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Veröffentlicht am 09.02.2026

Die Macht der richtigen Worte – magisch, grausam und fesselnd

The Poet Empress
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„The Poet Empress – Eine Ballade von Liebe und Tod“ von Shen Tao erzählt die Geschichte des Dorfmädchens Yin Wei. Als der Thronfolger Terren, der zweite Sohn des Kaisers, Konkubinen sucht, sieht Wei eine ...

„The Poet Empress – Eine Ballade von Liebe und Tod“ von Shen Tao erzählt die Geschichte des Dorfmädchens Yin Wei. Als der Thronfolger Terren, der zweite Sohn des Kaisers, Konkubinen sucht, sieht Wei eine Chance ihre Familie vor dem Hungertod zu retten. So bewirbt sie sich, trotz der Gerüchte über die Grausamkeit Terrens, als seine Konkubine, in der Hoffnung eine der Auserwählten zu werden. Am Hof wird jedoch schnell klar, dass nicht nur der Prinz eine ernstzunehmende Gefahr darstellt, sondern auch die anderen Frauen. Während Wei versucht die Intrigen ihrer Konkurrenten zu überleben, muss sie ihr eigenes Ziel vor Augen behalten, welches schon bald nicht mehr nur die Rettung ihrer Familie, sondern noch viel mehr die Rettung der ganzen Dynastie ist.

Die Geschichte von Wei konnte mich schnell in ihren Bahn ziehen. Ihre Entwicklung vom einfachen Dorfmädchen hin zu einer einflussreichen Frau am kaiserlichen Azaleenpalast war spannend zu verfolgen. Auch das Magiesystem der asiatischen Fantasywelt konnte mich überzeugen. Die Macht der Worte, die auch Wei erkennt und sich entgegen aller Verbote zu Nutze machen möchte. Während der Leser durch die Augen verschiedener Charaktere ein Bild von der Gegenwart und der Vergangenheit des Prinzen Terren und dessen Bruder kommt, fällt es schwer den wahren Bösen der Geschichte auszumachen. Ich war bis zum Ende gefesselt und habe mit den Entscheidungen Weis mitgefiebert. Erstaunt war ich teilweise über die Brutalität und Grausamkeit, die für ein Jugendbuch doch ziemlich detailliert und präsent war. Da sollte auf jeden Fall die Trigger-Warnung im Vorfeld gelesen werden.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen und sie hat eine, trotz ihrer Grausamkeit, wunderschöne Welt geschaffen. Sowohl die Hauptcharaktere als auch die Nebencharaktere, waren gut ausgearbeitet und haben die Geschichte sehr vielschichtig gestaltet. Dazu haben auch die Erzählungen aus der Vergangenheit beigetragen. Die Magie kam auch nicht zu kurz, obwohl sie auch nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt wurde. Äußerst positiv muss ich hervorheben, dass es keine klassische Liebesgeschichte gab. Natürlich spielt die Liebe in vielen Facetten eine Rolle, sei es nun die Liebe zwischen zwei Brüdern, die Liebe eines Vertrauten zu seinem Kaiserreich oder die Liebe zur eigenen Familie, aber es wurde nichts romantisiert oder beschönigt. Das wäre im Anbetracht vieler Handlungen auch nicht angebracht gewesen. Wer also eine romantische Liebesgeschichte erwartet ist hier wohl eher fehl am Platz. Für mich war es genau richtig so! Eine Empfehlung für alle, die magische Geschichten in asiatischen Settings mögen. Die Brutalität sollte allerdings nicht unterschätzt werden.

Zum Cover und zur Gestaltung muss ich wohl nicht viel sagen…wunderschön und passend.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Gemütliche Kleinstadtromance, die hält was sie verspricht!

Forever Starts With You - Herzklopfen in Blossomville
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Forever Starts With You – Herzklopfen in Blossomville von Michelle A. Pietsch erzählt die Geschichte von Becca, einer liebevollen Buchhändlerin aus Blossomville und Camden, ein anonymer Liebesbücher-Bestsellerautor ...

