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Veröffentlicht am 07.06.2026

EIn Mutmachbuch für Frauen, die aus dem Gröbsten heraus sind

Bin in der Lebensmitte. Komme klar.
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Die österreichische Autorin Tanja Mairhofer ist vielen als (TV-) Moderatorin und Schauspielerin bekannt, u.a. durch "DIe Sendung mit dem Elefanten", in denen sie sich mit Sachthemen befasst. Ihr erstes ...

Die österreichische Autorin Tanja Mairhofer ist vielen als (TV-) Moderatorin und Schauspielerin bekannt, u.a. durch "DIe Sendung mit dem Elefanten", in denen sie sich mit Sachthemen befasst. Ihr erstes (ERwachsenen-) Buch war der 2017 erschienene Anti-Ratgeber "Schluss mit Muss", in dem sie dem allgemeinen Selbstoptimierungswahn eine klare Absage erteilt. Hieran schließt sich nun folgerichtig ihr Buch "Bin in der Lebensmitte. Komme klar" an.

in diesem Buch beschäftigt sich Mairhofer mit einer großen Anzahl von Themen (allein das Inhaltsverzeichnis umfasst vier Seiten!), die Frauen in der Lebensmitte beschäftigen: Von hormonellen Veränderungen, Blasenschwäche bis hin zum INvestieren in ETFs ist wirklich alles vertreten; dabei ist es nur natürlich, dass die Autorin nur an der Oberfläche kratzt und nicht in die Tiefe gehen kann.

Tanja Mairhofer schreibt leicht und verständlich, nutzt auch sehr deutliche pointierte Formulierungen ("Ist doch Scheiße, wenn jetzt alle in die Hose machen") und trifft damit genau den Punkt. Scharfsinnig legt sie den Finger in die Wunden und bleibt dabei so humorvoll und selbstironisch, dass es gar nicht weh tut. Ohne Tabus hatte ich beim Lesen das Gefühl, als unterhielte ich mich mit einer Freundin. Wenn Mairhofer schonungslos ehrlich über sich und ihre Gedanken, Erfahrungen und Gefühle schreibt, erkannte ich mich oder meine Themen, nickte zustimmend und wurde zum Nach- und Weiterdenken angeregt.

Und wenn schon im Buchtitel steht "komme klar", dann ist deutlich zu erkennen, dass die beschriebene Lebensmitte kein Drama ist, sondern eine Zeit mit einer neuen inneren Stärke und Besonnenheit, in der wir Frauen dem ständig präsenten Selbstoptimierungswahn die rote Karte zeigen!

Auch, wenn ich zunächst schmunzeln musste, dass "das große A" dieses Buch in die Rubrik "Kochbücher" einordnet, ist es sicher ein Rezept für körperliche und geistige Gesundheit in einer Zeit, in der jede Frau sich verändert. Was die jeweilige Köchin daraus macht, bleibt ihr überlassen.

"Bin in der Lebensmitte. Komme klar." hat mich nicht nur sehr gut unterhalten, sondern mir aufgezeigt, dass ich nicht alleine bin mit meinen Gedanken, Erfahrungen und Hoffnungen. Absolut lesenswert für jede Frau in der Sandwich-Generation zwischen Kindern und Eltern - auch als Geschenk bestens geeignet.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Ist der Reichtum ihr Untergang?

Das Gesetz der Elite
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Der ehemalige Fußballstar und erfolgreiche UnternehmerJesus Martinez wird tot in der Kryosauna in seiner Wohnung in der Mailänder Jungla Urbana aufgefunden. DIe Polizei glaubt an einen technischen Defekt ...

Der ehemalige Fußballstar und erfolgreiche UnternehmerJesus Martinez wird tot in der Kryosauna in seiner Wohnung in der Mailänder Jungla Urbana aufgefunden. DIe Polizei glaubt an einen technischen Defekt und nimmt keine Ermittlungen auf. Der Bruder des Toten engagiert die Privatermittlerin und frühere Polizistin Colomba Caselli, die - gemeinsam mit ihrem Freund Dante Torre - schon bald auf HInweise zu einem Serienmörder findet, der mit der Forderung "Tötet die Reichen" für gesellschaftliche Brisanz sorgt.

