Profilbild von Susi

Susi

Lesejury Star
offline

Susi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Susi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

und täglich grüßt die Amnesie

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.
0

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und weißt nicht, wer Du bist, wo Du bist und wer der Typ neben Dir im Bett ist. Zugegeben, das kann nach einer wilden alkoholreichen Nacht schon mal passieren. Aber ...

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und weißt nicht, wer Du bist, wo Du bist und wer der Typ neben Dir im Bett ist. Zugegeben, das kann nach einer wilden alkoholreichen Nacht schon mal passieren. Aber dann gehst Du ins Bad und die Frau im Spiegel ist alt. Der Typ erklärt Dir, Du habest vor 27 Jahren einen Unfall gehabt und leidest seither unter Gedächtnisverlust und er sei dein Mann. Er erzählt Dir wer du bist und von deinem Leben. Abends gehst Du schlafen und beim Aufwachen hast du wieder alles vergessen und weißt nicht, wer du bist, wo du bist und wer der Typ neben dir im Bett ist.

Was für ein Alptraum. Vor allem, wenn du dich auf die Worte eines einzigen Menschen verlassen mußt. Was, wenn er lügt ? Sehr spannend, der Schluß ist ab ca Mitte des Buches erratbar, aber das macht nichts. Es gibt trotzdem einige überraschende Wendungen. Der Krimi hat mich jetzt nicht umgehauen, war aber spannend und las sich flüssig. Die Vorstellung, dass es solche Formen von Amnesie gibt, ist schrecklich. Die armen Menschen. Grauenvoll.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2025

trotz Folter den Humor behalten

Ich komm auf Deutschland zu
0

Ein wichtiges Buch, ein lustiges Buch ein Buch, das betroffen macht und Mißstände aufzeigt. Firaz erzählt auf humorvolle Art von seinem Leben als Flüchtling in Deutschland und seinen Erlebnissen in seiner ...

Ein wichtiges Buch, ein lustiges Buch ein Buch, das betroffen macht und Mißstände aufzeigt. Firaz erzählt auf humorvolle Art von seinem Leben als Flüchtling in Deutschland und seinen Erlebnissen in seiner Heimat Syrien. Aber über die schreckliche Folter und wie er erleben mußte, dass Menschen, teils Freunde, vor seinen Augen erschossen, totgeschlagen oder zu Tode gefoltert wurden, berichtet er. Angesichts dessen, was er erleiden und ertragen mußte, ist es fast ein Wunder, dass er seinen Humor nicht verloren hat. Ihm gelingt die Balance zwischen dem Grauen des Krieges und der Folterkeller einerseits und mit einem Augenzwinkern sein Leben als Flüchtling in Deutschland zu schildern, ohne je reißerisch oder würdelos zu klingen. Er berichtet nicht nur z.B. über das Chaos beim Amt in Berlin und die Idiotie der Unterkünfte, sondern gibt auch ganz persönliche Einblicke in seine Gefühlswelt. Er scheut sich nicht von Schuldgefühlen zu sprechen und von Scham, dass er noch lebt, während z.B. ein Freund starb, als er ihm einen Gefallen tat. Man merkt, wie dankbar der Autor für seine Chance in Deutschland ist, auch wenn er sie sich hart erkämpfen mußte. Und wie er die Hoffnung nie aufgegeben hat frei zu werden und sich ein Leben aufzubauen. Und er hat Recht : bei allen Diskussionen über Flüchtlinge, kommen die Flüchtlinge selbst nicht zu Wort.

Man bekommt Einblick, wie die Flüchtlinge hier monatelang warten müssen, bis sie endlich arbeiten dürfen und wie willkürlich manche Amtsentscheidungen sind. Einiges hat sich inzwischen verändert, manches ist besser, vieles aber auch schlechter. Firaz beschreibt die Jahre um 2015 rum. Ich finde dies Buch dennoch weiter aktuell. Es erklärt nicht nur, wieso es Blödsinn ist, wenn manche Leute denken, sollen die doch zuhause bleiben und für ihr Vaterland kämpfen, weil es kein klares Feindbild gibt, (z.B. gibt es 27 Geheimdienste ), sondern es zeigt auch, womit die Menschen hier in der Anfangszeit zu kämpfen haben. Vor allem ist es aber ein Paradebeispiel für Resilienz. Wie schafft es ein Mensch all dies zu erleben, zu überleben und dennoch nicht die Hoffnung zu verlieren ? Und wie behält man dabei seinen Humor ?

Ich habe viel gelacht in dem Buch, war aber auch bei manchen Szenen erschüttert. Oft werden die Grausamkeiten nur in einem Nebensatz erwähnt, was sie um so erschreckender macht. Z.B. berichtet er von den freiwilligen Helfern, die in Berlin die langen Warteschlange der Flüchtlinge vor dem Amt mit Tee und Wasser versorgen und selbst völlig erschöpft sind. Er schreibt, er kenne das Zittern der Hände von den Menschen in Syrien, die Leichenteile aus den Trümmern bergen und keine weiteren Toten mehr sehen können.