Forever Starts With You – Herzklopfen in Blossomville von Michelle A. Pietsch erzählt die Geschichte von Becca, einer liebevollen Buchhändlerin aus Blossomville und Camden, ein anonymer Liebesbücher-Bestsellerautor aus New York. Die beiden treffen, wie es der Zufall so will oder eher gesagt wie die jeweiligen besten Freundinnen es wollen, im neugegründeten Buchclub von Blossomville aufeinander. Während Camden versucht seine Schreibblockade zu bewältigen, hat Becca keinen blassen Schimmer, dass es sich bei ihm, um den Autor ihrer Lieblingsbücher handelt. Es folgt ein romantisches Zufallstreffen nach dem anderen und vielleicht können die beiden ja schon bald gemeinsam einem Happy End entgegenfiebern.

Die Geschichte von Becca und Camden hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Durch den flüssigen Schreibstil, die wunderschöne Kleinstadtatmosphäre und die liebenswerten Haupt- und auch Nebencharaktere, verging die Zeit in Blossomville wie im Flug. Becca und Camden waren mir von Anfang an sympathisch und auch die Parallelen zwischen den beiden Figuren, der Liebeskummer und der Rückhalt durch die besten Freundinnen, Jenna und Lynn, haben mir sehr gut gefallen. Generell wirkten die Figuren der Geschichte wirklich authentisch. Die Buchclub-Mitglieder waren alle etwas Besonderes und das Aufeinandertreffen der verschiedenen Generationen wurde sehr schön umgesetzt. Jeder hat seinen eigenen Beitrag zur Handlung geleistet und ich mochte, dass die Nebencharaktere ihre eigenen kleinen Plots, neben der Hauptstory, einbringen durften. Da habe ich mir echt gewünscht auch mal an einem der Treffen teilnehmen zu können. Ich habe mich außerdem gefreut Olivia, Grayson und die Hunde wiederzutreffen und zu sehen, dass die Charaktere aus dem ersten Teil der Reihe auch hier wiederauftauchen. Wobei ich an dieser Stelle sagen muss, dass mir die Geschichte von Camden und Becca sogar etwas besser gefallen hat.

Insgesamt das perfekte Buch für gemütliche Herbst- und Wintertage, an denen man einfach eingekuschelt auf der Coach sitzen und in die gemütliche Atmosphäre einer Kleinstadt eintauchen will.

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  • Handlung
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  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.08.2025

Düster und verstörend - Nichts für schwache Nerven!

The Book Eaters
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"Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?"

"The Book Eaters" ist ein unfassbar düsterer Dark Fantasy Roman, der in zwei Zeitebenen spielt. Devon, eine Buchesserin, aus einer der sechs ...

"Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?"

"The Book Eaters" ist ein unfassbar düsterer Dark Fantasy Roman, der in zwei Zeitebenen spielt. Devon, eine Buchesserin, aus einer der sechs Familien befindet sich mit ihrem Sohn Cai auf der Flucht. Denn während sie lediglich nach Büchern als Nahrung verlangt, giert ihr Sohn nach etwas viel Schrecklicherem. Gefangen durch die Gesellschaftsstrukturen ihrer Welt und der Liebe zu ihrem Sohn versucht Devon das Richtige zu tun und ihren Sohn zu beschützen. Auch wenn sie dafür Taten begehen muss, die sie an ihre Grenzen bringen und die Mutterliebe in Frage stellen.

Zunächst einmal: Ich liebe Fantasy, aber dieses Buch war mein erster Ausflug in Richtung Dark Fantasy. Das Genre war mir deswegen neu und konnte mich mit diesem Roman leider auch nicht überzeugen. Ich kann mir aber vorstellen, dass Liebhaber von Dark Fantasy hier auf ihre Kosten kommen. Denn düster ist die Geschichte von Devon auf jeden Fall. Die Geschichte ist geprägt von patriarchalischen Strukturen und der Ausbeutung von Frauen als Objekte zur Fortpflanzung. Definitiv nichts für schwache Nerven. Der Fantasy-Anteil kam mir neben der Gewalt und der Brutalität leider zu kurz.

Die zwei Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen, da sich die Handlungsstränge mit fortschreiten der Geschichte immer mehr verflochten haben und einige Fragen dadurch geklärt wurden. Ich mochte die Parts in der Vergangenheit lieber, da ich diese als spannender und informationsreicher empfunden habe. Durch die Gegenwart musste ich mich in den ersten zwei Dritteln doch eher etwas durchkämpfen und war immer froh, wenn die Geschichte wieder zurückgesprungen ist. Das wurde erst im letzten Drittel deutlich besser, da man dort schon viel mehr in die Geschichte involviert war.

