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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2020

Ein ernstes Thema - humorvoll verpackt

Das Glück ist zum Greifen da
4

Ana ist Serbin, schon sehr lange in Deutschland und ist alleinerziehende Mutter von zwei wunderbaren Jungs die nicht nur in Deutschland geboren sind, sondern auch einen deutschen Erzeuger haben. Leider ...

Ana ist Serbin, schon sehr lange in Deutschland und ist alleinerziehende Mutter von zwei wunderbaren Jungs die nicht nur in Deutschland geboren sind, sondern auch einen deutschen Erzeuger haben. Leider hat er sich bereits vor der Geburt der Zwillinge aus dem Staub gemacht. Nach ihrem abgeschlossenen Design-Studium ist Ana auf Jobsuche. Ein frisch beförderter, übereifriger Beamter des Ausländeramtes beschließt, dass Ana mit ihren Söhnen abgeschoben werden muss. Sie will das nicht hinnehmen und beginnt, dagegen anzukämpfen. Dabei hat sie tatkräftige Unterstützung von ihren Nachbarn und Freunden. Hier kann man lernen, wie eine funktionierende Nachbarschaft geht!
Auf dem Weg, das Bleiberecht zu erreichen, erlebt Ana einige Verwicklungen, erkennt wer ihre wahren Freunde sind und lernt interessante neue Leute kennen. Dabei findet sich eine überraschende Lösung, wie das Vorhaben gelingen kann.

Ana ist mir während des Lesens ebenso ans Herz gewachsen wie ihre beiden tollen Jungs, die genau die richtige Mischung aus Lausbuben und gut erzogenen Kindern darstellen. Auch ihr Freundeskreis besteht aus lauter Menschen, mit denen ich auch gerne befreundet wäre. Als der Kindsvater dann endlich mal auftaucht, gibt es endlich einen Gegenpol zu all den netten Menschen, denn er ist ein arroganter Schnösel, eine echte Hassfigur.

In dieses Buch habe ich mich direkt verliebt. Der humorvolle, erfrischende Schreibstil von Sylvia Deloy hat mich sehr begeistert. Sie beschreibt die einzelnen Akteure so wunderbar, dass man sie direkt vor sich sieht. Es war schwer, das Buch nach den einzelnen Abschnitten bis zum "Weiterlesen dürfen" wegzulegen. Was mich aber besonders begeistert hat, ist dass sich die Geschichte sehr nah an der Realität bewegt, denn von Fällen wie Ana`s haben wir doch alle schon gehört.

Mein Fazit: Unbedingt lesen!

  • Cover
  • Erzähltstil
  • Charaktere
  • Geschichte
Veröffentlicht am 27.01.2020

Die spannende Enthüllung eines Familiengeheimnisses

Die verlorenen Spuren
0

Das Buch erzählt die Geschichte von Laurel, die als Teenager auf der elterlichen Farm Greenacres ein verstörendes Ereignis beobachtet, in das ihre Mutter verwickelt ist.

Viele Jahre später kehrt sie ...

Das Buch erzählt die Geschichte von Laurel, die als Teenager auf der elterlichen Farm Greenacres ein verstörendes Ereignis beobachtet, in das ihre Mutter verwickelt ist.

Viele Jahre später kehrt sie zum 90. Geburtstag der Mutter als erfolgreiche Schauspielerin in ihr Elternhaus zurück, Das Geheimnis aus ihrer Vergangenheit beschäftigt sie immer noch, ebenso wie ihren kleinen Bruder, der das Ganze aus nächster Nähe mit ansehen musste. So macht sie sich auf den Weg herauszufinden was zu der Tragödie führte. Dabei erfährt sie sehr viele neue Dinge aus der Lebensgeschichte ihrer Mutter, besonders über das Leben in London während des 2. Weltkrieges.

Die Aufklärung des Familiengeheimnisses birgt viele Überraschungen und am Ende die Erkenntnis, dass die Mutter nicht die Person ist, die sie zu sein scheint.

Trotz einiger Längen gelingt es Kate Morton sehr gut, die Spannung hoch zu halten. In drei Abschnitten aus der Sicht von drei verschiedenen Personen erzählt, entwickelt sich die Geschichte langsam bis zur überraschenden Lösung des Rätsels. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, in die Handlung hinein zu finden, konnte ich dann das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Deshalb mein Fazit: Sehr empfehlenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2020

Alpträume garantiert

Die Stille vor dem Tod
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Ich habe es nur bis zum sechsten Kapitel geschafft, dann habe ich das Buch ein wenig verstört zur Seite gelegt. Die Geschichte ist eine Aneinanderreihung unvorstellbarer Grausamkeiten. Hauptakteurin Smoky ...

Ich habe es nur bis zum sechsten Kapitel geschafft, dann habe ich das Buch ein wenig verstört zur Seite gelegt. Die Geschichte ist eine Aneinanderreihung unvorstellbarer Grausamkeiten. Hauptakteurin Smoky Barrett stolpert aus einem Horror-Szenario ins andere.

Dabei hat Cody McFayden einen sehr bildhaften, teilweise schon drastischen Schreibstil, so dass das Kopfkino beim Lesen sehr gut funktioniert. Die Bilder, die dadurch entstehen, möchte ich nicht in meinem Kopf haben. An sich lese ich sehr gerne Krimis und Thriller, aber diese Geschichte ist für mich eindeutig drüber!