Nachdem der beliebte italienische Krimiautor Sandrone Dazieri bereits 2018 seine Trilogie um die Polizistin Colomba Caselli abgeschlossen hatte, geht es nun in "Das Gesetz der Elite" mit den beiden Hauptfiguren weiter. Ob man hier von einer Fortsetzung der Reihe oder dem Start einer neuen Serie (wie der Verlag es tut) redet, ist ohne Balang; das Buch lässt sich problemlos ohne Vorkenntnis der Trilogie genießen - obschon es immer wieder Anspielungen auf den alten Fall gibt, der bei Caselli, aber noch mehr bei Torre schlimme Traumata ausgelöst hat, die bei beiden intensiv nachklingen.

Die prägnante Schreibweise, die spannenden Themen und die atemlose Spannung haben mich schnell begeistert. VIele unvorhersehbare Wendungen sorgen für stetigen Nervenkitzel und ließen mich das Buch in einem Rutsch verschlingen.

Für die VIelzahl der Figuren war das Personenverzeichnis hilfreich; hier konnte ich immer mal wieder nachschlagen, bevor ich die Namen durcheinanderbrachte.
DIe beiden Hauptfiguren Colomba Caselli und insbesondere ihr Freund Dante Torres waren vielleicht ein wenig überzeichnet, doch die komplexen Persönlichkeiten bereiteten mir viel Vergnügen und sorgten auch das ein oder andere Mal für ein Schmunzeln in diesem ansonsten doch recht düsteren Thriller. Speziell der durchaus als verhaltensauffällig zu bezeichnende Torre sorgte durch sein unkonventionelles Benehmen, seine vielfältigen Kontakte und seine hohe Intelligenz für viele überraschende Auftritte und Wendungen.

Besonders hervorheben möchte ich auch die von Dazieri geübte Gesellschaftskritik und die - teils erschreckenden - Einblicke in die Welt der Superreichen. Fast unvorstellbarer Reichtum sorgt für große Macht, die ohne zu Zögern von diesen ausgenutzt wird; und so konnte schon allein dieses Thema für erhebliche Gänsehaut sorgen - neben der ermittlungstechnischen Spannungskurve. Doch lest selbst, was die Superreichen mit ihrem Vermögen alles anzustellen gedenken ....

Für mich ist "Das Gesetz der Elite" ein absolutes Highlight, das mir höchsten Lesegenuss beschert hat und das ich allen Interessierten wärmstens weiterempfehlen kann. Ich hoffe, bald wieder von Sandrone Dazieri zu lesen!

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Für den guten Zweck!

Tödliche Nachlese
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Im beschaulichen Weinort Malsch im Kraichgau wird vor dem KIrchenportal eine von Nadeln durchbohrte Puppe gefunden. Tobias Stetten misst dem Fund zunächst keine tiefere Bedeutung bei, doch als ein Tennis-Freund ...

Im beschaulichen Weinort Malsch im Kraichgau wird vor dem KIrchenportal eine von Nadeln durchbohrte Puppe gefunden. Tobias Stetten misst dem Fund zunächst keine tiefere Bedeutung bei, doch als ein Tennis-Freund bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt und er selbst sich verfolgt und bedroht fühlt, zieht er einen Zusammenhang zu einer Mordserie, die den Ort vor einigen Jahren in Atem hielt und an deren Aufklärung er maßgeblich beteiligt war. Sind er und sein Freund Dominik in Lebensgefahr durch den Bruder des ehemaligen Mörders, der seine Familie rächen will?

"Tödliche Nachlese" ist der Nachfolgeband von "Blutige Spätlese" des Autoren Dr. Matthias Meilich, dessen Augenmerk nach über 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in unterschiedlichen Funktionen bei SAP heute auf kreativen und karitativen Aktivitäten liegt. Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher werden zugunsten von EIN KIWI GEGEN KREBS gespendet, was ich absolut bemerkenswert finde.

Matthias Meilich hat einen durchaus interessanten Plot erdacht; doch leider wird die Spannung durch ständige Wiederholungen und ausladende Gedankengänge der Hauptfigur gebremst. Der Autor erzählt abwechselnd durch seine beiden Hauptfiguren Tobias und Dominik, wodurch die Leser*Innen viele Hintergründe aus dem vorhergehenden Band sowie weitere Zusatzinformationen erfahren, die nicht immer die Handlung vorantreiben. Dass Meilich ein begeisterter Golfer ist, konnte er durch seine ausführlichen Beschreibungen des Geschehens auf dem Golfplatz nicht verbergen.

Das Setting im Kraichgau, die Ortsbeschreibungen mit ihrem Brauchtum wie Karnevalsfeiern und Wallfahrt, ist sicher nicht nur für Einheimische interessant.

Leider konnte mich auch die Schreibweise nicht wirklich überzeugen. Dabei störten mich nicht einmal die vielen englischen Ausdrücke, die sich folgerichtig aus Ausbildung und Tätigkeit des Autoren ergeben. Vielmehr irritierten mich die kurzen Sätze, teilweise ohne Verb; oftmals kam es mir vor, als wenn ein Schüler einen Aufsatz geschrieben hätte, was ich sehr schade fand.

Trotz der Einblicke in die eigene Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfiguren blieben diese mir seltsam fremd und ich konnte keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Weitere Figuren blieben eindimensional. Die Figur des Söldners, der Rache für die Bestrafung seines Mörder-Bruders suchte, aber vor allem auch der mysteriöse Ritter, den nicht einmal seine Kollegen kennen und der in bizarren Situationen auf- und untertaucht, konnten mich nicht wirklich überzeugen.

Trotz einiger Kritik an dem Buch möchte ich die Serie als kleine Lektüre für zwischendurch weiterempfehlen aufgrund ihres karikativen Zwecks.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Sehr leichte Unterhaltung

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Eleanor Dash ist Bestsellerautorin. Für ihre erfolgreiche Krimireihe hat sie ihre Urlaubsliebe Connor als Hauptfigur gewählt, der sie nun allerdings erpresst, um am Erfolg teilzuhaben. Von ihrem Verlag ...

Eleanor Dash ist Bestsellerautorin. Für ihre erfolgreiche Krimireihe hat sie ihre Urlaubsliebe Connor als Hauptfigur gewählt, der sie nun allerdings erpresst, um am Erfolg teilzuhaben. Von ihrem Verlag wird Eleanor - sehr widerwillig - zusammen mit ihrer Schwester, die sie managt, und Connor sowie einigen Leserinnen auf eine Lesereise nach Italien geschickt. Eigentlich hatte Eleanor beschlossen, Connor in ihrem nächsten Band sterben zu lassen, doch plötzlich werden vermeintlich Anschläge im wahren Leben auf Connor verübt. Und als es tatsächlich einen Mord gibt, spitzt sich die Lage weiter zu ....

Catherine Mack ist das Pseudonym einer US-amerikanischen und kanadischen Bestellerautorin. MIt "Amalfi Mortale - Kein Urlaub ohne Mord" legt sie nun den Auftakt ihrer neuen Krimireihe vor, die an der malerischen Amalfi-Küste angesiedelt ist.

DAs Setting verspricht Urlaubsfeeling, allerdings bleibt der Ort ziemlich im Hintergrund und wird kaum beschrieben, was vielleicht auch daran liegt, dass die Autorin doch geografisch sehr wenig mit Italien zu tun hat.

Catherine Mack schreibt in der Ich-Perspektive aus der Sicht ihrer Hauptfigur Eleanor Dash und es gibt wirklich sehr viele Dialoge, die ich - entgegen der Werbung für das Buch - nur bedingt als "spritzig" bezeichnen würde. Ein wirklich sehr ungewöhnliches Stilmittel sind die 234 Fußnoten, die das Buch enthält: Die fiktive Bestsellerautorin kommentiert darin alles Geschehen, das sie erzählt, noch einmal zusätzlich. Wenn die Autorin damit die Handlung bereichern wollte, ist dies meiner Meinung nach nicht gelungen; mich haben die vielen Fußnoten unglaublich gestört und den Lesefluss extrem unterbrochen, ohne eine Mehrwert darzustellen. Auch die eingefügten Notizen (von Eleanor als "Exposé" für ihren nächsten Krimi gedacht) sind einfach nur eine Zusammenfassung des zuvor Beschriebenen.

Die (zahlreichen) Figuren werden nicht wirklich eingeführt und bleiben in der Charakterisierung recht blass. So konnte man auch nicht wirklich miträtseln, wer der Mörder war. Witzig fand ich die Titulierung der Leserinnen als BookFace Ladies; allerdings spielten sie auch keine wirklich Rolle außer eben Dazusein.

Gefallen hat mir, über das Verlagsgeschöft ein wenig zu erfahren und dem Leben einer Bestsellerautorin.
Und auch die Spannungskurve, bei der sich in einem spektakulären Show-Down auch Eleanor in Gefahr brachte, war für einen Cosy Crime absolut ok, wenn auch ein wenig verwirrend.