Zu Gute halten muss man der Autorin, dass sie hier eine völlig neue Welt erschaffen hat, mit einer Idee, die ich so noch gar nicht kannte. Die Thematik der Buchesser fand ich sehr interessant, auch wenn mich die Umsetzung dann leider doch nicht so fesseln konnte, wie ich es mir von Klappentext und Cover erhofft hatte. Das Cover und der Farbschnitt sind nämlich wirklich wunderschön und passend zum Roman, etwas was man so noch nicht gesehen hat.

Eine Empfehlung für jeden, der eine sehr düstere Geschichte sucht. Meinen persönlichen Geschmack hat es leider nicht ganz getroffen. Eine Trigger Warnung hätte auf jeden Fall auch nicht geschadet.



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  • Charaktere
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  • Fantasy
Veröffentlicht am 10.03.2025

Entspannte Liebesgeschichte mit schönem Kleinstadt-Setting

Always Been You - Herzklopfen in Blossomville
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„Always been you – Herzklopfen in Blossomville“ von Michelle A. Pietsch ist eine romantische Geschichte, die den Lesenden in eine gemütliche Kleinstadt-Atmosphäre entführt. Bezaubernde Charaktere, allen ...

„Always been you – Herzklopfen in Blossomville“ von Michelle A. Pietsch ist eine romantische Geschichte, die den Lesenden in eine gemütliche Kleinstadt-Atmosphäre entführt. Bezaubernde Charaktere, allen voran der männliche Protagonist, und der ein oder andere liebevolle Vierbeiner, laden dazu ein sich zwischen den Seiten zu verlieren.

Bereits der Titel und auch der Klappentext lassen unschwer den Trope „Second Chance“ erkennen. Grayson, ein Tierarzt, der seiner Heimatstadt und seinem Golden Retriever Daisy, treu ergeben ist, steht vor einer finanziellen Herausforderung. Als wäre das nicht genug, taucht seine Ex-Freundin Olivia plötzlich wieder auf. Vor 12 Jahren war sie Hals über Kopf aufgebrochen, um in New York Anwältin zu werden und Karriere zu machen. Ihre Heimat, inklusive ihrer Freunde und Grayson, aber auch einige schmerzhafte Erinnerungen, ließ sie dabei vollständig zurück. Kaum wieder da wird schnell deutlich, dass die Geschichte der beiden vielleicht doch nicht ganz abgeschlossen ist. Können sie endlich einen Schlussstrich ziehen oder besteht trotz ihrer Unterschiede noch Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft?

Die Geschichte von Olivia und Grayson war eine süße Liebesgeschichte für zwischendurch. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Auch das Setting in Blossomville hat mir sehr zugesagt. Grayson konnte ich aufgrund seiner Liebe zu Tieren direkt ins Herz schließen, allerdings war er mir in mancher Hinsicht ein bisschen zu naiv. Der weibliche Gegenpart war im Gegensatz dazu etwas unnahbarer. Ihre starke und zielstrebige Art hat mir zwar sehr zugesagt, aber manchmal konnte ich mich nur schwer in Olivias Situation hineinversetzen. Ein paar mehr Hintergrundinformationen zu ihrer Vergangenheit wären hilfreich gewesen, da die ganze Thematik etwas zu oberflächlich war, um komplett mitfühlen zu können. So wirkten ihre Entscheidungen doch häufig etwas willkürlich und oft auch unbegründet verletzend. Ihre beste Freundin Debbie und ihr Ehemann waren dafür meine absoluten Lieblinge der Geschichte. Eine wunderschön dargestellte, gesunde Beziehung und der liebevolle Umgang konnten mich sehr begeistern und ich hätte gerne noch mehr Zeit mit den beiden in Blossomville verbracht.

Mir persönlich war die Geschichte zum Ende hin etwas zu vorhersehbar. Eigentlich finde ich das nicht weiter schlimm, da ich bei einer romantischen Kleinstadt-Geschichte auch keine große Spannungskurve erwarte. Ein kleines Überraschungsmoment zum Ende hin, wäre aber doch ganz schön gewesen.
Insgesamt trotzdem eine schöne Geschichte mit überwiegend liebvollen Charakteren und idyllischem Kleinstadt-Setting.

