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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2020

Die Geschichte einer Frau zwischen den Fronten

Der Thron der roten Königin
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Wir lesen hier die Geschichte der Margaret Beaufort, einer Angehörigen des Hauses Lancaster zur Zeit der Rosenkriege. Eigentlich fühlt sie sich zur Nonne berufen, wird aber als zwölfjährige zur Ehe mit ...

Wir lesen hier die Geschichte der Margaret Beaufort, einer Angehörigen des Hauses Lancaster zur Zeit der Rosenkriege. Eigentlich fühlt sie sich zur Nonne berufen, wird aber als zwölfjährige zur Ehe mit Richard Tudor gezwungen. Das Ziel dieser Ehe ist es, einen Sohn mit doppelt untermauertem Thronanspruch für das Haus Lancaster zu erzeugen. Nach der Geburt dieses Sohnes sieht Margaret es als ihre gottgegebene Aufgabe an, seinen Anspruch zu sichern. Dafür tut sie alles.

Ich habe dieses Buch nur bis ungefähr zur Hälfte gelesen. Es ging mir auf die Nerven, dass ungefähr alle 20 Seiten in epischer Breite die Gedanken Margarets zu ihrer göttlichen Berufung beschrieben wurden. Sie möchte gerne eine starke Frau sein, die für ihre Ziele kämpft, stattdessen heiratet sie immer Männer, die das für sie übernehmen können.

Die Zeit der Rosenkriege in England waren eine sehr wechselhafte und spannende Epoche, die sicher für alle Beteiligten nicht einfach war. Das kommt in diesem Buch leider so überhaupt nicht zur Geltung. Stattdessen beschränkt sich die Geschichte auf das Gejammer und das Scheitern einer adligen Dame, deren Leben ganz anders verläuft, als sie es sich vorgestellt hat.

Mein Fazit: Dieses Buch muss man nicht gelesen haben, es macht nur schlechte Laune.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2020

Spannend bis zum Schluss

Olympisches Feuer
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Annika Bengtzon ist eine engagierte Journalistin, die für ihre Stories nicht nur an der Oberfläche kratzt. Sie recherchiert auch die Hintergründe und ist manchmal mit ihren Erkenntnissen der Polizei einen ...

Annika Bengtzon ist eine engagierte Journalistin, die für ihre Stories nicht nur an der Oberfläche kratzt. Sie recherchiert auch die Hintergründe und ist manchmal mit ihren Erkenntnissen der Polizei einen Schritt voraus.

Als im Olympiastadion eine Bombe explodiert und dabei eine Frau ums Leben kommt, kniet Annika sich in den Fall hinein. Sie kommt einigen Geheimnissen auf die Spur, geht mehrfach in die Irre, um dann doch die Wahrheit herauszufinden. Fast zu spät, denn der Täter ist ihr immer noch eine Nasenlänge voraus, so dass sie in Lebensgefahr gerät.

Ein sehr spannender Krimi, fesselnd geschrieben und mit ein wenig schwedischem Lokalkolorit. Die Hauptakteurin wird in ihrem beruflichen und privaten Umfeld so genau dargestellt, dass ich fast glaube, sie zu kennen. Das gibt der Geschichte einen persönlichen Touch. Außerdem sind die Hinweise auf den Attentäter so gut versteckt, dass man bis zum Schluss nicht sicher ist, ob man auf der richtigen Spur ist. Das hält die Spannung hoch und sorgt für ein furioses Finale.

Fazit: Für Leute, die die skandinavischen Krimis mögen ein unbedingtes Muss. Mir hat das Buch in jeder Beziehung gut gefallen, ich werde sicher noch mehr von Liza Marklund lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2020

Aufbruch in ein neues Leben

Denn das Leben ist eine Reise
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Aimee Thaler ist ohne Vater als Tochter einer Alkoholikerin in einer Wohnwagensiedlung aufgewachsen. Ihre Kindheit war alles andere als unbeschwert, ohne die liebevolle Zuwendung anderer Mitglieder der ...

Aimee Thaler ist ohne Vater als Tochter einer Alkoholikerin in einer Wohnwagensiedlung aufgewachsen. Ihre Kindheit war alles andere als unbeschwert, ohne die liebevolle Zuwendung anderer Mitglieder der Kommune wäre sie wohl untergegangen. Auf der Suche nach einem bürgerlichen Familienleben heiratet sie den aufstrebenden Architekten Per und bekommt mit ihm Sohn Len. Immer wieder merkt sie, dass weder sie noch Len so richtig in dieses Leben hineinpassen. Nach sechs Jahren kommt es zur Trennung, den Per betrügt sie in mehr als einer Weise.

Aimee packt Len und ein paar wenige Habseligkeiten in ihren alten Bulli und fährt zunächst nach St. Ives zur Beerdigung ihrer Ersatzmutter aus der Kommune. Dort trifft sie auch ihren Jugendfreund Daniel wieder, der ihr immer noch sehr vertraut ist. Werden die beiden eine neue Chance bekommen? Bevor sie darüber nachdenkt, muss Aimee zuerst mit ihrer Vergangenheit ins Reine kommen. Unerwartete Begegnungen und dramatische Ereignisse helfen ihr dabei.

