erzählt, wobei immer wieder Erinnerungen aus der Vergangenheit auftauchen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich angenehm lesen. Dennoch gibt es längere Atempausen, in denen die Geschichte lapidar vor sich hinplätschert, aber dennoch nichts Einschneidendes passiert. Würde es sich um einen Roman handeln, hätte ich die Einblicke in Ardens Gefühlswelt und ihren Alltag genossen, in Hinblick darauf, dass es sich um einen Thriller handelt, waren mir viele Passagen einfach zu lang. Die Spannung kommt nur immer mal wieder auf, eine bedrohliche Atmosphäre kann ebenso nicht konstant aufrechterhalten werden.

Die Wendungen am Ende haben es für mich ein wenig rausgerissen, jedoch hätte ich mir diese Spannung schon auf den 300 vorherigen Seiten gewünscht.

Eine angenehme Geschichte, die seicht dahin plätschert und erst am Ende mit einigen Überraschungen aufholen kann.

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