Wer etwas Auszeit vom Alltag und ein entspanntes Wohlfühl-Buch sucht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse!

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Eine düstere, märchenhafte Suche nach dem Ursprung der Magie...

A Dark and Drowning Tide
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„A Dark and Drowning Tide“ entführt den Leser in eine düstere, märchenhafte Welt. Die Studentin Lorelei Kaskel wird mit fünf weiteren Studenten sowie ihrer Professorin Ziegler auf eine Exkursion geschickt, ...

„A Dark and Drowning Tide“ entführt den Leser in eine düstere, märchenhafte Welt. Die Studentin Lorelei Kaskel wird mit fünf weiteren Studenten sowie ihrer Professorin Ziegler auf eine Exkursion geschickt, um den sagenhaften Ursprung, die Quelle der Magie, zu finden. Auch ihre Konkurrentin Sylvia von Wolff ist mit von der Partie. Die beiden Frauen könnten gegensätzlicher nicht sein und die Konflikte sind vorprogrammiert. Als dann Loreleis Bezugsperson, die Professorin, ermordet wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit ihrer Rivalin zusammenzuarbeiten, um den Mord aufzuklären. Denn einer der anderen Mitreisenden muss es gewesen sein, oder?

Das Cover hat mich zunächst nicht sonderlich angesprochen, allerdings muss ich wirklich zugeben, dass es perfekt zu der Geschichte passt. Die Gegensätze der beiden Frauen kommen deutlich zur Geltung und die Aufmachung passt zu der düsteren Stimmung im Buch. Das extra Wendecover ist außerdem wunderschön.

Der Beginn der Geschichte war für mich etwas holprig. Ich habe lange gebraucht, um in der Welt zurechtzukommen, da sehr viele verschiedene Orte erwähnt wurden und ich dabei schnell durcheinandergekommen bin. Da hätte eine Karte gutgetan.
Das Magiesystem der Welt fand ich hingegen sehr spannend und mal etwas komplett Neues. Der Gedanke, dass die Magie aus dem Wasser kommt und eine Quelle der Magie, der Ursprung, existiert war gut durchdacht. Ebenfalls spannend fand ich die verschiedenen auftauchenden Fabelwesen. Der Alp war auf jeden Fall mein Highlight des Buchs. Die Szenen mit ihm waren sehr abwechslungsreich und unterhaltsam.
Mit den menschlichen Charakteren habe ich mich allerdings sehr schwergetan und konnte mit keinem der Studenten richtig warm werden. Vor allem Lorelei war durch ihre zurückhaltende und teilweise auch boshafte Art sehr unnahbar und etwas schwer nachzuvollziehen. Zwar wurde durch verschiedene Rückblenden in ihre Vergangenheit verdeutlicht, warum sie so ist wie sie ist, für mich war es dann aber doch teilweise etwas unverständlich, insbesondere ihr Umgang mit Sylvia. Sylvia war da doch etwas besser nachzuvollziehen.
Ein bisschen zwiegespalten bin ich bezüglich der eingeschobenen „Märchen“ während der Reise. Diese haben zum Teil zum Verständnis der Handlung beigetragen, waren durch ihre Platzierung innerhalb der Geschichte allerdings auch oft störend für den Lesefluss. Trotzdem fand ich die Einschübe überwiegend gut, vor allem da dadurch Loreleis Beitrag für die Exkursion, ihre Arbeit als Folkloristin, deutlich wurde.

Insgesamt war „A Dark and Drowning Tide“ ein lesenswertes Buch mit einer zugrundeliegenden Idee, die mir vollkommen neu war. Wer also eine düstere Geschichte sucht, die in einer Welt voller Magie und Fabelwesen spielt, ist hier genau richtig. Die bildhafte Sprache der Autorin verleiht dem Buch zusätzlich eine sehr mystische und märchenhafte Wirkung. Obwohl ich die Idee der Geschichte sehr interessant fand, war das Buch für mich teilweise etwas zu langatmig und ich konnte nicht gut mit den Charakteren mitfühlen. Deswegen konnte mich das Buch leider nicht vollständig abholen.

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