Auf alle Fälle ein wichtiges Buch, das auch viel Hoffnung vermittelt. Nicht nur, dass man nicht aufgeben sollte, sondern auch, was man alles überstehen kann und dass es trotz allen Schmerzes möglich ist, das Gute zu sehen und den Humor zu behalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2025

sehr spannend

Jigsaw Man - Der tote Priester
0

Eigentlich untersucht die Polizei den Mord an einem Priedster. Doch am Tatort findet DI Anjelica Henley in einem Nebenraum einen grausam gefolterten Mann, angekettet und, wie es den Anschein hat, tot. ...

Eigentlich untersucht die Polizei den Mord an einem Priedster. Doch am Tatort findet DI Anjelica Henley in einem Nebenraum einen grausam gefolterten Mann, angekettet und, wie es den Anschein hat, tot. Eine aufgeschlagene Bibel und dass die Schwester des Opfers erzählt hat, ihr Bruder sei psychisch krank gewesen, lassen Henley vermuten, dass es sich um Exorzismus handeln könnte. Aber wer betreibt so etwas heute noch ?

Schon bald wird das Team zu einer Toten gerufen, die auf die gleiche Weise gefoltert wurde. Zeitgleich macht die Witwe des toten Priesters Druck, weil sie meint, die Polizei strenge sich nicht genug an, sondern richte ihren Fokus auf die anderen Opfer.

Henley ist schwer traumatisiert durch einen Serienkiller, wovon der erste Band handelt, den ich aber nicht gelesen habe. Man braucht den ersten Band nicht, um dieses Buch zu lesen, aber der Klappentext ist irreführend, denn der Serienkiller aus Band eins spielt hier keine Rolle, außer in Flashbacks und dass Henley und andere traumatisiert sind, Narben davon getragen haben und Menschen verloren haben.

Ich fand das Buch sehr spannend und teilweise auch gruselig. Die Charaktere waren überwiegend sympathisch, auch wenn sie ihre Macken hatten. Henleys Chef mochte ich nicht, da ich aus seinem Verhalten nicht schlau wurde. Es gibt überraschende Wendungen und es ist spannend bis zum Schluß.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2025

herrlicher Humor

Abschalten
0

Manager im Stress, die Urlaub nehmen, Urlaub nehmen wollen, oder Urlaubnehmen sollen und nicht wollen. Die Kapitel sind kurz, jedes nur 2-4 Seiten lang und in sich abgeschlossen.

Ich liebe diesen Humor ...

Manager im Stress, die Urlaub nehmen, Urlaub nehmen wollen, oder Urlaubnehmen sollen und nicht wollen. Die Kapitel sind kurz, jedes nur 2-4 Seiten lang und in sich abgeschlossen.

Ich liebe diesen Humor und habe Tränen gelacht bei manchen Geschichten. Herrlich. Ich werde dies Buch auf jeden Fall behalten und weiter empfehlen. Ich mag nicht alle Bücher von dem Autoren, aber dieses hier ist ein Volltreffer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2025

witzige Charaktere

Finger, Hut und Teufelsbrut
0

Dieser Krimi lebt von seinen witzigen charmanten Charakteren. Das eigentliche Verbrechen ist eher Nebensache. Eine junge Inderin wendet sich hilfesuchend an den ehemaligen Kommissar Siegfried Seifferheld. ...

Dieser Krimi lebt von seinen witzigen charmanten Charakteren. Das eigentliche Verbrechen ist eher Nebensache. Eine junge Inderin wendet sich hilfesuchend an den ehemaligen Kommissar Siegfried Seifferheld. Sie sagt, sie habe eine Nachricht von ihrem Vater erhalten, dass der indische Kulturattaché entführt werden soll. Seither habe sie keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater aufnehmen können. Dieser sei vielleicht auch entführt worden.

Natürlich will man wissen, was es mit den Indern auf sich hat, aber das, was das Buch ausmacht, sind Siggi und sein chaotischer Haushalt. Da gibt es seine Schwester, bislang eine alte Jungfer, die nun frisch verheiratet ist und kurzerhand wieder bei ihm einzieht, weil ihr Gatte auf einer Mission in Afrika weilt, seine Freundin MaC, die eifersüchtig auf alle möglichen anderen Damen ist, seine Nichte, die herauszufinden versucht, wieso sie ein chinesisches Baby bekommen hat und die junge Inderin, die erstmal zum Schutz miteingezogen ist. Dann hat Siggi`s Schwiegersohn noch Stress mit seiner Tochter, seine Kochgruppe ist aufgelöst und nachdem er sich als leidenschaftlicher Sticker geoutet hat, soll er nun im Radio auftreten und eine Sendung über´s Sticken machen. Da hat er gar keine Zeit, sich um den Kulturattaché zu kümmern.

Das Buch lebt von seinen Charakteren. Und Siggi wächst einem richtig ans Herz mit seinen diversen Nöten. Manches ist zum Schmunzeln, manches wirklich komisch, aber vor allem ist es irgendwie schön zu lesen. Mich hat das Buch sehr amüsiert und ich würde am liebsten gleich das nächste aus der Reihe lesen. So ein paar Cosy-Krimis zwischendurch ist auch schön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere