Profilbild von Suedhessin

Suedhessin

Lesejury Star
offline

Suedhessin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Suedhessin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Eher enttäuschend

Doppelspiel
7

Bestseller-Autor Tom Borg hat eine Schreibblockade. Um diese zu überwinden, geht er auf Recherchetour in einem zwielichtigen Club wo prompt seine Begleiterin ermordet wird. Er gerät unter Verdacht und ...

Bestseller-Autor Tom Borg hat eine Schreibblockade. Um diese zu überwinden, geht er auf Recherchetour in einem zwielichtigen Club wo prompt seine Begleiterin ermordet wird. Er gerät unter Verdacht und wird zum Gejagten einer mörderischen, rätselhaften Jagd.

Der Schreibstil ist durchaus packend und die ersten Kapitel lesen sich wirklich gut und sind sehr spannend. Mit dem Fortgang der Geschichte wird jedoch die Handlung immer abstruser, die Personen immer unglaubwürdiger. Da ist nicht nur Tom, der ebenso naiv wie abgebrüht scheint, sondern auch Olivia, eine total abgedrehte Polizistin oder Lennart, Toms Freund im Rollstuhl, den man irgendwie nicht zu fassen kriegt. Besonders enttäuscht hat mich das total an den Haaren herbeigezogene, unglaubwürdige Ende, das mit dem Rest der Geschichte gar nichts zu tun zu haben scheint - es passt einfach nicht. Von einem Autoren mit dem Renommee Arne Dahls hätte ich mehr erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charatere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.03.2026

Fünf Tage Leben

Noch fünf Tage
0

Lis ist Köchin auf Spitzenniveau und arbeitet für Millardär Harman. Im Verlauf eines von ihr zubereiteten Silvestermenüs stirbt die gesamte Familie Harman. Auch Lis ist vergiftet, hat dank einer ...

Lis ist Köchin auf Spitzenniveau und arbeitet für Millardär Harman. Im Verlauf eines von ihr zubereiteten Silvestermenüs stirbt die gesamte Familie Harman. Auch Lis ist vergiftet, hat dank einer geringeren Dosis aber noch 5 Tage zu leben und gerät unter Verdacht. Um den Verdacht von sich abzuwenden und ihre Tochter Cosima abzusichern, beginnt sie die letzten Monate im Dienst der Harmans zu rekapitulieren und den Täter zu finden.

Die Idee zu dieser Story finde ich richtig gut, die Umsetzung teilweise auch. Der Schreibstil ist leider ziemlich sachlich und emotionslos, was mich sehr auf Distanz gehalten hat. Ich konnte Lis trotz ihrer dramatischen Lage nicht nahe kommen. Die einzige Person, mit der ich ein wenig mitfühlen konnte, war Krankenschwester Esme, deren Gefühle die Autorin wenigstens ein bisschen herausgearbeitet hat. Alle anderen bleiben blass, auch wenn z.B. auf Calliope, die überspannte Tochter des Hauses Harman, eine Menge Zeit verwendet wird. Eine gewisse Spannung war durchaus da, allein schon aufgrund der Kürze der Zeit, die Lis verbleibt. Man will ja wissen, wer der Täter ist. Darüber hat mich Helena Falke bis zum Schluss im Dunkeln tappen lassen, was mir gut gefallen hat. Für die Bezeichnung Thriller reicht die Spannung allerdings nicht aus, ich würde das Buch als spannenden Krimi bezeichnen, den man gut zwischendurch lesen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2026

Zweimal Superwoman gegen den Rest der Welt

Tödliche Freundinnen
0

Mel und Chloe haben als Teenager gemeinsam in Notwehr den Kleindealer Toby umgebracht. Die beiden sind nicht nur Freundinnen, sondern ein Liebespaar. Als Chloe einige Zeit später spurlos verschwindet, ...

Mel und Chloe haben als Teenager gemeinsam in Notwehr den Kleindealer Toby umgebracht. Die beiden sind nicht nur Freundinnen, sondern ein Liebespaar. Als Chloe einige Zeit später spurlos verschwindet, traut Mel sich nicht, nach ihr zu suchen. Jahre später wird sie, inzwischen Privatdetektivin, von Chloes Familie beauftragt, sie zu suchen. Damit löst sie eine Kette von dramatischen Ereignissen aus, denn der Kleindealer hatte offenbar mächtige Komplizen.