Mein persönliches Fazit: Viel zu viel Alptraum-Potential und damit nichts für schwache Nerven. Dieser Autor kommt auf meine schwarze Liste.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2020

Mord vor historischer Kulisse

Mord im Badehaus
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Im mittelalterlichen Köln wird die Bademagd Molly ermordet aufgefunden. Der mit der Aufklärung betraute Beamte versagt kläglich, deshalb fühlt sich die Fährmannstochter Myntha berufen, einige Nachforschungen ...

Im mittelalterlichen Köln wird die Bademagd Molly ermordet aufgefunden. Der mit der Aufklärung betraute Beamte versagt kläglich, deshalb fühlt sich die Fährmannstochter Myntha berufen, einige Nachforschungen anzustellen, um ihre Brüder zu entlasten, die am fraglichen Abend auch im Badehaus waren. Sie kommt der Aufklärung immer näher und bringt sich dadurch selbst in Gefahr.

Leider habe ich die ersten drei Bänder der Myntha-Reihe nicht gelesen, kannte demzufolge die Protagonisten nicht so gut wie es vorausgesetzt wird und hatte deshalb einige Schwierigkeiten, dem Geschehen richtig zu folgen. Auch Andrea Schachts Schreibstil, der sich stark an die Sprache der damaligen Zeit anlehnt, hat mich am Anfang ein wenig irritiert. Mit jeder Seite ging es jedoch besser, so dass mich die Geschichte dann doch gefesselt hat. Der Ausgang hat mich überrascht, ich war eigentlich die ganze Zeit überzeugt, dass die Morde an den Frauen auch von dem Raubritter Bernolph begangen worden waren. So kann man sich täuschen!

Mein Fazit: Ein unbedingt lesenswertes Buch. Ich würde jedoch empfehlen, die ersten drei Bände vorher zu lesen, um die Akteure besser kennen zu lernen. So macht dann das Lesen sicher noch mehr Spaß!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2019

Heimkehr auf Zeit – oder erstens kommt es anders zweitens als man denkt

Echo Lake - Zweimal heißt für immer
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Weil ihr Vater schwer erkrankt ist, fährt Josie für ein Wochenende in Ihren Heimatort zurück, den sie vor 10 Jahren fluchtartig verlassen hat. Sie hatte ihren Verlobten Ethan kurz vor der Hochzeit sitzen ...

Weil ihr Vater schwer erkrankt ist, fährt Josie für ein Wochenende in Ihren Heimatort zurück, den sie vor 10 Jahren fluchtartig verlassen hat. Sie hatte ihren Verlobten Ethan kurz vor der Hochzeit sitzen lassen und den Kontakt zu Eltern und bester Freundin abgebrochen. Nun ist sie fest entschlossen, nach dem Wochenende wieder in ihr neues Leben nach Boston zurückzukehren. Doch sie wird in Echo Lake und im Freizeitpark der Eltern „Snowflake Village“ (hier ist ganzjährig Weihnachten, kitschig und so typisch amerikanisch eben) dringend gebraucht und entschließt sich, doch länger zu bleiben. Sie stellt fest, dass sich ebenso vieles verändert hat, wie gleich geblieben ist. Die Mutter zum Beispiel ist ein ganz neuer Mensch. Sie scheint ihre Alkoholsucht vollkommen überwunden zu haben. Nun ist es unvermeidlich, dass Josie mit Ethan zusammen arbeitet und es wieder mit ihrer alten Freundin Molly und vielen anderen Menschen aus der Vergangenheit zu tun bekommt. Alte Wunden reißen wieder auf und viele Erinnerungen werden wieder aufgefrischt. Josie muss sich von früheren Weggefährten einige unangenehme Wahrheiten sagen lassen um ihre Vergangenheit bewältigen zu können. Erst dann kann sie eine Entscheidung treffen, die ihr Leben radikal verändert. Wird sie in Echo Lake und bei Ethan bleiben?

In dieser Geschichte ist einiges vorhersehbar, vor Allem das Ende. Maggie McGinnis gelingt es aber mit ihrem flüssigen und humorvollen Schreibstil trotzdem die Spannung bis zum Schluss zu erhalten. Der Weg bis zu Josies endgültiger Entscheidung ist mit so vielen lustigen, romantischen und auch tragischen Begebenheiten gespickt, dass man den Spaß am Lesen nicht verliert. Zudem ist Josie mit ihrer hilfsbereiten, manchmal etwas tollpatschigen Art eine sehr sympathische Hauptakteurin. Ethan ist ebenfalls ein netter Kerl, aber fast zu perfekt um wahr zu sein. Mit Molly kann ich mich so gar nicht anfreunden, sie versucht auf sehr hinterlistige Art, ihre ehemalige Freundin zu vertreiben. Die gute Seele der Geschichte ist Ben, das „Mädchen für Alles“ im Vergnügungspark, der immer ein offenes Ohr für Josie und Ethan hat und beiden mit seiner Lebenserfahrung und Einfühlsamkeit immer wieder ein Stück weiter hilft.

Mein Fazit: Eine kurzweilige Geschichte mit sympathischen Protagonisten, durchaus mit Tiefgang, die wunderbar geeignet ist für ein verregnetes Adventswochenende.


  • Gefühl
  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Charaktere