Aimee ist mir sehr sympathisch in ihrer unperfekten, einfach menschlichen Art. Sehr gerne hätte ich ihr zur Seite gestanden. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie in St. Yves so viele Menschen gefunden hat, die sie und Len so annehmen wie sie sind. Der kleine Len ist ein außergewöhnlicher Junge, der sich nicht verbiegen lässt. Für Aimees Ehemann Per konnte ich mich gar nicht erwärmen, er ist ein karrieregeiler, eiskalter Egoist, der weder Frau noch Kinder haben sollte.
Auch zu Marielou, Aimees Mutter, habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis entwickelt. Sie war eine echte Rabenmutter!

Der Schreibstil von Hannah Miller gefällt mir sehr. Sie beschreibt die Umgebung von St. Ives so anschaulich, dass ich richtig Lust bekommen habe, dort mal Urlaub zu machen. Auch finde ich die Geschichte insgesamt stimmig, auch wenn einiges ein bisschen vorhersehbar und das Happyend vielleicht ein kleines bisschen zu dick aufgetragen war. Alles in allem ist es eine Geschichte, die Mut macht, Neues zu wagen und sich vor allem nicht verbiegen zu lassen.

Mein Fazit: die ideale Urlaubslektüre, nicht zu seicht, aber auch mit der richtigen Portion Unbeschwertheit. Deshalb 5 Sterne.

  • Cover
  • Geschichte
  • Gefühl
  • Erzähstil
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2020

Möwen ermitteln in einem Kriminalfall

Mordsmöwen
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"Mordsmöwen" von Sina Beerwald

Zuerst hab ich gedacht "Oh, Möwen als Ermittler, das ist mal was Anderes". Leider musste ich schnell feststellen, dass mir für dieses Buch meine Lesezeit zu schade ist. ...

"Mordsmöwen" von Sina Beerwald

Zuerst hab ich gedacht "Oh, Möwen als Ermittler, das ist mal was Anderes". Leider musste ich schnell feststellen, dass mir für dieses Buch meine Lesezeit zu schade ist. Ich interessiere mich weder für die Crepe-Vorlieben einer Schar Möwen am Strand der Insel Sylt, noch für die genaue Flugstrecke von diesem Strand zur Wohnung des Crepe-Buden-Besitzers! Schließlich will ich die Route ja nicht nachfliegen. Das hat mir entschieden zu lang gedauert, bis die Geschichte endlich losgeht. Es tut mir leid, aber diesen Ansatz zu einem Krimi find ich einfach albern! Deshalb habe ich abgebrochen, so ist das Buch aber auch von meinem immens großen SUB verschwunden. Da gibt es nur ein Sternchen, weil mir der Schreibstil von Sina Beerwald trotzdem ganz gut gefällt.

  • Erzählstil
Veröffentlicht am 16.04.2020

Ein besonders perfider Mord - Kommissar Schielins 7. Fall

Seebühne
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Nach einem Sturm wird im Lindenhofpark eine männliche Leiche gefunden. Kommissar Schielin und sein Team ermitteln im Umfeld des Toten und stoßen auf immer neue Rätsel. Ist der Täter in beruflichen Umfeld ...

Nach einem Sturm wird im Lindenhofpark eine männliche Leiche gefunden. Kommissar Schielin und sein Team ermitteln im Umfeld des Toten und stoßen auf immer neue Rätsel. Ist der Täter in beruflichen Umfeld zu suchen oder in der Familie? Was hat sein Engagement in einem Verein zur Förderung der ernsten Musik mit seinem Tod zu tun? Zwielichtige Nachbarn hat er auch noch zu bieten. Die Ermittler geraten mehrmals auf falsche Spuren bevor sie durch akribische Recherchen zu einem überraschenden Ergebnis kommen.

Nach "Hafenweihnacht" ist "Seebühne" das 2. Buch aus der Kommissar Schielin-Reihe, das ich lese. Mir gefällt Soedhers Schreibstil sehr gut. Er verbindet seine spannenden Kriminalfälle perfekt mit reichlich Lokalkolorit aus seiner offensichtlich sehr geliebten Heimat - dem Bodensee-Gebiet. Auch die Art wie die Ermittler im Team arbeiten finde ich super, das habe ich noch bei keinem anderen Autoren in dieser Form gefunden. Alle haben ihre kleinen Macken und Eigenheiten, die von den Kollegen aber akzeptiert werden. Mich stört es oft in anderen Krimis, dass es schon fast zum guten Ton gehört, einen total durchgeknallten oder zumindest schwer gestörten Hauptermittler darzustellen.

Mein Fazit: Ein spannender Krimi mit wenigen Längen (den Exkurs im Fach Musikwissenschaften hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht) und einer überraschenden Auflösung des Falles. Absolut empfehlenswert, deshalb auch 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere