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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2021

Spannend und lehrreich

Die Mission des Kreuzritters
1

Wir lesen hier die Geschichte der Königstochter Melisende im Jerusalem des 12. Jahrhunderts, inmitten der Kreuzzüge. Sie ist als Thronerbin erzogen worden, soll nun jedoch mit dem Grafen Foulqes verheiratet ...

Wir lesen hier die Geschichte der Königstochter Melisende im Jerusalem des 12. Jahrhunderts, inmitten der Kreuzzüge. Sie ist als Thronerbin erzogen worden, soll nun jedoch mit dem Grafen Foulqes verheiratet werden, der später König werden soll. Um dieser Ehe zu entgehen macht sie sich heimlich auf den Weg zu ihrer Schwester nach Antiochia. Dort wird sie aber nicht ankommen, denn sie wird von Seldschuken gefangen genommen und verschleppt. Ihr Vater schickt den Tempelritter Raol de Montalban mit dem Lösegeld zu ihrer Befreiung. Zusammen erleben die beiden eine abenteuerliche Heimreise nach Jerusalem.

Schon das Cover hat mich sehr angesprochen. Es passt sehr gut zur Geschichte. Der Schreibstil von Ulf Schiewe ist sehr mitreißend und man merkt sehr schnell, dass die historischen Fakten sehr akribisch recherchiert wurden. Manche Szenen waren mir fast ein wenig zu bildhaft beschrieben, die zu dieser Zeit üblichen Grausamkeiten hätte ich nicht ganz so deutlich vor Augen haben müssen. Sehr einfühlsam beschrieben ist die Annäherung zweier so unterschiedlicher Charaktere wie Raol und Melisende, die sich anfangs so gar nicht verstehen. Im Laufe ihrer gefährlichen Reise lernen sie sich durch tiefsinnige Gespräche über Religion, Krieg und ihrer beider Leben jedoch sehr viel besser kennen und machen beide eine beachtliche Persönlichkeitsentwicklung durch. Diese Gespräche sind es, die den Einblick in das Leben und Denken der Menschen im Heiligen Land zu dieser Zeit anschaulich gemacht und mir an diesem Buch am besten gefallen haben.
Melisende ist eine der historisch verbrieften Personen, ebenso wie ihr Vater Baudouin und ihr Bräutigam Foulques und noch einige andere Protagonisten. Es ist Ulf Schiewe perfekt gelungen, historische Personen und Begebenheiten mit fiktiven Ereignissen zu verknüpfen. Dabei bringt er seinen LeserInnen das Heilige Land und seine Bewohner in den wirren Zeiten der Kreuzzüge auf unterhaltsame und spannende Weise sehr nahe.
Ulf Schiewe ist hier nicht nur ein mitreißender historischer Roman gelungen, sondern auch ein leidenschaftliches Plädoyer für Verständigung und Frieden zwischen den Religionen. Leider zeigt es auch, dass es der Menschheit nicht gelungen ist, auf diesem Gebiet innerhalb von tausend Jahren auch nur das Geringste dazu zu lernen.

Fazit: Geschichte spannend und unterhaltsam verpackt – ein historischer Roman der Extraklasse und unbedingt empfehlenswert. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 01.11.2021

Wahlkampf auf die harte Tour

Die Kampagne
9

Natasha Winthrop ist eine erfolgreiche Anwältin in Washington, bei der man Ambitionen auf das Präsidentenamt vermutet. Als sie in ihrem Haus von einem Vergewaltiger überfallen wird, tötet sie den Angreifer ...

Natasha Winthrop ist eine erfolgreiche Anwältin in Washington, bei der man Ambitionen auf das Präsidentenamt vermutet. Als sie in ihrem Haus von einem Vergewaltiger überfallen wird, tötet sie den Angreifer in Notwehr. Allerdings kommen im Lauf der Vermittlungen Zweifel an ihrer Version der Geschichte auf und sie wird unter Mordverdacht verhaftet. So kommt Washingtons bekannteste Troubleshooterin Maggie Costello ins Spiel, sie soll Natasha helfen, sich von dem Verdacht reinzuwaschen und gerät dabei nicht nur in den Strudel der Ereignisse um Natashas Vergangenheit, sondern auch in Lebensgefahr.

Sam Bourne hat mich mit seinem eindringlichen Schreibstil direkt in die Geschichte geholt. Trotz seiner sachlichen, unspektakulären Art hält er die Spannung von Anfang an hoch, so dass man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Die Charaktere sind authentisch, ihr Handeln manchmal sehr nahe an der Realität. Besonders die Machenschaften im Wahlkampf kommen mir leider aus der jüngsten Vergangenheit sehr bekannt vor. Das beherrschende Thema, Vergewaltigung und der Umgang damit, wird mit realen Statistiken veranschaulicht und von weiteren Themen wie den Gefahren des Umgangs mit Social Media gestützt. Auch Organisationen zur Ausübung von Selbstjustiz finden Eingang in die Story.

Die Geschichte lässt bis zum Schluss sehr viel Raum für Spekulationen und Verdächtigungen, trotzdem ist das Ende ein eher überraschendes, wird aber schlüssig und nachvollziehbar hergeleitet.

Von Anfang bis Ende hat mich dieses Buch gut unterhalten, der Bezug zu aktuellen Themen machte es besonders spannend. Deshalb gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und die volle Punktzahl.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 31.10.2021

Liebevoll gestaltet

Sing mit dem Rentier
0

Das sehr liebevoll gestaltete und hinreißend gezeichnete Bilderbuch hat mich sofort angesprochen. Es erzählt die Geschichte des kleinen Rentiers, das seinen Traum-Weihnachtsbaum findet. Die kurzen, ...

Das sehr liebevoll gestaltete und hinreißend gezeichnete Bilderbuch hat mich sofort angesprochen. Es erzählt die Geschichte des kleinen Rentiers, das seinen Traum-Weihnachtsbaum findet. Die kurzen, kindgerechten Texte zum Vorlesen beinhalten Aufforderungen zum mitmachen und eignen sich auch für die Kleinsten.
Das Buch eignet sich perfekt zur Einstimmung auf Weihnachten und trägt zur Steigerung der Vorfreude bei. Die Kleinen müssen nicht passiv beim Vorlesen daneben sitzen, sondern können aktiv etwas tun, so dass auch kleine Zappelinchen gefesselt werden. Die Zeichnungen sind sehr detailreich, es gibt sehr viel zu entdecken.
Ich persönlich freue mich sehr darauf, in der Vorweihnachtszeit die Geschichte des kleinen Rentiers meiner Enkeltochter vorzulesen. Für dieses reizende Bilderbuch gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.10.2021

Ein echter Pageturner

Meeressarg
0

Der Kopenhagener Polizeichef Sleizner ist über Leichen gegangen, um seine aktuelle Position zu erreichen. Dabei hat er sich zahlreiche Feinde geschaffen. Seine ehemalige Mitarbeiterin Dunja ist ...

Der Kopenhagener Polizeichef Sleizner ist über Leichen gegangen, um seine aktuelle Position zu erreichen. Dabei hat er sich zahlreiche Feinde geschaffen. Seine ehemalige Mitarbeiterin Dunja ist untergetaucht und überwacht ihn lückenlos, um ihm das Handwerk zu legen. Auch Fabian Risk sammelt Beweise gegen seinen Erzfeind, denn er vermutet, dass Sleizner etwas mit dem Tod seines Sohnes Theo zu tun hat. Als in einem im Hafenbecken versunkenen Auto zwei Leichen entdeckt werden, hat auch Kommissar Jan Hesk, von Sleizner frisch befördert, den Verdacht, dass Sleizner in den Fall verwickelt ist. Unabhängig voneinander, in verschiedenen Handlungssträngen, die in ein rasantes Finale münden, ermitteln alle drei gegen Sleizner und begeben sich dabei nicht nur einmal in Lebensgefahr.

In mitreißendem Schreibstil erzählt der Autor vom Kampf gegen eine Geheimorganisation, die misshandelt, vergewaltigt, Menschen verschleppt und sich daran bereichert. Mächtige Männer, die glauben, sich alles erlauben zu können, sollen zu Fall gebracht werden. Dabei beschreibt er die handelnden Personen sehr detailliert, sie wirken jederzeit authentisch.
Besonders bei Dunja ist der Abscheu gegen Sleizner und seine Handlungen sehr gut spürbar.

Die Handlungsstränge sind sehr gut aufeinander abgestimmt, der Spannungsbogen ist von Anfang an sehr hoch und steigert sich zu einem fulminanten Finale, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.
So ist ein hochspannender Thriller entstanden, der auch fesseln kann, wenn man die vorhergehenden Bände nicht gelesen hat. Von mir gibt es hier eine 100%-ige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Berührende Geschichte vor realem Hintergrund

Das Buch der verschollenen Namen
0

Es ist das Jahr 1942, die Jüdin Eva lebt mit ihren Eltern im besetzten Paris. Obwohl sie gewarnt werden, kann sie die Deportation ihres Vaters nicht verhindern. Es ist reiner Zufall, dass sie ...

Es ist das Jahr 1942, die Jüdin Eva lebt mit ihren Eltern im besetzten Paris. Obwohl sie gewarnt werden, kann sie die Deportation ihres Vaters nicht verhindern. Es ist reiner Zufall, dass sie und ihre Mutter nicht in der Wohnung sind und so der Gestapo entgehen. Ihnen gelingt die Flucht, sie landen in einem Dorf in den Bergen, wo es eine Gruppe von Fluchthelfern gibt. Eva erkennt, dass sie dort gebraucht wird, so bleiben sie gegen den Willen der Mutter dort. Sie schließt sich der Gruppe an und erstellt falsche Papiere. Im Buch der verschollenen Namen verschlüsselt sie die Klarnamen derer, für die die Papiere bestimmt sind. Dieses Buch führt sie nach vielen Jahren in Amerika zurück nach Europa.

Sehr einfühlsam und emotional schildert Kristin Harmel am Beispiel von Eva und ihrer Familie die Not von Juden und Regimegegnern im "tausendjährigen Reich". Eva gefällt mir als Hauptprotagonistin sehr gut, sie ist mutig, warmherzig, sympathisch und steht zu ihrer Überzeugung. Auch die nach außen hin so bärbeißige Pensionswirtin Madame Barbier ist mir lieb geworden, denn sie hat ein gutes, mitfühlendes Herz.

Auch wenn die Geschichte im Mittelteil einige Längen und Wiederholungen hat, ist sie doch sehr spannend und flüssig zu lesen. Besonders gefallen hat mir, dass ich erfahren durfte, was nach dem Krieg aus Eva geworden ist. Auch dass die Geschichte des Buches zu einem Abschluss kommt, ist sehr schön.

Wir lesen hier eine spannende Geschichte vor realem Hintergrund. Viele solcher Geschichten haben sich in Europa in dieser dunklen Zeit zugetragen und es ist sehr wichtig, jede einzelne zu erzählen. Deshalb muss dieses Buch eine absolute Leseempfehlung bekommen.




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