Insgesamt ist "Amalfi Mortale - Kein Urlaub ohne Mord" ein leichter Krimi ohne Tiefe, den man sicherlich einmal zwischendurch lesen kann. Ich werde auf die weiteren Bände allerdings verzichten.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Sexualisierte Gewalt ohne Heilung

Schlaf
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Margaret wächst scheinbar behütet in einer amerikanischen Kleinstadt auf; allerdings hinterlassen sexuelle Übergriffe ihres eigenen Bruders und der Nachbarjungen zusammen mit dem ignoranten Verhalten ihrer ...

Margaret wächst scheinbar behütet in einer amerikanischen Kleinstadt auf; allerdings hinterlassen sexuelle Übergriffe ihres eigenen Bruders und der Nachbarjungen zusammen mit dem ignoranten Verhalten ihrer narzisstisch anmutenden Mutter Elizabeth tiefe Traumata. Margaret flüchtet quasi in ein anderes Leben in New York, doch ihre Ehe mit dem scheinbar perfekten Mann Ezra scheitert. Dennoch versucht Margaret, ihren Töchtern ein liebevolles Zuhause zu bieten; schließlich versucht sie sogar, sich mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auszusöhnen, was jedoch nicht gelingt ....

Die US-Amerikanerin Honor Jones legt mit "Schlaf" ihren Debütroman vor, der sich in sieben Abschnitten behutsam mit sensiblen (Frauen?) Themen befasst.

Honor Jones schreibt einfühlsam und anschaulich; allerdings haben einige Längen und Sprünge in Zeit und Raum das Lesevergnügen für mich getrübt. Von Spannung lässt sich nicht reden.

Die Figuren bleiben für mich eindimensional; schnell ergreift man beim Lesen Partei für Margaret und ihre Freundin BIddy (zu der sie jedoch auch nicht wirklich offen ist) und gegen die harte, dominante, fast narzisstisch wirkende Mutter, die stets auf Äußerlichkeiten fixiert, stets Margarets Bruder Neal bevorzugt und selbst ihre Tochter erniedrigt. Charakteristisch ist dafür bereits das beschriebene Bild zu Beginn, als Elizabeth die 10jährige Tochter zwingt, sich vor versammelter Feierrunde komplett auszuziehen, damit sie keinen Schmutz ins Haus trägt, bis zu dem Zeitpunkt, als sie ihre Tochter nur wegen der Scheidung vor ihren Kindern als Hure beschimpft. Der Vater wirkt überwiegend nicht wirklich vorhanden; ihm wird lediglich gegen Ende eine kleine Rolle zuteil, als er sich erstmals dem Sohn entgegenstellt.

Trotz der erlittenen sexualisierten Gewalt, vor der Margaret keinen Schutz erfährt, versucht sie, nicht ihren Traumata zu erliegen, sondern ihr Leben und vor allem das ihrer Töchter in bessere Bahnen zu lenken, was wenigstens etwas Hoffnung gibt. Allerdings hätte ich gerne mehr erfahren darüber, warum ihre Ehe wirklich scheiterte und vor allem, wie ihre Gefühle tatsächlich sind, denn die Erzählweise konzentriert sich doch mehr auf Beschreibungen des Erduldeten. Ob Margarets sexuelle Vorlieben, die sehr deutlich beschrieben werden, unbedingt zum Fortgang der GEschichte beitragen, mag dahingestellt sein.

Über allem liegt Trauer und Melancholie und damit überwältigte mich auch eine gewisse Düsternis. Lediglich ein Mal musste ich auflachen, weil die Weitergabe von gehörten Schimpfwörtern durch die Töchter umso absurder wirkten.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich einige der geschilderten Taten und Charakterzüge mich extrem getriggert haben, sodass ich das ganze Buch mit Bauchschmerzen lesen musste und das vielfach gelobte "literarische Meisterwerk" nicht als solches sehen kann.

Leider konnte ich nicht wirklich Zugang finden zu Figuren und Geschichte; die geschilderten Erlebnisse und die Negierung der sexualisierten Gewalt durch Margarets Mutter (und des Bruders), die auch zu keinem Zeitpunkt Heilung erfährt, lassen mich wütend und frustriert zurück und wirken noch lange nach. So kann ich den Hype um diesen angeblich so großartig einfühlsamen Roman nicht wirklich teilen.

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