Der Schreibstil ist durchaus mitreißend, die Geschichte spannend. Allerdings ist es sehr verwirrend, wie Tess Sharpe zwischen den Handlungsebenen hin und her hüpft. Obwohl die Kapitel entsprechend betitelt sind, muss man sehr aufpassen, denn sie wechselt nicht nur die Zeitebene, sondern auch die erzählende Person. Dabei bleibt sie in der dritten Person, was eine unnötige Distanz zu den Personen aufbaut, sodass man auch als Leser nicht wirklich in die Geschichte eintaucht, sondern eben auf Abstand gehalten wird. Mel und Chloe scheinen beide Superkräfte zu haben, ihnen misslingt so schnell nichts, sie werden mit allen schwerbewaffneten Männern scheinbar spielend fertig und sind selbstverständlich auch viel klüger als ihre Gegner. Mel gelingt es, mit einer frischen, unversorgten Messerwunde im Bein tagelang durch den Wald zu laufen und am Ende noch einen veritablen Spurt hinzulegen. So mancher Twist in der Geschichte ist absolut nicht schlüssig, ich habe des Öfteren ungläubig den Kopf geschüttelt. Nein, so wirklich überzeugt hat mich dieser Thriller nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannender Krimi mit viel Lokalkolorit

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
0

Ostern in Neapel - während alle Welt feiert und schlemmt, wird im Hafen die Leiche des "Algenpapstes" Paolo Marchesi angeschwmmt. Gaetanos junge Kollegin Beppa glaubt nicht an Selbstmord oder ...

Ostern in Neapel - während alle Welt feiert und schlemmt, wird im Hafen die Leiche des "Algenpapstes" Paolo Marchesi angeschwmmt. Gaetanos junge Kollegin Beppa glaubt nicht an Selbstmord oder Unfall und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. So muss er die Familienfeier auf dem Land sausen lassen und sich in die Ermittlungen einschalten. Es entwickelt sich ein komplexer Mordfall mit vielen überraschenden Wendungen.

Der lockere Schreibstil liest sich flüssig und macht richtig Spaß. Die Charaktere wirken authentisch, besonders die hartnäckige Beppa ist mir ans Herz gewachsen. Sie tritt für ihre Überzeugung ein und lässt absolut nicht locker. Und obwohl sie Gaetano das Leben schwer macht, weiß auch er sie zu schätzen - ebenso wie die anderen eigenwilligen Mitglieder seines Teams, die nicht immer einig mit ihm sind. Die Kontroversen im Laufe der Ermittlungen haben mir besonders gefallen und machen die Story noch ein bisschen spannender. Auch die Einbindung der Ermittlungen in die neapolitanischen Osterbräuche, über die ich viel gelernt habe, gefällt mir gut. Dadurch entsteht ein ganz anderer Bezug zu den Protagonisten und dem Setting. Ich mag Krimis mit Lokalkolorit sehr gerne.
Mein Fazit: Ein lesenswerter, spannender Krimi mit viel Lokalkolorit.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Schlachtenlärm

TINTE und SCHWERT
0

Laut Klappentext lesen wie die Geschichte des Priesteranwärters Jakob Wolffen und der jungen Heilerin Anna Dillenberger, die einander in den Wirren des dreißigjährigen Krieges begegnen. Jakob ...

Laut Klappentext lesen wie die Geschichte des Priesteranwärters Jakob Wolffen und der jungen Heilerin Anna Dillenberger, die einander in den Wirren des dreißigjährigen Krieges begegnen. Jakob ist getrieben von Rachegedanken gegen den Offizier Heinrich von Hohenfels, der Jakobs ganze Familie getötet und Jakob zur Armee gepresst hat. Anna hat ihre Mutter durch die Hexenverfolgung verloren und lebt in der ständigen Angst, selbst als Hexe denunziert zu werden. Gemeinsam glauben sie, ihre Ziele besser erreichen zu können.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich leicht lesen, lässt aber Einfühlungsvermögen und Emotionen vermissen. Eher sachlich schildert der Autor die brutalen Schlachten des dreißigjährigen Krieges in aller Ausführlichkeit und das mehrfach. Diese wiederholten Schilderungen gehen auf Kosten des Spannungsbogens, der für mich dadurch eher flach bleibt. Auch kommen Jakob und Anna dadurch zu kurz, Anna als vermeintliche Hauptfigur taucht erst zur Mitte des Buches hin wirklich auf. Jakob ist zwar von Beginn an dabei, seine Wandlung vom Priesteranwärter zum Racheengel und Mörder aber ist meiner Meinung nach nicht richtig ausgearbeitet und erfolgt sehr plötzlich. Die starken Emotionen, die zu einer solchen Entwicklung gehören, fehlen gänzlich.
Die historischen dagegen sind akribisch recherchiert und in den Roman eingearbeitet. Das gefällt mir sehr gut und ich habe beim Lesen durchaus etwas gelernt. Ob ich die folgenden Teile lesen werde, weiß ich noch nicht, vergebe aber wohlwollende drei Sterne für die sehr gute Recherche.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere